Veloso | Unter den Sternen von Rio | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 624 Seiten

Reihe: Die Kaffeeblüten-Saga

Veloso Unter den Sternen von Rio

Roman - Die Kaffeeblüten-Saga 2 | Eine schicksalhafte Liebe im Paris und Rio de Janeiro der Zwanziger
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-596-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman - Die Kaffeeblüten-Saga 2 | Eine schicksalhafte Liebe im Paris und Rio de Janeiro der Zwanziger

E-Book, Deutsch, Band 2, 624 Seiten

Reihe: Die Kaffeeblüten-Saga

ISBN: 978-3-98952-596-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Eine zarte Hoffnung, funkelnd wie die Sterne ... Paris im Jahr 1924. Als die schöne Brasilianerin Ana Carolina in der Stadt der Liebe den geheimnisvollen Antoine kennenlernt, weiß sie, dass sie seine dunklen Augen nie wieder vergessen wird. Doch zurück in den farbenfrohen Straßenzügen ihrer Heimat erwarten sie Verpflichtungen - hier soll Ana Carolina den Ingenieur Henrique heiraten, der am Bau der Christusstatue von Rio beteiligt ist. Als dieser ihr eines Tages seinen besten Freund vorstellt, traut sie ihren Augen nicht: vor ihr steht Antoine. Aber dann muss sie feststellen, dass der mysteriöse Fremde zur Familie der Carvalhos gehört - ausgerechnet der Familie, gegen die ihre Mutter Vita einen tiefen Groll hegt ... »Ein Roman, so verführerisch wie das Aroma exotischen Kaffees - sinnlich und kraftvoll, anregend und bittersüß.« Harz Kurier zu ?Der Duft der Kaffeeblüte?Die Fortsetzung des Bestsellers »Der Duft der Kaffeeblüte« von Ana Veloso, der unabhängig gelesen werden kann - ein sinnliches Lesevergnügen für alle Fans von Sarah Lark und Linda Holeman.

Ana Veloso wurde 1964 geboren. Nach ihrem Studium der Romanistik arbeitete sie als Journalistin für mehrere namhafte deutsche Magazine. Ihr erster Roman, »Der Duft der Kaffeeblüte«, wurde ein großer Erfolg und in viele Sprachen übersetzt. Ana Veloso lebt als Journalistin und Autorin in Hamburg, verbringt aber jedes Jahr mehrere Monate im Ausland, um dort Eindrücke für ihre Romane zu sammeln. Die Website der Autorin: www.ana-veloso.de/ Bei dotbooks veröffentlichte Ana Veloso ihre exotischen Love-and-Landscape-Romane »Der Duft der Kaffeeblüte«, »Unter den Sternen von Rio«, »Der Himmel über dem Alentejo«, »Das Leuchten der Indigoblüte«, »Die Frau vom Rio Paraíso«, »Das Lied des Kolibris« und »Das Flüstern der goldenen Bucht«.
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Prolog


Paris, 1923

Ana Carolina betrachtete die aufperlenden Bläschen in ihrem Champagnerglas. Langsam bewegten sich die winzigen Luftblasen aufwärts, strebten an die Oberfläche des Getränks, wo sie, einzeln kaum wahrnehmbar, zerplatzten und sich in der Raumluft in nichts auflösten. Und genau das hätte Ana Carolina jetzt ebenfalls gern getan: sich in nichts aufgelöst.

Es war einfach zu entwürdigend. Das Spektakel auf der Bühne trieb der jungen Frau die Schamröte ins Gesicht, ihr, die sich für so aufgeschlossen und modern gehalten hatte. Aber wie hätte sie auch ahnen können, dass die »frivole« Darbietung, die man ihr angekündigt hatte, sich nicht darauf beschränkte, ein paar Unterröcke hervorblitzen und ein Paar hübscher nackter Beine sehen zu lassen? Nichts und niemand hatte sie darauf vorbereitet, eine fast vollständig entkleidete Dame in äußerst obszönen Posen tanzen zu sehen. Die »Künstlerin« trug nicht mehr als drei große Muschelschalen, die ihre Scham und ihre Brüste bedeckten, sowie einen türkisfarbenen Organzaschleier, der um sie herumwaberte und der Aufführung einen geheimnisvollen östlichen Zauber verleihen sollte. Immerhin nannte die Show sich »Die orientalische Meerjungfrau«.

Ana Carolina nahm einen großen Schluck aus ihrem Glas und stellte es schwungvoll wieder ab – einzig, um abermals die aufsteigenden Perlen zu zählen und nicht auf die Bühne schauen zu müssen. Oder gar in die Zuschauermenge. Die geröteten Gesichter der Männer, das aufdringliche Lachen ihrer Begleiterinnen sowie die aufreizend kurzen Röcke der Serviermädchen waren beinahe genauso peinlich wie der Tanz dieser Möchtegern-Mata-Hari auf der Bühne.

Ana Carolina trank ihren Champagner aus. Sie fühlte sich bereits ein wenig beschwipst, dennoch bestellte sie sich sofort ein weiteres Glas. Mit irgendetwas musste sie sich schließlich beschäftigen, und lieber trank sie zu viel, als dass sie sich eine weitere Zigarette anzündete. Ihr wurde übel vom Qualm, leider. Sie fand die Attitüde eleganter Raucherinnen äußerst schick und stellte sich gern den Namen des entsprechenden Gemäldes vor: »Dame mit Pelzstola und Zigarettenspitze«. Nun, dann war sie eben die »Einsame Demoiselle im Pariser Cabaret«.

Es war zum Heulen. Wie konnte Marie sie so schmählich im Stich lassen? Was hatte ihre Cousine sich nur dabei gedacht? Erst schleppte sie sie hierher, in dieses abscheuliche Etablissement, das eine Mischung aus Café Concert und Bordell, aus Music Hall und Spelunke war, und dann verzog sie sich mit ihrem Verehrer und ließ sie, Ana Carolina, allein am Tisch zurück. So hatte sie sich ihren Ausflug in das verruchte Pariser Nachtleben ganz sicher nicht vorgestellt.

Keine drei Stunden zuvor hatte Ana Carolina noch vor dem Spiegel gestanden und, freudig erregt angesichts des bevorstehenden Abenteuers, die Wellen ihres Pagenkopfs in Form gelegt. Dann hatte sie ein wenig von Maries Rouge aufgetragen und ein Stirnband mit Feder umgebunden. Zu guter Letzt hatte sie die Pelzstola ihrer Tante Joana über ihren Schultern drapiert und sich vor dem Spiegel gedreht, verzückt über ihr mondänes und erwachsenes Aussehen. Sie wirkte deutlich älter als zwanzig Jahre. Sie sah aus wie eine Femme fatale, und als eine solche würde sie sich auch geben. Es war das erste Mal, dass sie und Marie den Abend außer Haus verbrachten, ohne den argwöhnischen Blicken von Tante Joana und Onkel Max ausgesetzt zu sein, Maries Eltern, die unerwartet zu einer erkrankten Freundin gerufen worden waren.

Ach, in welch schillernden Farben hatte Ana Carolina sich diesen Spaß ausgemalt! Tanzen wollte sie und flirten, trinken und rauchen, sich amüsieren bis zum Morgengrauen. Uber anzügliche Witze würde sie überlegen lächeln, während sie den geistreichen Bemerkungen ihrer zahlreichen Verehrer ein wohlklingendes Lachen schenken würde. Sie würde sich unnahbar geben und doch zugänglich genug, um das Interesse der Männer zu fesseln. Sie hatte sogar schon das Übereinanderschlagen ihrer Beine geübt, so dass es nicht vulgär aussah und doch verführerisch. Ein kleines bisschen Haut zu viel, gerade genug, um ihre langen, schlanken Beine zur Geltung zu bringen.

Aber in diesem grässlichen Lokal war keiner, der als Galan auch nur annähernd in Frage gekommen wäre und dem sie einen Blick auf ihre Beine gegönnt hätte. Sie presste die Knie unter dem Tisch fest zusammen und stierte weiter auf das Glas, nur um nicht einem der lüsternen Blicke der Männer an den Nachbartischen begegnen zu müssen.

Seit Marie und dieser Schuft Maurice sie hier allein zurückgelassen hatten, musste etwa eine halbe Stunde vergangen sein, wenn man nach der Anzahl der Tanznummern ging. Ana Carolina kam es vor wie eine Ewigkeit. Sie wünschte sich inständig, dass die beiden draußen in der beißenden Februarkälte an ihren Mündern zusammenfroren. Und dass sie sich eine schwere Erkältung zuzogen, ach was, eine Lungenentzündung! Sie würde jetzt noch höchstens weitere drei der erschütternd schlechten Darbietungen über sich ergehen lassen, und wenn die beiden bis dahin nicht wieder auftauchten, dann würde sie gehen. Für ein Taxi würde ihr Budget noch eben so reichen.

Ihr Glas war schon wieder leer. Ana Carolina kramte umständlich in ihrer Handtasche herum, einem mit Fransen besetzten Satintäschchen ihrer Tante, um ihre Barschaft zu überprüfen. Nein, einen weiteren Champagner konnte sie sich nicht leisten, wenn sie noch die Heimfahrt bezahlen wollte. Verflucht! Sie hängte die Tasche wieder an den Stuhlrücken und widmete sich dann intensiv dem weißen Tischtuch. Mit einem Streichholz zeichnete sie geometrische Formen hinein. Warum hatte sie nicht selber einen Verehrer? Nicht so einen Einfaltspinsel wie Maurice, nein, einen kultivierten, womöglich exzentrischen Mann, der ihr etwas wirklich Spannendes bieten konnte? Wäre sie zwanzig Jahre früher in Paris gewesen, hätte sie mit ihrem Landsmann Alberto Santos-Dumont in seinem Luftschiff »La Baladeuse« vor dem »Maxim’s« landen können. Das waren noch Zeiten gewesen! Da hatten die Menschen noch Stil besessen. Aber heute? Sie sah nichts als vulgäres Pack und billige Vergnügungssucht.

Als die Musik immer schwülstiger wurde und das Gejohle der Männer immer lauter, gab sie sich einen Ruck. Warum sollte sie eigentlich noch länger warten? Es war ja nicht so, als würden Marie und Maurice sie für irgendetwas brauchen. Als sie in dem »Cabaret«, das den Namen nicht verdiente, angekommen waren, hatten sie kurze Zeit geplaudert und sich noch der Illusion hingegeben, es könne ein vergnüglicher Abend für alle werden, doch selbst dieses harmlose Gespräch hatten Marie und Maurice fast zur Gänze unter sich bestritten. Ein Küsschen hier, ein Wimpernflattern dort, eine laszive Pose, ein zweideutiger Witz – und schon waren sie nach draußen entschwunden, »um frische Luft zu schnappen«.

Als Ana Carolina aufstand, wurde ihr schwindelig. Herrje, erst jetzt merkte sie, wie beschwipst sie wirklich war. Sie hielt sich an der Tischkante fest, bis sie glaubte, ihr Gleichgewicht gefunden zu haben. Dann hängte sie sich ihre Tasche über die Schulter und bewegte sich vorsichtig, das Kinn nach oben gereckt und die schmal gezupften Augenbrauen zu einem arroganten Bogen gehoben, durch die Stuhlreihen. Hoffentlich merkte man ihr nicht an, wie schwer es ihr fiel, nicht zu torkeln.

Wenige Sekunden später stolperte sie über eine Jacke, die von der Stuhllehne ihres Besitzers herabgefallen war. Ana Carolina landete praktisch auf dem Schoß seines Sitznachbarn.

»Hoppla! Nicht so stürmisch, meine Schöne«, sagte der Mann und gab ihr einen Klaps auf ihr Hinterteil.

»Finger weg, Dreckskerl!«, schimpfte sie.

Die anderen Personen an dem Tisch brachen in lautes Gelächter aus, während der Grabscher Ana Carolina konsterniert ansah. »Nun aber mal halblang, du kleine Hexe. Für was hältst du dich eigentlich? Allein und betrunken durch den Saal taumeln, und dann ...« Weiter kam er nicht, denn ein junger Mann war neben Ana Carolina aufgetaucht und hielt ihr die Hand hin.

»Schatz, wo hast du denn gesteckt? Komm mit.«

Sie reichte ihm ihre Hand und ließ sich bereitwillig fortführen. Sie fühlte sich merkwürdig benommen, was nicht allein auf den übermäßigen Alkoholgenuss zurückzuführen war. Der Schreck über ihr kleines Malheur saß ihr noch in den Knochen, dazu kam die Verwunderung über ihre überraschende Rettung. Ohne ein weiteres Wort miteinander zu wechseln, durchquerten sie den Raum. Ana Carolina betrachtete den Fremden, dessen Hand sie so vertrauensselig ergriffen hatte. Er sah blendend aus mit seinem pomadisierten schwarzen Haar und seinen kantigen Gesichtszügen. Er war sehr elegant gekleidet und passte überhaupt nicht in dieses drittklassige Nachtlokal. Sonderbar, dass er ihr nicht schon früher aufgefallen war.

Erst als sie die Eingangshalle des Etablissements erreichten, richtete der gutaussehende Kavalier das Wort an sie. Er blickte ziemlich streng drein, und plötzlich fand Ana Carolina ihn nicht mehr ganz so vertrauenerweckend wie noch Sekunden zuvor. Und auch nicht mehr so schön.

»Was haben Sie sich nur dabei gedacht?«, tadelte er sie. »Sie hätten auf die Rückkehr Ihrer Freunde warten sollen.«

»Sie sind nicht meine Freunde«, erwiderte Ana Carolina und schämte sich Augenblicke später für ihre dumme Antwort. Was ging es diesen Mann an, ob sie in Begleitung ihrer Cousine ausging oder in der von Freunden?

»Es freut mich, dass Sie wenigstens in diesem Punkt noch klar sehen. Freunde lassen eine junge Dame wie Sie nicht allein in einer solchen Umgebung zurück.«

»Geschweige denn in der Obhut eines Wildfremden ... Schatz.«

Seine Lippen verzogen sich zu einem...



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