Varnell | Arcadias unedler Ritter 1 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 196 Seiten

Varnell Arcadias unedler Ritter 1

Die Hexe von Ashtown 1
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-903587-05-2
Verlag: Tiny Tusk Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die Hexe von Ashtown 1

E-Book, Deutsch, 196 Seiten

ISBN: 978-3-903587-05-2
Verlag: Tiny Tusk Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Arcadias Ritterakademie ist die beste Schule für junge Männer, die darauf hoffen, ein Ritter einer Hexe zu werden. Nur Adelige, also Menschen mit Macht und Ansehen, werden innerhalb der heiligen Mauern aufgenommen - was erklärt, warum Caspian Ignis del Sol von allen gehasst wird. Denn er ist weder ein Adliger noch von annähernd adliger Abstammung. Als Gegenleistung für seine Aufnahme an der Akademie erhält Caspian manchmal Aufgaben, die ihn außerhalb der Akademiemauern führen. Dieses Mal soll er einen Brief an eine Hexe in Ashtown überbringen. Doch als sein Zug von einer mysteriösen Gruppe vermummter Banditen attackiert wird, muss er feststellen, dass viel mehr hinter dieser Aufgabe steckt, als er zunächst vermutet hat.

Brandon Varnell ist ein Autor ... Ende. ... Kleiner Scherz. Brandon Varnell ist der Autor der American Kitsune-Reihe. Er hat absolut keine anderen Fähigkeiten, außer zu schreiben und halbwegs okay auszusehen. Früher hat er mal Gitarre gespielt, aber er war zu faul um etwas daraus zu machen. Früher hat er auch viel gezockt, doch seit er an einer schrecklichen Krankheit namens Büchersucht leidet, spielt er nur noch gelegentlich. Brandon lebt hauptsächlich in seiner eigenen Fantasie, aber gelegentlich kann man ihn auch in Phoenix, Arizona, antreffen. Brandon ist nicht nur ein eifriger Schriftsteller, sondern auch begeisterter Cosplayer. In der Regel findet man ihn auf der lokalen Comicon als verschiedene Charaktere aus Filmen, Videospielen und Anime gekleidet. Hin und wieder findet man ihn auch in einem roten Trenchcoat und ohne Hemd durch die Stadt laufen, mit einem großen Schwert auf dem Rücken. Kudos wer die Anspielung versteht. Seine derzeitigen Lieblingscharaktere zum cosplayen sind Han Solo, Cloud Strife (geiles Schwert), Dante und Squall Leonhart. Er hat auch schon darüber nachgedacht, sich als Darth Vader oder Zero (Lelouch Lamperouge) zu verkleiden, hat aber beschlossen, sich von schwarzen Kostümen fernzuhalten, da er in Arizona lebt - in diesem US-Bundesstaat ist es nämlich sehr heiß, müsst ihr wissen. Außerdem liebt er Anime, was durchaus Sinn macht, wenn man bedenkt, dass die gesamte American Kitsune-Serie im Grunde eine einzige große Anime-Parodie ist.
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Kapitel 1


Caspian


Nach einer kurzen Erfrischung in den Gemeinschaftsduschen wanderte Caspian durch die Korridore der Akademie. Sie waren ringsherum von hellgrauem Stein umgeben und die Decke hatte einen gewölbten Bogen. An der linken Wand waren Fenster eingebaut, die in einem regelmäßigen Abstand von einem halben Meter angeordnet waren, sodass natürliches Licht die Gänge erhellte.

Caspians nackte Füße tapsten über die dunkelgrauen Fliesen. In einer Hand hielt er seine dunkelbraunen Stiefel, in der anderen seine schwarze Baumwollhose. Mehrere Wassertropfen liefen über seinen nackten Rücken und seine Brust, während seine strubbeligen roten Haare noch immer nass von der Dusche waren. Ein Handtuch, das er um seine Hüfte gewickelt hatte, bewahrte seinen Anstand.

Nicht, dass er sich darüber viele Gedanken machen müsste. Selbst wenn jemand wach gewesen wäre, hätte es keinen Unterschied gemacht. Denn in dieser Schule gab es keine Schülerinnen. Lediglich ein paar Angestellte – nämlich die Dienstmädchen – waren Frauen und sie durften nur in die Nähe der Wohnheimzimmer, wenn sie während des Unterrichts die Räume säuberten.

Es dauerte nicht lange, bis Caspian seinen Raum erreichte. Obwohl das Innere der Ritterakademie durchaus verwinkelt war, hatte er sich den Grundriss schon lange eingeprägt. Dass er an der Akademie lebte, seit er zehn Jahre alt war, hatte ihm dabei geholfen. Beim Öffnen seiner Tür sah Caspian, wie sein Mitbewohner in letzter Minute ein paar Änderungen an seiner Kleidung vornahm.

»Oh, Caspian.« Ein junger Mann drehte sich mit einem aufgeweckten Grinsen um und begrüßte Caspian enthusiastisch. »Ich wusste, dass du bald zurückkommen würdest. Du warst wieder draußen und hast trainiert, oder nicht?«

Christopheles Siene el Ancor – oder kurz Christo – war ein aufgeweckter Jugendlicher mit stacheligen weißen Haaren und blauen Augen. Er war zwar fast einen Kopf kleiner als Caspian, das hieß aber nicht, dass man ihn unterschätzen sollte. Nur wenige kamen an ihn heran, wenn es darum ging, einen Dolch zu führen. Er belegte nicht umsonst den neunten Platz der Akademie.

Wie an den meisten Tagen auch trug Christo die Standard-Uniform der Akademie: dunkelblaue Hose und Oberteil, eine weiße Weste mit einem blauen Schulterumhang, braune Stiefel und ein Gürtel. Um seinen unteren Rücken geschnallt und am Gürtel befestigt, hing eine Scheide, in der er seinen Dolch aufbewahrte.

Caspian und Christo waren Mitbewohner, seit sie dreizehn Jahre alt waren. Die meisten Schüler waren in diesem Alter, wenn sie an der Akademie anfingen. Christo war ein sehr fröhlicher junger Mann, der immer lächelte und positiv war. Vielleicht war er sogar zu positiv. Sein vergnügtes Verhalten, die lebensfrohe Persönlichkeit und seine generelle Ausgelassenheit waren so einnehmend, dass sie aufgesetzt wirkten. Es war schwierig zu glauben, dass jemand die ganze Zeit so glücklich sein konnte wie er.

»Selbst wenn es so wäre …« Caspian ging weiter ins Zimmer hinein und stoppte vor der Kommode neben seinem Bett. Er zog die oberste Schublade auf und holte seine Klamotten heraus. »Ich verstehe nicht, was dich das angehen sollte.«

Trotz Christos Frohnatur versuchte Caspian stets, den jungen Mann von sich zu stoßen. Er wollte nicht mit seinem Mitbewohner befreundet sein. Auch mit niemandem sonst. Das hatte nichts mit Christo zu tun, die Entscheidung lag ganz bei Caspian. Er mochte keine Menschen – und das aus gutem Grund, wie er fand.

Caspian hatte schon sehr früh in seinem Leben gelernt, dass man Adeligen nicht trauen konnte. Angesichts der inoffiziellen, politischen Absprachen, Intrigen und der generellen Gier, die innerhalb des Adels herrschte, hatte jeder, der freiwillig einem Adeligen traute, offensichtlich jeglichen Menschenverstand verloren. Es gab nur eine einzige Person in der gesamten Welt, die Caspians Vertrauen gewonnen hatte. Und das war nicht Christo.

Ich frage mich, wie es ihr wohl geht. Ist sie in Sicherheit? Hat sie auch viel gelernt?

Caspian schüttelte den Kopf. Obwohl er Christo von sich stieß, versuchte der junge Mann es immer wieder. Jeden Tag begrüßte er ihn mit diesem breiten, widerwärtigen Grinsen, das ihm im Gesicht klebte. Wie ein Wasserfall schwafelte er über alles und jeden. Völlig egal, was Caspian auch tat: Christo behelligte ihn weiter.

»Aber, aber.« Christo gluckste, während Caspian seine Kleidung auf das Bett legte und sein Handtuch fallen ließ, um sich anzuziehen. »Du musst nicht so abweisend sein. Ich finde es nur bewundernswert, dass du so hingebungsvoll trainierst. Nur wenige können so gut mit einer Klinge umgehen wie du.«

Eine gewisse Wahrheit lag in Christos Worten. Caspian wurde unter die besten zehn Schwertkämpfer der Ritterakademie eingestuft. Im Moment war er auf dem zweiten Platz. Den ersten Platz belegte ein älterer Schüler; ein ruhiger junger Mann mit dem Namen Darin Shivals Merikh. Abgesehen von seiner Einstufung als bester Anwärter darauf, Ritter einer Hexe zu werden, wusste kaum einer etwas über ihn. Angeblich stammte er von einem sehr alten Adelsgeschlecht ab, das sich nicht politisch engagierte. Aber das war nur ein Gerücht.

»Nun, vielen Dank dafür. Leider bin ich gerade nicht in Gesprächsstimmung.«

»Bist du jemals in Gesprächsstimmung?«, fragte Christo in scherzhaftem Ton.

Mit einem Seufzer zog Caspian seine eigene Uniform an, die fast identisch zu Christos war. Die einzige Ausnahme war die Schwertscheide, die er sich mit einem Patronengurt um den Rücken schnallte und in der sich ein schlicht aussehendes Breitschwert befand.

Christo gluckste noch immer. Er folgte Caspian aus dem Raum hinaus, trat mit dem strahlendsten, heitersten und widerwärtigsten Grinsen hinter Caspian und legte ihm einen Arm um die Schulter. Er ignorierte die geflissentliche Beschwerde, die Caspian grunzte. Er ignorierte ebenso den Stolperer bei dem unerwarteten – oder vielleicht auch nicht so unerwarteten – Versuch, ihn loszuwerden.

»Du änderst dich wohl nie, was? Selbst nach all den Jahren, die wir uns nun schon kennen, bist du so mürrisch wie eh und je.« Christo gab Caspian keine Zeit, darauf zu reagieren, und zog ihn durch einen der vielen identischen Gänge. »Komm schon, lass uns Frühstück holen, bevor all das gute Essen weg ist!«

*

Die Cafeteria war ein geräumiger Raum, der an eine große Halle eines Adelshauses erinnerte. Was überraschend war, denn die Akademie beherbergte zu jeder Zeit maximal einhundert Menschen. Weiße Marmorfliesen bedeckten den Boden, dessen polierte Oberfläche das durchschimmernde Sonnenlicht reflektierte. Durch die vielen großen Fenster hatte die Cafeteria ein offenes Raumgefühl, sodass man fast glaubte, man säße draußen inmitten der Natur. Nur die Decke, die hoch über allen Köpfen hing und mit einem komplexen Geflecht aus Bögen verziert war, erinnerte an das Gegenteil.

»Komm schon, komm schon.« Christo zog Caspian weiter in den Raum hinein. Sie kamen an mehreren Tischen vorbei, die in gleichmäßigem Abstand voneinander platziert worden waren. Es gab insgesamt sieben, die so lang waren, dass sich bequem zwanzig Leute dransetzen konnten. Im Moment waren sie größtenteils leer, was daran lag, dass die meisten Schüler erst aufwachten. Vermutlich zogen sie sich gerade erst an. »Beeilen wir uns. Ich verhungere!«

»Du bist immer hungrig«, sagte Caspian grunzend, als er es endlich schaffte, seinen Kopf unter Christos Arm hervorzuziehen. Für jemanden, der so klein war, hatte dieser fröhliche, dolchschwingende junge Mann einen verdammt starken Griff.

»Hahaha!«, brüllte Christo. Das Grinsen, das er seit Caspians Rückkehr im gemeinsamen Zimmer hatte, lag noch immer breit über seinem Gesicht. »Das bin ich wahrscheinlich. Aber ich kann mir vorstellen, dass du ebenso hungrig sein musst. Oder nicht? Ich meine, du warst derjenige, der so früh aufgestanden ist und trainiert hat. Und da ich ja weiß, wie du trainierst, musst du eine Menge Energie verbraucht haben.«

Caspian hätte seine Behauptung bestritten, wenn sich sein Magen nicht in diesem Moment dazu entschieden hätte, einzugreifen. Er knurrte wie ein Vulkan, der kurz vor der Eruption stand.

Das Grinsen in Christos Gesicht wurde noch breiter. »Ha! Wusste ich's doch! Also lass uns Futter holen!«

Caspian gab nach und ließ sich von Christo in den hinteren Teil der Cafeteria ziehen. Vor einer Theke mit allen möglichen Frühstücksspeisen stand eine kurvige Frau, die eine von fast einem Dutzend Dienstmädchen war, die für die Akademie arbeiteten.

Wie alle hier trug sie die traditionelle Kleidung eines Dienstmädchens. Ihr schwarz-weißes Kleid schmiegte sich an ihren Körper und ihr Kopfschmuck saß leicht schief auf ihrem Haar.

»Guten Morgen!« Christos lebhafte Begrüßung zauberte ein Lächeln auf ihr Gesicht.

In Caspians Augen war sie keine attraktive Frau, auch nicht mit einem Lächeln. Ihre Haut war rau und trocken, ihre Hände zu groß für seinen Geschmack. Aber Caspian verurteilte sie nicht für ihr Aussehen.

»Dir ebenfalls einen guten Morgen, Christo. Isst du dein übliches Frühstück?«

»Hahaha! Du kennst mich zu gut!« Christos strahlendes Grinsen schien noch strahlender zu werden, als er einen Teller mit verschiedenem Plundergebäck und mehreren Würstchen bekam. Caspians Mitbewohner war schon immer ein Fan von allem gewesen, was süß und salzig war. »Vielen Dank.«

»Sehr gern, junger Mann.« Die Dame, die sich um die Cafeteria kümmerte, drehte sich langsam zu Caspian. Ihr Ausdruck wurde emotionslos. »Hier.« Sie gab ihm einen einfachen Teller mit Biscuits und Bratensoße....



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