Tallian | Brennendes Eis | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 416 Seiten

Reihe: Elemente-Trilogie

Tallian Brennendes Eis

Geheimnis der Elemente
2. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7526-9971-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Geheimnis der Elemente

E-Book, Deutsch, Band 2, 416 Seiten

Reihe: Elemente-Trilogie

ISBN: 978-3-7526-9971-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Magie - für einige ein Mythos, doch für die, die sie beherrschen, ein Geheimnis, durch das ein jeder Macht besitzt, der von ihm weiß. Ein Fluch, ein Segen, eine Gabe, eine Bürde. Geheimnisse, die verbinden, beschützen, verteidigen - und zerstören, was einst wichtig war. Verzweifelt versucht Lily, alles zu verdrängen, was seit ihrer Ankunft an der Elementaria passiert ist, und hat sich bestmöglich isoliert: von ihren Freunden, ihrer Familie, ihren Fähigkeiten. Doch als Louis bei dem Versuch, zu ihr durchzudringen, Geheimnisse enthüllt, von deren Ausmaß Lily nie in ihren schlimmsten Träumen geahnt hätte, und sich die Angriffe der Verturer häufen, muss die junge Wasserbändigerin sich gezwungenermaßen erneut auf die Magie einlassen. Während Lily versucht zu verstehen, wem sie vertrauen kann - allen voran sich selbst -, und längst vergangenen Konflikten auf den Grund geht, wird ihr bewusst, wie schmal und unberechenbar der Grat zwischen Freund und Feind, zwischen Liebe und Hass, zwischen Treue und Verrat in Wahrheit ist. Und neben all den Problemen, die Lily zu bekämpfen glaubt, erkennt sie nicht, in welcher Gefahr sie wirklich schwebt - und wie tödlich es ist, ihre Feinde zu unterschätzen.

Es gibt nur zwei Dinge, bei denen Elena Tallian schneller war als andere Kinder. Zum einen war das ihre Geburt; ganze 24 Tage früher als geplant erblickte sie am ersten Tag im Februar 2001 das Licht der Welt. Die andere Sache war das Schreiben. Mit vier Jahren begann sie, Kurzgeschichten mit reichlich vielen nicht ganz vertretbaren Grammatik-, Rechtschreib- und Logikfehlern zu Papier zu bringen, seit einem Alter von 12 Jahren zählt Elena das Erfinden von Geschichten zu ihren Hobbys. Die Kritik und das positive Feedback ihrer Leser auf der Plattform Wattpad für (junge) Hobby-Autoren gaben ihr den Anreiz, sich einen ihrer größten Träume zu verwirklichen: die Veröffentlichung ihrer Bücher. Ziel ist es, Lesern genau das zu geben, was sie selbst an Büchern fasziniert.

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Prolog
Der Wald schien ruhig und freundlich, als ich ihn betrat, strahlte ein Gefühl von Geborgenheit aus, von Vertrautheit, von Wärme und Freiheit. Sofort schloss ich die Augen, während sich ein seliges Lächeln auf meinem Gesicht abzeichnete. Für einen winzigen Moment erlaubte ich mir, all meine Sorgen, all die Sorgen, die ein Kind von zwölf Jahren, ein Kind in meinem Alter nicht haben dürfte, zu vergessen. Ich lauschte dem Rauschen der Blätter und dem Zwitschern der Vögel, spürte die warme Augustsonne auf meiner gebräunten Haut, nahm den Geruch des Waldes in mir auf, wie ich es immer mit meiner Schwester und Mom getan hatte. Als sie noch am Leben gewesen waren. Krampfhaft schob ich die negativen Gedanken in die hinterste Ecke meines Gedächtnisses, begann, mich lachend im Kreis zu drehen. Und in diesem Moment wusste ich: Genau so musste sich Freiheit anfühlen. Und ich würde alles dafür geben, sie nur einmal, nur noch einmal erneut schmecken zu können. Ich hatte es früher schon immer geliebt, auf dem Nachhauseweg von der Grundschule durch den Wald zu gehen, anstatt die Straße zu nehmen. Doch heute kam ich nicht von der Schule, ich kannte den Weg nicht. Heute hatte ich eine Aufgabe, nur eine einzige, und wenn ich sie bestehen würde, dann würde er mich vielleicht endlich in seinen innersten Kreis aufnehmen. Aber dafür musste ich töten. Ich musste einen Mann töten, einen fremden Mann, von dem sie sagten, dass er böse sei, dass er uns, mich, töten würde, hätte er die Chance dazu. Und deshalb musste ich ihn zuerst töten. Ich schluckte, zwang mich zu einem positiven Lächeln und hinderte mich daran, weiter auf der Stelle zu verweilen und mich im Kreis zu drehen, als könnte mir nichts und niemand etwas anhaben. Wenn ich mich weiterhin in der Schönheit des Waldes verlor, würde ich noch zu spät kommen. Mit einem Blick auf die Uhr verzog ich das Gesicht und zog während des Laufens das Tempo an. Wenn ich richtig Pech hatte, hatte ich den Mann bereits verpasst. Doch dann hörte ich ein Knacken im Unterholz, sah einen Fremden aus dem Gebüsch hervortreten und lachen, als würde er das ständig tun. Eine Weile lang überlegte ich, doch die Beschreibung und das Bild, auf das ich einen flüchtigen Blick hatte erhaschen können, trafen zu. Dunkle Haare mit grauem Ansatz, strahlend blaue Augen, einen Bart, der mich an einen Philosophen erinnerte, und ein andächtiges, tiefes Lächeln. Jetzt runzelte der Mann die Stirn, drehte sich einmal im Kreis, und wäre ich nicht ausgewichen, wäre er durch mich hindurchgestolpert. Ich hasste es, wenn sie das taten. Jedes Mal, wenn jemand durch meinen Körper marschierte, verpasste es mir einen so unangenehmen Schauer über den Rücken, dass ich mich schütteln musste. Jeder Muskel in meinem Körper spannte sich an, als der Mann noch immer nicht weiterging, noch immer alarmiert in alle Richtungen sah. Sofort schob ich den Ring an meinem Finger ein Stück weiter nach hinten, als befürchtete ich, er würde abfallen und mich von einem Moment auf den nächsten sichtbar machen. Denn ohne den Ring war ich chancenlos, konnte vielleicht gerade einmal für zehn Minuten unsichtbar bleiben. Doch heute würde ich mehr brauchen, weitaus mehr. Und wenn ich den Ring verlieren würde, würde er mir nicht mehr in die Augen sehen, sich enttäuscht von mir abwenden und mich nie wieder um Hilfe bitten. Erleichtert atmete ich aus, als der Mann endlich seinen Weg fortsetzte, selbst wenn er sich noch immer nach allen Seiten umblickte, das Tempo mit jedem Schritt mehr anzog. Doch ich war ihm dicht auf den Fersen, durfte ihn auf keinen Fall aus den Augen lassen, keinen Fehler begehen. Letzte Woche erst war ich nur knapp einem Elementbändiger entkommen, bevor er mich gerettet hatte, und der Schreck saß mir noch heute in den Gliedern. Plötzlich begann der Mann zu rennen, beinahe wäre ich gestolpert, als ich reagierte und ihm hastig folgte. Die Zweige schlugen ihm hart ins Gesicht, sodass ich scharf die Luft einzog, doch es schien ihm völlig egal zu sein. Er fühlte sich beobachtet, er wusste, dass er verfolgt wurde, wie auch immer er es erkannt hatte. Vielleicht war es seine Intuition, vielleicht seine Paranoia, vielleicht sein Scharfsinn. Mein Herz begann, schneller zu schlagen, plötzlich wollte alles in mir umkehren und einem anderen die Aufgabe übergeben. Ich war noch nicht bereit, viel zu viel konnte schiefgehen, ein Fehler und alles würde vorbei sein! Wir beide waren völlig außer Atem, als sich der Wald lichtete und ein kleines Haus sichtbar wurde. Der Mann schrie vor Glück, vor Erleichterung auf, während ich keuchend stehen blieb. Eine Frau war dort, die kaffeebraunen Haare zu einem Knoten zusammengebunden, stand an der Wäscheleine, hing fröhlich summend eine Bluse auf, während zwei Jungen in meinem Alter auf den Stufen der Eingangstür über irgendetwas lachten. Doch er hatte ein Kind erwähnt. Einen Säugling, den er um jeden Preis lebend haben wollte – wo war er? Wo war das Kind? Einer der Jungen stand auf, runzelte die Stirn und das Lachen verschwand aus seinem Gesicht, als er seinen Vater sah. Die unausgesprochene Frage konnte er gar nicht mehr stellen, denn im gleichen Moment tauchten sie auf. Die Verturer waren hier. Es begann. Es war eine Frage von Sekunden, bis die ersten Blitze hin und her flogen. Als könnten sie mich treffen, wich ich jedem einzelnen leichtfertig aus, schwebte durch die Luft wie die Unbeschwertheit in Person, doch in Wirklichkeit klopfte mir mein Herz bis zum Hals. Wir mussten siegen, hatten sie gesagt. Ich wusste nicht, was mit mir geschehen würde, wenn wir nicht siegen würden. Angst kroch in jede Faser meines Körpers, lähmte mich, als die ersten meiner Freunde zu Boden fielen. Ich wollte schreien, Bilder meiner Eltern, meiner Schwester blitzten vor meinem Auge auf, doch kein Laut drang aus meiner Kehle. Die Elementbändiger riefen sich irgendetwas zu, Panik und doch Entschlossenheit stand in ihren Augen. Da, der nächste Verturer. Mit dumpfem Aufprall ging er zu Boden, ließ mich leise wimmern. Er war noch bei Bewusstsein, doch er schien sich nicht mehr bewegen zu können, irgendeine magische Kraft drückte ihn auf den Boden, machte ihn kampfunfähig. Erdbändiger. Irgendwo hier waren Erdbändiger. Diesmal stieß ich einen spitzen Schrei aus, als ein Mann direkt vor mir in Flammen aufging, die sofort gelöscht wurden. Feuer. Wasser. Wir waren verloren. Der Plan würde nicht aufgehen. Die Elementbändiger, sie waren zu stark, zu kontrolliert, ein zu gutes Team. Wir würden scheitern. Zitternd und kopflos brachte ich mich aus der Schussbahn, obwohl die Blitze mich nicht treffen könnten. Sie zuckten um mich herum, irgendwo schossen Strahle aus Wasser, Bälle aus Feuer umher, Gegenstände und Personen schwebten durch die Gegend und Menschen flogen gegen Wände und Holzstapel, um dort kleben zu bleiben. Ich musste aufkeuchen und husten, weil ich kaum mehr Luft bekam. Ohne darüber nachzudenken, stolperte ich auf die Haustür zu, ging mit unangenehmem Schlucken und verzogenem Gesicht durch sie hindurch. Ein Flur erstreckte sich vor mir, die Türen zu den Zimmern standen merkwürdigerweise alle offen. Ich zuckte zusammen, als ich irgendetwas zu Boden gehen hörte und gleichzeitig ein Gedanke durch meinen Kopf schoss. Die Tür wurde aufgebrochen, doch ich schwebte im Eiltempo in alle Zimmer. Wo war das Kind? Ich musste das Kind finden! Dem Kind durfte nichts passieren, das war seine oberste Regel, Kinder durften keinen Schaden nehmen. Ich sprang erschrocken zurück, als neben mir plötzlich ein Verturer vereist zu Boden ging, hinter ihm der Mann, den ich verfolgt hatte, ins Haus stürmte, dicht gefolgt von weiteren Freunden von mir und den beiden Jungen. Ich überholte sie alle, als ich dorthin stürzte, worauf sie zueilten. Dort musste das Kind sein. Und plötzlich entdeckte ich ihn. In der Menge der Verturer und Feinde, die in das Haus stürmte, sich gegenseitig überrannten, dort kämpfte auch er. Er fing meinen Blick sofort auf und nickte beinahe unmerklich, bevor er sich zu seinem Gegner umdrehte. Es war soweit. Bald würde ich meine Aufgabe erfüllen, bald war ich an der Reihe, etwas zu tun. Doch dann sah ich die Wiege, sah das Kind, das vielleicht ein halbes Jahr alt war, und den Verturer, der darauf zustürmte. Mein Atem beschleunigte sich, ich sah von dem Mann, der jetzt von meinen Freunden in die Ecke gedrängt wurde, zu seinem Kind und wieder zurück. Ich zögerte. Ich hatte eine Aufgabe, ich musste sie erfüllen, doch ich würde es mir nie verzeihen, wenn dem Kind etwas geschehen würde. Es war noch so klein, so unschuldig, so verletzlich. Ich würde es nicht sterben lassen. Schluckend war ich innerhalb von wenigen Sekunden bei ihm, berührte ihn mit einem Finger, konzentrierte mich auf meine Luftmagie und versuchte dabei, auszublenden, dass ich jetzt zwei Menschen unsichtbar halten musste, dass doppelt so...



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