E-Book, Deutsch, Band 0147, 384 Seiten
Reihe: Tiffany Duo
Stone / Pershing / Biggs Tiffany Duo Band 147
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95446-119-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0147, 384 Seiten
Reihe: Tiffany Duo
ISBN: 978-3-95446-119-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Agent zum Verlieben
Lyn Stone
Sowohl Molly als auch Damien haben gute Gründe, um Liebesdinge einen Bogen zu machen. Doch wo Erotik derart Funken sprüht, fällt Zurückhaltung schwer. Und so ist der smarte Agent für Molly bald viel mehr als nur der Beschützer vor ihrem durchgeknallten Ex...
Liebe im Motel
Diane Pershing
Die Nerven des schönen Exmodels Jordan liegen blank: Ihr totgeglaubter Sohn scheint entführt, aber noch am Leben - und Dominic D'Annunzio, der Mann, der ihr hilft, Michael zu finden, weckt jähes, nie gekanntes Verlangen in ihr, wo doch ein kühler Kopf ganz wichtig wäre ...
Gefährliche Affäre
Cheryl Biggs
Das Wiedersehen mit Suzanne, der Witwe seines Freundes Rick, stürzt den FBI-Mann Hart Branson in einen zornigen Konflikt. Denn obwohl er Suzanne die Schuld an Ricks Tod gibt, spürt er, dass sein so lange verdrängtes Begehren nach ihr alle Skrupel besiegt...
Lyns Ausflug in die Romanliteratur begann in den 90-ern. Am Valentinstag des Jahres 1996 unterschrieb sie ihren ersten Vertrag mit dem kanadischen Verlag Harlequin. 'Blumen, Süßigkeiten, Küsse und auch noch ein Buchverkauf! Es wird nie wieder so einen Tag wie diesen geben!'sagt sie begeistert! Lyn studierte Kunst und arbeitete in Europa, wo sie viele der Schauplätze aufsuchte, die heute in ihren historischen Romanen auftauchen. Zu der Zeit malte sie die historischen Sehenswürdigkeiten, die sie auf ihren Reisen besichtigte, und verkaufte die Gemälde. Zeitweise verdiente sie sich ihren Lebensunterhalt als Designerin von Buchcovern, bis sie die Seiten wechselte und nicht mehr die Cover gestaltete, sondern die Romane verfasste, da sie förmlich süchtig nach den Geschichten zwischen zwei Buchdeckeln war... 'Selbst zu schreiben war definitiv eine meiner besten Entscheidungen', bekennt sie. Heute leben sie und ihr Mann in North Alabama in der Nähe ihrer beiden Kinder und vier Enkel, die einen großen Beitrag zu ihrer Arbeit leisten, indem sie sich z. B. an der Recherche für ihre Romane beteiligen, und außerdem eine unerschöpfliche Inspirationsquelle für die Personen in ihren Romane sind.
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1. KAPITEL
Damien Perry öffnete seine Bierflasche und schüttelte lachend den Kopf. Es war ein bitteres Lachen, wie immer in den letzten Tagen. Dass ein Mann auf den Absender eines Briefs schauen musste, um zu wissen, wer er selbst gerade sein sollte, war schon traurig.
Mit dem Daumen strich er über den Poststempel des Umschlags, der neben ihm auf der Koje lag. ‘Nashville, Tennessee’. Ach ja, seine Rolle als Attentäter.
Seit fast zehn Jahren nahm er nun schon unterschiedliche Identitäten an, und langsam wurde der Job langweilig. Das FBI lieh ihn häufig an andere Sicherheitsbehörden aus, als wäre er ein Ausrüstungsteil.
Er hatte überlegt, ob er kündigen sollte. Die Bezahlung war miserabel, selbst wenn man die Spesen einrechnete, mit denen er die Designerkleidung kaufte, die er bei Einsätzen wie dem letzten brauchte. Außerdem hatte er sein Erbe gut angelegt und musste eigentlich gar nicht mehr arbeiten.
Aber was würde er tun, wenn er nicht mehr beim FBI war? Sein Jurastudium nutzen und eine Anwaltskanzlei eröffnen?
Damien schnaubte abfällig und nahm einen Schluck Bier, bevor er die Schuhe abstreifte und es sich in der Koje bequem machte. Doch dann fiel sein Blick wieder auf den Umschlag.
Er riss ihn auf. Kein Brief, nur eine Visitenkarte.
Lächelnd las er den Namen. “Marian Olivia Jensen”. In Nashville kannte er nur eine Frau namens Jensen. Das musste sie sein. Was konnte Molly von ihm wollen? Er drehte die Karte um. “Bitte rufen Sie mich an. Ich brauche ihre Hilfe. Es ist dringend. M.J.”, las er vor sich hin murmelnd.
Er ließ sich auf die schmale Koje in der Kabine der Anna Louise zurückfallen und betrachtete die Visitenkarte genauer. Unter ihrem Namen stand die Berufsbezeichnung “Freie Grafikerin”, darunter die Nummern von Postfach, Telefon und Fax.
Woher wusste sie, wo er zu erreichen war?
Vermutlich von Michael Duvek, dem FBI-Regionaldirektor in Memphis. Abgesehen von ihrem Bruder war Duvek der Einzige, den sie beide kannten.
Aber Damien kannte Molly eigentlich kaum. Er war ihr nur zweimal begegnet, als er vor sechs Monaten in Memphis im Krankenhaus gelegen hatte. Nach dem Fiasko in Nashville. Sie hatte ihren Bruder besucht. Ford Deveraux, den FBI-Agenten mit dem er ein Zimmer geteilt hatte, nachdem sie beide verletzt worden waren. Unbewusst strich er über die Narbe unterhalb des Brustkorbs.
Seltsam, dass sie sich an ihn erinnerte. Damien war gerade erst aus der Narkose erwacht und noch benommen gewesen, als Deveraux ihn mit seiner Schwester bekannt gemacht hatte. Er hatte die Augen geöffnet und direkt in ihr Lächeln geschaut. Ein unvergessliches Lächeln.
Bei ihrem nächsten Besuch waren sie zusammen in die Cafeteria gegangen, damit Deveraux und dessen Verlobte ein wenig allein sein konnten.
Das war alles gewesen – ein scheußlich schmeckender Kaffee und fünfzehn Minuten belangloser Unterhaltung. Doch eine Frau wie sie konnte er nicht vergessen. Allein an sie zu denken brachte ihn zum Lächeln.
Sie war groß, nur eine Handbreit kleiner als seine einmeterneunzig. Schlank und anmutig, aber zu sportlich für ein Model. Makellose Haut, rotbraunes Haar, das wie poliertes Kupfer glänzte, und ein Lachen, das ihre grünen Augen wie Smaragde funkeln ließ.
Damien erinnerte sich daran, wie gern er sie damals berührt hätte. Einfach nur, um herauszufinden, ob ihre Lebensfreude ansteckend war. Er hatte sich nicht getraut, aber zum Glück hatte sie eine Hand um seinen Arm gelegt, um ihn zu stützen. Schon das war den anstrengenden Weg vom Krankenzimmer zur Cafeteria wert gewesen.
Nach einem letzten Blick auf die Visitenkarte stand er auf. Wozu mochte sie ihn so dringend brauchen? Seine Neugier war geweckt, aber vielleicht wäre es nicht sehr vernünftig, dieser Neugier nachzugeben.
Von einem Ehemann hatte sie damals nichts gesagt, aber bestimmt war sie verheiratet. Sie hatte ihm damals Fotos ihres Babys gezeigt.
Molly Jensen war Ehefrau und Mutter. Und damit tabu. Eindeutig. Damien hatte gelernt, Tabus zu respektieren.
Doch dieses Mal ignorierte er die Lektionen, die das Leben ihm erteilt hatte. Er wollte sie wiedersehen. Also zog er ein T-Shirt an, ging von Bord und steuerte die Telefonzelle am Eingang des kleinen Jachthafens an. Er würde herausfinden, warum sie seine Hilfe brauchte.
“Oh, Syd, was soll deine Mom nur tun?”, fragte Molly ihre fest schlafende Tochter.
Das Telefon läutete zum vierten Mal, und wieder schaltete sich der Anrufbeantworter ein. Sie lauschte ihrer eigenen Stimme und wartete auf den Piepton. Ihr graute vor dem Lachen, dem tiefen Lachen, bei dem sie immer eine Gänsehaut bekam. Seit Mittag hatte sie schon drei solcher Anrufe ertragen müssen. Die Abstände wurden immer kürzer.
Wenn sie den Hörer abnahm, würde er vielleicht mit ihr reden und so tun, als würde er sich um sie und Sydney sorgen. Dennoch würde sie seine Worte als Drohungen erkennen. Und die waren schlimmer als das Schweigen, das gleich durch die Leitung dringen würde.
“Hallo, Mrs Jensen”, sagte jetzt eine tiefe Stimme. “Hier ist Damien Perry. Ich habe Ihre Karte bekommen. Wenn Sie …”
Sie riss den Hörer von der Gabel. “Warten Sie! Nicht auflegen! Einen Augenblick bitte, ich muss nur rasch mein Kind hinlegen.”
Molly rannte zum Laufgitter, legte das Baby neben seinen Teddy und eilte zurück an den Apparat. “Entschuldigung. Ich hätte mich sofort gemeldet, aber ich dachte … Sind Sie hier? In Nashville?”
“Nein. Ich wollte nur …”
“Wann können Sie herkommen? Sie können doch kommen, oder nicht? Ich meine, ich weiß nicht mehr weiter. Und ich dachte, da Sie ein guter Freund von Ford sind und er im Ausland ist und Mr Duvek mir nicht …”
“Beruhigen Sie sich, Mrs Jensen. Nicht so schnell. Haben Sie ein Problem?”
“Ms, nicht Mrs. Nein, für Sie Molly, aber das ist jetzt nicht wichtig. Ich brauche Ihre Hilfe, und zwar sofort. Bitte! Es geht um Leben oder Tod.”
“Wessen Tod?”, fragte Damien gelassen.
“Meinen.” Sie schluckte. “Und vielleicht auch Sydneys.”
“Wer ist Sydney?”
“Mein Baby. Erinnern Sie sich? Bitte, werden Sie kommen? Ehrlich, es gibt sonst niemanden, der mir helfen kann. Es ist viel verlangt, ich weiß, aber ich kann Sie bezahlen. Was immer Sie verlangen, ich kann es bezahlen. Vielleicht nicht alles auf einen Schlag, aber wir finden schon eine Regelung.”
“Warten Sie. Erzählen Sie mir, was ich für Sie tun soll.”
“Er soll endlich damit aufhören. Ich halte es nicht mehr aus. Heute hat er schon drei Mal angerufen und …”
“Wissen Sie, wer es ist?”, unterbrach er sie.
“Ja! Jack. Mein Exmann.”
“Molly, hören Sie mir zu”, befahl Damien ruhig. “Verriegeln Sie sämtliche Türen und Fenster und …”
“Die sind alle verriegelt!”
“Gut. Haben Sie die Polizei verständigt?”
“Natürlich! Aber die unternimmt nichts gegen ihn, weil ich nicht beweisen kann, dass er es ist. Erst muss er uns etwas antun. Aber dann kann es zu spät sein! Kommen Sie nun, oder nicht?”
Damien schwieg einen Moment. “Ja. Ich bin morgen bei Ihnen.”
“Ein Glück”, flüsterte sie erleichtert. “Danke.” Bald würde alles vorbei sein. Syd und sie würden sicher sein.
Allein Damien Perrys Stimme zu hören hatte ihr ein wenig von der Angst genommen, die im Moment ihr Leben beherrschte. Sein entschlossener, selbstsicherer Tonfall ermöglichte ihr, die Augen zu schließen und tief durchzuatmen.
“Eine Frau sollte nicht allein leben, Molly”, hatte Jack am Telefon gesagt. “Du weißt ja, was ihr alles zustoßen kann. Du und dein Baby, ganz allein in dem großen Haus – ein erschreckender Gedanke, findest du nicht? Aber ich möchte, dass du darüber nachdenkst.”
Und dann hatte er böse gelacht.
Wenn er jetzt anrief, sprach er nicht.
Manchmal parkte er vor dem Haus und blieb im Wagen sitzen. Wenn sie herauskam, folgte er ihr, bis sie sich mit ihrer Mutter oder Freunden traf. Erst dann sprach er sie an, um sich vor Zeugen bei ihr zu entschuldigen. In der Öffentlichkeit spielte er den leidenden Ehemann, der nicht ohne sie leben wollte. Aber Molly wusste, was er wirklich wollte.
Sie sah es in seinem Blick und hörte es in seiner Stimme. Jack wollte Rache.
Und da er in seiner krankhaften Eifersucht sogar daran zweifelte, dass er der Vater ihrer gemeinsamen Tochter war, würde er nicht mal davor zurückschrecken, Sydney etwas anzutun.
Molly kauerte sich auf der Couch zusammen, neben der geladenen Pistole. Sie zwang sich wach zu bleiben, denn sie durfte nicht einschlafen. Es wäre zu gefährlich.
“Beeil dich, Damien”, flüsterte sie. “Bitte, komm so schnell du kannst.”
Als es an der Haustür läutete, riss Molly die Augen auf. Sie musste eingeschlafen sein. Draußen schien bereits die Sonne. Sie nahm ihre Pistole, schlich nach vorn und schaute durch den Spion.
Mit einem abgründigen Seufzer der Erleichterung öffnete sie. “Wie gut, dass Sie hier sind. Ich dachte schon, Sie hätten es sich anders überlegt. Bitte kommen Sie herein.”
Sie ließ Damien herein und schloss hinter ihm ab. Plötzlich fühlte sie sich so sicher wie seit Wochen nicht mehr.
“Darf ich?”, fragte er, bevor er ihr die Pistole aus der Hand nahm, sie sicherte und in seine Tasche steckte. “Ich möchte nicht, dass Sie einen von uns beiden erschießen.” Dann lächelte er. “Hallo übrigens.”
“Hallo”, erwiderte Molly und starrte noch immer auf seinen...




