Stone / Allen | Historical Band 272 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 272, 512 Seiten

Reihe: Historical

Stone / Allen Historical Band 272

Der Spion und die Herzogin / Lord Garrows widerspenstige Braut /
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-86295-491-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Der Spion und die Herzogin / Lord Garrows widerspenstige Braut /

E-Book, Deutsch, Band 272, 512 Seiten

Reihe: Historical

ISBN: 978-3-86295-491-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



DER SPION UND DIE HERZOGIN von ALLEN, LOUISE
'Sind Sie gekommen, um mich zu töten?' Stolz tritt Eva de Maubourg ihm entgegen, als Jack in ihr Schlafgemach eindringt. Der Geheimagent des Königs ist fasziniert - so viel Mut bei einer Frau! Und warum hat ihn niemand gewarnt, dass die Großherzogin so jung ist, so wunderschön? Auf geheimen Wegen soll Jack sie nach England bringen, fort aus Napoleons Schatten, der sich dunkel über ihr Herzogtum gelegt hat. Doch mit dieser Mission droht dem kühnen Spion sein persönliches Waterloo: Nie zuvor hat er ein solches Verlangen empfunden wie nach Eva! Und nie zuvor schien eine Leidenschaft riskanter für Leib und Seele ...
LORD GARROWS WIDERSPENSTIGE BRAUT von STONE, LYN
Eine Heirat! Lady Susanna kann nicht glauben, dass ihr Vater sie einfach mit Lord Garrow verehelichen will, um sie los zu werden! Zwar ist der Lord ein höchst attraktiver Mann und ein schottischer Laird dazu. Aber Susanna hat nicht umsonst den Ruf, ein widerspenstiger Dickkopf zu sein. Auch in allen Fragen der Liebe ...



Lyns Ausflug in die Romanliteratur begann in den 90-ern. Am Valentinstag des Jahres 1996 unterschrieb sie ihren ersten Vertrag mit dem kanadischen Verlag Harlequin. 'Blumen, Süßigkeiten, Küsse und auch noch ein Buchverkauf! Es wird nie wieder so einen Tag wie diesen geben!'sagt sie begeistert! Lyn studierte Kunst und arbeitete in Europa, wo sie viele der Schauplätze aufsuchte, die heute in ihren historischen Romanen auftauchen. Zu der Zeit malte sie die historischen Sehenswürdigkeiten, die sie auf ihren Reisen besichtigte, und verkaufte die Gemälde. Zeitweise verdiente sie sich ihren Lebensunterhalt als Designerin von Buchcovern, bis sie die Seiten wechselte und nicht mehr die Cover gestaltete, sondern die Romane verfasste, da sie förmlich süchtig nach den Geschichten zwischen zwei Buchdeckeln war... 'Selbst zu schreiben war definitiv eine meiner besten Entscheidungen', bekennt sie. Heute leben sie und ihr Mann in North Alabama in der Nähe ihrer beiden Kinder und vier Enkel, die einen großen Beitrag zu ihrer Arbeit leisten, indem sie sich z. B. an der Recherche für ihre Romane beteiligen, und außerdem eine unerschöpfliche Inspirationsquelle für die Personen in ihren Romane sind.

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1. KAPITEL

7. Juni 1815, abends

In schwindelnder Höhe kauerte Jack Ryder über der Schlucht des reißenden Gebirgsbachs in einer Fensternische der alten Burgfeste. Aufmerksam spähte er in das von Kerzenschein schwach erhellte Gemach. Die Frau, die er beauftragt war zu finden, wanderte rastlos hin und her wie eine Raubkatze im Käfig.

Während er sich in den Vorsprung drückte, um sicheren Tritt zu fassen, hielt er den Blick auf die Gestalt hinter den Bleiglasscheiben gerichtet. Die Schlucht, die sich unter den Burgmauern auftat, war in gnädiges Dunkel gehüllt, nur das Rauschen des Wildbachs drang zu ihm herauf. Er verbannte die Angst vor der tödlichen Gefahr, die ihm kalt über den Rücken kroch, sonst wäre er zu keiner Bewegung fähig gewesen. Seine genagelten Stiefel verursachten kratzende Geräusche auf dem rauen Gemäuer, die ihn einen Moment erstarren ließen – aber die Frau schien nichts gehört zu haben.

Jack fasste sich und begann, das Seil um seine Brust zu entknoten, an dem er sich von der Wehrmauer hinuntergelassen hatte, schleuderte es von sich, löste damit die um die Zinnen geworfene Schlaufe, und das Seil fiel in schlängelnden Bewegungen in die Tiefe.

Nun blieb ihm nur noch der Weg durch das Fenster, um sich aus seiner prekären Lage zu befreien, vorher aber wollte er sich die Frau im Zimmer genauer betrachten, die er nach England zurückbringen sollte – wenn nötig, unter Anwendung von Gewalt.

Diese Entführung erfolgte in ihrem eigenen Interesse, und im Interesse beider Länder, wie man ihm in Whitehall erklärt hatte. Seine Auftraggeber hatten keinen Hehl aus ihrer Erleichterung gemacht, nicht selbst gezwungen zu sein, die Dame von der Wichtigkeit dieser Mission zu überzeugen. Man hatte ihm einige Auskünfte über Ihre Königliche Hoheit erteilt, die großherzogliche Witwe Eva de Maubourg. Intelligent, eigenwillig, eine Gegnerin Napoleons, hochmütig und gebieterisch, das waren die Hauptmerkmale ihres Charakters, die ihm die Herren in einer eilig einberufenden Sitzung vor zwei Wochen genannt hatten, in der er Instruktionen über seine Order erhalten hatte. Halb Französin, hatten sie mit düsteren Mienen ergänzt, als wäre das eine ausreichende Zusammenfassung aller Schwierigkeiten. Niemand hatte von ihrer Schönheit gesprochen.

Da sie seit ihrer Hochzeit das Herzogtum nicht verlassen hatte, befürchteten seine Auftraggeber, dass es wohl sehr schwierig wäre, sie zu diesem Schritt zu bewegen – was Jack nicht sonderlich in Verlegenheit brachte, da er daran gewöhnt war, eine Lösung für die kompliziertesten Probleme zu finden.

Aber niemand hatte ihr bezauberndes Äußeres erwähnt, die dunkelbraunen Haare, ihre kurvenreiche Figur, die geschmeidige Anmut ihrer Bewegungen, die denen eines gefangenen schwarzen Panthers glichen. Und Jack konnte sich kaum vorstellen, dass sie Mutter eines neunjährigen Sohnes sein sollte. Vermutlich eine optische Täuschung des dickwandigen Bleiglasfensters.

Er hatte lange genug gewartet, um sich davon zu überzeugen, dass sie allein war. Jack verlagerte sein Gewicht und konzentrierte sich darauf, das Fenster zu öffnen. Keinesfalls wollte er daran denken, was passieren würde, wenn er das Gleichgewicht verlor. Die flache Seite seines Dolches glitt mühelos in die Fuge zwischen Holzrahmen und Fenster, das sich glücklicherweise nach innen öffnete, andernfalls wäre sein Vorhaben zum Scheitern verurteilt gewesen. Er drückte das Fenster behutsam auf, wartete eine Weile, bevor er es einen weiteren Spalt öffnete, um zu verhindern, dass die Frau durch ein Geräusch oder einen Luftzug aufgeschreckt wurde. Wenn sie schrie, würde das Unterfangen in einem Blutbad enden. Und er hatte nicht die Absicht, sein eigenes Blut zu vergießen.

Die Großherzogin hielt in ihrer rastlosen Wanderung inne, sank auf einen Stuhl vor einem Schreibtisch, den Rücken dem Fenster zugekehrt, und barg das Gesicht in den Händen. Jack fragte sich, ob sie weinte. Und dann erschrak er mit beinahe tödlichen Folgen, als sie unvermutet die Faust auf die lederbezogene Schreibtischplatte niedersausen ließ und einen Schwall deftiger englischer Flüche ausstieß. Er konnte nur staunen über ihren Wortschatz und ihre bildhafte Ausdrucksweise.

Höchste Zeit, seine unbequeme Kauerstellung auf dem schmalen Sims aufzugeben. Er hielt sich am Fensterrahmen fest, schwang die Beine nach innen und sprang. Aus einer Höhe von acht Fuß war es unmöglich, lautlos auf Steinfliesen zu landen. Sie fuhr herum und klammerte die Hände um die Rückenlehne des Stuhles. In ihrem Gesicht spiegelte sich eine Vielfalt unterschiedlicher Gefühle. Schock, Verwirrung, Angst und nicht zuletzt, wie er fasziniert feststellte, gebieterischer Zorn, der alle anderen Empfindungen überlagerte. Sie hatte Courage, das musste man ihr lassen.

„Wer zum Teufel sind Sie?“, fragte sie in akzentfreiem Englisch, während sie sich majestätisch erhob. Die rechte Hand hielt sie hinter ihrem Rücken, und Jack überlegte, was sie verbergen wollte. Ach ja, den Brieföffner, der vorhin noch auf dem Schreibtisch gelegen hatte. Eine geistesgegenwärtige Dame mit schnellen Reflexen.

„Sie sprechen fabelhaft Englisch“, lobte er, was nicht weiter verwunderlich war, da sie zur Hälfte Engländerin war. Allerdings erschienen ihm diese einleitenden Worte taktvoller als der Befehl: Legen Sie den Brieföffner weg, bevor ich Sie dazu zwinge! „Aber wieso wissen Sie, dass ich diese Sprache auch beherrsche?“

Sie bedachte ihn mit einem hochmütigen Blick. Jack registrierte dunkle Augen, fein geschwungene Brauen und verführerisch volle rote Lippen, die mehr Leidenschaft verrieten, als sie eingestehen würde. Eine Locke hatte sich aus ihrem hochgesteckten Haar gelöst und lag auf ihrer elfenbeinhellen Schulter. Er blickte ihr unverwandt in die Augen und verbannte den flüchtigen Gedanken, wie ihre Haut sich wohl anfühlen mochte.

„Sie haben mich mit Königliche Hoheit anzusprechen“, entgegnete sie kühl. „Ich denke gelegentlich in Englisch“, fügte sie im Nachsatz hinzu.

„Sehr wohl, Königliche Hoheit.“ Jack machte eine formvollendete Verneigung, die keineswegs zu seinem Äußeren passte. Seine Kleidung diente dem Zweck, sich von hohen Burgmauern abzuseilen, nicht aber für einen höfischen Kratzfuß. „Mein Name ist Jack Ryder.“ Er hatte überlegt, ob er ihr seinen wahren Namen nennen sollte – und sich dagegen entschieden. Sein Pseudonym war unverfänglicher, falls er durch widrige Umstände in Gefangenschaft geraten sollte.

„Sie sind Engländer, Mr. Ryder?“

„Ja, Ma’am.“

„Und Sie sind nicht gekommen, um mich zu töten?“

Damit habe ich ihm wohl den Wind aus den Segeln genommen, schoss es Eva durch den Sinn, während der Fremde sie aus leicht zusammengekniffenen Augen musterte, und zwar in einer Art, die sie nur als dreist bezeichnen konnte. Das Gebaren dieses Jack Ryder war mit nichts zu entschuldigen, und dennoch machte ihr sein abschätzender Blick ihre Weiblichkeit bewusst. Es war lange Zeit vergangen, seit ein Mann sie auf diese Weise angesehen hatte, und noch länger, seit ihr Pulsschlag sich unter einem solchen Blick erhöht hatte.

Es gelang ihr mit einiger Mühe, ihren Atem zu beruhigen und den Griff ihrer Finger um den Brieföffner zu lockern. Sollte er tatsächlich Engländer sein, stellte er vermutlich keine Gefahr für sie dar. Allerdings durfte sie nach den gestrigen Vorfällen kein Risiko eingehen. Im Übrigen bedeutete sein verwegenes Eindringen durch das Fenster gewiss nichts Gutes.

„Nein, Ma’am. Ich komme keineswegs in der Absicht, Sie zu töten.“ Sie entspannte sich ein wenig. Wieso aber wollte er nicht wissen, was sie zu dieser Frage bewog? Eva musterte ihn forschend, während sie über die beunruhigenden Verflechtungen der Ereignisse in letzter Zeit nachdachte. Er wirkte um einige Jahre älter als ihre sechsundzwanzig, war aber weit davon entfernt mittleren Alters zu sein. Dunkle Haare, graue Augen, sehnige muskulöse Gestalt, offensichtlich athletisch trainiert – angesichts der Tatsache, auf welchem Wege er in ihr Gemach eingedrungen war. Hagere, markant geschnittene Gesichtszüge eines Kriegers. Sie konnte ihn sich mühelos vorstellen, wie er ein Schwert über dem Kopf schwang. Und er bewegte sich zugleich mit der Geschmeidigkeit eines Degenfechters. Nach seinem anfänglichen Staunen über ihre ersten Worte zeigte er eine verschlossene Miene.

„Überzeugen Sie mich“, sagte sie in der Hoffnung, er würde das Zittern nicht bemerken, das sie erfasst hatte. „Andernfalls werde ich schreien, und im nächsten Moment stürmen bewaffnete Wachen in dieses Zimmer und nehmen Sie fest.“

Er zog eine Pistole. „Und im gleichen Moment wird ein Mann tödlich getroffen zu Boden sinken. Das sollten Sie vermeiden, Ma’am.“ Die Waffe verschwand wieder in seinem Jackett. „Ich komme im Auftrag der britischen Regierung. Der Vormund und Patenonkel Ihres Sohnes ist der Meinung, es wäre im Sinne des jungen Großherzogs, wenn seine Mutter bei ihm ist.“

„Der Prinzregent? Aber er zeigte kaum Interesse an Frédéric, seit er ihm zur Taufe einen Brief und ein Geschenk geschickt hat.“ Sie wünschte, sich bewegen zu können, aber die Notwendigkeit, den Brieföffner vor dem Eindringling zu verbergen, hielt sie am Schreibtisch gefangen.

„Wie dem auch sei, Ma’am, der britischen Regierung liegen die Geschicke des Herzogtums Maubourg am Herzen, zumal in diesen unruhigen Kriegszeiten. England ist sich der diplomatischen Bedeutung eines neutralen Landes wohl bewusst, einer Enklave im feindlichen Frankreich, mag sie auch noch so...



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