Tivadar Vida (Jg. 1962) ist Archäologe, Leiter des Lehrstuhls für Frühgeschichtliche und Mittelalterliche Archäologie und Direktor des Instituts für Archäologiewissenschaften der Eötvös Loránd Universität in Budapest; Wissenschaftlicher Berater im Institut für Archäologie des ELRN. Er war DAAD- und Humboldt-Stipendiat in München und Korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts. Sein Forschungsinteresse gilt der kulturellen und sozialen Struktur der lokalen und eingewanderten Völker des Karpatenbeckens und ihren eurasischen Beziehungen im ersten Jahrtausend n. Chr. Er hat Monographien über die awarische Keramik, das slawische Gräberfeld von Olympia und die frühbyzantinische Kanne von Budakalász veröffentlicht. Die Ausgrabungen des dortigen awarischen Gräberfelds wurden von ihm geleitet. Darüber hinaus ist er Mitglied des Redaktionsausschusses mehrerer archäologischer Fachzeitschriften, Mitherausgeber archäologischer Korpusreihen (MAA, MGAH), Teilnehmer an mehreren internationalen Forschungsprojekten, und einer der Leiter des bioarchäologischen ERC-Projekts „HistoGenes”.
Daniel Winger (geb. Peters), Jg. 1978, studierte in Münster/Westf. sowie Härnösand und Östersund (Schweden), Ur- und Frühgeschichte, Mittelalterliche Geschichte und Geographie. Er wurde in Münster über eine Arbeit zum Frühmittelalterlichen Gräberfeld von Soest (6.–9. Jh.) promoviert. Danach war er im Rahmen eines bioarchäologischen Forschungsprojektes zu langobardischen Gräberfeldern des 6. Jahrhunderts in Tschechien, Österreich und Ungarn an der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts in Frankfurt am Main angestellt. Auf eine Assistenz am Institut für Prähistorische Archäologie an der FU Berlin folgte die Anstellung am neu eingerichteten Lehrstuhl Ur- und Frühgeschichte in Rostock. Mit aktuellen Projekten zu frühmittelalterlichen Fundplätzen in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Baden-Württemberg bleibt die interdisziplinäre Gräberfeldarchäologie sein Forschungsschwerpunkt.