Thomas | Ewig - Wenn Liebe entflammt | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 416 Seiten

Reihe: Ewig

Thomas Ewig - Wenn Liebe entflammt

Wenn Liebe entflammt
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7336-4969-2
Verlag: FISCHER Sauerländer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Wenn Liebe entflammt

E-Book, Deutsch, Band 2, 416 Seiten

Reihe: Ewig

ISBN: 978-3-7336-4969-2
Verlag: FISCHER Sauerländer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein ganz neues Happy End für Aurora Nach hundert Jahren Schlaf geweckt durch den Kuss eines Prinzen - Auroras Leben sollte eigentlich wie ein Märchen sein. Doch die Realität sieht anders aus: ein tyrannischer Herrscher hat sich des Thrones ihrer Familie bemächtigt und unterdrückt ihr Volk. Das darf nicht sein, beschließt Aurora. Um ihre Untertanen zu befreien, macht sie sich auf den Weg in das weit entfernte Königreich von Prinz Finnegan - der sie liebt und den sie hasst. Und der weit mehr über die Magie, die in Aurora schlummert, zu wissen scheint als sie selbst. Und vor allem über ihre rätselhafte Verbindung zu den Drachen, die das Königkreich von Prinz Finnegan seit Jahren bedrohen. Während Aurora, vom König zur Verräterin erklärt und von seinen Soldaten verfolgt, um ihr Leben fürchten muss, wird ihre magische Gabe immer stärker - genauso wie ihre Gewissheit: Sie wird nicht nur ihr Volk retten, sondern eines Tages auch den Fluch brechen, mit dem sie vor hundert Jahren bei ihrer Geburt belegt wurde. Ein Fluch, der ihr für immer jedes Glück und die große Liebe versagt. Aurora kämpft um ihr Leben, ihre Liebe und ihr Königreich. Mit romantischer Rosé-Veredelung: Der fulminante Abschluss des Zweiteilers.

Rhiannon Thomas hat Englische Literatur in Princeton, USA, studiert. Zurzeit lebt sie in Yorkshire, England. Wenn sie nicht gerade schreibt, arbeitet sie in einem Comicladen, der - in ihren eigenen Worten - »nerdy« ist. Dazu passt, dass Rhiannon eine leidenschaftliche »Dungeons & Dragons«-Spielerin ist. Ihr Lieblingsbuch ist »Das letzte Einhorn«.
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Für tausend Goldmünzen hätte selbst Aurora geglaubt, dass das lächelnde Mädchen auf dem Plakat eine Mörderin war.

Sie riss das Papier vom Baumstamm und knüllte es zusammen. Eine Woche lang war sie jetzt auf der Flucht und offensichtlich immer noch nicht weit genug gelaufen. Sogar diese kleine Siedlung am Rande des Waldes schien auf ihr Kommen vorbereitet.

Sie war so naiv gewesen zu glauben, sie könnte es schaffen. Ihre Fingernägel starrten von Schmutz, ihr Haar hing in filzigen Strähnen um ihre Schultern, und die Blasen an ihren Füßen waren blutverkrustet. Sie wusste nicht, wohin. Sie wusste nicht, wie man einen Unterschlupf baute oder Nahrung fand. Sie wusste nicht einmal, welchen Dialekt die Leute außerhalb der Hauptstadt sprachen, und würde überall herausstechen. Und zu allem Überfluss war das Königreich nun auch noch mit Fahndungsplakaten zugepflastert, die für ihre Ergreifung eine saftige Belohnung versprachen.

Aber Aurora musste ins Dorf gehen. Sie war noch nie zuvor so hungrig gewesen. Nie zuvor hatte sie hoffen müssen, im Wald auf einen Bach zu stoßen, um Wasser trinken zu können. Nie hatte sie überlegen müssen, ob eine bestimmte Beerensorte giftig war, und sich nie Sorgen gemacht, ob sie im Laufe des Tages noch etwas zu essen bekäme. Sie hatte sich nie darum geschert, woher ihre Mahlzeiten kamen, oder daran gezweifelt, dass sie welche haben würde, und hatte ihren Teller allzu oft unangerührt stehen lassen. All die guten Dinge, die weggeworfen worden waren … Sie brauchte dringend Nahrung, sonst würde sie es nicht sehr viel weiter schaffen, und dann würden die Soldaten des Königs sie so oder so erwischen.

Und außerdem, wer würde bei ihrem jetzigen Anblick schon vermuten, dass sie eine Prinzessin war?

Das Dorf lag ruhig im Morgengrauen. Ein paar Leute kamen die Straße entlang, aber sie waren noch so verschlafen oder so sehr mit ihren Besorgungen beschäftigt, dass sie Aurora im Vorübergehen kaum wahrnahmen.

Aurora roch frisch gebackenes Brot und folgte dem Duft, bis sie zu einem Laden kam, auf dessen Türschild das Bild einer goldenen Ähre prangte. Aurora schloss die Augen, sog tief Luft ein, und es schien ihr, als könnte sie den Geruch des Brots sogar . Wie zur Antwort krampfte ihr Magen sich schmerzvoll zusammen.

Sie blickte sich um. Keine Wachen oder Soldaten in Sicht. Sie würde es wagen müssen.

Als sie die Tür aufdrückte, erklang eine Glocke. Eine Frau mittleren Alters stand hinter dem Tresen und verteilte dampfende Brotlaibe auf bereitstehende Tabletts. »Willkommen, tretet ein«, sagte sie, ohne den Blick zu heben. »Bitte entschuldigt meinen Aufzug, heute ist einfach einer dieser Tage. Was kann ich für Euch tun?«

»Äh …« Aurora trat näher.

Die Frau sah sie an und verharrte in der Bewegung, ihre Hand mit dem Brot schwebte über dem Tablett.

Auch Aurora erstarrte. Sie spähte zur Tür, innerlich gewappnet, blitzschnell losrennen zu müssen.

»Du lieber Himmel, Mädchen«, sagte die Bäckersfrau. »Du siehst ja furchtbar aus. Was ist denn mit dir passiert?«

»Ach«, sagte Aurora. »Ich bin bloß auf Reisen.« Sie zuckte unwillkürlich zusammen, als sie ihren eigenen geschliffenen, altmodischen Akzent hörte.

Die Frau schnalzte mit der Zunge. »Ist schon ein Jammer, wie viele Leute heutzutage auf Wanderschaft sind. Nicht genug zu essen, nicht genug Arbeit, und jeder meint, er müsse sein Glück woanders suchen. Für solche jungen Dinger wie dich ist es da draußen doch viel zu gefährlich!«

Aurora rückte noch näher an den Tresen heran. Das frische Brot duftete einfach unwiderstehlich. »Ich wollte Brot kaufen.«

»Ach herrje, natürlich. Verzeihung. Wenn ich könnte, würde ich dir ja eins schenken. Ehrlich. Aber wir haben’s auch schwer. Ich kann’s mir nicht leisten, großzügig zu sein.«

»Ist schon in Ordnung, danke«, sagte Aurora. »Ich habe Geld.« Sie griff in ihre Tasche und holte die Börse hervor, die Finnegan ihr gegeben hatte. Als die Bäckersfrau das Klimpern der Münzen hörte, machte sie große Augen. Aurora öffnete den kleinen Beutel, zum Schutz vor neugierigen Blicken dicht vor ihre Brust gepresst, und kramte ein paar Kupfertaler heraus. Dann zog sie die Schnur der Börse wieder zu.

Die Frau empfahl ihr eine Spezialität der Region, und Aurora nahm zwei Laibe. »Wenn du einen Schlafplatz suchst«, fügte die Bäckerin hinzu, während sie die Brote in eine Papiertüte schob, »solltest du es beim am Ende der Straße versuchen. Das sind anständige Leute. Diskret, verstehst du?«

Auroras Finger schlossen sich fest um die Papiertüte. »Ich habe nichts zu verbergen«, sagte sie. »Aber vielen Dank für den Tipp.«

Die Ladenglocke bimmelte, und ein kleines Mädchen kam mit fliegenden Zöpfen hereingestürmt. »Mama!«, rief sie. »Mama! Da sind Soldaten!«

Soldaten. Aurora wirbelte so schnell herum, dass sie mit dem Hüftknochen gegen den Tresen stieß. Waren die Wachen ihr gefolgt? Oder war sie in der kurzen Zeit, in der sie hier im Dorf war, bereits von jemandem erkannt worden?

Der Blick der Frau wanderte verstohlen zu Aurora. »Woher weißt du das, Suzie? Was hast du gesehen?«

»Sie kommen aus dem Wald. Ich habe das Brot bei Mistress Jones abgeliefert, genau, wie du’s gesagt hast, und da sind die Soldaten ins Dorf reinmarschiert. Sie sind gerade dabei, alle aus ihren Häusern zu scheuchen.«

Die Bäckerin hielt kurz inne. »Das ist aber kein Grund, dass du aufhörst, die Ware auszuliefern, Suzie. Die Leute brauchen doch ihr Brot, egal, was passiert. Hopp, hopp, bring den nächsten Schwung zu den Masons. Und mach dir wegen der Soldaten keine Sorgen.«

»Aber …«

»Tu, was ich sage!«

Das Mädchen starrte seine Mutter mit offenem Mund an. Sie warf Aurora einen neugierigen Blick zu, dann nickte sie.

»Gut«, sagte sie. »Bin schon auf dem Weg. Ich wollte dir eben nur kurz Bescheid geben.« Mit einem letzten Blick zu Aurora flitzte sie durch die Ladentür hinaus.

»Vielen Dank für das Brot«, sagte Aurora und versuchte, das Zittern in ihrer Stimme zu unterdrücken. »Und das Wirtshaus, das Ihr erwähnt habt, schaue ich mir mal an.«

»Unsinn, Kindchen.« Die Bäckersfrau huschte um den Tresen herum. »Du musst machen, dass du wegkommst, wenn sie dich suchen.«

»Mich suchen?« Aurora rang die aufsteigende Panik nieder und zog die Stirn demonstrativ in Falten. Ob ihre Miene halbwegs verwirrt aussah? Doch die Bäckersfrau ließ sich nicht täuschen. Sie packte Aurora am Handgelenk und schob sie hinter den Tresen.

»Ab durch den Hinterausgang mit dir! Du willst keine Bekanntschaft mit den Soldaten machen. Hier entlang kommst du auf eine ruhigere Straße und bist schnell am Ende des Dorfes.«

Sie drängte Aurora in eine kleine Kammer. Säcke mit Mehl lehnten an einer der Wände, und auf einem Tisch in der Mitte standen Bleche, die vollbeladen waren mit rohem Teig. Die niedrige Decke wurde von zwei Holzpfeilern gestützt, an denen die Frau sich flink vorbeiwand, um zur Tür zu gelangen.

»Los, los, komm«, sagte sie. »Dich zu verstecken wär sinnlos. Sie werden alle Häuser auf den Kopf stellen, und wie willst du dann noch fliehen? Schnell, da raus.«

Es klopfte laut an der Hintertür. »Aufmachen!«, brüllte eine Männerstimme. »Befehl des Königs. Wir müssen das Haus durchsuchen.«

Die Bäckerin prallte erschrocken zurück, wobei sie Auroras Hand fest umklammert hielt. Hastig zog sie das Mädchen wieder Richtung Vordereingang, doch da bimmelte bereits die Glocke. Zwei Soldaten polterten herein. Als sie Aurora erblickten, blieben sie wie angewurzelt stehen und rissen die Augen auf. Sie hatten sie in der Gegend vermutet, aber natürlich nicht gewusst, dass sie ausgerechnet hier Glück haben würden. Hätte sie sich doch bloß rechtzeitig versteckt!

Die Soldaten zogen ihre Schwerter, und der eine rief laut nach Verstärkung. Aurora riss sich von der Bäckersfrau los und rannte zurück zum Hinterausgang. In dem Moment trat ein Soldat die Tür mit dem Stiefel auf, und drei Männer stürzten mit gezückten Waffen in die Kammer. Aurora zog den Dolch aus ihrer Tasche.

Wie töricht von ihr, anzunehmen, sie könnte einen Laden betreten, ohne sich damit in Gefahr zu bringen. Jetzt würden sie sie kriegen und in die Hauptstadt zurückschleifen, zurück zu König John mit seinem dröhnenden Lachen und den eiskalten Augen. Zurück zu einem qualvollen Tod auf dem Scheiterhaufen.

Der Soldat, der ihr am nächsten stand, streckte sich nach ihr aus. Sie duckte sich weg, während Panik und Trotz in ihr hochwallten, und plötzlich schossen Flammen über den Kammerboden. Der Umhang des Soldaten fing Feuer, und er riss ihn sich brüllend vom Körper. Die Leinensäcke gerieten in Brand, genau wie die Holzpfeiler mitten im Raum. Die Schreie der Bäckerin gellten in Auroras Ohren. Sie hatte das Gefühl, ihr ganzer Körper würde in Flammen stehen. Mit eingezogenem Kopf stürmte sie durch den nun freien Hinterausgang hinaus auf die offene Straße.

Jetzt eilten aus allen Richtungen Soldaten herbei. Aurora wirbelte um die eigene Achse. Wo sollte sie nur hin?

»Halt!«, rief ein Soldat, den Bogen im Anschlag. »Stehen bleiben, oder ich schieße.«

Doch er konnte sie nicht töten. Der König wollte, dass man sie ihm lebendig brachte.

Rauch quoll aus den Fenstern und Türen der Bäckerei. Aurora schlug einen Haken und rannte seitlich am Gebäude entlang, wich geschickt einem heranschießenden Pfeil aus. Flammen züngelten aus den Fenstern, und die Bäckersfrau schrie immer noch.

Aurora bog in eine Straße ein, dann in eine andere, aber das Dorf war...


Thomas, Rhiannon
Rhiannon Thomas hat Englische Literatur in Princeton, USA, studiert. Zurzeit lebt sie in Yorkshire, England. Wenn sie nicht gerade schreibt, arbeitet sie in einem Comicladen, der – in ihren eigenen Worten – 'nerdy' ist. Dazu passt, dass Rhiannon eine leidenschaftliche 'Dungeons & Dragons'-Spielerin ist. Ihr Lieblingsbuch ist 'Das letzte Einhorn'.

Rhiannon ThomasRhiannon Thomas hat Englische Literatur in Princeton, USA, studiert. Zurzeit lebt sie in Yorkshire, England. Wenn sie nicht gerade schreibt, arbeitet sie in einem Comicladen, der – in ihren eigenen Worten – 'nerdy' ist. Dazu passt, dass Rhiannon eine leidenschaftliche 'Dungeons & Dragons'-Spielerin ist. Ihr Lieblingsbuch ist 'Das letzte Einhorn'.



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