Thomas | Strikeforce Orion Staffel 1 - Das Orion-Projekt | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 367 Seiten

Thomas Strikeforce Orion Staffel 1 - Das Orion-Projekt


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-86305-161-7
Verlag: Verlag Peter Hopf
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz

E-Book, Deutsch, 367 Seiten

ISBN: 978-3-86305-161-7
Verlag: Verlag Peter Hopf
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz



Dieser Sammelband enthält die komplette erste Staffel mit den Episoden 1 bis 6 der Science-Fiction-Serie STRIKEFORCE ORION. Am 26. Oktober 2218 findet der erste überlichtschnelle Langstreckenflug nach Kepler-186f statt, einem erdähnlichen Planeten. Dabei kommt es zu einem Zwischenfall an Bord der Raumstation OMNI, der der Menschheit auf grausame Weise deutlich macht, dass sie nicht alleine im Universum ist. Und dass da draußen jemand ist, der mit allen Mitteln ihren Vorstoß ins Weltall verhindern will ...

Marc Thomas wurde 1967 geboren und lebt heute in Berlin. Seit 2009 arbeitet er als freiberuflicher Texter und Zeichner. Bereits seit 2002 veröffentlicht er als einer der ersten deutschen Autoren seine Romane konsequent als E-Books.

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  1.   Elena Katsakis erstarrte mitten in der Bewegung. Ihr Blick fuhr wild suchend umher und brannte sich förmlich in den schattenverdeckten Nischen des Wartungstunnels fest, der sich kreisförmig um die Mittelachse der Station zog. Sie rechnete jeden Augenblick damit, dass sich aus einer von ihnen der Tod löste und mitleidlos zuschlug. Und all ihre Anstrengungen, mit denen sie sich in den letzten Stunden vor ihm versteckte, vergeblich gewesen waren. Ihre Beine gaben nach. Sie hatte nicht mehr die Kraft, sich gegen die Ermattung zu stemmen und sackte an der kalten Bordwand zu Boden. Jetzt war es wieder zu hören. Wenn auch weit entfernt. So weit entfernt, dass sie erleichtert aufatmete. Es galt nicht ihr. Nicht dieses Mal. Sie schämte sich für den Gedanken und presste die Lippen aufeinander. Ein entferntes Echo drang zu ihr durch. Das hässliche Kreischen von Metall, das wie Papier aufgeschlitzt wurde. Dann ein weiteres Geräusch. Elena presste die Handflächen gegen die Ohren und schüttelte den Kopf. Sie hatte es zu oft gehört in den letzten Stunden und hoffte, dass es schnell vorbei sein möge. Der Schrei eines Menschen, der einen grauenvollen Tod starb. Er verstummte so schnell, dass sie nur allzu gerne geglaubt hätte, sich getäuscht zu haben. Doch Elena hatte gesehen, was mit den Menschen geschah. Und sie hatte miterlebt, wie schnell ein Leben ausgelöscht wurde. Sie gehen jetzt Deck für Deck durch. Und sie werden dich finden!, hämmerte der Gedanke auf sie ein. Sie lauschte – und hielt den Atem an. Wie um ihren Gedanken zu bestätigen, konnte sie durch das geschlossene Schott das unablässige Kreischen auf den metallenen Bodenplatten hören, das beständig lauter wurde. Unerbittlich näherte es sich ihrem Standort. Ihr Körper verkrampfte sich. Sie wusste nur allzu gut, was dort draußen auf sie lauerte, nach Beute suchte. In ihr formte sich das Bild von Krallen, die eine Titanlegierung von fünf Zentimetern mühelos durchdrangen. Die junge Mechatronikerin grub ihre Zähne so fest in die Unterlippe, bis sie ihr eigenes Blut schmeckte. Der bittere Geschmack half ihr, sich aus ihrer Starre zu lösen und tiefer in den Tunnel zurückzuziehen. Hier gab es in regelmäßigen Abständen versteckte Blenden zu den Wartungsschächten, die die einzelnen Decks der Raumstation durchzogen. Das kurze Haar klebte auf ihrer Stirn. Trotz der Hitze in dem engen Tunnel fröstelte sie. Der durchgeschwitzte Kragen ihres dunkelblauen Overalls legte sich wie eine Klammer um ihren Hals und schnürte ihr förmlich die Luft ab. Sie riss den Klettverschluss mit einer hastigen Bewegung auf und rang nach Atem. Elena war wie alle Mitglieder dieser Besatzung ausgebildet worden, um Stresssituationen zu bewältigen. Der Einsatz im Weltraum war gerade bei diesem Projekt mit einem hohen Risiko verbunden. Das war ihr stets bewusst gewesen. Doch auf das, was die letzten Stunden an Bord geschehen war, konnte niemand vorbereitet werden. Minutenlang wechselte das kreischende Geräusch vor dem Schott, das den Tunnel vom zentralen Verbindungsschacht trennte, von einer Seite zur anderen, bis es sich schließlich entfernte und nicht mehr zu hören war. Mühsam unterdrückte Elena den Impuls, ihrer Verzweiflung freien Lauf zu lassen. Ihre Lippen zuckten. Sie wischte sich über den Mund und betrachtete das Blut, das eine rote Spur auf ihren Handrücken zeichnete. Wiederholt atmete sie tief durch, um ihren Herzschlag unter Kontrolle zu bekommen, bevor sie vor einer Innenwand stehen blieb und die Arretierung für die Blende löste. Mit geübten Griffen packte sie das gebogene Metallstück und legte es so vorsichtig wie sie konnte auf den Boden, um keinen Lärm zu verursachen. Die schmale Wartungskammer, die dahinter lag, bot kaum mehr als einem einzelnen Menschen Platz. Sie wurde von einem grellblauen Licht erfüllt, das den bioneuralen Schaltkreisen, die das Nervensystem der Raumstation bildeten, als Energiequelle diente und so eingestellt war, dass es auch auf Menschen eine belebende Wirkung hatte. Im Augenblick wirkte es auf die Mechatronikerin nur kalt und seelenlos. Elena Katsakis war Mitglied des Wartungsteams dieser Station, der OMNI. Zu ihren Aufgaben gehörte es, die Funktionsroutinen der Schaltkreise zu überwachen und die effizienten, aber äußerst anfälligen Bauelemente fortlaufend instand zu halten. Und das beim waghalsigsten Unternehmen, das die bemannte Raumfahrt der Erde jemals unternommen hatte – den überlichtschnellen Sprung zu einem erdähnlichen Planeten in einem anderen Sonnensystem. 2072 hatten die beiden Astrophysiker Charles Brodkin und Debra Chandelier das ›Paraversum‹ entdeckt, eine Schicht zwischen den Dimensionen, die eine Fortbewegung schneller als das Licht ermöglichte, ohne dass ein Raumschiff auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigen musste, um in diesen ›Überraum‹ vorzustoßen. Auch wenn es noch Jahrzehnte und zahllose Versuche bedurft hatte, um aus den theoretischen Überlegungen einen ersten funktionstüchtigen Antrieb zu entwickeln, hatten sie mit ihrer Entdeckung ein neues Zeitalter in der bemannten Raumfahrt eingeleitet. Bisher war es jedoch gerade einmal gelungen, auf ›der Welle mitzusurfen‹, wie es flapsig genannt wurde. Raumschiffe mit Tekkan-Antrieb auf Basis eines Ionentriebwerks waren seit 2182 auf großen Militär- und Frachtraumschiffen im Einsatz. Mit ihnen war es überhaupt erst möglich gewesen, den ›paraversalen Schub‹ auszunutzen, die Überlagerungszone des Überraums in das Raum-Zeit-Kontinuum. Die Beschleunigung, die durch orbitale Railgun-Abschussrampen erreicht werden konnte, ermöglichte eine maximale Geschwindigkeit von bis dahin für unmöglich gehaltenen 1,5 Prozent Lichtgeschwindigkeit. Das erlaubte es, die Strecke zwischen den Planeten in Tagen anstatt wie früher in Monaten zurückzulegen. Allerdings hatte diese Technologie ihre Grenzen. Es war nach wie vor utopisch, damit in ein benachbartes Sonnensystem vorzustoßen. Zudem musste die Crew die Reise wegen der auftretenden Gravitationsverzerrungen in Flüssigtanks im künstlichen Tiefschlaf verbringen. Sollte während des Flugs etwas Unvorhergesehenes passieren, dauerte es Stunden, bis die Mannschaft von der Bordelektronik reanimiert werden konnte und einsatzfähig war. Dennoch war erst durch diesen Antrieb eine intensive Besiedlung des Mars oder der Monde von Jupiter und Saturn möglich geworden, auch wenn es häufig nicht mehr waren als kleine Kolonien, die von unabhängigen Unternehmen betrieben wurden, um Rohstoffe abzubauen. Doch für viele Menschen war ein Job in einem Bergwerk auf Titan erstrebenswerter als ein klassenloses Leben ohne rechtliche Ansprüche auf der Erde. Wer keine geregelte Arbeit nachweisen konnte, hatte seine Bürgerrechte weitgehend verwirkt und wurde vom Staat gerade noch mit dem Nötigsten versorgt. Zumindest in den Staaten, die heute noch über eine funktionierende Regierung verfügten … Für weitere Sprünge zu den nächsten Sternen wären allerdings solch große Energiemengen nötig, wie sie kein Raumschiff mit sich führen konnte. Und so war diese Technologie bis heute ausschließlich auf das Sonnensystem beschränkt. Elena konnte sich noch an den Stolz und die Erleichterung erinnern, unter zahllosen Kandidaten aus allen Nationen der UAC, der ›United American Confederation‹, für dieses Projekt ausgewählt worden zu sein, mit dem nun diese letzte Barriere endlich durchbrochen werden sollte. Dabei hatte sie erst vor Kurzem an der Canadian Michigan University ihren Abschluss gemacht. Schlimmer als die Aufnahmetests, vor allem die der körperlichen Belastung, war der Widerstand in ihrer eigenen Familie gewesen. Mit ihrer Begeisterung für den Weltraum hatte sie bei ihren bodenständig veranlagten Eltern schon immer alleine dagestanden. Und das, obwohl sie kaum genug verdienten, um Monat für Monat über die Runden zu kommen. Sie hatte förmlich aufgeatmet, als endlich der Termin für die Vorbereitungen im Trainingscenter auf dem Mars bekannt gegeben worden war. Weit entfernt von dem sorgenvollen Blick und den Anrufen ihrer Mutter, hatte sie sich endlich befreit von den erdrückenden Sorgen auf der Erde gefühlt. Doch jetzt wünschte sie sich nichts mehr, als bei ihr zu sein. Elena schlang die Arme um den Oberkörper. Sie wusste nicht mehr, seit wie vielen Stunden sie schon auf der Flucht war, sich wieder und wieder aufs Neue versteckte und um ihr Leben fürchtete. Einen neuen erdähnlichen Planeten zu besiedeln und ein neues Leben zu beginnen … – im Augenblick drehten sich ihre Gedanken nur darum, wie sie überleben konnte. Dabei verstand sie bis jetzt nicht einmal, was überhaupt geschehen war …   Stunden zuvor Die OMNI war mit ihrer Länge von über dreihundert Metern eine der größten Raumstationen, über die die CSA verfügte. Und dennoch wirkte sie winzig im Vergleich zu dem kreisförmigen Objekt, das sich nur wenige Kilometer von ihr entfernt vor dem Sternenhimmel abzeichnete. Das Massekatapult bestand trotz seines Durchmessers von einem Kilometer aus kaum mehr als dünnen Platten, die durch Kabel miteinander verbunden waren. In regelmäßigen Abständen war die Konstruktion durch Stabilisatoren verstärkt, in die Parabolspiegel eingearbeitet worden waren. In deren Brennpunkt bündelte sich die Energie, um das Katapult mit Energie zu versorgen. Energie, um die ORION, das ellipsoide Raumschiff, das im Schatten der Station nur an seinen Positionslichtern auszumachen war, knapp fünfhundert Lichtjahre durch das Weltall zu katapultieren. Das Ziel der ORION war Kepler-186f. Ein erdähnlicher Planet, der eine Hoffnung erfüllen sollte, die Millionen...



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