Stivali | Der Moment des Schicksals | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 384 Seiten

Stivali Der Moment des Schicksals

Moments in Time
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96089-493-3
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Moments in Time

E-Book, Deutsch, 384 Seiten

ISBN: 978-3-96089-493-3
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Bryan Dane lebt seinen Traum - am Tag ist er Fotografie-Student, in der Nacht ein aufstrebender Rockstar. Seine Ziele für den Sommer sind, die letzten fehlenden Credit-Points zu erreichen und mit dem Abschluss in der Tasche so viel Zeit wie möglich mit Aufnahmen im Studio zu verbringen. Und die nächsten Monate ohne Sex zu überleben, damit er sein für ein Jahr selbst auferlegtes Zölibat erfüllen kann. Alles läuft nach Plan, bis er Oliver Newcastle trifft. Seit Jahren plant Oliver eine freundschaftliche Heirat mit seiner besten Freundin von der Highschool, aber nun hat er sich tatsächlich in jemanden verliebt und das geht weit über Freundschaft hinaus. Also hat sich Oliver bei seiner Familie geoutet, seinen Job geschmissen und seine kleine Stadt in New England für New York, ein intensives Sommer-Studienprogramm und seine Chance auf das Glück verlassen. Von ihrem ersten Treffen an knistert die sexuelle Spannung zwischen Bryan und Oliver. Aber Bryan will keine Beziehung und Oliver will sich die Hörner abstoßen - er weiß nur nicht wie. Er sucht Hilfe bei Bryan, um sich in der New Yorker Schwulenszene zurechtzufinden, was die beiden in zunehmend sexuelle Situationen katapultiert, bis sie beide nicht mehr leugnen können, dass sie heiß aufeinander sind. Bryan versucht verzweifelt, die Sache möglichst unkompliziert zu halten, aber das Schicksal hat womöglich andere Pläne mit ihnen. 'Der Moment des Schicksals' ist ein Standalone der Reihe 'Moments in Time'

Stivali Der Moment des Schicksals jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Es ist 259 Tage her, seit ich das letzte Mal Sex hatte.

Nicht, dass ich zählen würde.

Das hatte nichts damit zu tun, dass ich eine Durststrecke hatte. Es hatte nichts mit einem Mangel an Gelegenheiten oder gar an Lust zu tun. Es war reine Willenskraft. Ein selbstgestecktes Ziel. Ein Test. Und als ich mich entschieden hatte, ein Jahr lang auf Sex zu verzichten, hatte es sich wie eine Notwendigkeit angefühlt.

Vor neun Monaten, immer noch beflügelt von einer Wahnsinnsshow, die wir gerade in einer der größten Hallen, in der wir je gespielt hatten, gerockt hatten, ging ich mit einem hübschen Blonden aus der ersten Reihe hinter die Bühne. Der mit dem sexy Pony, der gerade genug ein Auge verdeckte, um den »Ich will dir einen blasen, bis dir die Knie weich werden«-Blick zu verstärken, den er mir während der gesamten Show zuwarf. Er hüpfte auf die Bühne, sobald der Gig zu Ende war.

Es brauchte keinen Smalltalk oder dass wir uns einander vorstellten. Er hatte nicht einmal nach meiner Hand gegriffen. Wir waren einfach wortlos hinter dem dicken Samtvorhang verschwunden, in einem der kleinen, abgedunkelten Gänge. Ich war kaum stehen geblieben, als er nach meinem Schwanz gegriffen, ihn durch meine Jeans gestreichelt hatte und lächelnd auf die Knie gesunken war.

Fuck, ja!, war der einzige Gedanke in meinem Kopf, bis mein Handy in meiner Tasche vibrierte. Normalerweise ignorierte ich eingehende Nachrichten, wenn ich beschäftigt war – und beschäftigt war ich in diesem Moment auf jeden Fall. Aber irgendetwas sagte mir, dass ich diese Nachricht lesen sollte. Intuition? Göttliche Fügung? Schicksal? Was auch immer es war, es brachte mich dazu, in meine Tasche zu greifen. Frankies Avatar ploppte auf dem Screen auf, zusammen mit vier Worten, die mein Blut kalt werden ließen. Ich wurde positiv getestet.

Es gab nicht viele Dinge, die einen Nach-Gig-Ständer während eines Blowjobs so schnell schlaff werden lassen konnte, aber diese Nachricht brachte es fertig.

»Sorry, ein Notfall.« Ich zog mich von dem Kerl zurück, der eher überrascht als sauer aussah, und versuchte, meine Hände vom Zittern abzuhalten, während ich den Reißverschluss hochzog und darüber nachdachte, was ich zurückschreiben sollte.

Scheiße. Das war weder elegant noch besonders tiefgründig, aber es war alles, was ich zustande brachte, also tippte ich es.

Kannst du herkommen?

Natürlich.

Ich machte mich auf den Weg zurück auf die Bühne, mein Hirn dröhnte. Tommy, unser Drummer, war gerade dabei, seine Drums einzupacken. David, der Bassist, stand ein Stück entfernt an der Bar und unterhielt sich mit den beiden Mädels, die ich vorhin mit ihm hatte flirten sehen. Zuerst sah ich Milo nirgends und ich fragte mich, ob er vielleicht mit jemandem irgendwohin verschwunden war oder ob er, so wie ich, eine Nachricht bekommen hatte.

Mein Magen drehte sich um.

»Das war schnell«, schnurrte Milo in mein Ohr und ließ mich zusammenfahren. »Oooh, du bist ja furchtbar schreckhaft für jemanden, der gerade den schnellsten Blowjob der Welt hatte.«

»Was?«

Er rollte mit den Augen. »Ach, bitte. Ich hab dich doch mit dem Kerl verschwinden sehen. Er ist heiß. Ich hab nicht erwartet, dich so schnell wiederzusehen.«

Ich hatte auch nicht erwartet, so schnell wieder da zu sein. »Etwas kam dazwischen.«

Milo bemerkte wohl den Unterton in meiner Stimme, denn er runzelte die Stirn. »Was ist los?«

Scheiße. Es war definitiv nicht meine Aufgabe, die Neuigkeiten zu erzählen. Milo hatte eindeutig keine SMS von Frankie bekommen, oder falls doch, hatte er sie nicht gelesen. »Nichts. Hey, kann ich mir dein Telefon leihen? Ich habe morgen früh dieses große Shooting und ich muss meine E-Mails checken, aber mein Akku ist fast leer.«

Milo anzulügen war keine leichte Aufgabe. Der Kerl konnte praktisch Gedanken lesen, oder zumindest meine Gedanken. Wahrscheinlich weil wir uns kannten, seit wir siebzehn waren, und schon damals war ich nicht besonders gut darin gewesen, zu verschleiern, was ich dachte. Aber dieses Mal, Gott sei Dank, kaufte er es mir ab und übergab mir sein Handy.

»Jetzt verstehe ich, warum du immer noch gestresst bist. Alter, du kriegst das alles hin. Du schaffst immer alles. Du wirst deinen Abschluss mit Auszeichnung machen und die Leute werden dich mit Jobangeboten bewerfen, weil du Bryan Dane bist und es das ist, was bei dir nun mal passiert.«

Er pikte mir mit einem Finger auf die Nase, was mich normalerweise in den Wahnsinn trieb, aber ich ignorierte ihn, weil ich zu sehr damit beschäftigt war, lässig zu tun und sein Telefon zu benutzen. Herumschnüffeln war nichts, was ich duldete oder normalerweise tat, aber wenn es einen Zeitpunkt gab, um eine Ausnahme von dieser Regel zu machen, dann ja wohl dieser.

Sein blöder Android-Bildschirm sah so ungewohnt aus, dass ich eine Sekunde brauchte, um das richtige Symbol zu finden. Mein Daumen schwebte darüber und ich zwang mich zum Tippen. Eine Liste mit Nachrichten tauchte auf. Nichts von Frankie. Ich wusste nicht, ob ich erleichtert sein sollte oder nicht. Ich musste verwirrt ausgesehen haben, denn Milo lehnte sich über meine Schulter. Scheiße. »Sorry, ich …«

»Gib mir das.« Er griff nach dem Handy in meiner Hand und wischte auf dem Screen herum, während ich versuchte, mir einen guten Grund für mein Schnüffeln einfallen zu lassen. »Hier.«

Er gab mir das Handy zurück, die Googlesuche war offen. Ich starrte es an, als hätte ich noch nie zuvor ein Smartphone gesehen.

»Kumpel. Sag mir, dass du weißt, wie du von dort aus an deine E-Mails kommst. Ich weiß, dass ihr Fotografie-Studenten alle von euren iPhones besessen seid, aber im Ernst, das Internet ist das gleiche …«

Ich hörte nicht mehr zu. Ausnahmsweise war ich erleichtert, dass sein Software-Ingenieur-Gehirn im Angesicht von Android so high war, dass er nicht bemerkte, wie kurz ich vorm Hyperventilieren war. Ich überprüfte meine E-Mails für den Fall, dass er wieder auf den Bildschirm schaute. Die E-Mail, von der ich gesagt hatte, dass ich auf sie wartete, war wirklich da. Aber auch das ignorierte ich. Ich würde mich später darum kümmern. Nachdem ich meinen Arsch zu Frankie bewegt hatte.

Alles, woran ich mich von der Fahrt nach Tribeca erinnere, ist, dass es in Strömen regnete und kein einziges leeres Taxi in Sicht war. Ich war noch nie so dankbar, dass ich mich für die teurere Domke-Tasche entschieden hatte, denn die war wenigstens wasserdicht, und als ich bei Frankie ankam, war meine Kamera das Einzige, was an mir trocken war.

Er ließ mich ins Gebäude und ich machte mich auf den Weg die zwei übermäßig engen Treppen zu seinem Loft hinauf.

»Gott«, sagte er, als er mich sah, »bist du etwa hergeschwommen?«

Das Wasser bildete quasi einen See auf dem dunklen Hartholzboden um mich herum. »Tut mir leid.«

»Lass mich dir ein Handtuch bringen.« Er verschwand hinter einem japanischen Wandschirm, der sein Bett vom Hauptraum und der Küche trennte.

Ich stellte meine Tasche neben der Tür ab und vermied den Drang, sie zu öffnen. Das Herumtragen von Ausrüstung im Wert von 10.000 Dollar machte mich immer noch unruhig.

Frankie kam mit zwei großen, flauschigen Handtüchern und einem Stapel Kleidung zurück. »Die sollten dir passen. Mach dir keine Sorgen. Sie sind sauber.«

Mein Herz zog sich so sehr zusammen, dass ich mir ziemlich sicher war, dass es fast stehen blieb. Sie sind sauber? Frankie und ich waren fast zwei Jahre lang Zimmergenossen gewesen. Wir trugen die Kleidung des anderen, schliefen im Bett des anderen. Keiner scherte sich darum, dass etwas frisch gewaschen war. Jetzt hatte er das Bedürfnis, darauf hinzuweisen, dass die Jogginghose und das T-Shirt, die er mir lieh, »sauber« waren. Ich wollte ihn umarmen, aber das Wasser lief immer noch an mir herunter, und meine Chucks quietschten bei jeder Bewegung. »Danke.«

Das Badezimmer befand sich hinter einer anderen Trennwand. Ich balancierte die trockene Kleidung hinter die Toilette und wrang mein Haar im Waschbecken aus. Die einzigen Momente, in denen ich es hasste, lange Haare zu haben, waren, wenn ich sie eilig trocknen musste. Ich föhnte es so heiß und schnell, dass mir der Kopf schwirrte, dann stapelte ich meine durchnässten Klamotten in der Ecke, zog mich an und ging barfuß in den Hauptraum.

Frankie hatte sich auf der Couch zusammengerollt und umklammerte ein großes grünes Kissen, als wäre es ein Rettungsring und er am Ertrinken. Normalerweise hätte ich mich ans andere Ende des Sofas gesetzt und meine Füße auf den Couchtisch gelegt, nur um ihn zu ärgern, aber stattdessen setzte ich mich so behutsam wie möglich direkt neben ihn. Ich spürte, dass jede schnelle Bewegung ihn erschüttern konnte.

»Geht es dir gut?«, fragte ich, weil ich anscheinend der Meinung war, dass die dümmste Frage der Welt gerade passend war.

Er schüttelte den Kopf und zum ersten Mal erhaschte ich einen Blick auf seine Augen – rot gerändert und noch feuchter als die Straßen, über die ich hergewatet war.

»Komm her.«

Ich nahm ihm das Kissen ab und zog ihn in eine Umarmung. Ich weiß nicht, wie lange wir dort saßen, aber ich hielt ihn und wiegte ihn hin und her, während er einen derart Art gequälten Schrei losließ, der einem selbst Geräusche entlockt, die man niemanden hören lassen möchte. Meine Augen brannten vor Mitgefühl.

»Es tut mir leid.« Er wand sich los, berührte den nassen Fleck an meinem Hals und versuchte, die Tränen wegzuwischen.

»Ist...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.