Taylor | Das Glück wartet in Griechenland | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Taylor Das Glück wartet in Griechenland


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-4988-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-4988-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Amy erkennt ihn auf der Fähre zur griechischen Insel sofort: Dr. Nico Leonides, ihre einstige Liebe. Nie wieder wollte sie ihn sehen - zu spät! Sie ahnt, was jetzt passiert: Nico wird die Ähnlichkeit zwischen sich und ihrem achtjährigen Sohn Jacob bemerken. Und Fragen stellen ...



Jennifer Taylor ist Bibliothekarin und nahm nach der Geburt ihres Sohnes eine Halbtagsstelle in einer öffentlichen Bibliothek an, wo sie die Liebesromane von Mills & Boon entdeckte. Bis dato hatte sie noch nie Bücher aus diesem Genre gelesen, wurde aber sofort in ihren Bann gezogen. Je mehr Bücher Sie las, desto mehr wollte Sie selber welche schreiben. So entstand ihr erstes Buch 'Bilder einer Liebe', das prompt im September 1988 veröffentlicht wurde. Daraufhin schrieb sie 20 weitere klassische Liebesromane. Dann entdeckte die Autorin Medical Romances, als sie in der Bücherecke ihres Supermarktes stöberte. Sie war sofort gefesselt von der Mischung aus moderner Medizin und emotionsgeladener Romantik und beschloss selber einen Ärzteroman zu schreiben. 1998 wurde schließlich 'War alles Lüge, Dr. Matthew?' veröffentlicht. Seither hat Jennifer Taylor 40 Medical Romances geschrieben, aber sie verspricht, dass sie noch viele Geschichten im Kopf hat, die nur darauf warten, erzählt zu werden. Jennifer Taylor lebt in einem kleinen Dorf im wunderschönen Nordwesten von England. Ihre Familie ist inzwischen erwachsen und sie und ihr Mann nutzen die Zeit, um Reisen zu unternehmen. Zu Hause verbringen sie Zeit im Garten, gehen mit ihrem Hund 'Toby' spazieren oder genießen es einfach, nach einem netten Essen mit Freunden am Tisch zu sitzen und sich zu unterhalten.
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2. KAPITEL

Über das Funkgerät der Fähre rief Nico in der Klinik an, und als sie in dem kleinen malerischen Hafen von Constantis anlegten, wartete bereits ein Krankenwagen. Nico überwachte den Transfer persönlich, das Mädchen musste so schnell wie möglich ins Krankenhaus gebracht werden. Sie war immer noch bewusstlos, und je länger ihre Bewusstlosigkeit andauerte, desto höher wurde das Risiko, dass sie sich nicht mehr davon erholen würde.

Sobald der Krankenwagen unterwegs war, ging Nico zu seinem Auto. Er hielt jedoch inne, als er sah, wie Amy und das Kind von der Fähre kamen. Er konnte nicht einfach wegfahren, ohne sich wenigstens bei ihr zu bedanken, schließlich waren sie sich nicht fremd. Hitze floss durch seine Adern, als er an die Zeit dachte, die sie in London zusammen verbracht hatten. Obwohl es schon Jahre her war, erinnerte er sich nur allzu deutlich daran, wie er sich gefühlt hatte, wenn sie miteinander geschlafen hatten. Amy hatte ihn auf eine Weise berührt wie keine andere Frau jemals zuvor.

Der Gedanke erschreckte und beunruhigte ihn, er löste alle möglichen seltsamen Dinge in ihm aus, was sonst nie vorkam. Nico hatte schon früh gelernt, seine Gefühle zu beherrschen, und er zog es vor, sie möglichst zu verbergen. Sein jetziger Gefühlsaufruhr war ihm unangenehm, und er tat sein Bestes, um sich wieder in den Griff zu kriegen. Die Sache mit Amy war längst Vergangenheit, und seitdem war eine Menge passiert. Sein Blick ging zu dem Jungen an ihrer Seite, und er presste den Mund zusammen. Wie alt mochte der Junge sein? Acht? Neun? So oder so war das Kind der beste Beweis dafür, dass Amy keine Zeit verschwendet hatte, um sich über ihn hinwegzutrösten.

Während er zu den beiden hinüberging, zwang Nico sich zu einem Lächeln, was ihm schwerer fiel als gedacht. Dass Amy ihn so schnell durch einen anderen Mann ersetzt hatte, störte ihn komischerweise. Er dachte an ihren Kummer nach der Fehlgeburt. Ob das wohl ein wesentlicher Auslöser dafür gewesen war? Wollte sie nicht nur ihn, sondern auch das Kind ersetzen, das sie verloren hatte? Einerseits erschien ihm dies plausibel, andererseits konnte er es nicht recht glauben. Amy war keine Frau, die so ohne Weiteres von einem Mann zum nächsten sprang.

„Danke für deine Hilfe.“ Er schaute auf den Koffer, der neben ihr stand. „Ich nehme an, ihr wollt auf der Insel bleiben?“

„Ja. Wir wohnen im Hotel Marina, direkt am Strand. Wir freuen uns schon sehr darauf, stimmt’s, Jacob?“ Lächelnd sah sie den Jungen an, obwohl Nico merkte, dass ein Schatten über ihre Züge flog. Fast so etwas wie Angst.

„Es wird euch hier bestimmt gefallen“, sagte Nico höflich. „Meine Schwester und ich haben als Kinder viele schöne Ferien hier verbracht.“

„Bist du deshalb hier?“, fragte Amy. „Um Urlaub zu machen?“

„Nein. Ich habe vor einem Jahr eine Klinik auf der Insel eröffnet und lebe jetzt hier“, erwiderte er.

„Wirklich?“

„Ja.“ Er zuckte die Achseln. „Ich habe großes Glück, an einem so schönen Ort wohnen und arbeiten zu können.“

„Das stimmt. Obwohl ich vermute, das ist nicht der Hauptgrund dafür, dass du hier eine Klinik aufgebaut hast.“ Sie lachte, wobei ein verächtlicher Unterton in ihrer Stimme mitschwang. „Zweifellos ist es der ideale Standort, um den lukrativen europäischen Markt zu erschließen. Ich bin sicher, dass es in ganz Europa einen großen Bedarf für kosmetische Eingriffe gibt. Und eine Reise nach Griechenland geht viel schneller als eine Reise in die USA.“

„In der Ariana-Leonides-Klinik werden keine kosmetischen Operationen angeboten. Die Klinik bietet Einheimischen und Touristen eine medizinische Grundversorgung.“ Auf Amys überraschten Blick hin fügte Nico hinzu: „Wir haben auch eine Station mit zehn Betten für kleinere Operationen.“

„Das wusste ich nicht.“ Achselzuckend fuhr sie fort: „Das klingt ganz anders als das, was ich erwartet hätte. Aber wir haben uns ja auch schon lange nicht mehr gesehen. Da gab es sicher einige Veränderungen in deinem Leben.“

„Genau wie in deinem.“ Er warf dem Jungen einen Blick zu.

„Allerdings.“ Amy lächelte flüchtig, doch wieder huschte dieser ängstliche Ausdruck über ihr Gesicht. Dann nahm sie den Koffer in die Hand. „Aber ich will dich nicht aufhalten. Du möchtest dich sicher um deine Patientin kümmern. Es war schön, dich wiederzusehen, Nico. Mach’s gut.“

Damit ging sie zum Taxistand hinüber. Auf der gesamten Insel gab es nur drei Taxis, und eines davon war zufällig gerade frei. Nico beobachtete, wie sie Aristoteles, dem Fahrer, ihren Koffer reichte, ehe sie mit dem Jungen einstieg. Mit aufheulendem Motor raste der Wagen davon, und plötzlich wünschte Nico sich, er hätte ein Treffen mit Amy vereinbart. Obwohl es verrückt war, spürte er eine Art Verlust, als das Taxi um die Landspitze bog.

Kopfschüttelnd versuchte er, dieses seltsame Gefühl loszuwerden. Er stieg in sein Auto und startete den Motor. Er hatte alles, was er brauchte und wollte. Vor langer Zeit hatte er sich entschieden, nie eine langfristige Beziehung einzugehen. Dazu war er seinem Vater viel zu ähnlich. Zwar hatte Nico seit seinem Herzinfarkt vieles in seinem Leben verändert, aber im Grunde war er immer noch derselbe Mensch wie vorher. Man konnte seiner genetischen Veranlagung nicht entgehen. Nein, sich auf eine Beziehung mit Amy einzulassen kam nicht infrage. Selbst wenn sie interessiert wäre, was er sehr bezweifelte.

Nico hatte niemals vorgehabt, eine eigene Familie zu gründen, er wollte keinem Kind ein solches Elternhaus zumuten, wie er es erlebt hatte. Er war bestürzt gewesen, als Amy ihm von ihrer Schwangerschaft erzählt hatte. Ständig musste er daran denken, wie er sich in seiner Kindheit als Sohn von Christos Leonides gefühlt hatte. Obwohl sein Vater auch heute noch in der Geschäftswelt große Achtung genoss, kannten nur wenige Leute seine wahre Persönlichkeit.

Christos Leonides war ein kalter, skrupelloser Mann, dessen Geschäftsinteressen immer an oberster Stelle standen und der nicht das geringste Interesse für seine Frau und seine Kinder zeigte. Obwohl weder Nico noch seine Schwester Electra jemals körperlich misshandelt worden waren, hatten sie dennoch psychische Narben von der Gleichgültigkeit ihres Vaters davongetragen. Als ihre Mutter noch lebte, hatte sie ihr Bestes getan, um diesen Mangel auszugleichen. Doch das Verhalten seines Vaters hatte die beiden Geschwister nachhaltig geprägt, vor allem Nico. Electra schien ihre Vergangenheit überwunden zu haben, sie hatte geheiratet und ihre eigene Familie gegründet. Nico hingegen war nicht imstande, sich von seiner Befürchtung zu befreien, dass er genauso werden könnte wie sein Vater.

Er war erleichtert gewesen, als er von Amys Fehlgeburt erfahren hatte, auch wenn ein Teil von ihm das verlorene Kind betrauerte. Nico war so sehr erschüttert darüber, dass er es unter einer Maske aus Desinteresse verbarg. Es tat ihm leid, wie sehr er Amy damit verletzt hatte. Sie hatte eine der schlimmsten Erfahrungen erlitten, die einer Frau zustoßen konnten, und durch seine vorgetäuschte Gleichgültigkeit hatte er es noch schlimmer gemacht.

Ihm war das Herz schwer, als er zur Klinik fuhr. Nico bereute nicht viele Dinge in seinem Leben, aber das gehörte definitiv dazu.

Nachdem Amy ausgepackt und den Koffer in einer Ecke verstaut hatte, schaute sie sich in dem kleinen, weiß getünchten Hotelzimmer um. Allmählich ließ ihre Anspannung nach. Die Begegnung mit Nico war ein Schock gewesen, den sie jedoch relativ gut verkraftet hatte. Sie fühlte sich nicht viel anders als sonst auch. Nur dass ihr Herz etwas schneller schlug.

„Können wir jetzt zum Strand gehen, Mum?“ Jacob kam hereingestürmt.

Amy hatte ihm erlaubt, das kleine Hotel zu erkunden, während sie ihre Sachen auspackte. Allerdings hatte sie ihm eingeschärft, dass er das Haus auf gar keinen Fall allein verlassen durfte.

Sie lächelte. „Na klar. Zieh deine Badehose an, wir können auch gleich im Meer schwimmen gehen.“

„Ja!“ Jacob stieß vor Freude die Faust in die Luft, ehe er seine Badehose aus dem Schrank holte. In kürzester Zeit hatte er sie an und stürzte zur Tür.

„Moment mal, junger Mann!“ Amy nahm eine Flasche mit Sonnenlotion und cremte ihn damit ein, wobei sie seine Grimassen ignorierte. „Du brauchst gar kein Gesicht zu ziehen. Ich habe dir schon zu Hause gesagt, dass du dich immer eincremen musst, bevor du rausgehst. Die Sonne ist hier viel stärker als zu Hause, und du willst doch keinen Sonnenbrand kriegen, oder?“

„Ich wette, er nimmt keine Sonnencreme“, murrte Jacob. Unwillig krauste er die Nase, als Amy auch dort die Lotion verteilte.

„Wer?“

„Der Mann auf der Fähre. Der Arzt. Du hast ihn Nico genannt.“ Fragend sah er sie an. „Woher kanntest du seinen Namen, Mum? Und er wusste auch, wie du heißt, weil er Amy zu dir gesagt hat. Hast du ihn schon mal gesehen?“

„Ähm, ja. Aber das ist lange her.“ Mit zitternden Fingern schraubte sie die Flasche wieder zu. Sie hatte vergessen, wie aufmerksam Jacob seine Umgebung im Allgemeinen beobachtete. So etwas würde ihm nicht entgehen.

„Wo hast du ihn getroffen? Ich dachte, du bist noch nie hier auf der Insel gewesen?“, fragte Jacob weiter.

„War ich auch nicht.“ Amy nahm ihre Strandtasche, um zu kontrollieren, ob sie auch alles dabeihatte: Handtücher, Sonnenbrille, Trinkwasser.

„Dann hast du ihn woanders gesehen?“, beharrte Jacob. „Vielleicht im Krankenhaus? Hat er mal in Dalverston gearbeitet?“

...



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