Trossen / Weiß | BattleTech - Wer nicht wagt | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 75 Seiten

Reihe: BattleTech

Trossen / Weiß BattleTech - Wer nicht wagt

Proliferationszyklus 3
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96331-863-4
Verlag: Yellow King Productions
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Proliferationszyklus 3

E-Book, Deutsch, 75 Seiten

Reihe: BattleTech

ISBN: 978-3-96331-863-4
Verlag: Yellow King Productions
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



ES GIBT MEHR ALS NUR EINE MÖGLICHKEIT, AN EINEN BATTLEMECH ZU GELANGEN ... Im Jahr 2456 steckt das Reich der Vereinigten Sonnen in der Klemme, zwischen der Terranischen Hegemonie und den von ihr eingesetzten BattleMechs auf der einen Seite und dem Lyranischen Commonwealth, das gerade die Pläne zum Bau seiner eigenen wandelnden Kriegsmaschinen ergattert hat, auf der anderen. Nachdem er auf allen Seiten von Feinden umgeben ist, was soll Prinz Simon Davion tun? Nun ja, er setzt seine hinterhältigste Waffe ein - einen diplomatischen Gesandten, den er mit dem expliziten Auftrag nach Tharkad schickt, sich Zugang zu den gestohlenen BattleMech-Plänen zu verschaffen. Doch wenn diplomatische Höflichkeiten nicht ausreichen, um dieses Ziel zu erreichen, müssen List und Tücke den Tag retten.

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Kapitel 1

New Avalon, Vereinigte Sonnen

17. Oktober 2455

»Hoheit, wir haben in den letzten paar Wochen große Fortschritte erzielt. Diese neueste Anschaffung hat uns einen unglaublichen Sprung nach vorne ermöglicht -«

»Und wie weit sind Sie in puncto Stabilität und Integration?«

Simon Davion kam direkt zur Sache. Nachdem er in dem mörderischen Davion-Haushalt aufgewachsen war und nach fast vier Jahrzehnten als Erster Prinz, in denen er Konspirationen aufgedeckt und alle politischen Gegner ausgeschaltet hatte, war es ein Kinderspiel für ihn, einen Wissenschaftler zu erkennen, der sich um die Wahrheit herumdrückte.

»Daran … arbeiten wir noch.« Das Gesicht des Mannes wurde aschgrau. »Wir glauben, dass die Kombination aus Bravo-Drei und Leutnant Terell es uns ermöglichen wird -«

»Also sind Sie der Lösung seit dem letzten Monat noch immer nicht näher gekommen?«

Schweißtropfen liefen an der Stirn des Wissenschaftlers hinab. »Nein, Hoheit.«

Von seinem Aussichtspunkt in dem ruhigen, klimatisierten Konferenzraum aus, der die weitläufige Werkstatt überblickte, nahm der Prinz die Aktivitäten dort unten in Augenschein. Scharen weiß gekleideter Personen eilten zwischen Tischen hin und her, auf denen unidentifizierbare Elektronik- und Geräteteile lagen, zusammen mit scheinbar kilometerlangen Bündeln aus Polymersträngen. Er konnte das metallische Aroma der Luft fast auf der Zunge schmecken, die Kombination aus Ozon und verschütteter Kühl- und Hydraulikflüssigkeit.

Ein Viertel des Raumes wurde von zwei Fusionsreaktoren und einem halben Dutzend schwerer Waffen eingenommen – zwei Autokanonen und vier Strahlwaffen von der Art, wie man sie in einem Arsenal für Kampfpanzer oder auf einem Tender für Jagdflugzeuge vorfinden konnte. Entlang der weißen, EMP-undurchlässigen Wände waren zahlreiche merkwürdig geformte Panzerplatten aus Metall und Keramik aufgereiht, zusammen mit einem massigen, gepanzerten Bein von mindestens vier Metern Höhe.

Im Zentrum der Aktivitäten stand jedoch eine vage humanoid wirkende, klobige Maschine in der Mitte des Hangars, beziehungsweise Laboratoriums. Zwölf Meter groß degradierte sie die Ingenieure, die überall auf ihr herumkletterten, zu Zwergen. Die Arme bestanden aus zwei dicken Geschützrohren, während aus dem unteren Torso die Läufe zweier Laser ragten – welche der Anlass für verschiedene, unschöne Spitznamen für das Biest waren. Die Scheibe des Cockpits dominierte das Haupt des Gebildes wie ein massives Auge, während ein Sensorbündel, das an der rechten Seite des Kopfes hing, den Anschein eines Ohrs machte. Das Ganze stellte eine einzige Dichotomie dar – wäre das Monstrum in rot und weiß angestrichen, hätte man es leicht für einen zyklopischen Todesclown halten können.

Der Prinz deutete auf die Maschine mit der Codebezeichnung Bravo-Drei. »Haben Sie überhaupt eine Ahnung, wie viel es uns gekostet hat, sie zu beschaffen?« Der Wissenschaftler öffnete seinen Mund, um zu antworten, schloss ihn jedoch genauso schnell wieder, als Prinz Simon Davion fortfuhr. »Wie viele Leben wir verschwenden mussten, nur um die Maschine und ihren Piloten von der Hegemonie loszueisen?« Der Prinz redete sich in Rage, umrundete dabei den Konferenztisch und trat an den Wissenschaftler heran. »Wie viel politisches Kapital wir investieren mussten, um sie den ganzen Weg bis hierher zu bringen? Und welche Mühen aufgewandt wurden, um die gesamte Operation geheim zu halten?«

Eine weitere Schweißperle rann am Gesicht des Wissenschaftlers herab. Seine Beine zitterten und er wischte sich die Handflächen unbewusst an seinem Laborkittel ab. Der Prinz wandte sich erneut dem Akademiker zu. »Und wie viel Uneinigkeit das in meinem Oberkommando ausgelöst hat?« Er trat näher an den Wissenschaftler heran. »Die eine Hälfte meiner Berater erzählt mir, wir sollten Soldaten daran ausbilden, um sie steuern zu können und die andere Hälfte erzählt mir, wir sollten Übungsschießen mit scharfer Munition darauf veranstalten, um herauszufinden, wie man sie besser zerstören kann. Aber nein, ich musste ja unbedingt auf Sie hören, Doktor Carino.«

Zu seiner Ehrenrettung muss gesagt werden, dass Carino unter dieser verbalen Attacke nicht einknickte, obwohl sich das Zittern seiner Beine verschlimmerte.

»Ich habe auf Ihren Beraterstab gehört, Doktor. Und jetzt habe ich nichts, was ich vorweisen könnte. Weniger als nichts. Ich habe hunderte von Millionen verschwendet – und die Bemühungen sowohl des Informationsministeriums als auch des Außenministeriums, um Ihnen drei dieser BattleMechs zu beschaffen!«

Der Prinz ging zum Fenster und widmete seine Aufmerksamkeit erneut dem geschäftigen Treiben im Laboratorium, womit er dem Wissenschaftler eine kurze Atempause von seinem Zorn verschaffte. »Doktor, sagen Sie mir, warum ich Ihnen noch mehr Zeit und Gelder gewähren sollte?«

Simon Davion rechnete schon zur Hälfte damit, dass der Doktor nur eine unverständliche Antwort hervorbringen würde oder gar keine. Stattdessen konnte der Prinz im Fenster Carinos Spiegelbild dabei beobachten, wie es seine Hände erneut am Laborkittel abrieb und sich straffte.

»Hoh …« Seine Stimme versagte, blieb ihm im trockenen Hals stecken. Er schluckte und versuchte es noch einmal. »Hoheit. Sie haben unsere Berichte gelesen und unsere Erläuterungen gehört. Die Terranische Hegemonie hat Jahre benötigt, um alle Teilsysteme des Mackies zu entwickeln und aufeinander abzustimmen. Jahrzehnte. Uns blieb nicht viel mehr als ein Jahr, nachdem wir Bravo-Eins erhalten hatten, und dieser bestand auch nur aus Teilstücken, die vom Schlachtfeld geborgen wurden. Zumindest war Bravo-Zwei halbwegs intakt, aber auch den haben wir erst seit sechs Monaten. Der technische Nachbau von etwas, das dermaßen komplex ist, braucht seine Zeit. Eine Menge Zeit. Jahre vielleicht.«

Der Prinz drehte sich um und bedachte Carino mit einem eisigen Blick, womit das wenige an Farbe, die in das Gesicht des Wissenschaftlers zurückgekehrt war, sofort wieder verblich. »Hören Sie gut zu, Doktor. Wir sprechen hier nicht über ein x-beliebiges Forschungsprojekt. Wir sprechen hier vom Überleben der Vereinigten Sonnen. Und Zeit ist dabei ein wirklich knappes Gut.«

Carino stand da und ertrug dieselbe Rage, die Generäle und Staatsoberhäupter hatte einknicken lassen, mit Haltung. Erschüttert aber standhaft antwortete er: »Ich habe verstanden, Hoheit.«

***

Flankiert von zwei Wachen und mit seinem persönlichen Assistenten einen Schritt hinter ihm marschierte Simon Davion rasch den warm erleuchteten Korridor hinab. Dies war sein Lieblingsplatz innerhalb des Palastes. Der Boden bestand aus avalonischem Granit, der von feurigen Adern aus Orange und Gelb durchschossen und auf Hochglanz poliert worden war. Säulen aus reinem weißen Marmor stützten eine lichte, mit Fresken verzierte Decke. In den Alkoven zwischen den Säulen befanden sich Statuen und Gemälde der Anführer des Großen Hauses Davion und darüber hinaus der gesamten Vereinigten Sonnen.

Als Nation, die ein Tortenstück der Inneren Sphäre umfasste und von Gefahren umringt war, wie die Menschheit ihnen in Jahrtausenden belegter Geschichte nie ausgesetzt war, befanden sich die Vereinigten Sonnen stets am Rande eines Krieges, wobei der Prinz dazu gezwungen war, wie Atlas das Gewicht der Welt auf seinen Schultern zu tragen, während er sich mit den alltäglichen Problemen seines Reiches befasste.

Die Terranische Hegemonie, die auf den meisten Karten nördlich der Vereinigten Sonnen gezeigt wurde und die Mitte der Inneren Sphäre besetzte, stellte im Moment die größte Bedrohung für den Staat der Davions dar. Mit der Wiege der Menschheit als Zentrum handelte es sich um die reichste, stärkste und höchstentwickelte der großen Mächte.

Schlimmer noch verfügte sie allein über die vernichtendste Kampfmaschine, die jemals entwickelt worden war – den BattleMech.

Trotzdem stellte das noch nicht den schlimmstmöglichen Fall dar. Nein, der würde erst eintreten, wenn das Draconis-Kombinat, welches das Tortenstück »rechts« der Vereinigten Sonnen belegte, und die Konföderation Capella »zur Linken« diese Technologie in die Hände bekommen würden. Falls es dazu käme, könnte keine noch so große Anzahl von Soldaten, Panzern und Jägern diese beiden Nationen davon abhalten, die Vereinigten Sonnen zu zermalmen, bevor sie sich dann um die Reste prügelten. Und der Prinz wollte es auf keinen Fall dazu kommen lassen.

Das war der Grund, aus dem er diesen Korridor so sehr liebte. Jawohl, er empfand das Gedenken an seine Vorgänger als tröstlich. Noch wichtiger jedoch war es ihm, dass sie ihn an seine Verantwortung erinnerten. Verantwortung gegenüber seiner Familie, seiner Nation und seinen Vasallen. Die Fresken an der Decke zeigten die Geschichte der Familie Davion und ihrer Vereinigten Sonnen mitsamt den Siegen und Niederlagen.

Simon Davion trug noch immer die knöchelhohen Stiefel eines Militäroffiziers, die er auch höchstpersönlich jeden Abend polierte. Trotz seiner siebenundsiebzig Jahre hielt er an einem standardgemäßen Exerzierschritt fest.

Die Klänge von vier Stiefelpaaren,...



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