Szlezák | Homer | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Szlezák Homer

oder Die Geburt der abendländischen Dichtung
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-406-63730-8
Verlag: Verlag C. H. Beck GmbH & Co. KG
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

oder Die Geburt der abendländischen Dichtung

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

ISBN: 978-3-406-63730-8
Verlag: Verlag C. H. Beck GmbH & Co. KG
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Um wieviel ärmer wäre die Weltliteratur, hätte uns Homer nicht Ilias und Odyssee geschenkt. Ohne seine Helden, die mit Todesverachtung vor Troia für Liebe und Ehre kämpfen oder sich allen Fährnissen zum Trotz standhaft um die Heimkehr mühen, wüßten wir nichts vom Zorn des Achill und von der Tapferkeit Hektors, nichts von der verführerischen Anmut Helenas und nichts vom Listenreichtum des Odysseus. Auch hat kein anderes Werk auf die Literaturauffassung, Literaturgestaltung und Literaturtheorie anderer Epochen einen solchen Einfluß gehabt wie die Ilias auf die literarischen Traditionen Europas bis ins 19.Jahrhundert. In diesem Sinne kann man in der Ilias 'die Geburt der abendländischen Dichtung' sehen, in der Odyssee bereits den Beginn der von der Ilias bestimmten 'Tradition'. Daß aber diese Wirkungsmacht überhaupt entfaltet werden konnte, liegt in dem Kunstreichtum des Dichters begründet - in der Meisterschaft seiner Komposition, der Eleganz seiner Sprache, der Wucht seines Versmaßes, der Glaubwürdigkeit seiner Charaktere. So schildert Homer eine Welt, die uns auch aus einer jahrtausendeweiten Distanz immer noch kohärent und überzeugend scheint. Dabei erzählt er großartige Geschichten von Göttern und Helden, von Himmel und Hades, von heroischer Tapferkeit und elender Feigheit oder von Edelmut und menschlichen Abgründen, die auch uns Heutige immer noch zu fesseln vermögen, so wie sie wohl einst die Zeitgenossen des Dichters in Bann schlugen. Doch so nah und verständlich uns manche Handlung und manches Gefühl in dem einen Gesang der Epen scheint, so fremd und verstörend muten sie uns in einem anderen an. All jenen, die die Werke Homers kennen- und verstehen lernen oder mehr noch als bisher mit ihnen vertraut werden wollen, öffnet Thomas A. Szlezák mit diesem Buch einen Zugang zur Welt des Dichters. Dabei erläutert er gleichermaßen anregend und verständlich Wesenszüge und Besonderheiten seiner Dichtkunst, skizziert den Gang der Ereignisse in seinen Werken, beschreibt die Gesellschaften, denen seine Protagonisten entstammen, und erhellt deren Weltbilder und Geisteshaltung sowie die Grundzüge ihrer Konflikte. Schließlich fragt er nach der Bedeutung der homerischen Epen und nach den Verbindungslinien, die sich zu altorientalischen Traditionen finden lassen.

Thomas A. Szlezák lehrte bis zu seiner Emeritierung als Professor für Griechische Philologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen, wo er auch als Direktor des Platon-Archivs wirkte. Er schlägt in dem vorliegenden, wunderbar luziden Buch die Brücke über mehr als zweieinhalb Jahrtausende Literaturgeschichte und zeigt, wie wir auch heute noch Homer mit Genuß lesen und verstehen können.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Cover;1
2;Titel;3
3;Zum Buch;4
4;Über den Autor;4
5;Impressum;5
6;Vorwort;6
7;Inhalt;8
8;I. ‹Homer›;10
8.1;1. Am Anfang stand das Vollkommene;10
8.2;2. Wie vollkommen war dieser ‹vollkommene› Anfang? Unterschiedliche Formen der Kritik an Homer;18
8.3;3. Sind die homerischen Epen wirklich ein Anfang?;30
8.3.1;Zur griechischen Sagengeschichte;31
8.3.2;Gab es einen Troianischen Krieg?;35
8.3.3;Die formelhafte Sprache Homers weist in die Vergangenheit;38
8.3.4;Altorientalische Einflüsse;39
8.3.5;In welchem Sinne Homer dennoch als Anfang gelten kann;43
8.3.6;Zur Datierung ‹Homers›;44
9;II. Ilias;50
9.1;1. Skizze des Geschehens;50
9.2;2. Literarische Form und Gestaltungsmittel;61
9.2.1;Beschränkung der Handlung auf eine ‹Episode›;61
9.2.2;Gliederung im Großen und im Kleinen;65
9.2.3;‹Klammertechnik› und Ringkomposition;70
9.2.4;Fernbezüge;75
9.2.5;Sukzessive Verdeutlichung. Retardation;78
9.2.6;Aufsparungen;81
9.2.7;Parallel geführte Handlungslinien;84
9.2.8;Reden;88
9.2.9;Charakterzeichnung;94
9.2.10;Sprache, Versmaß, Formeln;98
9.2.11;‹Typische Szenen›;102
9.2.12;Motivwiederholung;103
9.2.13;Stilunterschiede;105
9.2.14;Hypsos;106
9.2.15;Gleichnisse;107
9.2.16;Epische Breite;109
9.3;3. Interpretation ausgewählter Szenen und Situationen;110
9.3.1;Das Leben der Menschen;111
9.3.2;Ursache und Ausgang des Krieges;113
9.3.3;Zwei Arten, den Krieg zu erleben;115
9.3.4;Achilleus als Sohn, Freund, Rächer und Mitmensch;117
9.4;4. Himmel und Erde, Götter und Menschen. Das Weltbild der Ilias;122
9.4.1;Die Welt;122
9.4.2;Die Götter;123
9.4.3;Die Menschen;126
9.4.4;Homerische ‹Psychologie›: gibt es die eigene Entscheidung?;130
9.4.5;Homerische Ethik;133
9.4.6;Gesellschaft;137
9.5;5. Bedeutung und Anspruch der Ilias;139
10;III. Odyssee;146
10.1;1. Skizze des Geschehens;146
10.2;2. Einheit und Vielfalt in der Odyssee;156
10.3;3. Interpretation ausgewählter Szenen und Situationen;168
10.3.1;Odysseus’ Rettung aus dem Seesturm (5.282–493);168
10.3.2;Drei Frauen;170
10.3.3;Die Utopie des Phaiakenlandes;177
10.3.4;Odysseus erwacht auf Ithaka;180
10.3.5;Das Lachen der Freier;183
10.3.6;Der Tod der Freier;185
10.3.7;Schwieriges Sich-Finden;188
10.3.8;Athene stiftet Frieden;191
10.4;4. Die Welt der Odyssee;193
10.4.1;Menschenbild;193
10.4.2;Gesellschaft und Wirtschaft;199
10.4.3;Ethik;202
10.4.4;Religion;209
10.5;5. Bedeutung und Anspruch. Die Leistung des Odyssee-Dichters;214
11;IV. Gilgamesch und Achilleus, Gilgamesch und Odysseus. Ähnlichkeiten und Unterschiede;218
12;Glossar und Erklärung der wichtigsten Personen-und Götternamen;242
13;Register: Namen und Sachen;246
14;Literaturverzeichnis;250
14.1;Übersetzungen, Textausgaben, Kommentare;250
14.2;Sekundärliteratur;251
15;Bildnachweis;256


Thomas A. Szlezák lehrte bis zu seiner Emeritierung als Professor für Griechische Philologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen, wo er auch als Direktor des Platon-Archivs wirkte. Er schlägt in dem vorliegenden, wunderbar luziden Buch die Brücke über mehr als zweieinhalb Jahrtausende Literaturgeschichte und zeigt, wie wir auch heute noch Homer mit Genuß lesen und verstehen können.



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