E-Book, Deutsch, 174 Seiten
Thiel / Gräbe Dialektik, TRIZ und ProHEAL
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7534-0936-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, 174 Seiten
ISBN: 978-3-7534-0936-8
Verlag: BoD - Books on Demand
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ProHEAL steht für "Programm des Herausarbeitens von Erfindungsaufgaben und Lösungsansätzen" und ist eine Anpassung und Weiterentwicklung der Erfindungsmethodik TRIZ, einer inzwischen weltweit beachtete Methodik zur Lösung widersprüchlicher Anforderungen, die von G.S. Altschuller und seinen Schülern seit den 1950er Jahren zunächst in der Sowjetunion entwickelt wurde. Mit der Übersetzung von drei wichtigen Werken Altschullers 1973, 1983 und 1984 ins Deutsche wurde der Grundstein für die DDR-Erfinderschulbewegung gelegt. In diesem Band der Rohrbacher Manuskripte wird eines der zentralen Lehrmaterialien der Erfinderschulen neu aufgelegt.
Dr. phil. habil. Rainer Thiel (Jahrgang 1930) ist eng mit vielen Prozessen der Auf und Ab der DDR verbunden. Als Handwerkersohn studiert er nach der ABF und einer "Bewährung in der Produktion" Mathematik und Philosophie in Jena und Berlin, war in den Sphären von Georg Klaus und Hermann Ley intensiv mit dem kybernetischen Aufbruch der 1960er Jahre verbunden, wurde auf diesem Gebiet auch promoviert und habilitiert. 1960-63 und später 1967 stand Rainer Thiel im organisatorischen Zentrum des Aufschwungs der Kybernetik in der DDR. Nach dem Zurückfahren dieser Ansätze in den 1970er Jahren ergaben sich auf dem Gebiet der Systematischen Innovationsmethodiken neue Handlungsräume, die ihn in den 1980er Jahren mit "Verdienten Erfindern der DDR" zusammenbrachten, um gemeinsam die DDR-Erfinderschulbewegung voranzubringen. Auch nach der Wende blieb Rainer Thiel aktiv und ist es bis heute. Wer mehr zur Person erfahren möchte, dem sein Rainer Thiels Autobiografie "Neugier - Liebe - Revolution. Mein Leben 1930-2010. Verlag am Park. Berlin, 2010, empfohlen.
Autoren/Hrsg.
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A.2. Stand der Technik, Vorauswahl und
System-Analyse einer Start-Variante.
Bedürfnisgemäße Variation der Systemparameter. 2.1. Welches ist das für die Realisierung der Zielgröße am besten geeignete technisch-technologische Prinzip? Untersuche die auf dem Stand der Technik bekannten Prinzipien der Herstellung und/oder Nutzung technischer Objekte aus deinem Technologie-Bereich auf Eignung in bezug auf die ABER. Wähle das technisch-technologische Prinzip, das dem Zweck des zu schaffenden technischen Systems (Zielkomponente Z1) am meisten entspricht, mit dessen Anwendung voraussichtlich nicht oder vergleichsweise wenig gegen Anforderungen und Restriktionen verstoßen wird und das die Bedingungen und Erwartungen ohne wesentlichen Zusatzaufwand zu erfüllen vermag. Hierbei sind die verfügbaren und alle machbar erscheinenden Mittel und Verfahren auf dem Stande der Technik in Betracht zu ziehen. Ist ein technisch-technologisches Prinzip mit der Aufgabenstellung verbindlich vorgegeben, so überprüfe es auf seine Eignung und vergleiche es mit anderen bekannten Prinzipien. Nimm gegebenenfells Rücksprache mit dem Auftraggeber. Ist ein geeignetes technisch-technologisches Prinzip im eigenen Technologie-Bereich nicht auffindbar, ist die Suche auf weitere, auch fern liegende Bereiche auszudehnen. Formuliere technisch-ökonomische Parameter (Effektivitätsparameter) so, dass sie dem technisch-technologischen Prinzip gemäße Messgrößen für die Eigenschaften sind, welche durch die Zielgrößenkomponenten gefordert werden. 2.2. Welche Arten von Objekten müssen in Betracht gezogen werden, um das technische System dem technisch-technologischen Prinzip entsprechend nutzbar zu machen? Welche Gebrauchseigenschaften müssen die Vertreter der einzelnen Objektarten haben, damit sie entsprechend Z1 für die Verwendung im technischen System geeignet sind? Welche Objektart trägt am meisten zu den Effektivitäts- und Eignungsmerkmalen des technischen Systems bei? Können weitere Objektarten mit spezifischen Gebrauchseigenschaften in Betracht gezogen werden, um allen notwendigen Eignungs- und Effektivitätsmerkmalen des technischen Systems hinreichend im Hinblick auf Z3 und Z4 Rechnung tragen zu können? 2.3. Welche Hauptfunktion hat der Nutzungsprozess des technischen Systems? Mit welcher notwendigen Teilfunktionen ist die Hauptfunktion gemäß technisch-technologischem Prinzip zu verwirklichen? Durch welche Teilfunktionen werden welche Objekte auf welche Weise in den Nutzungsprozess einbezogen? Wie werden dadurch ihre Gebrauchseigenschaften aktiviert? Gibt es eine Teilfunktion, durch die besonders viele Objekte in den Prozess einbezogen und aktiviert werden? Gibt es Objekte, welche durch mehrere Teilfunktionen auf unterschiedliche Weise in den Prozess einbezogen werden? Durch welche notwendigen Funktionseigenschaften lässt sich die prozessgerechte Wirkungsweise und durch welche Struktureigenschaften lässt sich der erforderliche Aufbau und die zweckmäßige Anordnung der einzelnen Objekte (technischen Mittel) kennzeichnen? 2.4. Welche für den Nutzungsprozess gemäß (2.3) geeigneten technischen Mittel sind zu den einzelnen Objektarten gemäß (2.2) auf dem Stand der Technik verfügbar oder bekannt? Gibt es ein technisches System auf dem internationalen Stand der Technik, welches die notwendigen Eignungsmerkmale gemäß Z1, Z3, Z4 prinzipiell besitzt? Ist dieses System verfügbar? Wähle dieses System als Referenzvariante, auch wenn es nicht auf dem gewählten technisch-technologischen Prinzip beruht. Welche der einzelnen erforderlichen Mittel gemäß (2.3.f) gibt es auf dem Stand der Technik? Welche sind verfügbar? Welche sind machbar? Welche gemäß (2.3.f) notwendigen technischen Mittel sind auf dem Stand der Technik weder verfügbar noch bekannt? Wie wären technische Mittel gemäß (2.4.c) auf dem Stand der Technikwissenschaften denkbar? Welche der in Betracht gezogenen technischen Mittel lassen sich aufgrund ihrer Mittel-Wirkungs-Beziehungen miteinander zu einer Basisvariante verknüpfen? (Eventuell morphologisches Schema) Welche funktionalen Anforderungen, welche strukturellen Bedingungen sowie naturgesetzmäßigen Einflüsse und Restriktionen (ABER) sind dabei zu berücksichtigen? Bei welchen neuartigen technischen Mitteln treten demgemäß die meisten Unvereinbarkeiten auf? Bei funktionsbestimmenden oder bei untergeordneten technischen Mitteln? Worin bestehen diese Unvereinbarkeiten? Lassen sie sich durch Verlagerung auf untergeordnete technische Mittel und geeignete Variation ihrer Funktions- und Struktureigenschaften beheben? 2.5. Welche technisch-ökonomischen Mängel bzw. technisch-ökonomischen Defekte besitzt die mit bekannten technischen Mitteln bestenfalls erreichbare Basisvariante? In welchen der technisch-technologischen Eignungsmerkmalen weicht die bevorzugte Basisvariante von der Zielgröße voraussichtlich am stärksten ab? In welchen technisch-ökonomischen Hauptleistungsdaten weicht sie voraussichtlich von der Sollgröße am stärksten ab? In welchen Eignungs- und Effektivitätsmerkmalen ist die Basisvariante der Referenzvariante prinzipiell überlegen? Welche neuen technischen Mittel sind notwendig und denkbar, um mit der Basisvariante die Sollgröße zu erreichen und die Referenzvariante in allen Hauptleistungsdaten zu übertreffen? Wie lautet die technisch-ökonomische Zielstellung der notwendigen technischen Entwicklung? Welcher Hauptleistungsparameter liegt ihr als Führungsgröße zugrunde? 2.6. Fasse das technische System, das die Zielgröße realisieren soll, insgesamt als Black Box auf. Mit welchen Eingängen und Ausgängen realisiert das technische System in der gewählten bzw. vorgefundenen Ausführungsform das spezielle gesellschaftliche Bedürfnis? Beschreibe die Ein- und Ausgangsgrößen in auftragsgemäßen Bestimmungen der Art, der Zusammensetzung, der Struktur und des Zustandes von Stoff, Energie und Information. 2.7. Durch welches Verfahrensprinzip wird bei der gewählten Basisvariante die zweckbestimmte Eingangs/Ausgangsrelation (Überführungsfunktion) realisiert? Welches sind die funktionellen Merkmale der wesentlichen Teilsysteme zur Realisierung der Hauptfunktion? Welche notwendigen Zwischenstadien der Eingangs-Ausgangs-Transformation der Zustandsgrößen von Stoff, Energie und Information sind zu erzielen? 2.8. Welche technischen Wirkprinzipe liegen bei der Basisvariante der Hauptfunktion zugrunde? Untersuche das technische Wirkprinzip jeder einzelnen Elementarfunktion: Durch welchen Operator soll welche Einwirkung (welche Operation) auf welches Objekt (Operand) ausgeübt werden? Welche Rückwirkung (Gegenoperation) ist dafür erforderlich und durch welchen Gegenoperator wird sie hervorgerufen? Welche Auswirkungen ergeben sich aus dem Zusammenwirken von Operator und Gegenoperator und wie werden sie hervorgerufen? Welche Auswirkungen ergeben sich aus dem Zusammenwirken von Operator und Gegenoperator in dem zu verändernden Objekt? Kennzeichne Art und Weise der konstruktiven bzw. verfahrenstechnischen Verknüpfung der (elementaren) Funktionseinheiten zur Struktureinheit der Hauptfunktion. Konfrontiere die technische Wirksamkeit – den Funktionswert – der einzelnen Elementarfunktionen und der Hauptfunktion als Ganzes mit den Anforderungen an die Gebrauchseigenschaften des technischen Systems. 2.9. Enthält das technische System für den vorgesehenen Verwendungszweck überflüssige Elementarfunktionen? 2.10. Welche Nebenwirkungen der Hauptfunktion treten auf bzw. sind bei vorgesehenen technisch-technologischen Maßnahmen zu erwarten? Untersuche die einzelnen Elementarfunktionen in der Wirkungskette der Hauptfunktion und die ihnen zugrunde liegenden Wirkprinzipe auf technisch und/oder naturgesetzlich bedingte Nebenwirkungen. Unterscheide dabei nützliche, verfügbare und schädliche, zu unterdrückende Nebenwirkungen. 2.11. Wodurch sind die Nebenwirkungen verursacht? Welches sind die konstruktiv bzw. technologisch und die naturgesetzlich determinierten Anforderungen, Bedingungen, Einflüsse und Restriktionen (ABER), auf Grund derer die Nebenwirkungen entstehen bzw. nicht ohne Weiteres unterdrückt werden können? Diese ABER ergeben sich für ein technisches Gebilde aus den technisch-konstruktiven Merkmalen seines Aufbaus und/oder den technisch-technologischen Merkmalen seiner Herstellung, und für ein technisches Verfahren aus den technisch-technologischen Merkmalen seines Ablaufs und/oder den technisch-konstruktiven Merkmalen des Aufbaus des mit ihm herzustellenden technischen Gebildes. Konfrontiere die Nebenwirkungen und den Grad ihrer Nutzung bzw. Unterdrückung mit...




