E-Book, Deutsch, 304 Seiten
Reihe: Edition ProfiFoto
Störmer Astrofotografie
3., 2016
ISBN: 978-3-95845-292-3
Verlag: mitp Verlags GmbH & Co.KG
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Blick zum Himmel mit der digitalen Kamera
E-Book, Deutsch, 304 Seiten
Reihe: Edition ProfiFoto
ISBN: 978-3-95845-292-3
Verlag: mitp Verlags GmbH & Co.KG
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Roland Störmer fotografiert seit über 25 Jahren. Mit der digitalen Astrofotografie beschäftigt er sich seit Anfang 2008. Neben einigen Auftragsfotografien hat er schon kleinere Videoproduktionen erfolgreich umgesetzt. Seit einigen Jahren betreibt er die Internetseite: www.digital-foto-video.eu.
Zielgruppe
Hobbyfotografen
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Cover;1
2;Titel;3
3;Impressum;4
4;Inhalt;5
5;Vorwort;9
6;Kapitel 1: Mondfotografie;13
6.1;1.1 Mondfinsternis;14
6.2;1.2 Erdschein;19
6.3;1.3 High Dynamic Range Images;22
6.4;1.4 Mondkrater – Webcam und CCD-Fotografie;23
6.5;1.5 Blue Moon;26
6.6;1.6 Barlow-Linse;27
6.7;1.7 Die Filmaufnahme;27
6.8;1.8 Mondkrater – die Bildbearbeitung;29
6.9;1.9 Konstellationen;40
6.10;1.10 Der Mond in 3D;41
6.11;1.11 Seltene Boot-Form;43
7;Kapitel 2: Strichspuraufnahmen;45
7.1;2.1 Startrails;46
7.2;2.2 Das Setup;47
7.3;2.3 Die Aufnahme;47
7.4;2.4 Die Bildbearbeitung;49
8;Kapitel 3: Das Teleskop;59
8.1;3.1 Aufstellen eines Teleskops;65
8.2;3.2 Das nachgeführte Teleskop;69
8.3;3.3 Der Autoguider;71
8.4;3.4 Die Justierung/Kollimation eines Newton- Spiegelteleskops;73
8.5;3.5 Die Polarie;75
9;Kapitel 4: Die Kamera;81
9.1;4.1 Die digitale Spiegelreflexkamera;82
9.2;4.2 Die gekühlte Astrokamera;86
10;Kapitel 5: Planetenfotografie;89
10.1;5.1 Das Setup;90
10.2;5.2 Die Filmaufnahme;92
10.3;5.3 Die Bildbearbeitung;92
10.4;5.4 Beispielbilder;105
10.5;5.5 Planetenaufnahmen mit der DSLR;107
10.6;5.6 Bildbearbeitung mit AutoStakkert;108
10.7;5.7 Vom Schwarz-Weiß- Bild zu RGB;111
11;Kapitel 6: Sonnenfotografie;115
11.1;6.1 Wichtige Hinweise;116
11.2;6.2 Die Sonne im Weißlicht;116
11.3;6.3 Setup zur Weißlichtfotografie;117
11.4;6.4 Bearbeitung der Weißlichtbilder;120
11.5;6.5 Die Sonne im HF-Licht;121
11.6;6.6 Bildbearbeitung und Montage;125
11.7;6.7 Beispielbilder Ha-Sonne;139
11.8;6.8 Sonnenfinsternis;146
11.9;6.9 Setup zur Sonnenfinsternis;147
11.10;6.10 Beispielbilder Sonnenfinsternis;148
12;Kapitel 7: Satelliten und ISS;159
12.1;7.1 Iridium-Satelliten;160
12.2;7.2 Die Internationale Raumstation ISS;164
12.3;7.3 Fotografie der ISS;164
12.4;7.4 Das Setup;165
12.5;7.5 Die Aufnahme;166
13;Kapitel 8: Deep Sky – tiefer Himmel;171
13.1;8.1 DSLR im Vergleich mit CCD;172
13.2;8.2 Das Setup – mit einer DSLR;175
13.3;8.3 Die Bildbearbeitung – Workflow mit Fitswork;177
13.4;8.4 Die Bildbearbeitung – Workflow mit Photoshop und Gimp;182
13.5;8.5 Die Bildbearbeitung – Workflow mit DSS;192
13.6;8.6 Das Entfernen von Stern-Halos;194
13.7;8.7 Filter;201
13.8;8.8 Beispielbilder – Teil 1;202
13.9;8.9 Weitere Beispielbearbeitungen;206
13.10;8.10 Beispielbilder – Teil 2;209
13.11;8.11 PixInsight (1.8);229
13.12;8.12 Beispielbilder – Teil 3;233
13.13;8.13 Die Hubble-Palette;236
13.14;8.14 Das Setup mit einer CCD-Astrokamera*;244
13.15;8.15 Beispielbilder – Teil 4;246
13.16;8.16 Bildbearbeitung: ALccd8L und AstroArt 5;248
13.17;8.17 Der besondere Tipp;251
13.18;8.18 Banding;252
13.19;8.19 Beispielbilder – Teil 5;253
14;Kapitel 9: Sonstiges am Himmel;257
14.1;9.1 Gewitterblitz;258
14.2;9.2 Regenbogen;265
14.3;9.3 Polarlichter;267
14.4;9.4 Kometen;274
14.5;9.5 Die Milchstraße;280
14.6;9.6 Projekt-Skyrider;289
14.7;9.7 Ein Größenvergleich;292
15;Anhang;293
16;Index;296
Kapitel 1: Mondfotografie
Der einzige natürliche Satellit unserer Erde ist Luna (lat.): der Mond. Oftmals auch als Erdmond bezeichnet. Er ist mit einem Durchmesser von 3.476 Kilometern etwa 3,7-mal kleiner als unsere Erde. Der Erdmond umkreist in einer Ellipse die Erde in circa 28 Tagen, dabei variiert der Abstand zwischen Erde und Mond von etwa 356.000 km bis 406.700 Kilometern.
Dieses Kapitel startet mit der Fotografie einer Mondfinsternis. Wird der Mond vom Halb- oder Kernschatten der Erde teilweise oder ganz bedeckt, spricht man von einer Mondfinsternis (Abbildung 1.1). Halbschattenfinsternisse sind nur wenig auffällig und daher für die Fotografie unbedeutend. Die totale und die teilweise Mondfinsternis, bei denen der Mond vom Kernschatten der Erde bedeckt wird, sind fotografisch (und auch optisch) die interessantesten.
1.1 Mondfinsternis
Eine Mondfinsternis gehört sicherlich zu einem der eindrucksvollsten Schauspiele am Himmel. Eine Mondfinsternis ist selten, oftmals liegen mehrere Jahre zwischen zwei Finsternissen. In unseren Breiten sind sie dazu noch oft, wie schon im Vorwort beschrieben, von Wolken verdeckt. Sie sollten daher, wenn möglich, dieses Naturschauspiel erleben und eventuell einen geeigneten Beobachtungsort aufsuchen.
Wohl kaum einer, der schon mal das prächtige Farbenspiel einer Mondfinsternis erleben konnte, würde auf ein Foto verzichten, wenn er eine Kamera zur Hand hat. Die Fotografie von Mondfinsternissen bedarf keiner Spezialausrüstung – bereits mit handelsüblichen Digitalkameras lässt sich das Ereignis eindrucksvoll festhalten. Es ist auch nicht unbedingt erforderlich, ein Teleskop zu besitzen, obwohl Sie mit einem (elektrisch) nachgeführten Teleskop die Belichtungszeit deutlich verlängern können. Dies ist besonders bei längeren Brennweiten nützlich. Aber auch eine auf einem Fotostativ befestigte Kamera erlaubt schon brauchbare Ergebnisse, wenn man sich an einige Regeln hält.
Da der Mond sich von Osten nach Westen bewegt, werden Mondfotos bei längerer Belichtungszeit unscharf. Sie müssen also, der Brennweite entsprechend, eine passende kurze Belichtungszeit wählen, um der Mondbewegung entgegenzuwirken. Je größer die gewählte Brennweite, desto kürzer muss die Belichtung sein, damit der Mond scharf abgebildet wird.
Hier einige Beispiele von maximal möglichen Belichtungszeiten, wenn die Kamera nicht nachgeführt wird und noch ein scharfes Mondbild erreicht werden soll:
| Brennweite | Belichtungszeit |
|---|
| 28 mm | 20 Sekunden |
| 50 mm | 8 Sekunden |
| 100 mm | 4 Sekunden |
| 300 mm | 1 Sekunde |
Bei über 300 mm Brennweite ist eine Nachführung der Optik erforderlich oder Sie verlängern die Belichtungszeit bzw. erhöhen den ISO-Wert. Zweites hat allerdings zur Folge, dass ein stärkeres Bildrauschen entsteht.
Während der Totalität einer Mondfinsternis ist die Belichtungszeit sehr schwer einzuschätzen. Es empfiehlt sich daher, eine Belichtungsreihe mit verschiedenen Belichtungszeiten anzufertigen. Damit überhaupt noch genügend Licht auf den Chip der Kamera gelangt, muss oftmals mit einer großen Blende (kleine Blendenzahl) gearbeitet werden. Reicht das Licht immer noch nicht, können Sie vorsichtig den ISO-Wert (Empfindlichkeit) erhöhen. Doch hierbei ist Vorsicht geboten. Ein zu hoher ISO-Wert (über 400 bis 800) führt bei den meisten Kameras zu starkem Bildrauschen, was nicht gewünscht ist. Durch einen Trick lässt sich das Bildrauschen reduzieren: Sie machen schnell hintereinander mehrere Bilder, die mittels einer Software (RegiStax 5/6, Fitswork 4, Photoshop) addiert und gemittelt werden. Das Rauschen lässt sich mit diesem Prozess reduzieren.
Wenn vorhanden, sollte, um Erschütterungen an der Kamera zu vermeiden, ein Fernauslöser benutzt werden. Hat die Kamera dafür keinen Anschluss oder ist ein solcher Fernauslöser nicht vorhanden, kann man auch mit dem Selbstauslöser der Kamera arbeiten.
Die Abbildung 1.1 zeigt die im Vorwort beschriebene Mondfinsternis vom 21.02.2008.
Abb. 1.1: Mondfinsternis vom 21.02.2008 um 3.00 Uhr
Der zeitliche Ablauf der Mondfinsternis am 21.02.2008 war wie folgt:
1.35 Uhr Eintritt in den Halbschatten
2.10 Uhr Sichtbarkeitsbeginn
2.43 Uhr Eintritt in den Kernschatten
4.01 Uhr Beginn der totalen Phase
4.26 Uhr Maximale Verfinsterung
4.51 Uhr Ende der totalen Phase
Das schlechte Wetter in dieser Nacht hat aus der Mondfinsternis eine »Wolkenfinsternis« gemacht.
Trotz Schleierwolken über Deutschland war allerdings die partielle Mondfinsternis vom 16.08.2008 (Abbildung 1.2 bis Abbildung 1.4) sehr gut zu beobachten.
Abb. 1.2: Mondfinsternis vom 16.08.2008 um 23.00 Uhr
Der zeitliche Ablauf der Mondfinsternis am 16.08.2008 war wie folgt:
21.00 Uhr MESZ Sichtbarkeitsbeginn
21.36 Uhr MESZ Eintritt in den Kernschatten
23.10 Uhr MESZ Maximale Verfinsterung 81 Prozent
00.45 Uhr MESZ Austritt aus dem Kernschatten
01.20 Uhr MESZ Sichtbarkeitsende
Abb. 1.3: Mondfinsternis vom 16.08.2008
Abb. 1.4: Mondfinsternis vom 16.08.2008
Abbildung 1.5 zeigt die im Vorwort beschriebene Mondfinsternis vom 15.06.2011.
Abb. 1.5: Mondfinsternis vom 15.06.2011
Da war er nun: Blutmond über Deutschland!
Am 28.09.2015 war es nach über sieben Jahren endlich so weit. Eine totale Mondfinsternis ereignete sich, und sie war, so das Wetter mitspielte, vollständig von Mitteleuropa aus zu verfolgen. Sonne, Erde und Mond standen an diesem Tag genau auf einer Linie aufgereiht, so dass der Schattenwurf der Erde den Mond traf. Der Mond wanderte zunächst durch den Halbschatten und anschließend durch den Kernschatten der Erde (Abbildung 1.6).
Abb. 1.6: Zeitlicher Ablauf der Mondfinsternis
Rotes Licht, das von der Erdatmosphäre in den Kernschatten hinein gebrochen wurde, sorgte dafür, dass der Vollmond im Zeitraum der totalitären Phase nicht komplett verfinstert war, sondern rötlich erschien. Im Volksmund auch »Blutmond« genannt (Abbildung 1.7).
Abb. 1.7: Mondfinsternis vom 28.09.2015 um 4.54 Uhr MESZ
Der zeitliche Ablauf der Mondfinsternis am 28.09.2015 war wie folgt:
2.10 Uhr MESZ Eintritt in den Halbschatten
3.07 Uhr MESZ Eintritt in den Kernschatten
4.11 Uhr MESZ Beginn der totalen Phase
4.47 Uhr MESZ Mitte der Finsternis
5.23 Uhr MESZ Ende der totalen Phase
6.27 Uhr MESZ Austritt aus dem Kernschatten
7.24 Uhr MESZ Austritt aus dem Halbschatten (Monduntergang)
Abb. 1.8: Mondfinsternis vom 28.09.2015
Eine totale Mondfinsternis...




