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E-Book, Deutsch, 306 Seiten

Veigl Morbides Wien

Die dunklen Bezirke der Stadt und ihrer Bewohner
2. erweiterte Auflage 2015
ISBN: 978-3-205-79374-8
Verlag: Böhlau
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Die dunklen Bezirke der Stadt und ihrer Bewohner

E-Book, Deutsch, 306 Seiten

ISBN: 978-3-205-79374-8
Verlag: Böhlau
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Im barocken Wien blühten Todesvorstellungen und Jenseitsinszenierungen, die zum ständigen Gefährten der Wiener Gemütlichkeit wurden und auf den Alltag übergriffen. Ein Alltag der, zwischen Todessucht und Spottlust, zwischen Narrenturm und Wurstelprater, zwischen Galgenspektakel und Heurigem oszillierend, in dieser Stadt seinen einzigartigen kulturellen und moralischen Ausdruck fand. Da nimmt es auch nicht wunder, dass in diesem Umfeld die Verdrängung und die Traumdeutung als Ausdruck unbewusster Ängste und Wünsche entdeckt wurden. Auf seinem Streifzug durch die Wiener Bezirke schildert Hans Veigl kenntnis- und detailreich die Geschichte morbider Gebräuche und Institutionen.

Geb. 1948, Studium der Philosophie und Europäischen Ethnologie. Arbeitete als Redakteur, Verlagslektor und Dramaturg. Seit 1984 freiberuflicher Schriftsteller, lebt in Graz. Publikationen vor allem zum Thema Wiener Populärkultur und Alltagsgeschichte.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


ERSTER BEZIRK
Die dunkle Seite des Possenschreibers
Nestroys Angst vorm Scheintod
1, Bräunerstraße
Der Wein, das Weib und der Tod
Die Pest anno 1679 und die Weltsicht der Wienerlieder
1, Fleischmarkt
Im Naturalienkabinett zur Schau gestellt
Ein Leben nach dem Tod: der hochfürstliche Mohr Angelo Soliman
1, Freyung
Galgen, Pranger, Theaterbuden
Henker und Hanswurst
7, Freyung
Unterwelten
Doderer und der Dritte Mann
1, Friedrichstraße, Karlsplatz, Girardipark
Sonderbare Statik
Anton Fernkorns patriotische Plastiken
1, Heldenplatz
Narrenkotter und Vogelhaus
Schergen, Scharfrichter und Schranne
1, Hoher Markt
Arisierung im Mittelalter
Eine frühe Judenvertreibung
1, Judenplatz 2, Haus Zum großen Jordan
Trennung der Herzen
In den Gewölben der Kapuzinergruft
1, Neuer Markt, Kapuzinerkirche
Mord in der Oper
oder Eine Bemerkung Th. W. Adornos über Wiens gemütliche
Mörder
1, Opernring
Das Malefizspitzbubenhaus
Eine Schergen- oder Diebsstube
1, Rauhensteingasse
Ein altes Wiener Wachsfigurenkabinett
Die Sammlung des Hofstatuarius Müller
1, Rotenturmstraße 26, Franz-Josefs-Kai
Verrufener Genius Loci
Kurze Geschichte eines langen Unglücksortes
1, Schottenring
Besucher der Katakomben
Dämon der Neugierde
1, Stephansplatz, Stephanskirche
Adel und Bürgertum
Bühnenliebling Therese Krones und Raubmörder Jaroszynski
1, Trattnerhof, Graben 29–29A
Eine ungarische Verschwörung
Kaiserliche Begnadigung
1, Wipplingerstraße 6–8, Altes Rathaus
ZWEITER BEZIRK
Der Blick des Polizisten
Das Wiener Kriminalmuseum im einstigen Seifensiederhaus
2, Große Sperlgasse
Der Tod vom Wurstelprater
Mit der Geisterbahn zu Sensationen und Abnormitäten
2, Prater
Menschenhaut für 10 Gulden
Präuschers Panoptikum und Anatomisches Museum
2, Prater Nr
DRITTER BEZIRK
Der Beistand der Beobachter
Wiener Lehrjahre
3, Aspangbahnhof, Platz der Opfer der Deportation
Den Wienern eine Hetz wert
Tierhetztheater in der Vorstadt
3, Hetzgasse
Verspätete Gedächtnisstiftung
Mozart am St. Marxer Friedhof
3, Leberstraße 6–8
Physiognomische Grimassen
Das Rätsel F. X. Messerschmidt
3, Ungargasse
Kopfjägerei in Wien
Franz Joseph Galls „Schedellehre“ und ihre Folgen
3, Ungargasse
VIERTER BEZIRK
Begräbnis nach Klassen
Das Wiener Bestattungsmuseum
4, Goldeggasse
Surrealistische Maskenspiele ?
Fritz von Herzmanovsky-Orlandos ariosophische Phantasmagorien
4, Schwindgasse
SECHSTER BEZIRK
Überwachen und Strafen
Ein Museum für mittelalterliche Rechtsgeschichte
6, Fritz-Grünbaum-Platz 1, Esterházypark
ACHTER BEZIRK
Im Galgenhof
Die separierte Exekution
8, Landesgerichtsstraße 9A–11
NEUNTER BEZIRK
Inszenierter Tod
Otto Weiningers Selbstmord im Beethoven-Sterbehaus
9, Schwarzspanierstraße
„Tollhaus des Hauptspitals“
Josephinische Staatscaritas und der neue Narrenturm
9, Spitalgasse
Freymanns Familiendynastien
Das „Wiener Hochgericht“ am Rabenstein
9, Türkenstraße 25, Schlickgasse
Leichen im Keller
Anatomisches Institut der Universität Wien
9, Währinger Straße
Die k. k. Josephsakademie
Museum anatomisch-pathologischer Präparate, Institut für Geschichte
der Medizin
9, Währinger Straße
ZEHNTER BEZIRK
„Die Liebhaber von Galgenspektakel“
Die Hinrichtung als Volksfest
10, Triester Straße bei Nr. 52, Spinnerin am Kreuz
ELFTER BEZIRK
Der Friedhof der Namenlosen
Die Unbekannten aus der Donau
11, Albern, nächst dem Hafen
Der gemütvolle Scharfrichter
Aus dem Leben des Simmeringer Kaffeesieders Josef Lang
11, Geystraße
Das Wirtshaus zur letzten Einkehr
Alltagsleben rund um den Zentralfriedhof
11, Simmeringer Hauptstraße
Vorläufige Sortierung für das Jüngste Gericht
Der geordnete Zentralfriedhof
11, Simmeringer Hauptstraße 232–244
Die Flamme
Kommunalpolitische Rationalisierung des säkularisierten Todes
11, Simmeringer Hauptstraße 337, Krematorium
SECHZEHNTER BEZIRK
Whitechapel in Ottakring
Ein h.o. Nachahmungstäter Jack the Rippers
16, Haymerlegasse
NEUNZEHNTER BEZIRK
Vom armen Niembsch
Lenaus privater Tod
19, Obersteinergasse 18–24 (ehem. Hirschengasse 163, Billrothstraße 65),
Döblinger Privatirrenanstalt
Geschichten aus dem Wiener Wald
Ödön von Horváths Sicht auf die Stadt und ihre Bewohner
19, Wildgrubgasse 20, Heiligenstädter Friedhof
ZWANZIGSTER BEZIRK
Balladen und Mordgeschichten
Volks- und Bänkelgesang im Vormärz
20, Forsthausgasse, bei Brigittakapelle
NACHWORT
Weltuntergangsversuchsstation oder fideles Grab an der Donau ?
Eine schwierige Ortsbestimmung
ANHANG
Quellen- und Literaturverzeichnis
Bildnachweis
Der Autor


Die Angst des Satirikers vor dem Scheintod: Johann Nestroy als Sansquartier in „Zwölf Mädchen in Uniform”, Illustration von Josef Kienzel.

DIE DUNKLE SEITE DES POSSENSCHREIBERS

Nestroys Angst vorm Scheintod
1, Bräunerstraße 3

In Malerei und Theater erwacht im 17. Jahrhundert eine Neigung für die Grabszene und das Thema des erwachenden Scheintoten. Die Realität der Annäherung von Eros und Thanatos, von Liebe und Todestrieb, ist in der Barockzeit noch verdeckt, auch wenn es im Schauspiel jener Zeit Tendenzen gibt, die Liebe zu steigern, indem man sie möglichst nah am Tod ansiedelt. Im 18. Jahrhundert ändert sich dies, die Texte sind nun voll von interessanten Liebesgeschichten mit Leichen. Das Wesentliche der romantischen Schauer- und nekrophilen Liebesliteratur spielt sich im Imaginären, in der Welt der Phantasie ab. „Diese Phantasmen“, urteilt Philippe Ariès in seiner „Geschichte des Todes“, „entsprechen dem Diskurs der Ärzte. Sie gestehen der Leiche eine Art Eigenleben zu, das die Begierde hervorruft, die Sinne erregt.“ Jene seltsame Mischung aus romantischer Literatur, populären Glaubensvorstellungen und aufklärerischer Naturwissenschaft ist jedoch nicht nur auf die irreale Welt der Einbildung beschränkt geblieben, sie ist ins tägliche Leben angstvoll eingedrungen, und wir finden sie in Gestalt des Scheintodes wieder.

Das Anwachsen der Furcht vor dem Lebendig-begraben-Werden existiert bereits im 17. Jahrhundert, aber erst um 1740 nehmen sich unsere Ärzte dieser Frage an, um auf eine der großen Gefahren der Epoche hinzuweisen. Eine breit gestreute Literatur greift jetzt warnend die alten Geschichten wieder auf und verbreitet Erzählungen über wundersame Wiederauferstehungen, aus Gräbern ertönende Hilferufe, zerkratzte Sargdeckel und angebissene Leichen von Hof zu Hof, und diese gehen auch in der Stadt um. Man wird also nicht erstaunt sein, dass bereits ab Mitte des 17. Jahrhunderts gewisse Vorsichtsmaßnahmen in den Testamenten gehobener Schichten zunehmen, wie die Aufbahrung der Leiche ein- oder zweimal 24 Stunden hindurch, ihre Unberührtheit während einer bestimmten Zeit vor der Bestattung sowie etwa regelmäßige Schläge auf die Fußsohlen oder ein in Wien noch um 1900 vom Totenbeschauer um 100 Kronen praktizierter Herzstich mittels stählernem Stilett.

Die Angst vor dem Scheintod hörte im westlichen Europa während der ganzen ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht auf und sollte sich in Wien [<<13||14>>] noch länger halten, auch wenn hier bereits durch das kaiserliche Patent vom 26. August 1714 die Einführung einer obligatorischen Totenbeschau anbefohlen worden war. Ab 1753 durfte eine Beerdigung aufgrund eines Hofrescripts erst zweimal 24 Stunden nach dem Ableben erfolgen, eine Bestimmung, die 1771 erneuert wurde, verbunden mit der Anordnung zur Errichtung von Totenkammern, „Abstellräume“ für die Leichen, unter Aufsicht bis zum Beginn der Verwesung, wie sie wenig später auch in deutschen Städten zu finden waren. „Der Zweck der Leichenkammer bestehet lediglich darin, das lebendig begraben werden zu verhindern“, stellt dazu ein Hofdekret noch am 3. Mai 1826 fest. 1797 bereits verordnete ein ebensolches, „bewogen durch die schreckliche Vorstellung, dass mehrere Scheintote zur grausamen Marter lebendig begraben wurden“, dass an der Hand eines jeden im offenen Sarg befindlichen Toten eine Schnur anzubringen sei, die mit einer Glocke im Zimmer des Totengräbers verbunden sein musste. Eine Maßnahme, von der allerdings Selbstmörder ausgeschlossen blieben, da man bei ihnen vermutlich derlei Ängste nicht voraussetzte.

Ein ähnlich konstruierter „Rettungs-Wecker“, zur „möglichen Anmeldung eines scheintoden“ war 1828 von dem findigen „Kais. kön. nied.oest. Provinz Strafhaus-Verwalter“ Johann Nepomuk Peter dem Leichenhof des Ortes Währing (heute Schubertpark, Wien 18) gestiftet worden. In der beigefügten „Belehrung für den Todengräber“, einer Art mit Skizzen versehenen Gebrauchsanweisung des „Gefühlvollen Kerkermeisters“, wie der Titel eines Nestroy-Stückes lautet, heißt es dann: „Zur Anwendung des Rettungsweckers für eingesetzt werdende Leichnahme, welche die gesetzliche Zeit zur Begräbniß noch nicht vollstreckt haben, um den Scheintode zu begegnen. – Erstens In der Kapelle wird vor allem der Kasten, worin die Fallstange, die den Glockenzug beweget, sich befindet, geöffnet, in selben zu erst der Rasthagen A. ausgelöset, welcher die Fallstange C. festhält, diese Fallstange darin auf die Höhe gezogen, bis der Sperhagen B. einfällt und endlich die Zugschnur D den Leichnahm an die Hand befestiget. – Zweytens In der Wohnung des Todengräbers, worin der Rettungswecker ist, wird zuerst die außer dem Kastel rechts befindliche Schnur E etwas angezogen, damit das Sperpratzel einfallen kann, und dann wird der Wecker wie eine gewöhnliche Uhr aufgezogen, bis das schwerere Gewicht oben ansteht. – Nach Beerdigung des Toden, wird der Rasthagen A, welcher die Fallstange C, im Ruhestand tragen soll, wieder eingehängt, damit die Fallstange desto sicherer fest hält.“

Sei es, dass niemals ein Scheintoter auf diesem Ortsfriedhof zu liegen kam, sei es, dass Johann Nepomuk Peters Gebrauchsanleitung dem dortigen [<<14||15>>]Totengräber zu kompliziert erschien, Tatsache bleibt, dass die Glocke des Rettungsweckers am Leichenhof des Ortes Währing niemals anschlug, um so seine Nützlichkeit unter Beweis stellen zu können. Dennoch bewog die Existenz des Alarmgerätes viele Menschen des biedermeierlichen und liberalen Wiens dazu, ebendiesen Friedhof für ihre künftige Bestattung vorzusehen, so auch Johann Nepomuk Eduard Ambrosius Nestroy.

Johann Nepomuk Peters „Rettungswecker” für den Währinger Friedhof, wo er niemals seine Nützlichkeit unter Beweis stellen konnte.

Komplizierte Scheintoten-Alarmsysteme beschäftigten die Fantasie der Wiener noch im fortschrittsfreudigen 19. Jahrhundert.

Noch am 5. Oktober 1874, inmitten des Krisentaumels der liberalen Gesellschaft und der unangefochtenen Herrschaft des wissenschaftlichen Positivismus, berichtet das „Illustrirte Wiener Extrablatt“ ausführlich, welche Vorkehrungen in der neu errichteten „Todtenhalle des Zentralfriedhofes“ getroffen werden, um das Begraben eines Scheintoten zu verhindern. Demnach wurde auf jeder Seite der in zwei Reihen aufgestellten Bahren und Särge eine Messingplatte angebracht, „um das Vorhandensein eines [<<15||16>>] Scheintodten in der Leichenhalle sofort zu konstatiren, sobald ein solcher auch nur das leiseste Lebenszeichen von sich gibt. Die Metallplatte zeigt einen rechtwinkeligen Hebel a-b-c. Auf diesem Hebel wird jede Leiche derart hingelegt, daß sie mit dem Rumpf auf die stacheligen Spitzen zwischen a-b und der eine Arm auf b-e zu liegen kommt. Für den Fall nun, daß der Körper des so Aufgebahrten auch nur die leiseste Bewegung macht, senkt sich der Punkt c des Hebels auf einen Stift nieder, wodurch ein elektrischer Strom belebt wird, der, blitzschnell durch die ersichtlichen Drähte laufend, im Zimmer des Todtenwächters eine Lärmglocke in Bewegung setzt und an dem Rahmen an der Wand die Nummer jener Bank hervorschnellt, die in der Leichenhalle den Lebenszeichen von sich gebenden Körper trägt.“ Der Blattaufmacher des „Illustrirten Wiener Extrablatts“, dem auch erklärende Zeichnungen beigegeben werden, endet mit der Bemerkung: „Die Bahren der Selbstmörder haben diese elektrische Vorrichtung nicht.“

Seit dem Reichsgesetz vom 30. April 1870 oblag nunmehr die Überwachung der Totenbeschau der Staatsverwaltung, die Durchführung hingegen der jeweiligen Gemeinde. Der Arzt war es dann, der „die Beerdigung der beschauten Leiche zu gestatten findet“ und den Beschaubefund oder „Todtenbeschau-Zettel“ zweifach auszustellen hatte, als Grundlage für die Eintragung ins Totenregister sowie als Beerdigungsbewilligung. Es ist nunmehr Sache der Mediziner, im Zeitalter des Rationalismus und der Objektivität, den subjektiven Tod zu kontrollieren, zu entmystifizieren und dem Scheintod, jenem Aberglauben ohne experimenteller Grundlage und wissenschaftlichen Wert, seinen Stellenwert als Scheinproblem zuzuweisen.

Die bedrückende Angst jedoch, welche die Ärzte des 19. Jahrhunderts nunmehr für unvernünftig erklären, wird in die verbotene Welt der Träume und Fantasmen abgedrängt, woher einzig die Dichter und Künstler sie hervorzuholen wagen.

Der am 7. Dezember 1801 im mit Rokokofassade samt Balkon 1761 errichteten Wohnhaus in der Bräunerstraße 3 (nach älteren Angaben, wie die des Herausgebers und Biografen Otto Rommel, im Sternhof in der Jordangasse, dem Sterbehaus Fischer von Erlachs) geborene Dichter und Schauspieler Johann Nestroy stand in der alt-wienerischen Spektakeltradition und den literarischen Residuen des Barocks und schuf daraus ein satirisches Volkstheater eigener Art. Der „Schopenhauer im Wurstelprater“, wie ihn Anton Kuh nannte, bewirkte eine radikale Entzauberung der...


Hans Veigl, geb. 1948, Studium der Philosophie und Europäischen Ethnologie. Arbeitete als Redakteur, Verlagslektor und Dramaturg. Seit 1984 freiberuflicher Schriftsteller. Publikationen vor allem zum Thema Wiener Populärkultur und Alltagsgeschichte.



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