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E-Book

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Sturm Arschbombenalarm


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7427-0900-4
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

ISBN: 978-3-7427-0900-4
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie sind Mitte dreissig und verlieben sich auf den ersten Blick ineinander. Doch anstatt den wunderschönen Sommer gemeinsam zu geniessen, sabotiert Samira die neugewonnene Beziehung mit vielen Missverständnissen und Dramen. Kann diese Liebe wirklich dauerhaft Bestand haben? Und wie kann das Schicksal so gemein sein, gerade als alle Probleme vermeintlich gelöst waren, Samiras ganzes Leben an einem Tag auf den Kopf zu stellen?

Lisa Sturm wurde 1976 in Zürich geboren. Sie mag Gewitter, St. Galler Bratwurst vom Grill, Eve, Seifenblasen, Bäume, Musik, Schafe, Violett, Gummibärchen, Smileys, lachen, bis der Bauch schmerzt, ein Windstoss, der übers Gesicht weht, Leute, die fröhlich summen, nach einer langen Reise duschen und nach Ferien duftende Handcrème.
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Kapitel 1


„Ich muss sofort hier raus“, sagte Samira völlig ausser sich zu sich selbst. Ihr war klar, wenn sie jetzt das ganze Wochenende in dieser stickigen heissen Wohnung sass, würde sie im Selbstmitleid ertrinken. Sie musste sich unbedingt auf irgendeine Art und Weise abkühlen. Sie hatte zwar noch keine Ahnung, wie sie das anstellen sollte aber trotzdem schnappte sie sich ganz unüberlegt ihre Sporttasche, wo sie ein paar wenige Sachen reinpackte. Wie von der Tarantel gestochen fetzte sie durch ihre Wohnung. Ein Nachthemd, Zahnbürste, Zahnpasta, einen Kamm, Badehosen, Badetuch und noch ein paar Kleinigkeiten, die ihr wichtig schienen. Im Stechschritt rannte sie zu ihrem Auto, fuhr aus der Tiefgarage und bog in die Hauptstrasse ein. Dann zögerte sie kurz. Links oder rechts? Sie hatte keine Ahnung, einfach nur weg. Also fuhr sie in Richtung Autobahn. Die beste Möglichkeit am schnellsten weit weg zu kommen war die Autobahn. Sie fuhr in Richtung Bern, drehte die Musik auf und sang so laut und falsch, wie es nur möglich war. Sie war auf der Flucht. Auf der Flucht vor der unerträglichen Hitze und auf der Flucht von ihrem Leben.


Es war ein heisser Tag im Juli. Als Samira gegen 18 Uhr in ihrer Wohnung in Zürich Oerlikon angekommen war und einmal tief durchgeatmet hatte, wurde sie von der stickigen Hitze fast erschlagen. Es war Freitagabend und das ganze Wochenende lag vor ihr. Eigentlich ein Grund zum Jubeln. Doch ihr war so gar nicht zum Jubeln zu Mute. Eine strenge Arbeitswoche lag hinter ihr und sie hatte noch keine Pläne fürs Wochenende. Zudem fühlte sie sich ein wenig einsam aber das Schlimmste war diese Hitze. Sie arbeitete in einem Grossraumbüro, in einem eigentlich sehr modernen Gebäude aber das angeblich vorhandene Klimasystem schien nicht zu funktionieren. Die ganze Woche über musste sie sich bei Innentemperaturen von rund 27 Grad auf die Arbeit konzentrieren, was insbesondere am späten Nachmittag stets zur Höllenqual wurde. Ihr dauernd übel gelaunter Chef machte die Situation auch nicht einfacher. Wenn sie dann endlich in den Feierabend gehen konnte, und zwar gemäss ihrem Chef keine Sekunde vor 17 Uhr, kam die nächste Qual auf sie zu. Mit dem nicht klimatisierten Tram quer durch die ganze Stadt Zürich zu fahren. In den seltensten Fällen konnte sie sich einen Sitzplatz erkämpfen. Natürlich auch heute nicht. Wie herrlich das jeweils roch, wenn sich die Leute an irgendwelchen Stangen festhielten und ihnen der Schweiss bildlich aus den Achselhöhlen tropfte. Und dann immer diese widerlichen alten Männer, die so nahe zu ihr stehen müssen, dass sich ihre Körper berührten. Samira war sich sicher, dass die das oft ganz absichtlich taten um Körperkontakt zu suchen und sie hasste das. Sie wurde nicht gerne von fremden Leuten berührt und wusste sich oft verbal nicht zur Wehr setzen. So kämpfte sie sich dann jeweils auf die andere Seite des Trams, wo das gleiche Spiel bald wieder von vorne losging. Wenn dann endlich ihre Haltestelle kommt, stürzt sie sich jedes Mal aus dem Tram und hechelt nach frischer Luft. Doch aufgrund der langanhaltenden Hitze war das an diesem Tag auch nicht möglich gewesen. „Wie ist denn das überhaupt möglich, dass es draussen noch heisser ist als in diesem stickigen Tram?“, fluchte sie heute leise vor sich hin, als sie von der Haltestelle nach Hause lief. Die Hitze brannte und sie wollte einfach nur noch in ihre Wohnung. Endlich angekommen, war es genau so heiss wie zuvor im Büro, im Tram und an der frischen Luft. Nach dieser Feststellung atmete sie tief durch und spürte, wie ein paar Tränen in ihr hochstiegen. Sie versuchte dagegen anzukämpfen und sprang schnell unter die Dusche. Endlich so was Ähnliches wie eine Abkühlung. Sie duschte lange und ausgiebig und als sie aus der Dusche trat, wurde sie erneut beinahe von der Hitze erschlagen. Das durfte doch einfach nicht wahr sein. Sie blickte in den Spiegel und begutachtete ihre weiblichen Problemzonen, während dem sie ihre langen dunkelblonden Haare trocken rubbelte. Ihre türkisgrünen Augen schimmerten traurig. Nur in ein Handtuch eingewickelt setzte sie sich dann aufs Sofa und versuchte positive Gedanken zu sammeln. Doch alles was ihr immer wieder durch den Kopf ging war „es ist so heiss“ und „ich bin so allein“.


Als Bern immer näher kam, musste sie sich entscheiden in welche Richtung es weitergehen sollte. Thun/Spiez? Die Gegend sei angeblich sehr schön. Langsam begann sie sich zu entspannen und war überglücklich, dass ihr Auto eine Klimaanlage besass. Somit konnte sie schon mal ein bisschen abkühlen.


Vor zwei Monaten war ihre Welt noch in Ordnung gewesen. Sie und Loris waren seit knapp einem Jahr glücklich verliebt und sie verbrachten jede freie Minute zusammen. Zumindest jede freie Minute, die Loris zur Verfügung hatte. Denn obwohl er arbeitssuchend war, hatte er immer irgendwas zu tun und war viel unterwegs. Samira hätte gerne mehr Zeit mit ihm verbracht, doch das ging nun mal leider nicht. Aber im grossen Ganzen war das auch gut so, denn somit hatte sie viel Zeit für sich selbst, was ihr auch sehr wichtig war und sie konnte ihre beste Freundin Jana auch jederzeit sehen. Jana war ebenfalls 35 Jahre alt und seit 15 Jahren glücklich mit ihrem Stefan liiert. Die beiden wohnten schon beinahe seit dem Anfang ihrer Beziehung in Zürich Seefeld. Sie arbeitete als Dentalassistentin und verdrehte noch heute mit ihren langen schwarzen Haaren und strahlend grünen Augen den Männern regelmässig den Kopf. Samira war sich sicher, dass sobald sie und Loris einmal zusammenziehen, sie sich automatisch auch öfters sehen würden. Wenn er bei ihr war, war alles perfekt. Ihr Herz schlug jedes Mal höher, sobald es an der Türe klingelte und er draussen stand. Ihre Begrüssungen und Verabschiedungen waren immer sehr herzlich und er sprach schon früh in der Beziehung davon, dass er sie einmal heiraten und Kinder mit ihr haben möchte.


Als sie sich das zweitletzte Mal gesehen hatten, waren sie bei Samira zu Hause und kochten gemeinsam. Gemütlich sassen sie danach bei Kerzenschein am Tisch und schwebten auf rosa Wolken. „Ich liebe dich so sehr“, flüsterte sie damals leise und er schaute sie glücklich an und flötete: „Ich bin so froh, dass wir uns begegnet sind“. Er nahm sie fest in den Arm bevor sie übereinander herfielen. Es war eine wunderschöne und romantische Nacht und am nächsten Morgen verabschiedete er sich mit einem langem Kuss und dem Versprechen, dass sie sich am übernächsten Tag wieder sehen und er sich sehr darauf freue.


Am übernächsten Tag hatte sie bereits alles für ein gemütliches Abendessen eingekauft. Der Tisch war gedeckt, die Kerzenständer durften natürlich nicht fehlen und im Ofen brutzelte bereits ein leckeres Stück Fleisch, als er an der Türe klingelte. Wie immer machte ihr Herz einen grossen Hüpfer und sie sprintete vor lauter Vorfreude schnell zum Eingang. Sie lächelte, als sie die Türe öffnete: „Hey, wie geht’s? Hattest du einen guten Tag?“ Er schaute sie ernst an und schüttelte den Kopf. Oje, irgendwas schien wohl bei ihm heute nicht gut gelaufen zu sein. Doch er blieb ruhig, sagte kein Wort mehr und hatte noch immer diesen ernsten Blick aufgesetzt. Panik kam in ihr hoch. „Was ist los?“ Mit grossen ängstlichen Augen blickte sie ihn an. War er krank? Fühlte er sich nicht gut? Warum hatte er sich dann den ganzen Tag über nicht gemeldet? Wenn er ihr geschrieben hätte, dass es ihm nicht gut gehe, dann hätte sie das Essen doch verschoben. Er setzte sich kommentarlos aufs Sofa und sie gesellte sich zu ihm. „Was ist denn jetzt?“ Er blickte ernst und mit fast schon böser Miene auf den Boden und es dauerte mehrere Minuten, bis er endlich etwas sagte. „Schau, ich habe mir ein paar Gedanken gemacht und bin zum Schluss gekommen, dass für mich diese Beziehung so nicht mehr funktioniert. Ich liebe dich nicht und möchte das Ganze hiermit beenden“. Stille. ‚Das muss ein Traum sein‘, ging es Samira durch den Kopf. Leider hatte sie sehr oft ziemlich lebhafte Träume und verfügte aber glücklicherweise über das Talent, bei bösen Träumen noch im Traum festzustellen, dass es nur ein Traum war. Damit konnte sie ihr Aufwachen beeinflussen. Sie wusste also, dass sie sich jetzt nur vom Sofa erheben musste und sich innerlich dazu aufzurufen aufzuwachen, dann war dieser Albtraum beendet. Also sprang sie hoch und versuchte zu erwachen. Doch nichts passierte. Im Gegenteil. Sie stand auf dem Parkettboden und es fühlte sich an, als würde ihr jemand den Boden unter den Füssen wegziehen. ‚Das ist gar kein Traum‘, raunte es ihr durch den Kopf. „Aber das kann doch nicht sein, verdammt nochmal“, schrie sie jetzt quer durch die Wohnung. Er sass seelenruhig an der gleichen Stelle wie zuvor und zuckte nur mit den Schultern. „Ich muss jetzt los“. Herzlos stand er auf. Sie versuchte ihn aufzuhalten, hielt ihn am Arm fest, doch er riss sich los, drehte sich noch ein letztes Mal um und sagte: „Sorry“. Dann ging er zur Türe raus und sie hatte ihn nie mehr gesehen oder gehört.


Eine Welt war für sie zusammengebrochen und eine Mischung aus Wut und Trauer machte sich in ihr breit. Sie nahm das gute Stück Fleisch aus dem Ofen und schmiss es mit voller Wucht von ihrem Balkon. Die Flasche mit dem guten Wein gleich hinterher. Sie hörte wie sie in tausend Scherben zersprang, genau wie ihr Herz. ‚Jetzt bist du wieder alleine‘ ging es ihr durch den Kopf. Wieder Single. Ihr graute es davor, erneut von vorne anzufangen. Sie hatte so lange auf Loris gewartet und jetzt war er einfach weg. Und mit ihren bereits 35 Jahren wurde es bestimmt nicht einfach, nochmals einen brauchbaren Mann zu finden.


Nach ein paar Tagen...



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