E-Book, Deutsch, 208 Seiten
Strauch Füreinander
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98963-541-8
Verlag: Christliche Verlagsgesellschaft
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Wie man Konflikte in der Gemeinde überwindet
E-Book, Deutsch, 208 Seiten
ISBN: 978-3-98963-541-8
Verlag: Christliche Verlagsgesellschaft
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Alexander Strauch aus New Jersey studierte an der Colorado Christian University und dem Denver Seminary. Seit über 40 Jahren dient er als Ältester in seiner Gemeinde bei Denver, Colorado. Darüber hinaus unterrichtete er Philosophie und neutestamentliche Literatur an der Colorado Christian University. Als begabter Bibellehrer und beliebter Redner hat Alexander Strauch Tausenden von Gemeinden weltweit durch seinen an der Bibel orientierten Lehrdienst geholfen.
Zielgruppe
Christen in Konflikten; Gemeindeleiter, die fruchtbares Miteinander fördern wollen; Gläubige, die sich nach Veränderung sehnen
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Vorwort
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Epheser 4,1-3
Als Adam und Eva sündigten, verloren sie die Fähigkeit, in Frieden und in Einheit zusammenzuleben. Sie gerieten sofort miteinander in Konflikt – Adam beschuldigte Eva für ihre sündhafte Tat und Eva wiederum beschuldigte die Schlange. Ihre Sünde entzündete den Krieg der Geschlechter. Seitdem charakterisiert Uneinigkeit die menschliche Rasse anstatt Einheit. Unsere Welt wurde schließlich zum Schlachtfeld des Lebens.
Zwischenmenschliche Konflikte gehören zu den furchtbarsten Auswirkungen der Sünde, die jemals in die Welt kamen. Wegen der Sünde bedeuten zwischenmenschliche Beziehungen jeder Art harte Arbeit und sie sind anfällig für Konflikte. Die furchtbare Spur zwischenmenschlicher Konflikte lässt sich durch die ganze Menschheitsgeschichte hindurch zurückverfolgen – und leider auch durch die komplette Kirchengeschichte. In der Bibel wird uns immer wieder die hässliche Realität der Sünde vor Augen geführt: Wir lesen darin Geschichten von Gewalt und grausamen Kriegen und sehen, wie sie sogar unter Gottes Volk wütet:
Die erste Sünde, die erwähnt wird, nachdem Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben wurden, ist, dass Kain seinen Bruder Abel tötete. Kain brachte seinen Bruder aus Eifersucht, Jähzorn, Egoismus und Stolz um (1. Mose 4,8).
Die Zwillingsbrüder Jakob und Esau kämpften schon im Mutterleib miteinander (1. Mose 25,22).
Aus Eifersucht wurde Jakobs Lieblingssohn Josef von zehn seiner Brüder in die Sklaverei verkauft. Sie belogen ihren Vater, indem sie ihn glauben ließen, Josef sei tot (1. Mose 37,18–33).
Das vierte Buch Mose beschreibt die jahrelange Wüstenwanderung des Volkes Israel und dessen Auflehnung gegen Mose. Weil das Volk ununterbrochen klagte und murrte, wollte Mose sogar sterben (4. Mose 11,14-15).
Israels erster König Saul war ein stolzer Mann. Aus Eifersucht auf den Erfolg Davids, der ein junger Heerführer war, verstieß Saul gegen fast jedes soziale Gesetz Gottes. Anstatt sich über seinen fähigen Heerführer zu freuen, tat Saul alles, um seinen Konkurrenten zu töten (1. Samuel 15,12; 18,6-16).
In der späteren Regierungszeit Davids brachte sein Sohn Absalom das Volk dazu, sich gegen seinen König zu verschwören. Absalom wollte seinen eigenen gottesfürchtigen Vater töten, um den Thron an sich zu reißen. Absaloms Machtgier und sein egoistischer Ehrgeiz trieben ihn dazu, zu betrügen und zu morden (2. Samuel 15).
König Salomos Sünde des Götzendienstes zerstörte Israels Einheit und spaltete die Nation in zwei Königreiche, die gegeneinander Krieg führten – jedes Reich hatte einen eigenen König, eine eigene Anbetungsstätte und eigene Priester (1. Könige 12).
Das Neue Testament beschreibt den furchtbaren Kampf zwischen den religiösen Führern Israels und Jesus, dem Messias. Aus lauter Hass und Eifersucht, weil Jesus Christus ihre Heuchelei und selbstgerechte Haltung aufdeckte, töteten sie den „Urheber des Lebens“ (Apostelgeschichte 3,15).
Während seines irdischen Lebens musste unser Herr mit den selbstsüchtigen Wünschen seiner Jünger umgehen, als sie sich stritten, wer von ihnen der Größte sei und wer wohl am Thron an seiner Seite sitzen würde (Markus 9,34; 10,31). Wie sollten sie nach dem Tod ihres Herrn jemals einträchtig zusammenarbeiten?
Machen wir einen Sprung in unsere Zeit. Wie können Christen bis zur Wiederkunft Christi einträchtig und in Frieden zusammenarbeiten? Die Antwort auf diese Frage ist grundlegend für unser Verständnis, wie wir mit Konfliktsituationen im Sinne biblischer Prinzipien umgehen. Jesus lehrte die einzigartigen Prinzipien der Demut, des Dienens, der Vergebung und der Liebe, und er versprach, einen Helfer zu senden, der seine Jünger befähigen würde, nach seiner Anweisung zu leben. An Pfingsten – nach Jesu Tod, Auferstehung und Himmelfahrt – sandte Gott den Heiligen Geist, der in allen Gläubigen wohnen sollte. Ausgestattet mit der Kraft des Heiligen Geistes konnten die Jünger gehorsam sein und in Eintracht gemeinsam ihren Dienst tun. Sie waren das erste christliche Führungsgremium. Allerdings wurden mit dem Kommen des Heiligen Geistes nicht automatisch alle Streitigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten unter den Gläubigen aus der Welt geschafft. Die Gemeinden der neutestamentlichen Zeit durchlebten viele Konflikte. Als die Schreiber des Neuen Testaments dieses Thema behandelten, gaben sie Anweisungen von unschätzbarem Wert, wie Christen in Krisensituationen denken, handeln und miteinander umgehen sollen. Wenn wir die Bibel studieren, lernen wir Gottes Willen kennen und erfahren, wie wir trotz unterschiedlicher Meinungen miteinander auskommen können.
Wir sollten uns bewusst machen, dass es völlig normal ist, wenn Christen unterschiedlicher Meinung sind und leidenschaftlich ihre jeweilige Position verteidigen. Nur so können wir voneinander lernen, unseren Verstand schärfen, uns korrigieren und herausfinden, wie wir anderen helfen können, sich weiterzuentwickeln. Der Heilige Geist benutzt oft den Gefühlsaufruhr, der bei Meinungsverschiedenheiten und Konflikten entsteht, um unsere Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken. Er will uns dazu bringen, notwendige Veränderungen in unseren Familien, Gemeinden und im persönlichen Leben vorzunehmen. Konflikte können uns helfen, unsere Charakterschwächen aufzudecken, falsche theologische Auffassungen zu korrigieren, unseren Glauben und unser Gebetsleben zu stärken, unsere Pläne zu überdenken, weiser zu werden, Lebenserfahrungen zu sammeln und Gott in schwierigen Zeiten zu vertrauen.
Falsch ist, wenn Gläubige bei Meinungsverschiedenheiten gottlos und unbiblisch handeln. Leider ist solch ein Verhalten jedoch gar nicht so ungewöhnlich. Ich habe mit vielen Menschen gesprochen, die schmerzlich erfahren mussten, wie sich ihre Gemeinde spaltete. Meinungsverschiedenheiten waren dabei nicht das Schlimmste, sondern das sündige Verhalten, das darauf folgte – die gemeinen Worte, Wut, kindisches Benehmen, Prahlerei, Egoismus, Verleumdung, Herunterspielen von sündigem Verhalten und unverblümter Ungehorsam gegenüber dem Wort Gottes, fehlende Bereitschaft, einander zu vergeben oder sich miteinander zu versöhnen.
Als ich dann eine Gemeinde kennenlernte, die 50 Jahre lang ihre Einheit und ihren Frieden bewahrt hatte, wollte ich ihr Geheimnis erfahren. Im Laufe der Jahre gab es in dieser Gemeinde einige schwierige Änderungen im Blick auf Lehre und Durchführung der Gemeindezusammenkünfte. Die meisten Leiter waren starke Persönlichkeiten und hatten wirksame Maßnahmen ergriffen. Trotzdem hatte die Gemeinde überlebt, ohne daran zugrunde zu gehen.
Wie hatte diese Gemeinde es geschafft, die Einheit des Geistes zu bewahren und solch bedeutende Veränderungen durchzuführen, ohne eine Spaltung herbeizuführen? Die Antwort von einem der Gemeindeleiter auf diese Frage ist die Lösung: „Wir haben immer versucht, mit der Kraft des Heiligen Geistes gemäß den biblischen Prinzipien zu denken und zu handeln, ganz besonders inmitten der heftigsten Auseinandersetzungen.“
Diese Gemeinde hatte Probleme und Meinungsverschiedenheiten wie jede andere. Die Gemeindemitglieder hatten sich gegenseitig oft gekränkt und verletzt. Sie kannten die Fehler und Schwächen der anderen, aber sie wussten auch, dass Christus sie aufgefordert hatte, einander zu lieben, demütig und sanftmütig zu sein, den anderen höher zu achten als sich selbst, einander geduldig zu ertragen, sich die Wahrheit zu sagen, sich gegenseitig zu vergeben, sich zu versöhnen, gütig zu sein und zu allen Zeiten die Frucht des Geistes zu zeigen – besonders in Konfliktsituationen.
Die Menschen in dieser Gemeinde wussten, dass die „Werke des Fleisches“ – Stolz, Zank, Eifersucht und egoistisches Streben – die Gemeinde zerstören können und die Leiter zur Verzweiflung bringen. Sie wussten, dass es eine richtige und eine sündige Art und Weise gibt, mit Konfliktsituationen umzugehen. Und sie wussten, dass Gott Prinzipien für die richtige Bewältigung der Konflikte angeboten hat. Also entschieden sie sich, nach diesen besonderen biblischen Prinzipien zu handeln, die uns zeigen, wie wir uns in Konfliktsituationen verhalten sollen. Diese Entscheidung für eine biblisch orientierte Handlungsweise bestimmte ihre Haltung bei Auseinandersetzungen.
Ziel und Absicht dieses Buches ist es, Gottes Willen in Bezug darauf zu erforschen, wie Christen mit Konflikten umgehen sollen, damit auch andere Gemeinden diesen Frieden und diese Einheit erleben können. Wir werden aus der Bibel Prinzipien für den Umgang mit...




