E-Book, Deutsch, Band 0162, 304 Seiten
Reihe: Tiffany Duo
Thayne Tiffany Duo Band 162
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95446-126-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0162, 304 Seiten
Reihe: Tiffany Duo
ISBN: 978-3-95446-126-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Küsse auf eigene Gefahr
Raeanne Thayne
Anschläge und üble Drohbriefe machen Ellies Start als neue Tierärztin in Wyoming zu einem gefährlichen Abenteuer. Gefährlicher noch als ihr Flirt mit Matthew Harte, der genau wie sie keine feste Bindung will - und bei heißen Küssen doch alle Vorsicht vergisst...
Dunkle Vergangenheit
Raeanne Thayne
Die zierliche Sarah ist ganz anders als die rassigen Gespielinnen, die der smarte Cop Jesse James sonst bevorzugt. Und doch ist er der grünäugigen Blondine vom ersten Moment an verfallen, obwohl - oder gerade weil? - er sofort spürt, dass ein Geheimnis sie umgibt...
Verräterisches Verlangen
Raeanne Thayne
Cassie weiß nicht, was schlimmer ist: die Erinnerung daran, dass Zack sie kurz vor der Hochzeit verließ - oder die Geschichte, mit der er sie jetzt, zehn Jahre später, konfrontiert. Denn in dieser Geschichte geht es um Intrigen, Drogen und Mord. Und immer noch will sie ihn...
RaeAnne Thayne hat als Redakteurin bei einer Tageszeitung gearbeitet, bevor sie anfing, sich ganz dem Schreiben ihrer berührenden Geschichten zu widmen. Inspiration findet sie in der Schönheit der Berge im Norden Utahs, wo sie mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern lebt.
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1. KAPITEL
“Sie haben was gemacht?”
Ellie Webster und der hochgewachsene schroffe Rancher neben ihr sprachen beide gleichzeitig. Ellie warf Matt Harte einen Blick zu und bemerkte, dass er dreinschaute, als ob er gerade eins mit einem Baseballschläger über den Kopf bekommen hätte.
“Oje. Das habe ich befürchtet.” Sarah McKenzie lächelte um Verzeihung heischend.
Wenn Ellie die blonde Lehrerin ihrer Tochter anschaute, fühlte sie sich stets an ein Palomino-Fohlen erinnert, das beim geringsten Anlass die Flucht ergreift. Obwohl sie sich jetzt sehr effektiv hinter ihrem ausladenden Lehrerinnenpult verschanzt hatte. “Darf ich das so verstehen, dass Sie beide nicht in dem Vorbereitungskomitee für das Fest am Valentinstag mitarbeiten wollen?”
“Himmel, ja.” Matt Harte wirkte völlig entsetzt angesichts der absurden Vorstellung, dass er einem solchen Komitee angehören könnte … so entsetzt, als ob Miss McKenzie ihn soeben aufgefordert hätte, sich mit einem ihrer perfekt gespitzten Bleistifte die Augen auszustechen, dachte Ellie.
“Ich wusste bis jetzt überhaupt nichts von dem Fest”, warf Ellie ein.
“Tja, dann haben wir ein Problem.” Miss McKenzie faltete ihre Hände über einem Buch, das wie ein Klassenbuch aussah – dünn und schwarz und geheimnisvoll.
Ellie hatte Klassenbücher immer gehasst.
“Die Mädchen sagten, dass Sie bereit seien, zusammen die Leitung des Komitees zu übernehmen”, sagte die Lehrerin. “Und zwar mit großen Nachdruck.”
“Das kann nur ein Scherz gewesen sein, anders kann ich es mir nicht erklären. Ich wüsste nicht, warum zum Teuf … zum Kuckuck Lucy auf so eine hirnverbrannte Idee kommen sollte.” Matt Harte warf Ellie einen kurzen verächtlichen Blick zu, der bewirkte, dass sie sich versteifte. Sie wusste genau, was er dachte.
Ellie dachte darüber nach, was der Rancher eigentlich gegen sie hatte. Und nicht nur er – es schien ihr, als ob die gesamte Gemeinde ihren Fähigkeiten als Tierärztin misstraute. Jedenfalls könnte sie viel mehr Patienten haben als bislang. Ellies Gedanken schweiften gerade zu dem Stapel unbezahlter Rechnungen, als Miss McKenzies entschiedene Stimme sie wieder in die Gegenwart beförderte. “Na ja, es kam mir auch gleich irgendwie spanisch vor, weil es mir so gar nicht zu Ihnen beiden zu passen schien”, sagte die Lehrerin nun. “Darum habe ich Sie hergebeten”, fuhr sie fort. “Vielleicht können wir versuchen, der Sache auf den Grund zu gehen.”
“Aber weshalb sollten die Mädchen lügen?”, fragte Ellie. “Mir ist völlig schleierhaft, warum die beiden behaupten, wir würden uns freiwillig zu etwas melden, von dem ich noch nie gehört habe.”
Die mit einer weißen Bluse bekleidete Lehrerin hob die Schultern. Diese Bewegung wirkte so anmutig, dass Ellie sich in ihrer Jeans und dem Flanellhemd ungefähr so weiblich fühlte wie ein Lastwagenfahrer.
“Ich weiß es nicht”, sagte sie. “Ich hatte gehofft, dass Sie vielleicht etwas Licht in die Angelegenheit bringen könnten.”
“Es kann sich nur um ein Missverständnis handeln”, sagte Matt schroff.
Miss McKenzie schwieg einen Moment, dann stieß sie einen leisen Seufzer aus. “Ich habe befürchtet, dass Sie das sagen. Es ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass ich zwei Elternteile brauche, die das Komitee leiten, und Ihre Töchter wünschen sich offensichtlich, dass Sie das tun. Könnten Sie nicht vielleicht wenigstens darüber nachdenken?”
Matt schnaubte verächtlich. “Also, ich bin für so etwas garantiert der Falsche.”
“Das glaube ich nicht”, widersprach die Lehrerin, als versuche sie, einen widerspenstigen Schüler zur Vernunft zu bringen, und Ellie war erstaunt, wie wenig sie sich von dem barschen Auftreten des Ranchers beeindrucken ließ, von seiner beeindruckenden Erscheinung ganz zu schweigen. Mit diesem kantigen Gesicht, den durchdringenden blauen Augen und breiten Schultern strahlte Matt Harte eine unverhohlene Männlichkeit aus. Ellie konnte nicht einmal neben ihm sitzen, ohne die geballte Kraft in diesen Muskeln zu spüren.
Aber Sarah McKenzie schien dagegen völlig immun zu sein. Sie behandelte den Mann mit derselben Geduld und Nachsicht wie ihre Viertklässler.
“Ich denke, dass Sie beide wunderbar für diese Aufgabe geeignet wären”, fuhr die Lehrerin fort. “Da dies mein erstes Jahr an dieser Schule ist, mache ich so ein Fest zum ersten Mal mit. Wie ich von Kollegen hörte, sind in den vergangenen zwei Jahren immer weniger Leute gekommen. Und dass das für uns ein Problem ist, muss ich Ihnen ja sicher nicht sagen.”
“Nein”, sagte der Rancher mit ernstem Gesicht, und Ellie hätte sich fast brav mit Handzeichen gemeldet, um jemanden zu bitten, ihr den Ernst der Lage zu erklären. Sie konnte beim besten Willen kein Problem darin erkennen, dass einige der braven Bürger von Salt River beschlossen hatten, den Valentinstag woanders als in der Grundschule zu feiern.
“Das Fest ist sehr wichtig, damit wir wieder ein bisschen Geld in unsere Kasse bekommen”, erklärte Miss McKenzie, als ob sie Ellies Gedanken gelesen hätte. “Wir benötigen es dringend, um für die Schulbibliothek neue Bücher anzuschaffen. Deshalb brauchen wir Organisatoren, die ein paar zündende Ideen haben … frischen Wind in die Sache bringen, wenn Sie so wollen. Und ich denke, dass gerade Sie beide genau richtig dafür wären.”
Einen Moment lang blieb es still, dann beugte sich der Rancher vor. “Tut mir wirklich leid, Miss McKenzie. Ich würde Ihnen gern helfen, ganz ehrlich. Ich bin sehr dafür, dass für die Bibliothek neue Bücher angeschafft werden, und bin auch gern bereit, etwas zu spenden, wenn Ihnen das weiterhilft. Aber als Organisator für so ein Fest bin ich wirklich der absolut Falsche. Ich habe keinen Schimmer, wie man so etwas macht.”
“Tja, ich fürchte, meine starke Seite ist es auch nicht gerade”, meinte Ellie, was eine himmelschreiende Untertreibung war.
“Aber Ihren Töchtern scheint es aus irgendwelchen Gründen sehr wichtig zu sein, dass Sie sich an den Vorbereitungen beteiligen.” Miss McKenzie wandte sich wieder an Matt. “Hat Lucy Sie jemals um Ihre freiwillige Mitarbeit in der Schule gebeten, Mr Harte?”
Die Stirn des Ranchers legte sich in Falten. “Nein”, gab er schließlich zurück. “Soweit ich mich erinnere, nicht.”
“Ich finde, Lucy hat sich im Verlauf des Schuljahrs sehr verändert. Sie ist längst nicht mehr so schüchtern wie früher.”
“Nein?”
“Seit Dylan in der Klasse ist, ist Lucy viel besser integriert als früher. Sie ist ein reizendes Mädchen mit viel schöpferischer Energie.”
“Und das ist gut, oder?”
“Sehr gut. Obwohl sie trotzdem immer noch dazu neigt, sich im Hintergrund zu halten. Sie äußert selten von sich aus eine Meinung. Ich bin überzeugt davon, dass es wunderbar für Ihre Tochter wäre, durch Sie in die Festvorbereitungen mit einbezogen zu werden. Das könnte ihr möglicherweise das Selbstvertrauen geben, an dem es ihr bis jetzt noch fehlt.”
“Ich bin sehr beschäftigt, Miss McKenzie …”
“Das ist mir klar. Und mir ist ebenfalls klar, dass Dr. Webster alle Hände voll damit zu tun hat, ihre Tierarztpraxis hier in Star Valley aufzubauen.”
Du weißt nicht mal die Hälfte, dachte Ellie grimmig.
“Aber ich denke dennoch, dass es beiden Mädchen helfen würde, nicht nur Lucy”, sagte die Lehrerin und wandte sich nun an Ellie. “Ich habe Ihnen schon neulich gesagt, dass mir Ihre Tochter ein bisschen Sorgen macht. Dylan ist sehr intelligent und die geborene Anführerin, aber im Unterricht hat sie bisher noch nicht besonders viel Begeisterung gezeigt.”
Die Lehrerin, die ihre Hände immer noch gefaltet vor sich auf dem Schreibtisch liegen hatte, bedachte Matt und Ellie mit einem Blick, unter dem Ellie sich vorkam, als sei sie während der Schulstunde beim Kaugummikauen erwischt worden. “Es ist offensichtlich, dass keiner von Ihnen große Lust hat, sich diese zusätzliche Arbeit aufzuhalsen, und das kann ich gut verstehen, glauben Sie mir. Aber ich würde Ihnen dennoch raten, Ihre Bedenken über Bord zu werfen und an Ihre Töchter und deren Wünsche zu denken.”
Oh, sie war gut. An das elterliche Schuldgefühl zu appellieren funktionierte immer.
Ellie beobachtete aus dem Augenwinkel, dass Harte denselben inneren Kampf mit sich ausfocht.
Wie sollte sie das bloß machen? Valentinstag, um Himmels willen. Der Tag der Romantik, der Blümchen und Herzen. Lauter Dinge, mit denen sie absolut keine Erfahrung hatte.
Davon abgesehen hatte sie im Augenblick so viel damit zu tun, ihre Praxis zu retten, dass sie für nichts anderes Zeit hatte und jeden Abend todmüde ins Bett fiel.
Und dennoch, Dylan wollte, das sie es machte. Warum auch immer, auf jeden Fall schien es ihrer Tochter wichtig zu sein. Und war Ellie es ihr nicht schuldig, nachdem sie sie schon aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen und in diese fremde Welt gebracht hatte? Musste sie es nicht wenigstens versuchen, wenn es Dylan glücklich machte?
Und vielleicht – ganz vielleicht – hilft es dir ja auch, in dieser fest gefügten Gemeinschaft von Star Valley ein bisschen besser Fuß zu fassen, flüsterte eine egoistische Stimme in ihrem Hinterkopf.
Wenn sie den anderen Eltern zeigte, dass sie bereit war, sich für die Schule zu engagieren, waren die vielleicht im Gegenzug dazu bereit, Ellie in ihre Reihen aufzunehmen. Und sie musste wirklich dringend etwas unternehmen, sonst würde ihre Praxis noch ganz den Bach runtergehen.
“In Ordnung, ich mache mit”, sagte sie schnell, bevor sie es sich wieder anders...




