Tondern Das Camp
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-641-05890-6
Verlag: cbt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 224 Seiten
ISBN: 978-3-641-05890-6
Verlag: cbt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wieder einmal ist Luk, 15-jähriger Arztsohn, straffällig geworden. Und diesmal kann selbst der Anwalt seines Vaters nicht helfen. Erziehungscamp statt Knast ist noch das Beste, was der Typ für Luk rausholen kann. Doch im Camp erwarten ihn erbarmungsloser Drill und brutales Mobbing. Aber Luk ist hart im Nehmen. Passt sich an. Steigt in der strengen Camp-Hierarchie auf. Bis er auf Harley trifft. Der einstige Gang-Chief will sich an ihm für seine Verurteilung rächen – und schiebt Luk den Tod seines Zimmerkumpels Benni in die Schuhe …
• Brisantes Thema: Jugendstrafrecht
• Erziehungscamps: auch bei uns heiß diskutiert
• Als Schullektüre geeignet
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
" (S. 36-37)
»Kopf runter!« Luk hatte sich neugierig umgesehen, als er in dem verwaschenen Overall, den ihm der Typ gegeben hatte, aus dem kahlen Raum trat, der anderthalb Tage oder noch länger sein Gefängnis gewesen war. Anscheinend senkte er den Kopf nicht schnell genug. Eine Faust rammte seinen Hinterkopf. Luk stolperte zwei Schritte vorwärts und knallte mit der Stirn gegen den Türrahmen vor ihm. »Ich sag das nicht noch mal! Kopf runter! Und immer schön die Hände auf den Rücken!« Luk wollte nach seiner Stirn tasten. Über dem linken Auge schien die Haut aufgeplatzt zu sein. Aber er ließ die Arme dann doch lieber hinten.
Der Typ klang nicht so, als verstünde er besonders viel Spaß. »Stehen bleiben! Gesicht zur Wand.« Luk fand das alles ein bisschen übertrieben. Hatten die zu viel miese Filme gesehen? Auch wenn die Forst-Akademie ein Erziehungslager war, mussten sie ihn hier nicht gleich wie den letzten Dreck behandeln. Aus den Augenwinkeln sah Luk, wie neben ihm der Wärter, oder wie die sich hier nannten, mit seinen viel zu großen Fingern auf die Tastatur eines Schließsystems tippte. An dem Gerät begann plötzlich ein kleines rotes Lämpchen wie verrückt zu blinken. »Mist«, knurrte der Mann. Hektisch suchte er die Tastatur ab.
»Wo war das noch? Wo stoppt man das verdammte Ding?« »Bestimmt die gelbe Taste«, sagte Luk. Corr stand darunter. »Klappe!«, befahl der Wärter. Aber er versuchte es tatsächlich, drückte seinen massigen Zeigefinger auf die kleine gelbe Taste. Das rote Flackerlicht erlosch. »Na also«, sagte der Mann. Beim zweiten Anlauf klappte es. Die Tür ließ sich öffnen. Sie betraten eine grell beleuchtete Schleuse, einen kurzen Korridor von vielleicht zwei Metern Länge, der mit Laminat ausgelegt war und nichts weiter enthielt als zwei überdimensionierte Fußmatten.
Vor der nächsten Tür drückte Luks Bewacher auf einen weißen Knopf. Er richtete sich auf und blickte sehr ernst in die Linse einer Kamera. »Ja?«, ertönte eine Stimme. »Betreuer Schneider mit Neuzugang.« »Okay! Aber schleppt mir hier ja keinen Dreck rein!« Schneider schob Luk auf die linke Matte. »Los, Füße abtreten!« Er selbst ging auf die andere Matte und reinigte gründlich seine Stiefelsohlen. »Fertig!«, meldete er. Ein Summer ertönte. Schneider drückte die Tür auf. Er stieß Luk den Ellenbogen in die Seite. »Du zuerst!«"




