Stone | Lord Garrows widerspenstige Braut | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical

Stone Lord Garrows widerspenstige Braut


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-6950-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical

ISBN: 978-3-7337-6950-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Lady Susanna ist außer sich vor Empörung, als sie belauscht, wie ihr Vater sie einem völlig Fremden verspricht! Zornbebend -und betörend schön in ihrer Erregung - stürmt sie in den Salon: Da ist es um Lord James Garrow auch schon geschehen: Jede Bedingung



Lyns Ausflug in die Romanliteratur begann in den 90-ern. Am Valentinstag des Jahres 1996 unterschrieb sie ihren ersten Vertrag mit dem kanadischen Verlag Harlequin. 'Blumen, Süßigkeiten, Küsse und auch noch ein Buchverkauf! Es wird nie wieder so einen Tag wie diesen geben!'sagt sie begeistert! Lyn studierte Kunst und arbeitete in Europa, wo sie viele der Schauplätze aufsuchte, die heute in ihren historischen Romanen auftauchen. Zu der Zeit malte sie die historischen Sehenswürdigkeiten, die sie auf ihren Reisen besichtigte, und verkaufte die Gemälde. Zeitweise verdiente sie sich ihren Lebensunterhalt als Designerin von Buchcovern, bis sie die Seiten wechselte und nicht mehr die Cover gestaltete, sondern die Romane verfasste, da sie förmlich süchtig nach den Geschichten zwischen zwei Buchdeckeln war... 'Selbst zu schreiben war definitiv eine meiner besten Entscheidungen', bekennt sie. Heute leben sie und ihr Mann in North Alabama in der Nähe ihrer beiden Kinder und vier Enkel, die einen großen Beitrag zu ihrer Arbeit leisten, indem sie sich z. B. an der Recherche für ihre Romane beteiligen, und außerdem eine unerschöpfliche Inspirationsquelle für die Personen in ihren Romane sind.

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2. KAPITEL

James liebte im Allgemeinen keine Veränderungen. Aber in diesem Fall gab es keine Argumente mehr, sein Junggesellendasein fortzusetzen.

Im ersten Augenblick war es ihm reichlich gewissenlos vorgekommen, zu heiraten. Schließlich kam er mit seinem Geld auch ohne Frau und Kinder nur gerade über die Runden. Sein ganzes bisheriges Tun und Lassen war nichts weiter als der verzweifelte Versuch, seinen Pflichten nachzukommen. Eine Ehefrau zu versorgen, war nur eine weitere schwere Bürde. Und doch – wenn er Lady Susanna nicht zur Frau nahm, würde Eastonby ihn auch nicht zum Verwalter von Drevers machen.

Verwalter von Drevers … Wenn er daheim oder zumindest in nicht allzu weiter Entfernung von Galioch arbeiten könnte, wäre das ein Segen für ihn und den Clan. Und die Leute in Drevers wünschten sich schon lange einen anderen Verwalter … Das Wohlergehen so vieler Menschen hing von seiner Entscheidung ab. Er konnte es sich schlicht und einfach nicht leisten, seinen persönlichen Wünschen zu viel Bedeutung beizumessen.

Außerdem, gestand er sich ein, war es nicht so, dass es ihm widerstrebte, Eastonbys Tochter zu heiraten. Susanna war eine verlockende junge Dame. Und mit Sicherheit eine Herausforderung für jeden Mann. In ihrer Gegenwart hatte James eine Vorfreude, eine Aufregung empfunden wie schon lange nicht mehr. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, als er an sie dachte.

Normalerweise verstand sich James gut mit Frauen. Er mochte sie, und das schienen sie zu merken. Mit einer ganzen Reihe Frauen hatte er sich auch im Bett vergnügt, das allerdings überwiegend in seiner Jugend. Aber er war niemand, der sich verliebte. Das hatte er immer nachdrücklich klargestellt.

Er hatte bislang nur eine Frau geliebt – seine Mutter. Es war eine unerwiderte Liebe geblieben, was seinem Vater ebenso ergangen war: Sein Leben lang hatte der alte Lord Garrow darunter gelitten, sich gequält, um einer Frau zu gefallen, die Erfolg an irdischen Mitteln maß und daran, wie viele Leute sie mit ihrem Putz beeindrucken konnte. Zehn Jahre nach dem Tod seiner Eltern litten James und der ganze Clan noch immer unter den Folgen der hemmungslosen Kaufsucht seiner Mutter.

In den letzten vier Jahren, die seine Eltern noch lebten, hatte James selbst eine beachtliche Summe durchgebracht. Er hatte die übliche, nutzlose standesgemäße Erziehung absolviert und war danach durch Europa gereist. Er hatte gehofft, als vielgereister Schöngeist endlich den Beifall seiner mondänen Mutter zu finden – oder doch wenigstens von ihr beachtet zu werden. Doch sie schien nur die Reisen anderer junger Männer interessant zu finden.

Dass er so egoistisch gewesen war und das Familienvermögen zu einem Teil verschleudert hatte, quälte James beharrlich. Um ein gleich großes Vermögen zu hinterlassen, würde er lange als Verwalter tätig sein müssen …

„Sind Sie ein Optimist?“ fragte Eastonby ihn plötzlich, als ob er James’ Zweifel an der bevorstehenden Eheschließung ahnen würde.

James zögerte mit seiner Antwort. „Nun, ich bin kein ausgesprochener Pessimist, Mylord. Aber ein Optimist?“

„Ich bin eigentlich auch kein Optimist. Aber dennoch – ich vertraue darauf, dass Sie und meine Tochter zueinander passen. Sonst hätte ich diese Heirat nicht vorgeschlagen. Susanna braucht jemanden, der sie lenkt, einen vernünftigen Mann eben. Wenn sie nur nicht wieder in die Hände dieser Skandalweiber in London fällt! Diese Miss Bodichon hat fast unseren guten Namen ruiniert. Sie hat Susanna dazu benutzt, ihre Ideen von Frauenbefreiung und ähnlichem Unsinn unter die Leute zu bringen. Der Name meiner Tochter stand in allen Tageszeitungen. Furchtbar! Es war ein Skandal! Susannas Mutter wäre entsetzt gewesen, den Namen ihrer Tochter in etwas anderem als einer Heirats- oder Todesanzeige lesen zu müssen!“

„Verstehe ich Sie recht – Lady Susanna hat dem guten Ruf der Familie Schaden zugefügt?“ fragte James, der sich ein wenig über Eastonbys harsche Kritik an seiner Tochter wunderte. Er fand es nicht weiter skandalös, dass eine Frau öffentlich gegen oder für irgendwelche Gesetze protestierte, solange sie nicht die freie Liebe propagierte. Doch dies war nicht der passende Zeitpunkt, sich mit seinem Schwiegervater in spe in eine Debatte über die gesellschaftlichen Konventionen zu verstricken.

„Nein, das nicht. Aber Susannas Verhalten hat mich erschreckt. Ich muss zugeben, ich mache mir Sorgen um sie. Es schickt sich nicht, wenn eine Frau in der Öffentlichkeit so geradeheraus ihre Meinung sagt. Susanna ist sehr begeisterungsfähig, aber sie ist auch ein wenig naiv. Und so furchtbar unkonventionell.“ Nervös griff der Earl zur Teekanne. „Ich hoffe, Sie sind anders.“

James nickte und hielt dem Earl seine Porzellantasse entgegen. Sie nahmen zusammen den Tee ein, während Susanna im Nebenzimmer in ihrem Kleiderschrank stöberte, um ein passendes Kleid für die Hochzeit zu finden, die am selben Nachmittag stattfinden sollte. Die Ehe würde ohne Aufgebot und Pomp von einem presbyterianischen Geistlichen geschlossen werden, der Eastonby noch einen Gefallen schuldig war. Eastonby stand offenbar auch mit einem der Magistrate von Edinburgh auf vertrautem Fuß. Die Heiratserlaubnis für ihn und Susanna war jedenfalls zurückdatiert worden. Es erstaunte James, wie einfach das Leben mit einem hohen Adelstitel war, ganz zu schweigen davon, was Reichtum und ein paar alte Freunde aus Oxford ausrichten konnten. Sogar eine Blitzhochzeit war da kein Problem.

„Ich werde noch für eine Woche in Edinburgh bleiben müssen“, bemerkte James, um das Thema zu wechseln. „Ich bin vertraglich verpflichtet, die Arbeiten am Portal eines Gebäudes zu beenden. Dann werde ich mich um Ihre Ländereien kümmern können.“

„Es sind jetzt Ihre Ländereien, lieber Garrow“, erinnerte ihn der Earl. „Und was die Steinmetzarbeiten angeht, so finde ich es bemerkenswert, wie wichtig Sie Ihre Tätigkeit nehmen.“

„Nein, die Arbeiten nehme ich nicht wichtig“, stellte James richtig. „Aber ich bin auf das Geld, das ich damit verdiene, angewiesen!“

Lächelnd hob der Earl sein Glas. „Ich wollte Sie mit meiner Bemerkung nicht verspotten! Sicher werden Sie schon bald Ihre Kinder mit nach Edinburgh nehmen können und ihnen Ihre Arbeiten zeigen.“

Eastonby ist ein Optimist, egal, was er behauptet, dachte James, wenn er so bald schon auf Enkelkinder hofft … Aber natürlich barg das Leben Überraschungen. Und die Winter in Schottland waren kalt, viel zu kalt, um allein im Bett zu liegen. „Sie werden uns gleich nach der Hochzeitszeremonie verlassen?“ erkundigte er sich höflich.

Der Earl nickte. „Ja. Ich bedauere natürlich, dass ich nicht bleiben kann, um Ihnen beiden beim Hochzeitsmahl Gesellschaft zu leisten. Aber es geht nicht anders. Sie können diese Räumlichkeiten selbstverständlich bis zu Ihrer Abreise weiter benutzen.“

„Ich werde Sie heute Abend bis Solly’s Copse begleiten“, erklärte James.

Überrascht sah sein Gegenüber ihn an. „Ihr Angebot ist sehr liebenswürdig, aber Sie machen sich unnötige Mühen, mein Bester. Ich habe schon alles geregelt.“

„Sie gehören zur Familie“, sagte James und setzte seine Tasse ab. „Zumindest werden Sie heute Abend ein Familienmitglied sein. Ich werde Sie daher begleiten.“ Als der Earl Anstalten machte zu protestieren, fuhr James fort: „Sehen Sie, wenn Sie wirklich eine Wachmannschaft anheuern, werden die Attentäter im Versteck bleiben und ein anderes Mal zuschlagen. Wenn dagegen nur ich mitkomme und mich ungesehen bei Ihnen in der Kutsche verstecke, wird der Anschlag wie geplant stattfinden.“

Nachdenklich sah der Earl ihn an. „Sie haben Recht, Garrow. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Aber was ist mit Susanna? Sie wird nicht entzückt sein, an ihrem Hochzeitsabend allein bleiben zu müssen.“

„Unsinn!“ protestierte Susanna, die plötzlich das Zimmer betreten hatte. „Schenk mir auch ein Tässchen ein“, bat sie ihren Vater. „Wenn es dir möglicherweise das Leben rettet, darf mein Herzallerliebster so lange abwesend sein wie nötig. Was hältst du übrigens von diesem Kleid, Vater?“ Sie wirbelte herum. Die Stahlkrinoline ließ ihre Röcke weit ausschwingen.

„Bitte benimm dich, Susanna“, wies der Earl sie zurecht und schenkte ihr eine Tasse Tee ein.

„Wieso dieser Tadel?“ Sie riss die Augen weit auf und mimte die gekränkte Unschuld. „Aus mir spricht die Vernunft selbst – bestätige ihm das, Liebling“, bat sie James.

Dieser nahm es Susanna nicht übel, dass sie ihn mit Kosenamen titulierte. Sie tat es ja nicht, um ihn zu verspotten, sondern um ihren Vater zu provozieren. Das hoffte er zumindest – ganz sicher war er sich dessen aber nicht. „Es ist tatsächlich nur vernünftig, wenn ich Sie begleite, Eastonby“, erwiderte James freundlich. „Ihre Tochter und ich würden uns sonst wochenlang Sorgen machen, ob Sie auch heil nach London gekommen sind. Übrigens, meine Liebe, das blaue Kleid steht Ihnen ausgezeichnet. Es betont Ihre hübschen blauen Augen.“

Diese Frau war gefährlich, erkannte James. Sie war zu klug, als dass er sie nur auf Grund seines Verstandes zügeln und lenken konnte. Nein, er würde auf ihre Zuneigung setzen. Ohne Zweifel wird sie mir in zwei Wochen verfallen sein, wenn ich nur die richtigen Worte zur richtigen Zeit sage.

Susanna wünschte sich, ihre Mutter hätte diesen Tag noch erleben können. Sicher hätte sie liebend gern an der Hochzeit ihres einzigen Kindes teilgenommen. Seit sie vor drei Jahren gestorben war, war Susanna so wütend auf sie gewesen,...



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