E-Book, Deutsch, 404 Seiten
Thomas Kyle & Jason: Rollercoaster
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-96089-753-8
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 404 Seiten
ISBN: 978-3-96089-753-8
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Als Jason Montgomery nach einem Herzstillstand aus dem Privatkrankenhaus Becker & Partner in einem Vorort von San Francisco entlassen wird, überraschen ihn sein Mann Kyle und seine Tochter Ellie mit einer fröhlichen Willkommensparty. Doch die Euphorie über sein wiedergewonnenes Leben hält nicht ewig und wird schon bald von alltäglichen Problemen verdrängt. Während Jason damit beginnt, bestimmte Dinge in seinem Leben zu überdenken, kämpft Kyle mit seinen ganz eigenen Sorgen. Dabei vergessen beide, dass sie ihre Probleme am besten gemeinsam bewältigen können.
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Jasons zweiter Geburtstag
„Wie fühlt sich das an?“, wollte Kyle wissen, als sich das riesige schmiedeeiserne Tor zu ihrem Zuhause langsam öffnete. Gerade hatte er Jason aus der Privatklinik Becker & Partner abgeholt, in die er vor zehn Tagen mit einem Herzstillstand und nach einer dramatischen Wiederbelebung eingeliefert worden war.
„Ein bisschen wie ein zweiter Geburtstag“, gestand ihm Jason.
Kyle fuhr hindurch, die vielen Serpentinen den Hügel hoch zur Villa Montgomery, die in einem schönen, parkähnlichen, von einem Team von Landschaftsgärtnern gepflegtem Anwesen lag und parkte schließlich auf dem angestammten Platz in der Garage.
Er stellte den Motor ab und sah Jason an.
„Scheißgefühl“, brummte Kyle. Genau hier hatte er Jason leblos in seinem Wagen gefunden. Oder besser ihr Hund Jamie.
„Ich werde alles dafür tun, damit das nie wieder passiert, Babe. Ich verspreche es dir.“
Inzwischen wussten sie, dass Jason aufgrund einer bislang unbekannten, genetischen Erkrankung eine Hypercholesterinämie hatte. Somit musste er von nun an entsprechende Medikamente nehmen, um zu verhindern, dass sich das ganze Drama wiederholte.
Kyle nickte. „Danke. Ich glaub dir.“
Sie stiegen aus und Jason trat dicht an ihn heran. „Weißt du, auf was ich mich am meisten freue?“
„Ich kann’s mir denken.“
„Ich will mich einfach nur mit dir ins Bett legen und dich spüren.“ Sie küssten sich zärtlich. „Aber erst muss ich Jamie knuddeln. Komm.“
Sie gingen zur Haustür und ließen sich ein.
„Oh, hallo zusammen, Entschuldigung, Sie beide waren schneller“, sagte ihr Butler. „Herzlich willkommen zurück, Sir!“
„Danke, Mel.“ Jason lächelte und sah sich nach Jamie um.
„Kevin und Daniel bringen ihn gleich“, beruhigte ihn Kyle und nickte dann Mel unmerklich zu.
„Dad!“, rief Ellie kurz darauf aus dem hinteren Teil der weitläufigen Wohnfläche. „Du bist schon da!“
„Honey.“ Jason ging ihr eilig entgegen und umarmte sie eng.
Plötzlich gab es einen Knall und sie fuhren zusammen. Aus drei Richtungen regnete es Konfetti und von überall her kamen ihre Freunde, die Jason ein herzliches Willkommen bereiteten.
„Du bist schon da! Geiles Kommando“, witzelte Kyle in Ellis Richtung, während alle Jason begrüßen wollten.
Sie lachte, zuckte mit den Achseln und klatschte ihn ab.
„Oh Mann, Luke! Josh, Tim. Ihr seid auch da!“ Jason griff sich an den Kopf und dann an die Brust. Er konnte kaum glauben, dass die drei extra aus Vancouver angereist waren.
„Mensch, lass den Scheiß!“, mahnte Luke sofort mit seiner sonoren Stimme und umarmte ihn.
Alle klatschten und Jason war sichtlich gerührt von der großen Anteilnahme. Er kam gar nicht dazu, alle zu begrüßen, denn nun klingelte es auch noch und alle sahen zur Haustür.
Mel öffnete und hereingestürmt kam ihr Deutscher Schäferhund Jamie, der sofort direkt auf Jason zu rannte.
Jason ging augenblicklich in die Hocke und schließlich auf die Knie, als Jamie auch schon bei ihm ankam. Als ehemaliger Polizeihund war er viel zu gut erzogen, um an ihm hochzuspringen, stattdessen presste der Hund winselnd und wild wedelnd den Kopf an Jasons Brust, der dankbar die Arme um ihn schlang und sein Gesicht in seinem Fell vergrub.
Mittlerweile klatschten alle im selben Rhythmus, bis auf einige, wie Marie, die sich die Tränen der Rührung abwischen mussten und Ellie schluchzte so sehr, dass Dave sie in den Arm nahm.
Kyle sah auf und obwohl auch er feuchte Augen hatte, lächelte er, da Jessie die Szene mit seiner Kamera eingefangen hatte.
„Oh Mann“, murmelte Jason und wischte sich die Tränen ab. „Danke, tausend Dank, dass ihr alle da seid.“
„Und das war auch der Grund, warum du leider bis Mittag warten musstest, bis ich dich abhole“, sagte Kyle. „Luke und seine Jungs sind erst um halb elf gelandet.“
Jason stand auf und schüttelte immer noch fassungslos den Kopf.
„Das Büffet ist eröffnet“, rief Ellie. „Wer meinen Dad schon geknutscht hat, mir nach.“
Alles lachte.
Die eine Hälfte folgte ihr, die andere begrüßte Jason. Darunter auch Daniel und Kevin, die in der Zwischenzeit für Jamie gesorgt und nun mit ihrem dreibeinigen Schäferhund Buddha aufgeschlossen hatten.
Irgendwann standen nur noch Jason und Kyle im Wohnzimmer, während sich die meisten draußen auf der Terrasse oder im Wintergarten befanden.
„Sorry, das mit dem Bett muss noch ein wenig warten“, sagte Kyle in komischer Verzweiflung.
„Kein Problem. War das deine Idee?“
„Meine und Ellis. Wir dachten, das müssen wir richtig feiern. Wie du schon gesagt hast: Es ist dein zweiter Geburtstag.“
„Dann mal los, ich hab Hunger.“ Jason nahm seine Hand und ging mit ihm hinaus auf die Terrasse.
„Wen suchst du?“, fragte Kyle.
„Louis. Ich hab ihn noch nicht gesehen. Und ich muss mich unbedingt noch persönlich bei ihm bedanken. Auch wenn wir schon miteinander telefoniert haben.“
„Küche? Er hat sein übliches Party-Team zusammengetrommelt und zusammen haben sie all das hier gezaubert.“ Kyle zeigte auf einen Teil des Buffets, das auf der Terrasse aufgebaut war. Der andere Teil befand sich drinnen. „Ich hab ihn einfach machen lassen.“
„Gute Idee. Ich geh mal, okay?“
Kyle nickte.
Jason ging wieder nach drinnen und stieß fast mit Luke zusammen.
„Oh Mann, Luke. Das bedeutet mir alles, dass ihr auch gekommen seid“, sagte Jason sofort und griff nach seiner Hand.
„Das war uns wirklich wichtig, immerhin sind wir schon ewig befreundet. Wir wollten dich alle drei unbedingt sehen, auch wenn wir heute Abend schon wieder zurückfliegen, weil wir ein großes Event betreuen …“
„Umso mehr weiß ich es zu schätzen.“
„Ist das der Held?“, fragte Luke und sah lächelnd zu Jamie herab, der dicht neben Jason saß, sich an sein Bein drängte und schmachtend zu ihm hochblickte.
Jason kraulte ihn hinter den Ohren. „Oh ja, das ist er. Ich weiß nicht, ob ich ohne ihn noch hier wäre. Und natürlich Kyle, der verstanden hat, was Jamie ihm mitteilen wollte.“ Jamie leckte über seine Hand. „Er ist ein ausgemusterter Polizeihund.“
„Ja, ich weiß.“
„Wir hoffen, er hat noch ein paar schöne Jahre bei uns.“
„Darf man ihn streicheln?“
„Klar. Er ist äußerst freundlich.“
Luke ging in die Hocke und kraulte ihn. „Hast du gut gemacht, Kumpel.“ Jamie legte eine Pfote in seine Hand. „Er hat sich wohl schon dafür bedankt, dass ihr ihn aufgenommen habt.“
„Oh ja, das können wir ihm in diesem Leben gar nicht zurückzahlen.“ Jason sah zu Jamie. „Es is’ alles gut. Du musst nicht hier auf mich aufpassen. Lauf zu und such Buddha. Hab ein bisschen Spaß und lass dich feiern. Hier sind genug Leute, die auf mich aufpassen, hm?“ Jamie wedelte und stand auf. „Ich meins ernst.“ Dann stupste Jamie ihn noch einmal mit der Schnauze an und schien sich tatsächlich auf die Suche nach Buddha zu machen.
Luke stand wieder auf. „Nicht schlecht.“ Dann wurde er ernst. „Ich dachte ja, mir bleibt das Herz stehen, als Dave mir sagte, was passiert ist. Blöder Vergleich, ich weiß …“
Jason winkte ab. „Heut kann ich auch schon ein bisschen drüber lachen.“
„Gut so. Aber wer noch viel mehr geschockt war, war Dave. Du weißt ja, dass wir im Studium best buddies waren, eigentlich waren wir wie Brüder. Aber das, was euch verbindet, ist nochmal ’ne ganz andere Nummer.“
Jason nickte. „Das, was Dave, Kyle und mich verbindet, ist stärker als Freundschaft. Und das wird immer so bleiben. Und jetzt hör ich auf, sonst fang ich wieder an zu heulen.“ Er atmete tief durch. „Wir sehen uns später noch, okay?“
Luke nickte, klopfte ihm auf die Schulter und sah Jason nach, wie er Richtung der offenen Küche davonging.
„Moment mal. Hey, Lou.“
Der fuhr herum und trat vorsichtshalber einen Schritt zurück, um ihm in die Augen sehen zu können.
„Oh, hui … Luke … Schön, dich zu sehen.“
„Umarmung?“
„Nönönö.“ Lou streckte abwehrend die Hand aus. „Das gilt immer noch, sorry. Hihi. Du weißt doch …“
„Ja, ja.“ Luke grinste. „Peter musste dich tagelang massieren, nachdem ich das mal gemacht hab.“
„Genau!“ Lou stemmte die Hände in die Seiten.
„Und du magst das nicht, wenn er das macht?“
„Was? Hach, doch natürlich!“
„Hahaha. Komm her!“ Er zog Lou trotzdem in seine Arme und der kicherte albern.
„Hach, was für ein Mann!“ Lou seufzte.
„Lass das mal nicht deinen Mann hören.“
„Was soll ich nicht hören?“, kam es in diesem Moment von einem Mann mit Bauch, Glatze und Bart. „Hi, Luke.“
„Hi, Peter.“
Die beiden begrüßten sich mit Handschlag.
„Hach, Zuckerbärchen, ich hab grad was für ein Mann zu diesem Hünen gesagt, weil er mich unbedingt drücken musste. Ich glaub aber, du musst mich wieder massieren.“ Lou warf Peter einen treuherzigen Blick zu und rieb sich übertrieben den Rücken.
Peter lachte. „Kein Problem. Dafür musst du aber noch ein bisschen warten.“
„Oh, supi, da freu ich mich drauf.“
„Wie hat dir unser kleines Filmchen für Dave gefallen?“, erkundigte sich Peter, der als Schnitttechniker bei David Hanks Pornofirma DH&A Productions arbeitete, bei Luke und meinte damit einen kleinen Zusammenschnitt von...




