E-Book, Deutsch, 256 Seiten
Strauch Mit Liebe leiten
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98963-539-5
Verlag: Christliche Verlagsgesellschaft
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Der bessere Weg
E-Book, Deutsch, 256 Seiten
ISBN: 978-3-98963-539-5
Verlag: Christliche Verlagsgesellschaft
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Alexander Strauch aus New Jersey studierte an der Colorado Christian University und dem Denver Seminary. Seit über 40 Jahren dient er als Ältester in seiner Gemeinde bei Denver, Colorado. Darüber hinaus unterrichtete er Philosophie und neutestamentliche Literatur an der Colorado Christian University. Als begabter Bibellehrer und beliebter Redner hat Alexander Strauch Tausenden von Gemeinden weltweit durch seinen an der Bibel orientierten Lehrdienst geholfen.
Zielgruppe
für jeden, der Menschen führt oder leitet
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
2
Lieben oder Sterben
(Offb 2,4)
Meine erste Erfahrung, die ich mit der christlichen Liebe machte und die mein Leben verändern sollte, war der Moment, als ein Freund mir das Buch gab, eine Biografie über Robert Chapman aus Barnstable, England.1 Abgesehen von der Bibel hat niemand meine Einstellung zur Liebe und christlichen Leiterschaft mehr beeinflusst als Robert Chapman.
Zu seiner Zeit nannte man ihn den „Apostel der Liebe“, und Charles Haddon Spurgeon bezeichnete ihn als den „heiligsten Mann“, den er jemals kannte.
Robert Chapman gab seinen Beruf als Anwalt in London auf, um in einer kleinen Baptistengemeinde in Barnstable Pastor zu werden. Vor Chapman hatte diese kleine zerstrittene Gemeinde innerhalb von achtzehn Monaten drei verschiedene Pastoren gehabt. Wie Chapman diese streitende Gemeinde mit seiner Liebe, seiner Geduld und seinem Bibelunterricht veränderte, ist eine Mut machende Lektion über liebevolle Leiterschaft. Aus der Gemeinde wurde schließlich eine große, harmonische Gemeinde. Sie war in ganz England für ihre Liebe, ihren missionarischen Einsatz und ihren leidenschaftlichen Dienst an den Armen bekannt.
Am Ende seines Lebens, im Alter von neunundneunzig Jahren, war Chapman für seine Liebe und Weisheit so bekannt, dass ein Brief aus dem Ausland mit der einfachen Adressangabe „R. C. Chapman, Universität der Liebe, England“ korrekt bei ihm zu Hause ankam.
Vor Chapmans Wirken war die Gemeinde in Barnstable auf ihre Erkenntnisse in Lehrfragen und ihre Gemeindepraxis stolz gewesen, aber ihre Lieblosigkeit hatte sie sterben lassen. Doch als Robert Chapman kam, hauchte er dieser Gemeinde die Leben spendende Liebe ein. Schon bald glühte sie vor Liebe für Christus, vor Liebe füreinander, vor Liebe für die Wahrheit des Evangeliums und vor Liebe für die Verlorenen. Sie wurde zu einer Universität der Liebe.
Im 2. Kapitel der Offenbarung lesen wir von einer anderen Gemeinde, die auf ihre Gerechtigkeit und Treue stolz war, aber wegen ihrer fehlenden Liebe im Begriff stand zu sterben. Unser Herr selbst sagt dieser Gemeinde und ihren Leitern, sie sollten Buße tun und offen sein für die Liebe, die sie wieder lebendig machen würde. Lesen Sie aufmerksam die heiligen Worte und die Warnung Jesu Christi an die Gemeinde in Ephesus:
Lob und Tadel
Am Anfang lobt unser Herr die Gemeinde in Ephesus für ihre guten Werke, ihre Mühe, ihr Ausharren im Glauben, dafür, dass sie das Böse nicht toleriert hat, und für das geduldige Ertragen der Verfolgung. Es gab in dieser Gemeinde viel zu loben, und wir sollten ihre vorbildlichen Eigenschaften schätzen. Es schien alles in Ordnung zu sein. Die Epheser hätten ein Buch über erfolgreichen Gemeindedienst schreiben können. Es war jedoch nicht alles in Ordnung, denn es fehlte etwas Grundlegendes. Mit der göttlichen Einsicht in den wahren geistlichen Zustand dieser nach außen hin erfolgreichen Gemeinde wechselte Jesus Christus vom Lob zum Tadel. Er sagt:
Im Licht aller gelobten Eigenschaften dieser Gemeinde schien die Kritik Jesu fast belanglos zu sein. Aber in seinen Augen hatte das Herz der Gemeinde aufgehört zu schlagen.
Das Verlassen der ersten Liebe
Einst blühte die Gemeinde vor echter Liebe. Aber das hatte sich geändert. Es gab immer noch ein gewisses Maß an Liebe, weil sie für die Wahrheit des Evangeliums kämpfte und gute Werke vollbrachte (s. Offb 2,2-3.6). Aber ihre Liebe war nicht mehr das, was sie einmal war. Anstatt immer stärker und tiefer zu werden, verschwand ihre Liebe. Die Gemeinde tat Werke, aber die Freude, die Kreativität, die Aufgeschlossenheit und die Kraft, die die Liebe hervorbringt, waren verschwunden. Die Eigenschaft ihrer Liebe hatte sich verändert, und das wurde sogar in ihren Werken sichtbar. Deswegen tadelt Jesus sie und sagt ihr, sie solle tun. Er ermahnt sie, daran zu denken, wovon sie ist (Offb 2,5).
Der Gegenstand dieser Liebe wird in dem Text nicht näher bestimmt. Es heißt nicht „Liebe zu Christus“ oder „Liebe zu den Gläubigen“. Jesus meinte damit wohl damit die Liebe im Allgemeinen (Liebe zu Christus, zum Nächsten und zu den Verlorenen).
Gott fordert von seinen Gläubigen, dass sie ihn vollkommen und ungeteilt lieben (s. 5Mo 6,4-6). Wir sollen Gott mit Herzen und Seele und Verstand lieben (s. Mt 22,37). Außerdem ist die Beziehung zwischen Jesus Christus und seiner Gemeinde der Offenbarung zufolge die einer Ehe; Christus ist der Bräutigam und die Gemeinde ist die Braut.2 Die Braut, die Gemeinde, soll Christus, dem Bräutigam, freudige und ungeteilte Hingabe entgegenbringen. In Ephesus hatte die Braut die wichtigen Eigenschaften ihrer Liebe verloren: die Freude, Gott lobzupreisen; den Hunger, ihn durch sein Wort besser kennenzulernen; den Wunsch, seine Liebe vollkommen zu verstehen; den Durst, geistlich zu wachsen; und die Freude an seinem Lob und seiner Anbetung.
Wir sollen uns gegenseitig so lieben, wie Jesus uns geliebt hat. Es handelt sich um eine ungeheuchelte Liebe (s. 1Petr 1,22), die uns bereit macht, füreinander zu leben (s. 1Jo 3,16). Von den Gläubigen in Ephesus wollte der Herr, dass sie sich selbstlos um die gegenseitigen Bedürfnisse kümmern, ihre Häuser füreinander öffnen, wie eine große Familie zusammenleben, sich gegenseitig freudig dienen, aus tiefstem Herzen füreinander beten, Vorurteile gegenüber Fremden überwinden und sich gemeinsam am Leben in der Gemeinde und zu Hause erfreuen. Doch ihre Liebe war verdorrt.
Amy Carmichael, die sich um misshandelte Kinder kümmerte und ihnen in der in Indien ein Heim bieten konnte, erkannte, wie tödlich es sein konnte, wenn unter ihren Mitarbeitern die Liebe nachließ. So legte sie für das Zusammenleben der Frauen, die mit ihr in dem Waisenhaus arbeiteten, folgende Grundsätze fest:
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Christus fordert uns auf, alle Menschen zu lieben (s. 1Thes 3,12). Diese Liebe versucht, die körperliche und geistliche Not der Menschen zu lindern. Der barmherzige Samariter gab diese Liebe einem fremden, zusammengeschlagenen Mann (s. Lk 10,30-37). Sie zeigt sich in der Evangelisation und in der Hinwendung zu den Verlorenen. Paulus hatte diese Liebe für Israel: (Röm 9,2-3). Diese Liebe für die Verlorenen und die Bedürftigen war in Ephesus völlig verschwunden.
Die Gemeinde in Ephesus hatte sich auf tragische Weise verändert. Sie hatte ihre erste Liebe verlassen, und es musste etwas geschehen, sonst würde der Herr diese Gemeinde richten. „Es ist kein Wunder“, schreibt der puritanische Prediger Nathaniel Vincent, „dass der Satan, der daran arbeitet, die Gemeinden zu vernichten, danach trachtet, die Liebe zu töten.“4
Christi Heilmittel gegen fehlende Liebe
Jesus fordert die Gemeinde auf, sofort drei Dinge zu tun,




