Trachsel | Psychedelische Chemie | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 454 Seiten

Trachsel Psychedelische Chemie

Aspekte psychoaktiver Moleküle
überarbeitete Neuauflage 2012
ISBN: 978-3-03788-236-8
Verlag: Nachtschatten Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Aspekte psychoaktiver Moleküle

E-Book, Deutsch, 454 Seiten

ISBN: 978-3-03788-236-8
Verlag: Nachtschatten Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dieses Fachbuch behandelt einen besonders faszinierenden Aspekt der Chemie: die Eigenschaften psychoaktiver Verbindungen. Die wichtigsten Infos über Herkunft, Art und Dauer der Wirkung. Dosierung, Einnahmearten, Gefahren und Risiken, Pharmakologie und historische Aspekte werden detailliert präsentiert, ebenso wie die chemischen Synthesen. Zu den rund 50 psychoaktiven Substanzen kommen in der vollständig überarbeiteten Neuauflage kurze und prägnante Infos zu weiteren, aktuellen Substanzen (wie z.B. Mephedron oder 'Spice') hinzu. Unter Einbezug neuster Forschungsergebnisse geht der Autor stärker auf pharmakologische Aspekte und neu auf die medizinische Verwendung verschiedener Substanzen ein.

Daniel Trachsel studierte Chemie an der Fachhochschule Burgdorf. Mit seinem Ausbildungsstart zum Chemielaborant und Chemiker, begann im Jahre 1993 auch sein Interesse für das Forschungsgebiet der psychoaktiven Substanzen. In den vergangenen Jahren publizierte er Forschungsartikel über Serotonin 5-HT2A/C-Rezeptorliganden und Monoamintransporter-Agenzien. Im Jahr 2002 trat er einem biopharmazeutischen Unternehmen bei, wo er zunächst in der Erforschung von Renin-Inhibitoren tätig war, und in den folgenden Jahren als Medizinalchemiker Orexin-Rezeptorantagonisten entwickelte, viele davon mit einer Phenethylamin- und Tryptamin-Grundstruktur. Er ist in diversen Patenten als Miterfinder erwähnt. In einer synergetischen Fachhochschul-Kooperation entwickelte und untersuchte er zahlreiche fluorierte Phenethylamine. Er ist Autor von 'Psychedelische Chemie' und 'Phenethylamine'
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Weitere Infos & Material


1. Klassifikation von psychotropen Substanzen


Beim Versuch, die psychotropen Substanzen in ein Klassifikationssystem einzubringen, stößt man schnell einmal auf Probleme. Ideal wäre, die Substanzen aufgrund ihrer Wirkungsmechanismen einzuteilen. Diese sind bislang noch nicht genügend aufgeklärt, so dass man sich anderer Kriterien bedient. Nachfolgend werden hier drei mögliche Einteilungssysteme beschrieben.

1.1. Einteilung nach dem Wirktyp


Eine Möglichkeit stellt die Einteilung nach ihrer Wirkung auf den Konsumenten dar. Auch hier gibt es unterschiedliche Klassifikationssysteme. Das erste wurde nach R. M. Julien [43] aufgebaut. Dabei gilt es einige Vorbehalte zu beachten.

  1. Die Wirkung ist meistens auf mehrere Teile des Gehirns verteilt.
  2. Die Wirkung lässt sich durch Wechselwirkung mit einem Neurotransmittersystem charakterisieren.
  3. Psychotrope Substanzen bewirken lediglich einen veränderten Ablauf eines bestehenden Vorgangs.
  4. Diese Einteilung ist kein starres System.
  5. Es muss berücksichtigt werden, welchen zwanghaften Missbrauch eine psychotrope Substanz auslösen kann.

Tabelle 1: Einteilung psychotroper Wirkstoffe, nach R. M. Julien, leicht abgeändert [43].

Herkömmliche, nicht selektive zentralnervös dämpfende Substanzen
• Barbiturate
• Hypnotika (Schlafmittel, andere als Barbiturate oder Benzodiazepine)
• Ethanol
• Narkotika (Narkosemittel)
• Schnüffelstoffe (inhalierbare Substanzen wie Lösungsmittel)
Anxiolytika (Angstlösende Mittel)
• Benzodiazepine
• GABA-agonistische Nicht-Benzodiazepin-Schlafmittel
• Nicht-Benzodiazepin-Anxiolytika der „zweiten Generation“
Antiepileptika
• Benzodiazepine
• Wirkstoffe, die auch zur Behandlung psychischer Störungen dienen
• Neuere Meprobamatderivate
• andere herkömmliche Wirkstoffe
Psychostimulantien (psychomotorische Stimulantien)
• Hemmer der Dopaminrückaufnahme (z.B. Cocain)
• Dopamin- und Norepinephrinfreisetzende Wirkstoffe (z.B. Amphetamin, Methamphetamin)
• Adenosinrezeptorenblocker (z.B. Coffein)
• Acetylcholinrezeptorstimulantien (z.B. Nicotin)
Antidepressiva
• Trizyklische Antidepressiva
• Antidepressiva der „zweiten Generation“
• Hemmer der Serotoninrückaufnahme
• Monoaminoxidasehemmer (MAO-Hemmer)
Substanzen zur Therapie bipolarer Störungen (mood stabilizers)
• Lithium
• Carbamazepin
• Valproinsäure
Opioidanalgetika
• Reine Opioid-Agonisten (zB. Morphin, Heroin, Codein)
• partielle Opioid-Agonisten (z.B. Nalbuphin, Pentazocin)
• Opioid-Antagonisten (z.B. Naloxon, Naltrexon)
Neuroleptika
• Phenothiazinderivate (z.B. Chlorpromazin)
• Butyrophenonderivate (z.B. Haloperidol)
Psychedelische Substanzen und Halluzinogene
• Anticholinerge Halluzinogene (z.B. Scopolamin)
• Serotonerge Psychedelika (z.B. LSD, DMT, Psilocybin, Harmin, DOM, Mescalin)
• Psychedelische Narkosemittel (z.B. Ketamin, PCP)
• THC (Haschisch und Marihuana)
In den Publikationen [53, 55, 91, 92, 93] wird zusammenfassend folgende Klassifizierung gemacht (Psychedelika, Entheogene, Psychotomimetika, Psychotika, Eidetika, Psychotogene und Psychodysleptika werden oft als Synonyme für Halluzinogene verwendet):

Tabelle 2: Einteilung psychotroper Wirkstoffe, nach [53, 55, 91, 92, 93].

Sedativa
Beruhigende, angstlösende Mittel. Es können auch euphorische Gefühle ausgelöst werden.
Hypnotika
Schlaffördernde Mittel.
Narkotika
Betäubende, schlafanstoßende Mittel
Psychostimulantien
Die Psyche stimulierende Substanzen. Diese können Euphorie, subjektiv gesteigertes Denken, aber kaum veränderte Wahrnehmung hervorrufen. Typische Psychostimulanzien sind Amphetamin, Methamphetamin und Cocain.
Halluzinogene
Dieser Begriff wird in vielen Publikationen unterschiedlich verwendet. Halluzinogene bewirken eine veränderte Wahrnehmung des Raum-Zeit- Empfindens, bis hin zu Synästhesien (Sinnesvertauschungen). Eine halluzinogene Wirkung liegt dann vor, wenn das Subjekt nicht mehr zwischen Einbildung oder künstlich veränderter Wahrnehmung und der Realität unterscheiden kann. Halluzinationen im Sinne der Definition treten
sehr selten auf, und bei veränderter Wahrnehmung handelt es sich oft nur um Pseudohalluzinationen.
Psychedelika
Der Begriff wurde 1956 von H. Osmond geprägt, und bedeutet soviel wie „die Seele hervorbringend oder manifestierend“. Er wird auch mit „bewusstseins-erweiternd“ gleichgesetzt. Psychedelika können einzeln oder zusammen imagery, visuals, fantasy oder einfach nur die physische und psychische Wahrnehmung und die Gedankenwelt maßgebend und vorübergehend beeinflussen und verändern.
Unter imagery oder eyes-closed-imagery versteht man Erscheinungen wie Fraktale, Linien oder Muster, welche beim Öffnen der Augen wieder verschwinden. Die sogenannten visuals bezeichnen mit offenen Augen wahrnehmbare visuelle Veränderungen oder Bilder. Dies können typischerweise Muster oder Bewegungen sein. Der Term fantasy bezeichnet in diesem Zusammenhang den Zustand, wenn jemand mit geschlossenen Augen glaubt, er sei in einer anderen Welt (typischerweise Landschaften), bis er wieder die Augen öffnet. Wenn mit diesem Zustand gekoppelt eine Art Schlaf oder ein Nickerchen auftritt, spricht man...


Daniel Trachsel studierte Chemie an der Fachhochschule Burgdorf. Mit seinem Ausbildungsstart zum Chemielaborant und Chemiker, begann im Jahre 1993 auch sein Interesse für das Forschungsgebiet der psychoaktiven Substanzen. In den vergangenen Jahren publizierte er Forschungsartikel über Serotonin 5-HT2A/C-Rezeptorliganden und Monoamintransporter-Agenzien. Im Jahr 2002 trat er einem biopharmazeutischen Unternehmen bei, wo er zunächst in der Erforschung von Renin-Inhibitoren tätig war, und in den folgenden Jahren als Medizinalchemiker Orexin-Rezeptorantagonisten entwickelte, viele davon mit einer Phenethylamin- und Tryptamin-Grundstruktur. Er ist in diversen Patenten als Miterfinder erwähnt. In einer synergetischen Fachhochschul-Kooperation entwickelte und untersuchte er zahlreiche fluorierte Phenethylamine. Er ist Autor von 'Psychedelische Chemie' und 'Phenethylamine'



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