Toffolo | Winterwunderglitzern | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 352 Seiten

Reihe: HarperCollins

Toffolo Winterwunderglitzern


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7499-5104-8
Verlag: HarperCollins
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 352 Seiten

Reihe: HarperCollins

ISBN: 978-3-7499-5104-8
Verlag: HarperCollins
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Weihnachtszeit - Zeit der Wunder
Victoria liebt die gemütliche Straße voller kleiner Geschäfte und Restaurants, die ihr Zuhause ist. Irgendwann wird auch sie hier ihre selbst entworfenen Kleider verkaufen. Bis dahin arbeitet sie in einer kleinen Weinbar und spart, wo sie nur kann. Doch jetzt soll ausgerechnet hier ein Kaufhaus eröffnen, das alle Ladenbesitzer in Existenzangst versetzt - so kurz vor Weihnachten! Was sie brauchen, ist ein Wunder, das ist allen klar. Und dann begegnet Victoria Oliver Russell, und er macht ihr ein ungewöhnliches Angebot ...



Georgia Toffolo ist bekannt aus dem britischen Reality-TV und gewann 2018 die britische Version der 17. Staffel von »Ich bin ein Star - holt mich hier raus!«. Mit ihrem Romandebüt »Winterwunderglitzern« landete sie direkt auf der Bestsellerliste der Sunday Times.

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Kapitel 1

Oliver Russell war in der Lage, eine aus dem Ruder gelaufene Bilanz wieder ins Lot zu bringen, vor dem Konkurs stehende Unternehmen zu zerschlagen und ihnen neues Leben einzuhauchen, schwierige Personalentscheidungen zu treffen und seine Aktionäre glücklich und sehr, sehr reich zu machen. Seine Mutter jedoch daran zu hindern, sich in sein Privatleben einzumischen, war ihm bis heute nicht gelungen. Manche Dinge waren einfach nicht zu schaffen.

Erde an Oliver. Hier ist deine Mutter. Wie sehen deine Pläne für Weihnachten aus? Muss ich fürs Abendessen ein Extra-Gedeck auflegen? Zwinker, zwinker. Deine Mutter xx

Oliver saß gerade auf einem Hocker am Tresen der noblen Weinbar The Landing, als er die ›Zwinker‹-SMS las und sie als einen weiteren, schlecht kaschierten Versuch verstand, seinen Beziehungsstatus herauszufinden. Er stöhnte auf. Super, Mum. Genau der richtige Weg, um jemanden unter Druck zu setzen.

Konnte diese Woche noch schlimmer werden? Er warf sein Handy auf den klebrigen, bierbefleckten Tresen, griff nach dem Glas vor sich und nahm einen Schluck von dem fünfzehn Jahre alten Scotch, den er jetzt dringend brauchte. Als die honigfarbene Flüssigkeit wie Sirup seine Kehle hinunterlief und seinen Magen wärmte, zählte er im Stillen alle Dinge auf, die in der letzten Zeit falsch gelaufen waren.

Erster Fehler: seine Mutter glauben zu lassen, dass er endlich jemanden für eine längere Beziehung gefunden hatte, obwohl sein Liebesleben in Wirklichkeit nur als … ›nicht existent‹ bezeichnet werden konnte. Jetzt musste er sich alle möglichen Strategien ausdenken, wie er seine Eltern über die Feiertage beschwichtigen konnte, ohne innerlich wahnsinnig zu werden.

Während andere Familien am ersten Weihnachtstag lustige Spiele spielten und in die Kirche gingen, war die Vorstellung seiner Eltern von Spaß eine ganz andere – nämlich ihn im Wohnzimmer in die Enge zu treiben, mit Laserblicken zu durchbohren und ihn auszuhorchen, ob es in seinem Leben eine potenzielle Ehefrau mit möglicher Aussicht auf Nachkommen gab. Ein Enkelkind oder besser viele Enkelkinder, die sie verwöhnen konnten und die ihrem Lebensabend einen Sinn gaben. Die den Familiennamen weiterführten, und am besten einen Erben, dem sie das Geschäft anvertrauen konnten. Als Einzelkind wurde das von Oliver erwartet, genauso wie von seinem Vater vor ihm.

Das Problem war: Sesshaft werden zählte nach seinem letzten romantischen Fehlschlag nicht wirklich zu Olivers Prioritäten. Zumindest nicht in der nächsten, sehr langen, Zeit.

Zweiter Fehler: Um das Familienunternehmen in Gang zu halten, hatte er zugestimmt, das Chaos aufzuräumen, das sein Cousin dort angerichtet hatte. Ollie hätte ihn seinem Schicksal überlassen sollen, aber das hätte bedeutet, dass seine Eltern ebenfalls darunter gelitten hätten, und das wollte er auf keinen Fall zulassen. Da saß er nun also in einer schäbigen Bar in Chelsea zu lächerlich später Nachtstunde – oder war es bereits früher Morgen? –, nachdem er gerade erst seinen Arbeitstag beendet hatte. Vor ihm die Aussicht auf einen weiteren Siebzehn-Stunden-Tag morgen und am nächsten Tag und übermorgen und überübermorgen …

Er nahm noch einen Schluck Whisky, verschluckte sich aber fast, als jemand gegen seine Hüfte stieß, ihn am Arm rüttelte und damit bewirkte, dass der gehaltvolle, aber brennende Scotch seine Kehle hinunterrann.

»Hey, Hübscher.« Eine Frau, die alt genug war, dass sie seine Mutter hätte sein können – und obwohl er seine Mutter tief in seinem Inneren liebte, konnte er auf keinen Fall eine zweite gebrauchen –, erschien neben ihm und strahlte ihn an. Ihre Augen waren vom Wein ganz glasig. Der Lippenstift, der über ihren Mund fast bis zu den Nasenlöchern hoch verschmiert war, ließ sie wie einen aufgeschreckten Fisch aussehen. »Ich hab einen Mistelzweig dabei, du weißt, was das bedeutet, oder?«

»Dass es Zeit für mich ist zu gehen?« Er schob seinen Stuhl zurück, stand auf, hielt die schwankende Frau fest und schob sie dann zu ihren Freundinnen, die alle verkleidet waren als … na ja, er war sich nicht ganz sicher, aber er sah Glitzerflügel, und sie hatten federartige Heiligenscheine auf dem Kopf, also sollten es wohl Weihnachtsengel sein. Im November? Sogar die Musik in der Bar schien ihn zu verhöhnen, als wüsste sie genau Bescheid über seinen Stress bei der Arbeit und die Klemme, in der er familiär steckte. Zu laut und zu fröhlich, und alles drehte sich darum, an Weihnachten nach Hause zu fahren und verliebt zu sein. Er schüttelte sich. Nein, danke.

Was ihn zu seinem dritten Fehler brachte: sich ausgerechnet diese furchtbare Bar ausgesucht zu haben, um seine Sorgen zu ertränken. Es war noch nicht mal Dezember und doch kreischten hier alle aus voller Kehle Weihnachtslieder. Überall weihnachtete es. Das glitzernde Lametta, das in Girlanden von der Decke hing, der künstliche Weihnachtsbaum in der Ecke. Der Soundtrack im Hintergrund. Die Kleidung, die die Leute trugen. Weihnachten raste wie ein Schnellzug auf ihn zu, und ihm lief die Zeit davon. Er musste noch so viel tun, um seinen ersten Fehler zu beheben, bevor die Türen des neuen Kaufhauses Russell & Co. öffnen konnten, weit hinter dem Zeitplan, aber gerade noch rechtzeitig für die geschäftigste und damit lukrativste Zeit des Jahres. Um das hinzubekommen, brauchte er eine Art Wunder. Sein Handy vibrierte auf dem Tresen. Er schaute drauf und verzog das Gesicht. Noch eine SMS. Er wusste, was drinstand, aber er wusste auch, wenn er sie ignorierte, würde es nur noch schlimmer werden.

Oliver? Es ist nur eine einfache Frage. Ein Zwinkern für Ja. Zwei für Nein. Lernen wir endlich deine neue Freundin kennen? Deine Mutter xx

Oh-oh. Jetzt bemühte sie sich gar nicht mehr, ihre Absicht zu verschleiern, sondern probierte es auf die direkte Art. Es war ernst.

Er schrieb bemüht beiläufig zurück:

Wenn deine SMS auf meinem Bildschirm angezeigt wird, steht da auch, dass sie von dir ist. Oben über deinen SMS wird ein kleines Bild von dir angezeigt. Du brauchst mir also nicht zu schreiben, wer du bist.

Dann setzte er noch zwei Kuss-Smileys dahinter, denn sie war schließlich seine Mutter:

Ollie xx

Pause. Er beobachtete die drei grauen Punkte, die auf dem Bildschirm tanzten. Und dann:

Kein einziges Zwinkern. Wie soll ich das jetzt interpretieren? Wir wollen nur, dass du glücklich bist. Deine Mutter xxx

Mit ›glücklich‹ meinte sie ›verheiratet‹. Als ob man nur dann glücklich sein könnte. Er kannte jedenfalls genauso viele Leute, die verheiratet und unglücklich waren.

Wie kam er überhaupt dazu, ein Zwinkern per SMS zu verschicken? Er rollte stattdessen mit den Augen.

Kann noch nichts versprechen.

Noch bevor er ›Weihnachtself‹ sagen konnte, blinkte ihre Antwort auf seinem Bildschirm:

Wann kannst du es denn? Deine Mutter xx.

Ich weiß es nicht.

Wenn er ihr sagte, dass die reizende Clarissa sich einen fügsameren Freund gesucht hatte, würde seine Mutter versuchen, Dates für ihn zu arrangieren.

Wie aufs Stichwort kam eine weitere SMS:

Gibt es da etwas, das du uns nicht erzählst? Ist es vorbei? So schnell? Schon wieder? Oh, Oliver.

Er konnte ihre Enttäuschung beinahe spüren, obwohl so viele Meilen zwischen ihnen lagen. Dann traf ihre nächste SMS ein:

Vielleicht sollte ich für den ersten Weihnachtstag die Henleys einladen. Ich hab gehört, dass Arabella von ihrem Aufenthalt in einem indischen Ashram zurück ist – und sie ist SINGLE. Und hör auf, mit den Augen zu rollen. Deine Mutter xx

Ollie musste unwillkürlich lachen, trotz seiner wachsenden Frustration. Er versuchte, unverbindlich zu bleiben. Laut seiner Ex war das eine seiner Stärken.

Mach ja keine Dates mehr für mich aus. In Bezug auf Weihnachten kann ich noch nichts versprechen. Ich gebe dir Bescheid, wenn ich mehr weiß.

Erzählst du es mir dann bei der Eröffnung des neuen Ladens?

Es waren nur noch ein paar Wochen bis dahin. Sie gab einfach nicht auf. So war sie schon immer gewesen. Sie würde nicht lockerlassen, bis sie endlich sein erstes Baby in den Armen hielt. Oder vielleicht sein zweites – oder besser noch, seine zweiten Drillinge.

Das war das Problem; sie gab nicht auf. Er hatte nur zwei Möglichkeiten: sie beruhigen oder sie ignorieren. So beschloss er, Letzteres zu tun.

Als er bemerkte, dass er seinen Scotch noch nicht ausgetrunken hatte, und dankbar registrierte, dass das Barpersonal nun die schief singenden Gäste nach draußen schob, setzte er sich wieder hin und betrachtete nachdenklich den Whisky vor sich. Irgendwann würde die Bedienung auch ihn vor die Tür setzen, aber im Moment genoss er diese kurze Ruhe, die nur von den nervigen, aber gut gemeinten SMS seiner Mutter und einem gedämpften Gespräch zwischen dem Personal in einem kleinen Raum an der Seite der Bar gestört wurde.

Er konnte hören, wie Paul, der Typ, der ihn vorhin bedient hatte, sagte: »Hey, Vicki, ist es dir recht, wenn du heute zumachst? Ich hab Amanda versprochen, dass ich früh heimkomme. Heute ist unser Jahrestag.«

»Natürlich«, drang eine sanfte Stimme an Olivers Ohr. »Du hast mir geholfen, indem du die Frühschicht übernommen hast, damit ich meine Klasse unterrichten konnte, also kann ich mich gerne um die Nachzügler kümmern. Sara meinte, dass sie hierbleibt und mir beim Aufräumen...



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