E-Book, Deutsch, 280 Seiten
Vogel Reich Gottes
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-347-39333-2
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
es steht alles geschrieben was die Zukunft bringt ...
E-Book, Deutsch, 280 Seiten
ISBN: 978-3-347-39333-2
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Kurt Vogel wurde am 17. Oktober 1957 in Zürich in ein christliches Elternhaus hineingeboren und wuchs mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder René in einem frommen, aber auch weltoffenen Umfeld auf. Nach seiner Lehre als Maschinenzeichner und weiteren Ausbildungen, arbeitete er als Designer in einer Firma, die weltweit im Messe- und Ausstellungssektor tätig ist. Für Hilfswerke und als Seelsorger war und ist er auch im In- und Ausland (v.a. Kuba & Mexiko) im Einsatz. Seit seiner Jugend beschäftigt sich der Autor mit der Heiligen Schrift, die er auch im Kontext mit geschichtlichen, geopolitischen und naturwissenschaftlichen Gegebenheiten studierte. Ergriffen und fasziniert von all den erlebten Auswirkungen, den Zusammenhängen und den Bildern, die sich ihm erschlossen haben, gelang es ihm, die für uns alle gültigen Worte und Verheissungen aus der Bibel in möglichst einfachen und gut verständlichen Erläuterungen zu erklären und dadurch eine vertiefte und berechtigte Hoffnung auf eine wunderbare Zukunft aufzuzeigen. Weiter ermutigt er die Leserschaft, sich von dem nicht immer ganz so leicht verständlichen Wort Gottes berühren zu lassen und sich damit auch etwas intensiver auseinanderzusetzen. Es ist ihm ein grosses Anliegen, dass alle Menschen diesen wunderbaren Plan - den Gott für jeden einzelnen von uns geschaffen hat - immer besser verstehen und ganz persönlich auch erleben können.
Autoren/Hrsg.
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Teil 2
2.1
"Und sogleich rief der Vater des Knaben mit Tränen und sprach: Ich glaube, Herr; hilf mir, (loszukommen) von meinem Unglauben" (Mk 9,24)!
Hört sich etwas komisch an, dieser Vers aus dem Markus-Evangelium. Da ruft ein Vater eines Knaben unter Tränen zu Jesus, dass er glaubt, trotzdem aber von Unglauben beherrscht wird, von dem er nicht loskommt. Die Geschichte zu diesem Wort handelt von einem besessenen Knaben, der von seinem Vater zu Jesus gebracht wurde in der Hoffnung, dass Jesus ihn heilen könnte. Der Vater war verzweifelt, wusste aber, dass Jesus mit seinen Jüngern in der Nähe war und schon unzählige Wunderheilungen getan hatte. Auch die Jünger - die Jesus selbst erwählte und als Apostel einsetzte - hatten schon viele Wunder und Heilungen im Namen Jesu vollbracht (Lk 6,13). Dieser Vater wusste dies auch und kam zuerst zu diesen mit der Bitte, seinen Jungen doch zu heilen. Sie konnten es in diesem Fall aber nicht. Nun wendete sich der Vater direkt an Jesus und sprach: "Meister, ich habe meinen Sohn hergebracht, damit du ihn heilst …" (Vers 17). "Hab doch Mitleid mit uns! Hilf uns, wenn du kannst!"
Durch diese Aussage können wir erkennen, dass beim Vater noch kein wirklicher Glauben vorhanden war. "Wenn ich kann?" fragte Jesus zurück und sprach danach diesen wunderbaren Satz: "Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt" (Vers 23). Sofort war dem Vater klar, dass es eben Glauben braucht, um Heilung und Wunder zu erleben und es war ihm auch sofort klar, dass dieser Glauben bei ihm noch nicht vorhanden war. Da erkannte er nur noch die Möglichkeit, Jesus zu bitten, er möge ihm doch helfen, diesen seinen Unglauben zu überwinden, ihm helfen davon loszukommen. Daraufhin erhörte Jesus diese Bitte und befahl diesem Geist, er möge den Jungen verlassen und nie wieder zu ihm zurückkehren (Vers 25).
Zeigt uns die Geschichte nicht auf wunderbare Weise, dass es möglich ist, Gottes Hilfe zu erfahren, auch wenn wir noch schwach sind im Glauben und noch wenig Vertrauen vorhanden ist? Versuchen wir, nicht zu zweifeln und uns ganz auf den Herrn zu verlassen! Er hilft uns so gern, wenn wir uns ihm zuwenden. Richten wir uns auf Jesus aus, wenden wir uns an ihn und zu ihm hin, auch wenn wir noch gar nicht so richtig an ihn glauben können. Wir werden seine Hilfe erleben und der Glauben kann sich in uns entwickeln, wenn wir uns mit ihm verbinden.
Im Jakobusbrief steht geschrieben: "Bittet aber im Glauben und zweifelt nicht; denn wer da zweifelt, der ist wie eine Meereswoge, die vom Winde hin- und hergetrieben wird" (Jak 1,6). Wenn wir uns Gott zuwenden im Gebet, wenn wir um seine Hilfe bitten, wollen wir danach nicht noch zweifelnd "wenn du kannst" anhängen, sondern fest daran glauben, dass unser Gebet von Gott nicht "nur" gehört wird, sondern auch erhört wird. Es gibt viele Beispiele in der Heiligen Schrift, die auf diesen Punkt hinweisen. Denken wir nur einmal an Petrus, der wie Jesus selbst übers Wasser laufen konnte, solange er Jesus vertraute und sich ihm zuwendete. Als er sich dann wieder auf den starken Wind, das Meer und die Wellen fokussierte, das Irdische plötzlich wieder in sein Bewusstsein kam, zweifelte er trotzdem und begann zu sinken, obwohl er dieses Wunder ja selbst unmittelbar am Erleben war (Mt 14, 28-31). Wir dürfen, sollen und wollen unsere Wünsche und Wege Gott kundtun und wollen ganz fest daran glauben, dass er hilft und versuchen, nicht daran zu zweifeln! Er weiss zwar schon bevor du betest, mit welchen Sorgen du zu ihm kommst, denn für ihn ist Vergangenheit und Zukunft gegenwärtig, aber er will es dennoch von uns "erbeten" haben. Gott fordert uns sogar konkret auf, ihm unsere Wege anzubefehlen. Ja, "befehlen" ist kein Übersetzungsfehler, es heisst im Psalm 37, Vers 5: "Befiel dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wird's wohl machen". Er hört sich jedes Gebet an, wenn es vielleicht auch nur aus ganz wenigen Worten besteht. Er weiss genau was du brauchst und er gibt dir auch was du brauchst. Wenn du betest kannst du vollkommen sicher sein, dass der allmächtige Gott dein Gebet hört und versteht, wenn es auch nur ein Stammeln ist, diese Gewissheit darfst du haben. Und Gott hilft immer! Manchmal nicht genau so wie du es dir vorstellst, vielleicht brauchst du auch noch etwas Geduld, aber er hilft immer! Er hilft so, wie es für dich oder für die Menschen, für die du bittest, am besten ist! Vertraue ihm und versuch ganz ruhig zu bleiben, glaube daran und hoffe darauf, dass er es richtig macht und lass keinen Zweifel aufkommen. Vertraue ihm fest und du wirst ihn wunderbar erleben!
2.2
"Wenn ein Bruder oder eine Schwester nackt ist und Mangel hat an täglicher Nahrung und jemand unter euch spricht zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch! ihr gebt ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat - was hilft ihnen das? So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selbst" (Jak 2,15-17).
Die Worte des Jakobusbriefes sind so zu verstehen, dass Glaube und Werke unmittelbar aufeinander bezogen sind. Gute Werke haben ihren Ursprung im Glauben, sind Früchte des Glaubens. Der Glaube realisiert sich in der Liebe, dem konkreten und liebenden Umgang mit unserem Nächsten. Glaube und Werke gehören zusammen. Gute Werke sind Ausdruck eines lebendigen Glaubens; fehlen sie, dann ist der Glaube tot, er ist nichts wert, wenn wir nicht auch tun, was Gott von uns will (Vers 20).
Es ist aber wichtig zu wissen, dass der Mensch durch den Glauben an Jesus Christus gerechtfertigt wird und nicht durch seine Werke! Die Werke, die er vollbringt, tragen nichts zu seiner Heiligung und Rechtfertigung bei. Apostel Paulus schreibt im Römerbrief: "So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben" (Röm 3,28). Obwohl das Gesetz und das Tun Gott gefälliger Werke keine rechtfertigende Wirkung haben, stehen doch Glaube und Werke, Rechtfertigung und guter Wandel in einer engen Beziehung und können in diesem Zusammenhang gar nicht voneinander getrennt werden.
Hier können wir auch wieder die Geschichte vom barmherzigen Samariter betrachten. Nicht nur Hörer des Wortes sein, sondern auch Täter (Jak 1,22)! Mit einem liebenden Herzen helfen, für die bitten, die uns beleidigen, wohl tun denen, die uns vielleicht sogar hassen oder verfolgen, so wie es Jesus auch in der Bergpredigt proklamierte (Mt 5,44). In der Tat, und nicht nur mit Worten. Das sind die Werke, die Gott an uns sehen will und wo er sein Wohlgefallen auf uns legen kann. Wir können uns nichts verdienen, alles ist Gnade, denn ohne Gott gäbe es uns gar nicht und ohne die Hilfe Gottes können wir nichts tun (Joh 15,5). Alles soll aus Liebe zu Gott und aus Liebe zu unserem Nächsten geschehen.
2.3
"Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer (Dämonen) noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserem Herrn" (Röm 8,38-39).
Was für eine Aussage, die hier zum Ausdruck kommt im Brief des Paulus an die Römer. Rein gar nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes, ausser wir selbst könnten das mit unserem freien Willen, den uns Gott gegeben hat. Gott zwingt uns zu nichts, wir können diese Liebe Gottes an uns auch ausschlagen. Das sei aber ferne; wir wollen uns doch diese Liebe gerne gefallen lassen und die Tatsache, dass keine Macht uns trennen kann von dieser Liebe; ist das nicht ein gewaltiger Trost? Lasst uns Gott auch danken für diese Gnade, diese unverdiente Liebe! Wir können sie uns nicht verdienen, auch nicht mit einem Gott wohlgefälligen Wandel, auch nicht mit noch so guten Taten, seine Liebeszuwendung ist und bleibt Gnade. Freuen wir uns darüber, auch dass uns diese Liebeszuwendung nichts und niemand wegnehmen kann, nur wir selbst können sie ablehnen und ausschlagen.
Ich möchte an dieser Stelle kurz auf den Römerbrief eingehen. Der Römerbrief - aus dem dieses Wort stammt - galt stets als Meisterwerk von Paulus und hat wie kaum ein anderes biblisches Buch die Geschichte der Kirche geprägt. "Welche Macht des Geistes muss in diesem Paulus lebendig gewesen sein, dass er ein solches Werk in ein paar Nächten zu diktieren imstande war", sagte einst der Schweizer Theologe Emil Brunner.
Der Reformator und Theologieprofessor Martin Luther hatte anfänglich grosse Mühe mit dem doch eher schwer verständlichen Römerbrief, vor allem mit einer Stelle wo es um "Gerechtigkeit Gottes" geht, die er als Eigenschaft Gottes versteht, durch die Gott die "Ungerechten" bestraft. Es heisst, dass Luther fast verzweifelte ob dieser Bibelstelle, bis ihm plötzlich ein Licht aufging, als sein Blick auf den zweiten Teil des Verses gelenkt wurde, wo es heisst: "Der Gerechte wird aus Glauben leben" (Röm 1,17). Es wurde ihm plötzlich klar, dass mit der Gerechtigkeit Gottes nicht Gottes Eigenschaft gemeint ist, die den Sünder verurteilt - was ihm so grosses Unbehagen bereitet hat - sondern dass sie ein göttliches Geschenk darstellt, das dem Sünder zugutekommt. Gottes Gerechtigkeit ist es, die dem Glaubenden angezogen wird und ihn so rettet. Nun wurde diese Römerstelle...




