Buch, Deutsch, 628 Seiten, Format (B × H): 149 mm x 212 mm, Gewicht: 796 g
Reihe: Bildungsgeschichte. Forschung - Akzente - Perspektiven
Ideologieproduktion, Systemreflexion und Erziehungsforschung. Studien zu einem vernachlässigten Thema der Disziplingeschichte deutscher Pädagogik
Buch, Deutsch, 628 Seiten, Format (B × H): 149 mm x 212 mm, Gewicht: 796 g
Reihe: Bildungsgeschichte. Forschung - Akzente - Perspektiven
ISBN: 978-3-7815-2532-0
Verlag: Klinkhardt, Julius
Bildungsgeschichte.
Forschung – Akzente – Perspektiven
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Vorwort.11
Teil I
Thema, Analyseperspektiven, historischer Rahmen
1 Einleitung
Wissenschaftliche Pädagogik und Erziehungsforschung in der DDR –
die spannungsreiche Symbiose differenter Wissensformen.
Thema und Analyseperspektiven, Aufbau und Thesen der Untersuchung.17
2 Erziehungswissenschaft im Prozess
Pädagogik und Erziehungswissenschaft in SBZ und DDR –
eine historische Skizze ihrer Struktur und Geschichte im Kontext der
deutschen Bildungsgeschichte.35
Analyseprobleme – Erziehungswissenschaft nach 1945 – die
Ausgangslage: Emigration, Remigration, personelle Neuordnung,
Entkonfessionalisierung, institutionelle Ordnung, disziplinärer Ort,
Dimensionen und Phasen der Neuordnung – sozial-kommunikative
Infrastruktur und gesellschaftliche Funktion – Wissenschaftspraxis:
Innovation, Politisierung, Stagnation, exemplarische Analysen:
Jugendforschung, Geschichte der Pädagogik, Pädagogische
Historiographie, Schule als Thema zwischen Forschung und Politik,
Erziehungswissenschaft zwischen Erneuerung und Stagnation –
Selbstverständnis und methodischer Anspruch der Pädagogik in der SBZ
und DDR – Erziehungswissenschaft im Vereinigungsprozess
Teil II
Die Konstruktion der wissenschaftlichen
Pädagogik: Akteure, Standardbild, Funktion und
Wissenschaftspraxis
3 Konstruktionsprozesse – Verortung in der Tradition, eigene neue Ambition
3.1 Robert Alt – Die Konstruktion einer kommunistischen Biographie
als Referenz.83
Autobiographische Quellen – frühe Lebensbilder – Umgang mit dem
Tabu der jüdischen Herkunft und der SPD-Mitgliedschaft – soziale
Herkunft und Studium – Konzentrationslagerhaft – Fortschreibung
statt Forschung und „Neubewertung“
3.2 Robert Alt – Theorie als Referenz: vergessene, verschwiegene und
verdrängte Ursprünge des marxistischen Erziehungsbegriffs
bei Robert Alt.98
Alts Erziehungsbegriff – autobiographische Antworten – pädagogische
Soziologie – soziologische Pädagogik – diskursive und biographische
Konstellationen – Verdrängung geistiger Wurzeln
3.3 Heinrich Deiters – Eine sozialdemokratische Biografie: berufliche
Ausgrenzung und erziehungswissenschaftliche Remigration.117
Ausgrenzung – „erziehungswissenschaftliche Emigration“ –
„publizistische und disziplinäre Emigration“ –
„bildungspolitische und erziehungswissenschaftliche Remigration“
3.4 Robert Alt und Heinrich Deiters – Die Rolle der sozialistischen
Pädagogik in Universität und Lehrerbildung von SBZ und DDR.136
Beruflicher Neubeginn 1945 – universitäre Lehrerbildung –
historisch-materialistische Erziehungswissenschaft – „marxistische“
und „historisch-materialistische“ Lehrerbildung – Verteidigung der
Fakultät
4 Das Normalmodell wissenschaftlicher Pädagogik der DDR:
akademische und politische Referenzen
4.1 Die Disziplinelite – Institutionen und Akteure, Karl-Heinz Günther
und Gerhart Neuner, DPZI und APW: Historische Rolle und
Selbstbeobachtung post festum.153
Erste Ebene: Komposition: Umfang – Quellen – Zeit der
Selbstreflexion – autobiographische Intention – Lebensumstände –
Personen – Selbstbilder – zweite Ebene: Dissonanzen
4.2 Die Ambivalenz der Tradition –
Eberhard Mannschatz und Makarenko. Exegetische Konstrukte als
Theoriepotential.171
„Tradition und Erbe“ – Eberhart Mannschatz: ein Exempel
für Traditionsaneignung – Mannschatz, Makarenko und die
Kollektiverziehung – politisch-pädagogische und akademische
Adaption eines Klassikers: Traditionsaneignung als Konstruktion
einer pädagogischen Dogmatik, Forschung statt Dogmatik,
Thesen und Risiken alternativer Argumentation, „Umerziehung“ –
„individualistische“ Verfehlung als Herausforderung – der Klassiker
als Systematiker – Makarenko als Referenz für Theoriebildung –
Konfrontative Erfahrungen – selektiv-apologetische Retrospektion:
Mannschatz und seine pädagogisch-politischen Traditionskonstrukte
nach 1990: 1989/90 als Herausforderung, Makarenko und die
fortdauernde Geltung der Tradition, Jugendhilfe in der Kontroverse:
Wandel und Selektivität der Wahrnehmung, Abwehr von
Verantwortung, Theoriebildung nach Makarenko: semantische
Transformation, Kontinuität des Grundgedankens – Ambivalenz der
Traditionskonstruktion: ein Fazit
4.3 Pädagogik zwischen Eigenlogik und Politik: Pädagogik
und Erziehungswissenschaft im Lichte
und im Dienste der Staatssicherheit.230
DPZI und MfS 1949 bis 1970 – APW und Staatssicherheitsdienst
1970 bis 1990 – IM im Unruhestand 1989/90
4.4 Defizitkompensation: Operativ-materialistische
Pädagogik des Staatssicherheitsdienstes.248
Grundsätze – materialistische Pädagogik und Psychologie – Eingriffe
in das bewusstseinsverstimmende gesellschaftliche Sein – operativmaterialistische
Pädagogik und sozialtechnische Manipulation:
Vorbeugung als Erziehung, Vorbeugung – Zersetzung: Isolierung,
Verunsicherung, Raum-Zeit-Manipulation, subtile Destruktion
5 Wissenschaftspraxis
5.1 Wegmarken pädagogischer Wissenschaftsgeschichte
in der frühen DDR (1945-1953).299
Von der Gemeinschafts- zur Kollektivpädagogik: quantitative und
qualitative Befunde: Kritik, Substitution – der 17. Juni 1953 als
erziehungswissenschaftliche Zäsur – Sowjetisierung: zur Entwicklung
des Verhältnisses von „Sowjetpädagogik und pädagogischer
Wissenschaft: die Adaption des sowjetpädagogischen Vorbilds
1947/48-1953, nach Stalins Tod und dem 17. Juni, vom Umkreis
des Mauerbaus bis zur Mitte der 1980er Jahre, Sowjetpädagogik vs.
Pädagogik in der Sowjetunion
5.2 Bildungssystemzentrierte Gegenstandskonstitution:
Allgemeinbildungstheorie statt Allgemeiner Pädagogik.343
Robert Alts gesellschaftstheoretische Begründung der sozialen und
demokratischen Schulreform – die Durchsetzung des funktionalen
Erziehungsbegriffs – das Hochschullehrbuch Pädagogik –
Allgemeinbildungstheorie anstatt Allgemeiner Pädagogik
5.3 Die Diskussion des Verhältnisses
von Theorie und Praxis 1946-1989.362
Erziehungsverhältnisse, Schulreform und erziehungswissenschaftliche
Selbstverständigung 1946-1950 – das Theorie-Praxis-Verhältnis
zwischen Parteilichkeit und Wissenschaftsanspruch während der
sozialistischen Experimentierphase 1951-1959 – das Ende der
Experimentierphase – „Marxismus-Leninismus“ und pädagogische
Wissenschaft – zum Verhältnis von Theorie und Praxis im letzten
Jahrzehnt der DDR
Teil III
Wissenschaftliche Pädagogik auf dem Weg zur
Erziehungswissenschaft
6 Erziehungsforschung – historiographisch, empirisch, philosophisch
6.1 Die „Geschichte der Erziehung“ in ihrer 14. Auflage –
Evaluationskonflikte im Wissenschaftssystem.427
Vorgeschichte – die 14. Auflage: eine unendliche Geschichte –
die externe Begutachtung – Resümee
6.2 Konstruktion und Anspruch Empirischer Erziehungsforschung
in der DDR zwischen Theorie und Politik.455
Kommunistische Erziehung: zum Umgang mit einem schwierigen
Problem – die politische Vorgabe eines neuen Themas: Akzeptanz
und Distanz in der Erziehungsforschung, Sequenzen der Arbeiten
– Phasen der Themenfindung, Akteure innerhalb und außerhalb
der Erziehungsforschung: Praktiken der Themenfindung und
Konkretisierung international und in der APW, Referenzen der
Themenkonstruktion: Forschungspartner und politische Absicherung
– von der Konvention der Forschungspraxis zur Theoriearbeit:
Etappen der theoretischen Dekomposition, Methodisierung,
Empirisierung und die Folgeprobleme – Forschungsbefunde:
politische Bewertung und theoretische Diskussion, Forschungsbefund:
das Scheitern der DDR-Erziehungspolitik, mehr Theoriearbeit, das
Grundproblem: Erziehungsforschung ohne angemessene Theorie
– Rezeption und Wirkung der Forschung zur kommunistischen
Erziehung – Erziehungsforschung in der DDR: Erkenntnisfortschritt
ohne politische Anerkennung, politische Selbstbindung als
Theorieproblem
6.3 „Allgemeine Pädagogik“ – Erziehungswissenschaft auf der
wiederkehrenden Suche nach ihren Grundlagen.518
„Allgemeine Pädagogik“ als Thema und Problem in der Geschichte der
Erziehungswissenschaft der DDR – Grundlagentheorie – ihre Dynamik
zwischen Allgemeiner Pädagogik und Allgemeinbildungskonzepten:
die dominant praktizierte Lösung – Selbstirritation durch
ambitionierte Zielvorgaben – „Persönlichkeit“ als Thema und
Mythos – „Pädagogik in Philosophie und Praxis“: eine DDRKritik
der Grundlagenarbeit in der DDR-Pädagogik – Allgemeine
Pädagogik angesichts der Empirie – Methodologiereflexion und
Syntheseerwartungen: unvollendete Ambitionen – wie erklärt sich die
Dauerhaftigkeit des Scheiterns der Grundlagenarbeit?
7 Rückblick: Wissenschaftliche Pädagogik der DDR:
Struktur und Dynamik ihrer Wissensformen – ein Fazit. 553
Die pädagogischen Wissenschaften der DDR – System-Umwelt-
Beziehungen und Wissensformen – Pädagogik im Kontext
von Politik und Gesellschaft – Erziehungswissenschaft als
Systembetreuungswissenschaft – die Innenwelt der Außenwelt:
Erziehungswissenschaft als spannungsreiche Symbiose
differenter Wissensformen – Exkurs: „Sonderpädagogik“ –
Rehabilitationspädagogik – „Defektologie“; das implizite
Forschungspotential in der Praxis der Wissensformen –
Fazit: Wissenschaftliche Pädagogik der DDR – eine Praxis
zwischen Intention und Funktion, Ideologie und Forschung,
Selbstunterwerfung und Distanz
Quellen und Literatur.589