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E-Book, Deutsch, Band 494, 100 Seiten

Reihe: Sophienlust

Vandenberg Der Engel von Sophienlust

Sophienlust 494 - Familienroman
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98986-358-3
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Sophienlust 494 - Familienroman

E-Book, Deutsch, Band 494, 100 Seiten

Reihe: Sophienlust

ISBN: 978-3-98986-358-3
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Idee der sympathischen, lebensklugen Denise von Schoenecker sucht ihresgleichen. Sophienlust wurde gegründet, das Kinderheim der glücklichen Waisenkinder. Denise formt mit glücklicher Hand aus Sophienlust einen fast paradiesischen Ort der Idylle, aber immer wieder wird diese Heimat schenkende Einrichtung auf eine Zerreißprobe gestellt. Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren. In Sophienlust hatte das Stimmungsbarometer den Tiefpunkt erreicht. So etwas war noch nie da gewesen, aber Grund genug war dafür vorhanden. Denise von Schoenecker hatte bei ihrem ersten Ausritt nach langer Zeit Pech gehabt. Soeben hatte Alexander von Schoenecker den versammelten Angestellten und Kindern eröffnet, dass sie sich den Arm gebrochen habe und einige Tage in der Klinik bleiben müsse. Danach würde noch eine längere Schonzeit nötig sein. Und das vierzehn Tage vor Carolas Hochzeit! Alle blickten betroffen drein. »Dann werden wir die Hochzeit halt noch mal verschieben müssen«, sagte Carola Dahm sehr gefasst zu ihrem Verlobten Wolfgang Rennert. Er nickte stumm, aber unwillkürlich blickte er zu dem schmucken Häuschen hinüber, das nun schon einige Wochen auf sie wartete. Mit viel Liebe und der großzügigen Hilfe aller, die ihnen von Herzen zugetan waren, hatten sie es eingerichtet. »Es tut mir leid«, sagte Alexander von Schoenecker deprimiert. Er hatte nun auch einige Sorgen, mit denen er fertig werden musste. Die drei großen Kinder Sascha, Andrea und Dominik, zeigten sich gefasst, aber der kleine Henrik, der sich gerade im Trotzalter befand, schrie unentwegt nach seiner Mutti. Alexander machte sich bittere Vorwürfe. Er hatte Denise zu diesem Ausritt überredet. Tapfer und zuversichtlich wie immer, hatte sie ihn nach dem Sturz zu trösten versucht. »Es ist ja nicht so schlimm«, hatte sie gemeint, aber für sie alle war es doch schlimm genug.

Eine der herausragenden Autorinnen im Romanheftbereich ist Patricia Vandenberg. Mit ihren berühmt gewordenen Romanserien Dr. Norden und Im Sonnenwinkel sowie zahlreichen serienunabhängigen Romanen hat sie sich in die Herzen unzähliger Leserinnen und Leser geschrieben. Von ihr existieren mehr als 1.500 Romane, die sie seit den 1960ern bis zu ihrem Tod in 2007 verfasste. Wie beliebt Patricia Vandenberg, deren Romane seit mehr als 40 Jahren im Martin Kelter Verlag in Print erscheinen, tatsächlich ist, beweist nicht zuletzt die ungebrochene Lesernachfrage ihrer Texte. Man kann von einer zeitlosen Gültigkeit sprechen, denn eine Lesergeneration nach der anderen wurde und wird in ihren Bann gezogen. Hervorzuheben ist die unnachahmliche Erzählweise Patricia Vandenbergs, die sie immer wieder großartig demonstrierte. Ins Leben gerufen und entscheidend geprägt hat Patricia Vandenberg auch die große Romanserie um Kinderschicksale Sophienlust. Bemerkenswert sind ihre übersinnlichen, phantastischen Amulett-Romane, die ebenfalls die erzählerische Meisterschaft dieser großen Schriftstellerin beweisen. Viele weitere Romane von Patricia Vandenberg unterstreichen die besondere Beliebtheit dieser Schriftstellerin, deren Verdienste im Romanheftgenre hervorzuheben sind. Das Geheimnis des Erfolges lag neben ihrer erzählerischen Kompetenz in ihrer Aufgeschlossenheit gegenüber den Sorgen und Sehnsüchten ihrer Mitmenschen begründet. Das richtige Einfühlungsvermögen, der Blick in die Herzen der Leser wirkt sich auch und gerade in der heutigen Zeit sehr positiv auf das Renommee eines Schriftstellers aus. Genau das ist bei Patricia Vandenberg in besonderem Maße der Fall, deren breitgefächerte, virtuose Einfälle auch noch nach ihrem Tod einem großen Lesepublikum viel Freude bereiten.
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In Sophienlust hatte das Stimmungsbarometer den Tiefpunkt erreicht. So etwas war noch nie da gewesen, aber Grund genug war dafür vorhanden. Denise von Schoenecker hatte bei ihrem ersten Ausritt nach langer Zeit Pech gehabt. Soeben hatte Alexander von Schoenecker den versammelten Angestellten und Kindern eröffnet, dass sie sich den Arm gebrochen habe und einige Tage in der Klinik bleiben müsse. Danach würde noch eine längere Schonzeit nötig sein.

Und das vierzehn Tage vor Carolas Hochzeit! Alle blickten betroffen drein.

»Dann werden wir die Hochzeit halt noch mal verschieben müssen«, sagte Carola Dahm sehr gefasst zu ihrem Verlobten Wolfgang Rennert.

Er nickte stumm, aber unwillkürlich blickte er zu dem schmucken Häuschen hinüber, das nun schon einige Wochen auf sie wartete. Mit viel Liebe und der großzügigen Hilfe aller, die ihnen von Herzen zugetan waren, hatten sie es eingerichtet.

»Es tut mir leid«, sagte Alexander von Schoenecker deprimiert. Er hatte nun auch einige Sorgen, mit denen er fertig werden musste. Die drei großen Kinder Sascha, Andrea und Dominik, zeigten sich gefasst, aber der kleine Henrik, der sich gerade im Trotzalter befand, schrie unentwegt nach seiner Mutti.

Alexander machte sich bittere Vorwürfe. Er hatte Denise zu diesem Ausritt überredet. Tapfer und zuversichtlich wie immer, hatte sie ihn nach dem Sturz zu trösten versucht. »Es ist ja nicht so schlimm«, hatte sie gemeint, aber für sie alle war es doch schlimm genug.

Alexander nahm Henrik auf den Arm und redete beschwichtigend auf ihn ein. »Wir fahren ja zu Mutti, und bald ist sie wieder bei uns.«

»Gleich soll sie kommen«, schluchzte der Kleine. »Alle Pferde bös!«

Als sie dann in der Klinik an Denises Bett saßen, starrte er, plötzlich verstummt, mit tränenfeuchten Augen auf den geschienten Arm.

»Sie werden die Hochzeit verschieben«, sagte Alexander beklommen.

»Das kommt gar nicht infrage«, begehrte Denise auf. »Zweimal verschieben ist genug, ein drittes Mal wird sie nicht verschoben. In vierzehn Tagen bin ich längst wieder in Ordnung. Carola und Wolfgang sollen ihre Hochzeit mit allem Drum und Dran feiern und anschließend eine schöne Hochzeitsreise machen. Sie haben es sich redlich verdient.«

Alexander hatte befürchtet, dass sie so reagieren würde. Er kannte seine Frau. Selbst in einer solchen Situation ließ sie sich nicht so leicht etwas ausreden.

»Nun lass nicht gleich den Kopf hängen, Alexander!«, tröstete sie ihn. »Und mach dir keine Vorwürfe! Es war eben Pech. Es ist ja nur ein glatter Bruch. Und unser Henrik ist auch schön lieb, sonst dauert es nur länger, bis Mutti wieder daheim ist.«

Das verstand der Kleine. Die Tränen versiegten. Liebevoll streichelte er Denises Wange und versprach: »Henrik ist ganz lieb. Dann kommt Mutti schnell wieder heim.«

Wie sie es nur immer verstand, die aufgeregten Gemüter zu beruhigen und Ruhe zu stiften! Zärtlich und bewundernd küsste Alexander seine Frau.

»Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.« Sie lächelte. »Du weißt es doch, Liebster!«

Doch diesmal nützte der Glaube allein nichts. Diesmal musste schon etwas geschehen, sollte alles wie gewohnt weiterlaufen. Denise konnte ihre Arbeit mit dem gebrochenen Arm unmöglich bewältigen.

Kurz entschlossen gab Alexander eine Annonce auf.

*

Weit entfernt von Sophienlust, von dem sie noch nie etwas gehört hatte, saß Caroline Ruprecht vor ihrer Schreibmaschine in der Kanzlei des Rechtsanwaltes Dr. Wend. Mit schnellen, geübten Fingern schrieb sie das Diktat, das er auf Band gesprochen hatte. Immer wieder ertappte sie sich dabei, dass sie viel zu intensiv seiner Stimme nachlauschte.

Caroline war ein schüchternes Mädchen mit dichtem braunem Haar und schönen braunen Augen. Aber sie hatte wenig Selbstbewusstsein. Oft hatte sie sich schon gesagt, dass ein Mann wie Gerhard Wend unerreichbar für sie sei. Doch was nützte ihr diese Erkenntnis, da sie zum ersten Mal bis über beide Ohren verliebt war? Die Tatsache, dass es auch noch eine Carmen Gebhard gab, die schön, elegant und ungemein selbstbewusst war, schmerzte nur zusätzlich.

Dunkle Glut schoss in Carolines Wangen, als sich die Tür auftat und der Anwalt, von dem sie träumte, eintrat.

Dr. Gerhard Wend hatte schon mehr als ein Frauenherz betört. Er war der Typ, dem keine Frau widerstehen konnte, und er wusste das auch.

Caroline wurde von einem Lächeln irritiert, wie er es ihr noch niemals geschenkt hatte. Ihre Verwirrung vertiefte sich, als er ganz dicht zu ihr herantrat und seine Hand auf ihre Schulter legte.

»So viel Fleiß muss belohnt werden«, sagte er leichthin, obgleich er gar nicht auf die Maschine schaute, sondern in ihre Augen. »Haben Sie heute etwas vor, Caroline?«

Er nannte sie beim Vornamen. Er sah sie so an, dass der Boden unter ihr zu schwanken begann. Er fragte, ob sie etwas vorhätte! Sie konnte nur den Kopf schütteln. Das tat sie zwar unbewusst, aber er nahm es als Antwort auf seine Frage.

»Darf ich Sie dann zum Essen einladen?«, fragte er ohne Umschweife.

»Mich?«, erwiderte sie fassungslos.

»Sonst ist doch wohl niemand hier«, entgegnete er charmant. »Oder täusche ich mich? Nun, bekomme ich einen Korb?«

Wieder schüttelte Caroline unbewusst den Kopf. Sie war viel zu verstört, als dass sie seine Worte für bare Münze genommen hätte.

»Ich hole Sie gegen sieben Uhr ab«, erklärte er. »Für heute ist die Arbeit beendet, Caroline.«

Sie wusste nicht, wie ihr geschah. Die Tür hatte sich schon wieder hinter ihm geschlossen, doch sie vermeinte noch immer den Druck seiner Hand auf ihrer Schulter zu verspüren.

Das konnte doch nur ein Traum und niemals Wirklichkeit sein! Er hatte sie zum Essen eingeladen. Er wollte sie abholen. Der Mann ihrer Träume hatte Notiz von ihr genommen!

Benommen erhob sich Caroline und blickte in den Spiegel. Dr. Gerhard Wend wollte mit ihr ausgehen. Es war einfach nicht zu begreifen.

Wie spät war es? Schon fünf Uhr! Ob sie beim Friseur noch angenommen wurde? Und was sollte sie anziehen? Sie war so aufgeregt, wie es nur ein Mädchen sein konnte, dessen heimliche Wünsche plötzlich in Erfüllung gingen.

*

So übel ist sie gar nicht, dachte Gerhard Wend, als er Caroline gegenübersaß. Man kann sich an sie gewöhnen. Was ihn bewegte, verbarg er hinter einer lächelnden Miene.

Caroline hielt den Blick gesenkt. Sie dachte: Er ist tatsächlich gekommen. Er hat sich nicht nur einen Scherz mit mir erlaubt. Pünktlich ist er auch gewesen. Niemals werde ich den Blick vergessen, mit dem Frau Hübner uns nachgeschaut hat!

Das elegante Lokal, in das er sie geführt hatte, schüchterte Caroline ein. Doch schon nach dem ersten Schluck Wein fühlte sie sich wie im siebten Himmel.

Vielleicht war sie gar nicht so hässlich, wie sie immer geglaubt hatte, vielleicht bedeuteten ihm Äußerlichkeiten gar nicht so viel? Jedenfalls war er so liebenswürdig, wie sie es sich selbst in ihren kühnsten Träumen nicht vorzustellen gewagt hätte.

»Sie sind reizend, Caroline«, hörte sie ihn sagen, doch ausgerechnet da brachte der Ober das Essen. Es war delikat, aber das war ihr augenblicklich ziemlich gleichgültig. Immer wieder musste sie ihn ansehen. Sie hoffte nur, dass es nicht auffiel.

Sie ist in mich verliebt, dachte Gerhard Wend zufrieden. Etwas Bessseres konnte mir gar nicht passieren. Komisch, dass ich das vorher nie bemerkt habe. Aber wie sollte ich auch. Sie war doch für mich bis zum heutigen Tag nur ein Fräulein Niemand.

Carolines Glück war vollkommen, als Dr. Wend sie später noch in ein Tanzlokal führte. Sie vergaß die Welt, die elegant gekleideten Frauen, ja, selbst Carmen Gebhard, denn er hielt sie im Arm und flüsterte ihr zärtliche Worte ins Ohr.

Als sie dann in seinem Wagen saß, der lautlos dahinglitt, fragte er mit

belegter Stimme: »Könnten Sie sich vorstellen, mich zu heiraten, Caroline?«

Ihr wäre es lieber gewesen, wenn er diese Frage zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort gestellt hätte. Aber wozu sollte sie darüber nachdenken? Das Glück, das sie empfand, sprengte ihr fast die Brust. Natürlich brachte sie kein Wort über die Lippen.

»Es kommt dir sicher überraschend, kleine Caroline«, flüsterte er ihr zu. »Aber irgendwann hättest du ja spüren müssen, was du mir bedeutest.«

Wann hätte sie es spüren sollen, hätte sie sich fragen müssen. Wenn Carmen anrief oder wenn sie schmerzerfüllt mitansehen musste, dass sie ihn abholte? Wenn er durch sie Blumen für diese schöne Frau bestellen ließ?

»Und Carmen Gebhard?«, fragte sie gepresst.

»Schäfchen«, lachte er leise, »sie ist eine alte Freundin, sonst nichts. Sie wird sich freuen, dass ich eine so reizende Frau bekomme. Du wirst mir doch keinen Korb geben, Caroline?«

Sie waren schon bei ihrer Wohnung angelangt. Er ließ den Wagen ausrollen und legte den Arm um sie. Nicht der leiseste Argwohn kam ihr, als er sie küsste. Ihr erster Kuss! Dabei war sie bereits einundzwanzig Jahre alt. Sie hatte keine Ahnung von Männern und keine davon, wie Männer küssten, die eben einem Mädchen einen Heiratsantrag gemacht hatten. Für sie war dieser Kuss eine Offenbarung.

»Ich kann es noch nicht glauben, dass du mich liebst«, flüsterte sie scheu.

»Dann wirst du dich ganz schnell daran gewöhnen müssen, mein Schatz«, lächelte er. »Ich will nämlich nicht lange warten.«

Wie auf Wolken schritt sie dahin, ein glückliches Lächeln auf ihrem jungen Gesicht, als er sich schnell von ihr verabschiedete, damit sie nur ja nicht zu spät ins Bett käme. Denn morgen früh wollte er sie...



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