Buch, Deutsch, Band Band 001, 462 Seiten, Format (B × H): 160 mm x 230 mm
Katholische Reform und politisches Kalkül in Frankreich, Bayern und Polen-Litauen
Buch, Deutsch, Band Band 001, 462 Seiten, Format (B × H): 160 mm x 230 mm
Reihe: Religiöse Kulturen im Europa der Neuzeit
ISBN: 978-3-525-31018-2
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Seit Marc Bloch und Ernst Kantorowicz ist vieles über die religiöse Legitimierung politischer Gewalt geschrieben worden, doch die Geschichte der Entscheidungsfindung ist von diesem Trend weitgehend unberührt geblieben. Wie aber lassen sich Einflüsse religiöser Vorstellungen auf die Politik untersuchen? Dieses Buch analysiert die Einflussnahme der Katholischen Reform auf das politische Kalkül in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es behandelt den Widerstand gegen die antispanische Kriegspolitik in Frankreich, die bayerische Politik im Dreißigjährigen Krieg und das Scheitern der polnischen Monarchie im 17. Jahrhundert. Damien Tricoire eröffnet mit diesem Buch neue Sichtweisen auf die Verbindung von Politik und Religion in der Vormoderne.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Geisteswissenschaften Geschichtswissenschaft Weltgeschichte & Geschichte einzelner Länder und Gebietsräume Europäische Geschichte
- Geisteswissenschaften Christentum, Christliche Theologie Kirchengeschichte
- Geisteswissenschaften Christentum, Christliche Theologie Christliche Kirchen, Konfessionen, Denominationen Katholizismus, Römisch-Katholische Kirche
Weitere Infos & Material
Einleitung
1. Religion und Politik, politisch-religiöses Kalkül: Fragestellung und Ansatz
2. Forschungsdesign: die Katholische Reform und die politische Geschichte Polen-Litauens, Frankreichs und Bayerns
a) Katholische Reform und staatliches Marienpatronat
b) Bayern, Frankreich, Polen-Litauen: Vergleich dreier Fallstudien, historische Narrative und Heuristik
c) Quellen
d) Gliederung
I. Universalismus und Katholische Reform
1. Die Katholische Reform interpretieren
a) Katholizismus und Katholische Reform: eine begriffliche Problemstellung
b) Die Angst und ihre Aufhebung: vom spätmittelalterlichen Christentum zur Katholischen Reform
2. Der reformierte Katholizismus als Religion der universalen Liebeshierarchie
a) Maria in der Katholischen Reform: die Königin der Ganzheit
b) Die Teilnahme am Universalen
c) Die Himmelskönigin als Staatspatronin
3. Einheit und Vielfalt des reformierten Katholizismus
a) Orden und religiöse Bewegungen
b) Die Katholische Reform in Polen-Litauen, Bayern und Frankreich: ein Vergleich
Die Dominanz der Jesuiten und die »Französische Spiritualitätsschule«
Katholizismus, Nation und Adel in Polen-Litauen
Verlauf und Intensität der Katholischen Reform
II. Herrschaft in der Universalisierung: Erfolge, Ängste, Widerstände (ca. 1600-ca. 1620)
1. Das Verhältnis zwischen Weltlichem und Geistlichem
a) Kirche, Häresie und weltliche Macht im 16. Jahrhundert
b) Kompetenztrennung: die neue Harmonie zwischen der weltlichen und der geistlichen Gewalt am Anfang des 17. Jahrhundert
c) Eine Sache der weltlichen Gewalt: das Heiligenpatronat
2. Die Anfänge eines neuen Herrschaftsmodells
a) Auf dem Weg zur frommen Herrschaft
Polen-Litauen: Reformprogramm und iustitia-Defizit
Konfessionalisierung und iustitia-Forderung in Bayern
Absolutismus und clementia im Königreich Frankreich
b) Widerstände und Flucht nach vorne
Verteidigung der Monarchie gegen den allerchristlichen König
Der rokosz von Sandomir: ein Aufstand gegen den »neuen Katholizismus«
Die Flucht nach vorne: Aggressivität gegen Heiden als Teilnahme
am Universalen
3. Von Dynastie und Gegenreformation: neue Heiligenpatronate
III.Wetteifern um Gottes Gnade I:
Krieg und Staatskonstruktionen in Bayern und Frankreich (ca. 1620-1648)
1. Ein bayerisches Modell?
a) Die Entwicklung des bayerischen Marienpatronats: Von Dynastie und Staat
b) Die Verbreitung des Marienpatronats in Europa
2. Salve-Regina und Salve-Geschosse: Die Justiz der Waffen
a) Dreißigjähriger Krieg und Universalismus
Religion oder Politik? Zur Frage nach dem Charakter des Kriegs
Der Ordnung entsprechen: Die Universalität der Treuepflicht in Bayern und
bei den Habsburgern
b) »Louis le Iuste«
Normalisierung durch Superlative: Der König der iustitia
Monarchie, Staat und Krieg in der Universalität
c) Religiös-politische Ängste und Staatskonstruktion in Frankreich
Die unmögliche Revolte der französischen Kriegsgegner
Die Zweifel überwinden: Das französische Marienpatronat
IV.Wetteifern um Gottes Gnade II:
Triumph, Visionen und Niederlagen in Polen-Litauen (ca. 1620-1648)
1. Die neue Synthese: Antemurale und Triumph der Monarchie
a) Die Verankerung Polens in der Universalordnung durch den Krieg
b) Von der Sakralität des Königtums in der gemischten Monarchie
2. Ladislaus IV.: Politik als religiöses Versprechen
a) Religiöse Einheit und Türkenkrieg
b) Gott, die Staatselite und die Heiden: Erste Entwürfe des polnischen Marienpatronats
V. Erfolg und Misserfolg:
Innerstaatliche Konflikte in europäischen Kriegen (1648-1660er Jahre)
1. Die Fronde in Frankreich: Angst vor Gott und Kampf für die Monarchie
a) Die Fronde parlementaire und die Angst vor der göttlichen Strafe
b) Die Ambiguität der Fronde des princes
c) Die Antwort des Hofs: Kontinuität
d) Frieden und Sieg: Eine zwiespältige Notre-Dame-de-Paix
2. Die Niederlage der Wasa-Monarchie in Polen-Litauen 341
a) Die wachsende Kluft: Universalistischer Anspruch und Desakralisierungstendenzen (1648-1655)
b) Zusammenbruch und Stabilisierung (1656-1661)
c) Der Niedergang der universalistischen Monarchie und das Ende des Sakralitätsmonopols (1661-1668)
Schlussfolgerung
Anhang
Quellenverzeichnis
Literaturverzeichnis




