Strindberg | Tschandala | Buch | 978-3-903582-11-8 | www2.sack.de

Buch, Deutsch, 208 Seiten, Format (B × H): 129 mm x 199 mm, Gewicht: 250 g

Strindberg

Tschandala

Erzählung aus dem 17. Jahrhundert
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-903582-11-8
Verlag: Edition Acéphale

Erzählung aus dem 17. Jahrhundert

Buch, Deutsch, 208 Seiten, Format (B × H): 129 mm x 199 mm, Gewicht: 250 g

ISBN: 978-3-903582-11-8
Verlag: Edition Acéphale


Schweden, Ende des 17. Jahrhunderts. Der Akademiker Andreas Törner mietet mit seiner Familie den Sommer über ein abgelegenes Schloss. Dort trifft er auf eine Roma-Familie, die dort als Verwalter des Anwesens lebt – und plötzlich wirkt alles kontaminiert: der Tonfall, die Gerüchte, die Blicke im Hof. Törner hält sich für vernünftig, kultiviert, überlegen. Doch in seinem Denken arbeitet ein Gift: Er ordnet, bewertet, verdächtigt, sucht überall den Beweis für das „Andere“. Zugleich zieht ihn die Tochter der Familie an.
Was als Sommerfrische beginnt, kippt zum Kammerspiel aus Verführung, Demütigung und Eskalation. Zwischen Törner und dem Verwalter entspinnt sich ein zähes Duell um Kontrolle und Deutungshoheit: Jeder Vorfall wird zum Affront, jede Kränkung zur Rechtfertigung. Strindberg zeigt mit kalter Präzision, wie Vorurteil zur Logik, Logik zur Tat wird – bis Törner den Schritt ins Unwiderrufliche setzt. TSCHANDALA, der Name für den Ausgestoßenen, ist ein literarischer Schockraum: hart, dunkel, unerbittlich – und beunruhigend zeitlos in seiner Anatomie des Hasses. Ein Text, der nicht tröstet, sondern aufreißt – und der fragt, wer im Namen von Ordnung und Reinheit am Ende wirklich zum Täter wird. Und was bleibt, wenn der Hass sich erfüllt?
Was Strindberg hier schreibt, ist verstörend, brutal, schockierend. Ein Buch seiner Zeit? Ein Buch jenseits der Zeit? Mit „Tschandala“ weist der Meister der modernen schwedischen Literatur auf die Abgründe der Fremdenangst. Das Misstrauen als Lebensform und der Hass als Heilung.

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Weitere Infos & Material


Strindberg, August
August Strindberg (1849–1912) geboren in Stockholm. Naturalist, Pamphletist, Zeitdiagnostiker: Er stritt gegen Kirche, Ehe, Klasse und Konvention, oft mit schonungsloser Selbstentblößung. Europa feierte, skandalisierte, verwarf ihn – und konnte ihn doch nicht loswerden. In Krisen und Exzess, im „Inferno“-Rausch zwischen Wissenschaft, Mystik und Paranoia, formte er eine Sprache, maßgeblich für die moderne schwedische Literatur. Seine Figuren leben vom Misstrauen, seine Sätze von Gewalt und Klarheit. Wer ihn liest, wird nicht beruhigt, sondern geprüft. Und am Ende steht die Frage: Wie schnell wird Angst zu Hass? Antwort: TSCHANDALA.



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