E-Book, Deutsch, Band 3, 320 Seiten
Reihe: Nothing Special
Via Trouble - Ärger im Anmarsch
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-96089-349-3
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 3, 320 Seiten
Reihe: Nothing Special
ISBN: 978-3-96089-349-3
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Detectives Mark Ruxsberg und Chris Green sind sehr gut in ihrem Job bei der Atlanta PD Narcotics Task Force, dem Team von God und Day. Doch oft gerät das verrückte Duo auch in höllischen Ärger und die zwei scheinen jede Gelegenheit zu nutzen, ihre beiden Lieutenants in den Wahnsinn zu treiben mit ihren waghalsigen Einsätzen. Ruxs und Green lieben ihren Job und es reicht ihnen, auch in ihrer Freizeit miteinander abzuhängen. Doch irgendetwas verändert sich zwischen diesen beiden Alpha Männern, die bisher dachten, dass sie nicht mehr als Freundschaft füreinander empfinden. Die Hitze, die sich zwischen ihnen entwickelt, lässt sich nicht lange ignorieren. Nothing Special Band 3 Band 1: Nichts Besonderes Band 2: Syn ... wie die Sünde
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Kapitel 1
Oh nein … nicht schon wieder …
„Ruxs, pass auf den – oh Mist!“ Verdammt. Nicht noch ein Radfahrer. Green saß am Steuer seines riesigen Dodge RAM2500, raste um die Ecke der Marrietta Street und versuchte dabei, seinen Partner, der einem ihrer Informanten hinterher jagte, nicht aus den Augen zu verlieren. Dummerweise konnte er nicht auf den Seitenstreifen fahren und ihnen den Weg abschneiden, weil einfach zu viele Fußgänger unterwegs waren. Ruxs musste es schaffen, diesen Bastard in eine der vielen verlassenen Seitenstraße abzudrängen. Green versuchte, gleichzeitig einigermaßen sicher durch den dichten Nachmittagsverkehr zu kommen und an seinem Freund dran zu bleiben. Der Motor röhrte auf, als er einen schnarchnasigen Buickfahrer überholte, dann eine rote Ampel überfuhr und gerade eben noch hinter einem Bus wieder einscherte. Uups. Das war knapp. Verdammt.
Er sah, wie Ruxs seine Anstrengungen verdoppelte und einen harten Schlag auf die Schulter des Informanten landen ließ. Der Kerl taumelte in eine alte Dame und schlug ihr dabei die Einkaufstaschen aus der Hand. Schon dachte er, Ruxs hätte den Scheißkerl endlich erwischt, aber der wand sich rasend schnell aus seinem Mantel und schoss raketengleich weiter, auf dem schmalen Weg zwischen einem Bürogebäude und einer Parkgarage hindurch. Unmöglich für ihn, hier zu drehen und ihm in die kleine Straße zu folgen. Green beschleunigte und bog in die Cone Street ab. Dann würde er ihm eben am anderen Ende den Weg abschneiden. Er hupte laut – vergeblich. Die Autos, die vor ihm standen, warteten vor der roten Ampel. Scheiße. Er schnitt die Ecke des Bürgersteigs und schleuderte dabei einen Mülleimer hoch in die Luft. Wenigstens waren diesmal keine Menschen auf dem Bürgersteig. Als er fast am Ende der Straße angelangt war, sah er hinter sich im Rückspiegel Blau- und Rotlicht aufblitzen und hörte die Sirenen. Er entschloss sich, das als unbedeutend zu ignorieren, schlingerte quer über zwei Fahrspuren und kam mit der Kühlerhaube nach vorn in dem engen Durchlass der Straße zum Stehen. Und wenn ihr Informant nicht in diesem Moment einen Blick nach hinten geworfen hätte, um zu sehen, wie nah Ruxs hinter ihm war, dann hätte er diesen, seinen Truck auch gesehen und wäre ihm nicht direkt ins Auto gelaufen. Autsch. Das hat wehgetan.
Green sprang aus dem Truck und umrundete das Auto genau in dem Moment, als Ruxs ihren Mann vom Boden hochzog und gegen die Motorhaube drückte.
„Musstest du das tun? Da stand eben direkt der Mülleimer.“ Green verzog stirnrunzelnd das Gesicht. „Schau dir mal die Delle an, Mann.“
„Halt bloß die Klappe, Green.“ Ruxs wurde sauer.
Green lächelte provozierend, er wusste, wie sehr Ruxs es hasste, Verdächtigen hinterherzurennen. Er stand mit über seiner breiten Brust gekreuzten Armen da und beobachtete ihren Informanten, der wiederum leicht nach vornüber gebeugt keuchend da stand und versuchte, den Schmerz vom Aufprall des Trucks und die Anstrengung der letzten Zeit Minuten ihres Wettrennens wegzuatmen.
Hinter ihnen kamen quietschend die Reifen des Polizeiautos zum Stehen. Ruxs und Green drehten sich um. Ein junger Polizist sprang heraus, schrie sie an und befahl ihnen, die Hände über den Kopf zu heben. Aber da erkannte er, wen er vor sich hatte und verdrehte die Augen. Er senkte seine Waffe. „Ruxs, Green, ich hätt’s verdammt noch mal wissen müssen.“
„Wie geht’s, Michaels?“ Green schüttelte die Hand des Officers. Er war einer der wenigen Uniformierten, der die Jungs ihrer Spezialeinheit tatsächlich gern hatte. Einer der wenigen, der manchmal die gewohnten Dienstabläufe außer Acht ließ, um mit ihnen zu reden oder seine Hilfe anzubieten.
„Wen habt ihr Jungs denn da?“ Michaels’ Augenbrauen hoben sich fragend, als er den zerzausten Junkie erblickte, der versuchte, sich um Greens Truck herumzudrücken, bis Ruxs ihn festhielt und an die Seite des Gebäudes drängte.
„Ist besser, wenn Sie gehen, Michaels.“ Green sah ihn ernst an. Auf gar keinen Fall würde er mit ihrem Informanten reden – und dabei ihre nicht ganz so lupenreine Verhörmethode anwenden – wenn ein anderer Officer dabei war.
Michaels senkte den Blick seiner blauen Augen und spielte nervös mit den Fingern. „Ähm. Ja, okay. Übrigens, Green, konnten Sie schon mit God darüber reden, ob in eurer Truppe bald was frei wird?“
Green unterdrückte einen Seufzer. Auf keinen Fall würde Michaels es bis in ihre Taskforce schaffen. Der Junge war einfach zu nett und zu unbekümmert. Er hatte so gar nichts Hartes oder Gefühlloses an sich. Und man musste schon eine ziemlich dicke Haut haben, um das wegzustecken, was ihre Lieutenants täglich austeilten.
Er erkannte, dass sein Partner dazu ansetzte, genau das auszusprechen. Bevor Ruxs aber den Mund öffnen und damit den netten Kerl wahrscheinlich am Boden zerstört hätte, sagte er schnell: „Noch nicht. Aber ich werde so schnell wie möglich mit ihm sprechen, okay?“
Michaels lächelte strahlend und ging schnell zurück zu seinem Auto. Green fiel auf, wie eng Michaels Uniform an seinen Oberschenkeln und seinem Hintern spannte, und unterdrückte ein Grinsen. Als Michaels ihm noch einmal freundlich zuwinkte und seine Uniform dabei fast seinen riesigen Bizeps abschnürte, schüttelte er innerlich den Kopf. Michaels war genau wie alle anderen Officer der Atlanta Polizei. Er wollte für God und Day arbeiten.
„Warum hältst du ihn nur so hin? Du weißt verdammt gut, dass er niemals bei uns reinrutschen wird.“ Ruxs zog seine schwarze Lederjacke aus und warf sie durch das offene Fenster auf der Beifahrerseite in den Truck. Ihren Informanten hatte er mit Handschellen an den Müllcontainer gekettet.
„Ja, ja, ich weiß. Ich werd’s ihm schon noch sagen. Aber er ist wie ein treuer Hund. Ich meine, wer tritt schon gern einen Golden Retriever?“ Green lächelte seinen Partner an, der seinen Blick genervt erwiderte.
„Was soll der Scheiß? Sei nicht so ein Idiot. Sag ihm, dass er es nicht drauf hat und fertig. Außerdem macht er ständig Besorgungen für dich, holt dir deinen Kaffee und so weiter. Das ist ziemlich mies, Mann.“
Green öffnete den Mund in gespielter Verwirrung. „Ich hab’ ihm nicht gesagt, dass er das tun soll.“
„Können wir später darüber sprechen?“
Green zuckte die Schulter. „Klar, warum nicht.“ Und er wandte seine Aufmerksamkeit wieder ihrem Informanten zu. Sobald er seine harten, braunen Augen auf ihn richtete, begann der sofort, sich zu rechtfertigen.
„Ich schwöre, ich hab nichts gemacht, Detective Green“, wimmerte er.
„Langsam, langsam. Ich habe dir doch noch gar keine Fragen gestellt“, sagte Green ruhig. „Und schon lügst du mich an, Tommy?“
Bevor er seinen Satz zu Ende sprechen konnte, hatte der Mann schon den Kopf geschüttelt. Ruxs stand neben ihnen, und ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen, während er seinem Partner zusah. Manchmal hatte Green das Gefühl, dass Ruxs seinen Part fast zu sehr genoss: sich einfach zurückzulehnen und ihm bei der Arbeit zuzusehen. Ihre Aufgabe war es, Informationen zu beschaffen und mögliche Kriminelle auszukundschaften. Informationen aus den Leuten herauszuquetschen. Denjenigen heranzuschaffen, der die richtigen Informationen hatte. Und Verdächtige zu verhaften. Im Grunde genommen waren sie so etwas wie Gods und Days Ohren, Augen und Muskeln zugleich – und sie erledigten ihren Job verdammt gut.
Green hockte sich vor ihren Informanten, der neben dem Müllcontainer leicht zusammengesunken war, und sah ihn sich genau an. Die schäbigen Klamotten schlotterten um seinen dürren Körper, und sein Haar sah aus, als wäre es seit Tagen nicht mehr gewaschen worden. Seine Augen waren glasig und unkonzentriert – der Typ war high. Im Moment war er ihnen wahrscheinlich zu nichts nütze.
„Tommy. Tommy, hör mir zu. Warum hast du uns so einen Scheiß erzählt über das Meth-Labor in East Point?“
„Ich hab’ keinen …“
„Halt die Klappe.“ Green schnitt ihm das Wort ab, seine Stimme hatte den leisen, bedrohlichen Klang angenommen, den er bei Vernehmungen von Verdächtigen stets einsetzte. Eine Stimme, die sich so anhörte, als sei er so zornig, dass er vor Wut nicht mal mehr schreien könne. „Und ob du das hast. Du hast uns nur Müll erzählt. Da gab es überhaupt keinen einzigen von den großen bösen Jungs. Nur zwei dämliche Laufburschen. Was zur Hölle sollen wir mit denen anfangen?“
„Ich war selbst da. Die Typen waren da, Detective Green. Ich schwöre es.“
Green stand langsam auf. „Du lügst immer noch. Jemand hat dich dazu gebracht. Wer?“
„Nein. Niemand. Ich habe doch gesagt, ich werde euch Jungs helfen.“
Und schon war Green fertig. Der Typ war gekauft worden und ihnen damit nicht länger von Nutzen. „Tja, es war nett, mit dir Geschäfte zu machen, Tommy. Aber deine Dienste werden nicht länger benötigt.“ Er trat näher und legte einen Arm um Tommys Nacken. Dann zog er mit der anderen Hand seine Brieftasche aus der hinteren Hosentasche und klappte sie mit dem Daumen auf, sodass seine Polizeimarke zu sehen war. „Bitte lächeln!“, tönte es hinter ihnen.
„Was?“ Kaum schnellte Tommys Kopf zu Ruxs nach hinten, machte der mit seinem Handy ein Foto von ihnen. Green schob Tommy von sich fort. „So. Davon werden wir jetzt ein paar Abzüge machen, sie in East Point aufhängen und die ganze Church Street damit vollpflastern. Nur damit ein paar Jungs erfahren, mit wem Tommy gern abhängt.“
„Seid ihr bescheuert? Versucht ihr, mich...




