Theokrit | Idyllen | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 115 Seiten

Theokrit Idyllen


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8496-3749-1
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 115 Seiten

ISBN: 978-3-8496-3749-1
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Theokrit war als griechischer Dichter Schöpfer und Hauptvertreter der bukolischen Poesie der Griechen. Seine über 30 Gedichte gelten als wegweisend für die Form der Idylle. In diesem Band sind enthalten: I. Thyrsis. II. Die Zauberin. III. Amaryllis. IV. Die Hirten. V. Komatas und Lakon. VI. Die Rinderhirten. VII. Das Erntefest. VIII. Die Wettsänger. IX. Die Aufforderung. X. Die Schnitter. XI. Der Kyklop. XII. Der Geliebte. XIII. Hylas. XIV. Die Liebe der Kyniska. XV. Die Syrakuserinnen am Adonisfest. XVI. Die Chariten. XVII. Lob des Ptolemäos. XVIII. Brautlied der Helena. XIX. Der Honigdieb. XX. Der junge Kuhhirt. XXI. Die Fischer. XXII. Die Dioskuren. XXIII. Der unglücklich Liebende. XXIV. Der kleine Herakles. XXV. Herakles bei Augeias. XXVI. Die Bacchantinnen. XXVII. Liebesgespräch. XXVIIIa. Der Spinnrocken. XXVIIIb. Die Spindel. XXIX. An den Geliebten.

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XV. Die Syrakuserinnen am Adonisfest.



Gorgo.

Ist Praxinoa drin. 

Eunoa.

O Gorgo, wie spät! Sie ist drinnen. –

Praxinoa.

Wirklich! du bist schon hier? – Nun, Eunoa, stell' ihr den Sessel!

Leg' auch ein Polster darauf. 

Gorgo.

Es ist gut so. 

Praxinoa.

Setze dich, Liebe.

Gorgo.

Ach! halbtot, Praxinoa, bin ich! Lebensgefahren

Stand ich aus, bei der Menge des Volks und der Menge der Wagen!

Stiefel und überall Stiefel, und nichts als Krieger in Mänteln!

Dann der unendliche Weg! Du wohnst auch gar zu entfernt mir.

Praxinoa.

Ja, da hat nun der Querkopf ganz am Ende der Erde

Solch ein Loch, nicht ein Haus, mir genommen, damit wir doch ja nicht

Nachbarn würden: nur mir zum Tort, mein ewiger Quälgeist!

Gorgo.

Sprich doch, Beste, nicht so von deinem Dinon; der Kleine

Ist ja dabei. Sieh, Weib, wie der Junge verwundert dich anguckt!

Lustig, Zopyrion, herziges Kind! sie meinet Papa nicht.

Praxinoa.

Heilige du! ja, er merkt es, der Bube. – Der liebe Papa der!

– Jener Papa ging neulich (wir sprechen ja immer von neulich),

Schmink' und Salpeter für mich aus dem Krämerladen zu holen,

Und kam wieder mit Salz, der dreizehnellige Dummkopf! 

Gorgo.

G'rade so macht es der meine, der Geldabgrund Diokleidas!

Sieben Drachmen bezahlt' er für fünf Schafsfelle noch gestern:

Hundshaar, schäbige Klatten! nur Schmutz, nur Arbeit auf Arbeit!

– Aber nun lege den Mantel doch an, und das Kleid mit den Spangen!

Komm' zur Burg Ptolemäos', des hochgesegneten Königs,

Dort den Adonis zu sehn. Etwas Prachtmäßiges, hör' ich,

Gebe die Königin dort. 

Praxinoa.

Reich macht bei den Reichen sich Alles.

Gorgo.

Wer was gesehn, kann dem und jenem erzählen, der nichts sah.

Komm, es ist Zeit, daß wir gehn. 

Praxinoa.

Sei's! Stets hat der Müßige Festtag.

Eunoa, nimm mein Gespinst. So leg' es doch, Träumerin, wieder

Mitten im Zimmer da hin! Weich liegen die Katzen ja gerne.

Rühr' dich! Wasser geschwind! – Nein, Wasser ja brauch' ich am ersten!

Bringt sie mir Seife! Nun, gieb! – Halt' ein – Unmäßige! Gieß' doch

Nicht so viel! Heillose, was mußt du den Rock mir begießen!

– Jetzt hör' auf! Wie's den Göttern gefiel, so bin ich gewaschen,

Nun, wo steckt denn der Schlüssel zum großen Kasten? So hol' ihn.

Gorgo.

Einzig, Praxinoa, steht dies faltige Spangengewand dir.

Sage mir doch, wie hoch ist das Zeug vom Stuhl dir gekommen?

Praxinoa.

Ach! erinn're mich gar nicht daran! Zwei Minen und drüber,

Bar; und ich setzte beinah' mein Leben noch zu bei der Arbeit.

Gorgo.

Aber auch ganz nach Wunsche geriet sie dir. 

Praxinoa.

Wahrlich, du schmeichelst.

– Gieb den Mantel nun her, und setze den schattenden Hut mir

Auf nach der Art. Nicht mitgehn, Kind! Bubu da! das Pferd beißt!

Weine, so lange du willst; zum Krüppel mir sollst du nicht werden. –

Gehn wir denn. – Phrygia, spiel' indes mit dem Kleinen ein wenig;

Lock den Hund in das Haus und verschließ' die Thüre des Hofes. –

Götter! o welch' ein Gewühl! Durch dieses Gedränge zu kommen,

Wie und wann wird das gehn? Ameisen, unendlich und zahllos!

Viel Preiswürdiges doch, Ptolemäos, danket man dir schon,

Seit bei den Himmlischen ist dein Vater. Es plündert kein schlauer

Dieb den Wandelnden mehr, ihn fein auf ägyptisch beschleichend,

Wie vordem aus Betrug zusammengelötete Kerle,

All' einander sich gleich, durchtriebenes, freches Gesindel!

– Süßeste Gorgo, wie wird es uns gehn! Da kommen des Königs

Prunkpferd', siehst du? – Mein Freund, mich nicht überritten, das bitt' ich! –

Ha, der unbändige Fuchs, wie er bäumt; Du verwegenes Mädchen

Eunoa, wirst du nicht weichen? Der bricht dem Reiter den Hals noch.

O nun segn' ich mich erst, daß mir der Junge daheim blieb!

Gorgo.

Faß' dich, Praxinoa, Mut! wir sind schon hinter den Pferden

Jene reiten zum Platze. 

Praxinoa.

Bereits erhol' ich mich wieder.

Pferd' und eisige Schlangen, die scheut' ich immer am meisten,

Von Kind an. O geschwind! Was dort ein Haufen uns zuströmt!

Gorgo.

Mütterchen, wohl aus der Burg? 

Die Alte.

Ja, Kinderchen. 

Gorgo.

Kommt man denn auch noch

Leichtlich hinein. 

Die Alte.

Durch Versuche gelangten die Griechen nach Troja,

Schönstes Kind; durch Versuch ist alles und jedes zu machen.

Gorgo.

Fort ist die Alte, die nur mit Orakelsprüchen uns abspeist!

Alles weiß doch ein Weib, auch Zeus' Hochzeit mit der Hera.

Sieh, Praxinoa, sieh, was dort ein Gewühl um die Thür ist!

Praxinoa.

Ach, ein erschreckliches! – Gieb mir die Hand! Du, Eunoa, fasse

Eutychis an, und laß sie nicht los, sonst gehst du verloren.

Alle auf einmal hinein! Fest, Eunoa, an uns gehalten! – –

Wehe mir Unglückskind! Da riß mein Sommergewand schon

Mitten entzwei, o Gorgo! – Bei Zeus, und soll es dir jemals

Glücklich ergehen, mein Freund, so hilf mir und rette den Mantel.

Erster Fremder.

Ja, wer's könnte! doch sei es versucht. 

Praxinoa.

Ein gräulich Gedränge!

Stoßen sie nicht wie die Schweine? 

Der Fremde.

Getrost! nun haben wir Ruhe.

Praxinoa.

Jetzt und künftig sei Ruhe dein Loos, du bester der Männer,

Daß du für uns so gesorgt! – Der gute, mitleidige Mann da! –

Eunoa steckt in der Klemme! Du Tröpfin! frisch! mit Gewalt durch!

– Schön! wir alle sind drin! so saget der Braut, wer sie einschloß.

Gorgo.

Hier, Praxinoa, komm: sieh erst den künstlichen Teppich!

Schau, wie lieblich und zart! Du nähmst es für Arbeit der Götter.

Praxinoa.

Heilige Pallas Athene, wer hat die Tapeten gewoben?

Welcher Maler dazu so herrlich die Bilder gezeichnet?

Wie natürlich sie stehn, wie in jeder Bewegung natürlich!

Wahrlich beseelt, nicht gewebt! Ein kluges Geschöpf ist der Mensch doch!

Aber er selber, wie reizend er dort auf dem silbernen Ruhbett

Liegt, und die Schläfe herab ihm keimet das früheste Milchhaar!

Dreimal geliebter Adonis, der selbst noch im Hades geliebt wird!

Zweiter Fremder.

Schweigt doch, ihr Klatschen, einmal! Könnt ihr kein Ende noch finden?

Schnattergänse! Wie breit und wie platt sie die Wörter verhunzen!

Gorgo.

Mein! Was will doch der Mensch? Was geht dich unser Geschwätz an?

Warte, bis du uns kaufst! Syrakuserinnen befiehlst du?

Wisse auch dies noch dazu: wir sind von korinthischer Abkunft,

Gleichwie Bellerophon; wir reden ja peloponnesisch;

Doriern wird's doch, denk' ich, erlaubt sein, dorisch zu sprechen?

Praxinoa.

O so bewahr' uns vor einem zweiten Gebieter, du liebe

Melitodes! Nur zu! Du streichst mir den ledigen Scheffel.

Gorgo.

Still, Praxinoa! Gleich nun fängt sie das Lied von Adonis

An, die Sängerin dort, der Argeierin kundige Tochter,

Die den Trauergesang auf Sperchis so trefflich gesungen.

Sicherlich macht die's fein. Schon richtet sie schmachtend ihr Köpfchen.

Die Sängerin.

Herrscherin! die du Golgos erkorst und Idalions Haine,

Auch des Eryx Gebirg', goldspielende du, Aphrodita!

Sage, wie kam dir Adonis von Acherons ewigen Fluten

Nach zwölf Monden zurück, im Geleit' sanftwandelnder Horen?

Langsam gehn die Horen vor anderen seligen Göttern;

Aber sie kommen mit Gaben auch stets und von allen ersehnet.

Kypris, Dionas Kind, du erhobst, so meldet die Sage,

In der Unsterblichen Kreis, die sterblich war, Berenika,

Hold Ambrosiasaft in die Brust der Königin träufelnd.

Dir zum Dank, vielnamige, tempelgefeierte Göttin,

Ehrt Berenikas Tochter, an Liebreiz Helena ähnlich,

Ehrt Arsinoa heut mit allerlei Gaben Adonis.

Neben ihm liegt anmutig, was hoch auf dem Baume gereifet;

Neben ihm auch Lustgärtchen, umhegt von silbergeflocht'nen

Körben, auch goldene Krüglein, gefüllt mit syrischen Düften;

Auch des Gebackenen viel, was Frau'n in den Formen bereitet,

...



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