Thurner / Montillon / Vandemaan | Stellaris Paket 1 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 110 Seiten

Reihe: Perry Rhodan Stellaris

Thurner / Montillon / Vandemaan Stellaris Paket 1

Perry Rhodan Stellaris Geschichten 1-10
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-4922-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan Stellaris Geschichten 1-10

E-Book, Deutsch, Band 1, 110 Seiten

Reihe: Perry Rhodan Stellaris

ISBN: 978-3-8453-4922-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Das Raumschiff STELLARIS lädt ein zu einer besonderen Reise in das Perryversum Die STELLARIS ist ein besonderes Raumschiff: Seit vielen Jahren reist sie durch das Universum der PERRY RHODAN-Serie, bemannt von einer wechselnden Besatzung, unter wechselnder Leitung und mit wechselnden Zielen. Die Abenteuer, die ihre Besatzung und Passagiere erleben, sind Thema zahlreicher Geschichten ... Unterschiedliche Autoren verfassten die Kurzgeschichten rings um das Raumschiff STELLARIS. Sie werden seit Jahren regelmäßig im Mittelteil der PERRY RHODAN-Hefte veröffentlicht - hier präsentieren wir die ersten zehn Geschichten in einer Sammlung. Mit dabei sind die PERRY RHODAN-Autoren Michael M. Thurner, Christian Montillon und Wim Vandemaan, der ehemalige PERRY RHODAN-Autor Andreas Findig sowie Hermann Ritter, Roman Schleifer und Dieter Bohn. Zu lesen gibt es humoristische Geschichten, Krimis und phantasievolle Reisen durch die unbekannten Gebiete der heimatlichen Milchstraße. Das Stellaris Paket 1 umfasst folgende Geschichten: Folge 1: 'Ausgerutscht' von Michael Marcus Thurner Folge 2: 'Wolfsnächte' von Christian Montillon Folge 3: 'Die Planetenerfinderin' von Wim Vandemaan Folge 4: 'Samenflug' von Andreas Findig Folge 5: 'Blau in Blau' von Hermann Ritter Folge 6: 'Mörder' von Wim Vandemaan Folge 7: 'Schatten der Vergangenheit' von Roman Schleifer Folge 8: 'Subterranean Homesick Blues' von Dieter Bohn Folge 9: 'Der ewige Sieger' von Wim Vandemaan Folge 10: 'Der ganz normale Bordwahnsinn' von Dieter Bohn

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Weitere Infos & Material


Folge 1

»Ausgerutscht«

von Michael Marcus Thurner

»Wird's heute noch was, Mann?« Der Geruch nach Knoblauch und epsalischem Zitterlottenkraut wehte mir entgegen.

»Jasper Fink meldet sich zum Dienst«, sagte ich gequält. Vor mir schälte sich ein aufgedunsenes und rotes Gesicht aus dem Halbschatten der Hauptschleuse.

Der Mann war fett und triefte vor Schweiß. Seine bratpfannengroßen Hände zeigten breite Schwielen. Um den Bauch hatte er einen meterlangen Gürtel geschnallt, der mit diversen Ausrüstungsgegenständen, wie einem Multi-Schraubendreher und einem Ölkännchen, bestückt war. In mehreren Schlaufen hingen zusätzlich Hefegetränke.

Primo Janitor. Der gefürchtetste Verwaltungssteward, der in der zivilen terranischen Flotte Dienst tat. Ich hatte Schreckliches über ihn gehört. Er war ein bösartiges Monster, angeblich gezeugt von des Teufels Großvater und Ascari da Vivo. Ich würde ihm auf der STELLARIS während der nächsten sechs Monate unterstellt sein.

»Jasper Fink ist kein Name«, krächzte er, »den ich mir merken kann. Oder will.« Er taxierte mich von oben bis unten, ließ mich ein paar Sekunden lang schwitzen. »Du heißt ab jetzt Kohlröschen. Schnapp dir deine Dienstkleidung – und dann ab ins Quartier. Hier ist dein Legitimations-Chip. Du wohnst auf C-Fünf, Kabine einundzwanzig. In zehn Minuten erwarte ich dich wieder hier, zum Dienstantritt. Abmarsch!«

Ich ließ den Koffer mit meinen persönlichen Gütern neben mir herschweben und trottete auf einen der Antigravs zu. Ich wusste, dass ich's niemals rechtzeitig zurückschaffen würde, und Janitor wusste, dass ich es wusste. Ich nahm es mit der Gelassenheit zwanzigjähriger Raumerfahrung hin. Ein Leben auf mehr als einem Dutzend Schiffe hatten mich manche Dinge gelehrt. Als »Neuer« würde ich mein Fett abbekommen. So lauteten nun mal die ungeschriebenen Regeln.

Ich blickte mich um, wollte mir, ungeachtet der düsteren Aussicht auf unangenehme Stunden, einen ersten Eindruck machen. Ich fuhr mit den Fingernägeln die Wände des breiten Ganges entlang, beobachtete die vorbeiwuselnden Reinigungsroboter, studierte die überall affichierten Lagepläne, verinnerlichte das bunte Leitliniensystem und machte mir all die anderen Kleinigkeiten bewusst, die ich neu erlernen musste.

Jeder Raumer terranischer Fertigung war anders. Minimale Fertigungsunterschiede waren die eine Seite; zusätzlich brachten sich die systemerhaltenden Mannschaftsmitglieder ein, indem sie ihr jeweiliges Schiff an ihre Bedürfnisse anpassten. Wenn man lange genug im interstellaren Raum unterwegs war und sich ein Auge fürs Detail bewahrte, konnte man ein Schiff richtiggehend lesen. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl würde es mir gelingen, die Herstellerwerft der STELLARIS – und möglicherweise sogar den verantwortlichen Schiffsarchitekten – zu bestimmen.

Es ging aufwärts. Meine Kabine befand sich in einem inneren Sektor, vielleicht 30 Meter von der Zentrale entfernt. Die Wände des Standardraums würden hier, nahe des Schiffszentrums, deutlich nach innen gekrümmt sein.

Ich öffnete die Türe mit dem Kodegeber, trat ein, ließ meinen Schwebekoffer auf das Bett zugleiten – und sah mich einem Arkoniden gegenüber.

*

»Du bist der Neue?«, fragte der Weißhaarige und drehte mir gleich darauf wieder den Rücken zu.

»Ja.« Ich blieb stehen, betrachtete den mageren, fast zwei Meter großen Mann voll Misstrauen.

»Schiffsverwaltung. Unter der Fuchtel von Janitor. Stimmt's?«

»Richtig.«

»Mach's dir bequem. Habe jetzt Dienst, komme in acht Stunden wieder.«

Er marschierte an mir vorbei, widmete mich keines Blicks. Es haftete ihm jene Überheblichkeit an, die die Weißhaarigen unerträglich erscheinen ließen.

»Du bist ein Arkonide«, sagte ich, bevor er die Kabine verließ.

»Ausgezeichnet beobachtet.« Er lächelte arrogant.

Schwarze Pupillen trieben in blutroten Augen. Dies war ein Anblick, der mich jedes Mal aufs Neue erschreckte.

»Ach ja«, sagte der Mann. »Ich heiße Locust da Adnan. Bin Funker.«

Ich wartete, bis die Kabinentür hinter ihm ins Schloss fiel. Dann atmete ich tief durch. Bemühte mich, das Zittern meiner Hände unter Kontrolle zu bekommen.

Wusste Janitor von meiner Arkonophobie? Von meinen Ängsten den Weißhaarigen gegenüber, die ich seit jeher mit mir herumtrug? Dass ich trotz mehrmaliger psychologischer Betreuung unter immer wiederkehrenden Hassattacken gegen die Arkoniden litt.

Ruhig bleiben, Jasper!, sagte ich mir. Janitor hat sicherlich keinen Zugriff zu den heiklen Daten deiner Personalmappe. Das ist Zufall – nichts weiter.

Ich setzte mich aufs Bett und verstaute meine Siebensachen in den Senkregalen. Janitors unbestimmte Drohung, mich im Fall meines Zuspätkommens ordentlich herzunehmen, geriet endgültig in den Hintergrund. Der alte Eisenbeißer konnte mich gern haben. Ich musste mit einem weitaus größeren Problem als einem fettleibigen Menschenschinder fertig werden.

Ein Arkonide – an Bord der STELLARIS?!

Seit Jahrzehnten nahm die Zahl der Rotaugen, die es in die Dienste der Liga Freier Terraner verschlagen hatte, beständig ab. Das Misstrauen zwischen Terranern und Arkoniden war groß. Imperator Bostich, der sich auch gerne mal als »millionenäugige, alles sehende, alles wissende Erhabenheit« titulieren ließ, hatte ein Klima des Misstrauens zwischen den Angehörigen unserer beiden Völker geschaffen.

Ich mochte die Arkoniden nicht – und fürchtete sie zugleich. Sie rochen nach Hochmut und Ärger.

All meine Hochgefühle, die ich beim Betreten der STELLARIS empfunden hatte, waren dahin.

*

In meinem Job war ich gut. Verdammt gut. Ich hätte es sicherlich auf einen der großen Pötte geschafft, vielleicht sogar auf die LEIF ERIKSSON. Doch immer wieder war ich mir selbst im Weg gestanden. So meinten es zumindest jene Bordpsychologen, denen ich zum Fraß vorgeworfen worden war. Arkonophobie und eine latente Gewaltbereitschaft vertrugen sich nun mal nicht mit höheren Aufgaben.

Nur wenige Stunden nach meiner Ankunft startete die STELLARIS vom Terrania Space Port. Ihr Ziel war irgendeine Kolonie der LFT im Herzen der Plejaden. Die Fracht bestand aus landwirtschaftlichem Gerät.

Angeblich.

Was auch immer es war – ich hatte es längst aufgegeben, mich für derlei Dinge zu interessieren. Ich wollte meine Arbeit erledigen – und ansonsten in Ruhe gelassen werden. Sollten die Großkopfeten dem Geld nachhetzen; ich würde außen vor bleiben.

»Träumst du schon wieder?«, brüllte mir Janitor ins Ohr. »Du bist mir als Stellvertreter zugeteilt. Das bedeutet: Ich gebe Anweisungen, und du arbeitest. Verstanden?«

Ich nickte dienstbeflissen und wandte mich wieder meiner Aufgabe zu. Ich musste einen zusätzlichen Arbeitsplatz mitsamt der notwendigen Infrastruktur in eine der Nebenzentralen einpassen. Die Service-Roboter versagten bei derartigen Aufträgen kläglich. Meist nahmen sie auf menschliche Ergonomie keine Rücksicht. Ein Mensch jedoch musste sich wohl fühlen, um Leistungen erbringen zu können. Er benötigte Blickkontakt zu seinen Kollegen, durfte nicht in einen toten Winkel zwischen zwei Schaltkästen gepackt werden, wollte schon aus rein psychologischen Gründen nicht unmittelbar neben den Toilettenanlagen sitzen. Dies alles beachteten die Blechtrottel nicht. Selbst Posbis mit hochgezüchteter Bio-Komponente vermochten sich kaum in die menschliche Psyche hineinzuversetzen.

Ich schraubte also vor mich hin und ignorierte tunlichst Janitors heißen Atem in meinem Nacken. Schließlich entfernte sich der Leuteschinder, um einen anderen seiner gut zwei Dutzend Sklaven zu malträtieren.

»Unglaublich, dass ein derartiges Geschöpf so viel Macht und Einfluss besitzt«, flüsterte mir Zhu Eisenstein zu. Er hatte zeitgleich mit mir auf der STELLARIS angeheuert. »Manchmal glaube ich, dass Janitor über alles bestimmt, was an Bord der STELLARIS geschieht.«

Er reichte mir eine Tube Kombi-Molekularkleber. Ich fixierte das Arbeitspult am dafür vorgesehenen Platz und betrachtete es zufrieden.

»Ist wohl eine deiner ersten größeren Fahrten?«, fragte ich.

»Die dritte.« Er grinste mich mit seinem unverschämt fröhlichen Sommersprossengesicht an. »Ich hab bis jetzt in den Service-Werften am Space Port gejobbt. Vier Jahre lang, bis ich's satt hatte. Immer die gleichen Gebäude, immer derselbe Trott, immer dieselben alten Gesichter.«

»Dann hast du den Fehler deines Lebens gemacht, Kumpel«, beschied ich ihm. »An Bord eines Raumschiffs geht's viel eintöniger zu als in der schäbigsten Werft. Und wenn du dann noch einen Typen wie Janitor vor die Nase gesetzt bekommst, ist der Tiefpunkt erreicht. Hast du wenigstens eine Waffe, um dir selbst die Birne wegzublasen, wenn's dir zu viel wird?«

Die Sommersprossen schienen ihm aus dem Gesicht zu fallen. Eisenstein ging mir tatsächlich auf den Leim, wich erschrocken einen Schritt zurück.

»Schon gut, Kleiner. War nur ein Scherz. Ich wollte dich nicht erschrecken.« Ich seufzte. »Aber um auf deine Theorie zurückzukommen: Die Antwort lautet ja. Janitor ist der eigentliche Kommandant des Schiffs. Wenn er schlecht verdaut hat, rührt sich nichts mehr. Wenn ihn miese Laune überkommt, müssen wir alle dafür büßen. Wenn ihm die Kommandantur auf die Finger klopft, lässt er seine Muskeln spielen, legt die Schiffsaggregate lahm und droht mit der Gewerkschaft.«

»Aber er ist doch bloß ein Steward! Ein Schiffsverwalter, ein Systemerhalter ...«

»Er erledigt jene Aufgaben,...



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