Sterneder | Der Edelen Not | Buch | 978-3-940964-06-9 | www2.sack.de

Buch, Deutsch, 96 Seiten, GB, Format (B × H): 140 mm x 210 mm, Gewicht: 210 g

Sterneder

Der Edelen Not

Vision um die Naumburger Figuren
Erscheinungsjahr 2009
ISBN: 978-3-940964-06-9
Verlag: Eich-Verlag

Vision um die Naumburger Figuren

Buch, Deutsch, 96 Seiten, GB, Format (B × H): 140 mm x 210 mm, Gewicht: 210 g

ISBN: 978-3-940964-06-9
Verlag: Eich-Verlag


Der Naumburger Dom und seine berühmten Stifterfiguren haben Sterneders Geist in ganz besonderer Weise angezogen. Während seiner Wanderschaft 1909-1911 hat er mehrere Monate dort verbracht und sich ganz in ihren geheimen Zauber versenkt. Später schrieb er einmal, dass ihm in der Versenkung in diese Figuren die geistigen Zusammenhänge offenbar wurden, die er als „Bauhütten-Geheimnis“ bezeichnete. Mit dieser kleinen Erzählung hat er dem steinernen Denkmal ein literarisches an die Seite gestellt.
Mit der Eindringlichkeit ehrfürchtiger Liebe gestaltet er Schicksal und Idee eines edlen Menschentums, das, in unvergänglicher Form zu Stein geworden, als ewiges Symbol über uns Macht hat. Es ist ein Seelendrama von erschütternder Wucht, das diese Menschen erlebt und erlitten haben und das in Sterneders ergreifender Erzählung von Utas Sehnsucht und Liebe mit einer Anschaulichkeit, wie sie nur die Legende besitzt, den Leser in ihren Bann schlägt.

Sterneder Der Edelen Not jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Im Westchor des Domes zu Naumburg ist hauchloses Schweigen. Es ist tief in der Nacht.
Der herbstliche Mond steht schräg am Himmel. Die Sterne sind unter seinem vollen Glanz zurückgetreten. Die Dächer der Stadt und die Baumkronen unten im Tal liegen in silberner Helle. Auf den Gassen und dem Gras der Anger zeichnen sich scharfe Schatten.
In der Stadt ist kein Laut. Nur unten in den Gärten löst sich ab und zu eine reife Frucht und fällt mit dumpfem Aufschlag in das taunasse Gras.
Unirdisch heben sich die vier schimmernden Domtürme in die helle Nacht. Wie ferner Heiligenschein funkeln die grünspanigen Turmhelme.
Es ist jene Stille in der Welt, wie sie der Natur eigen ist, wenn sie ganz in das kommende Leben versunken ist, das sich von ihr lösen will, und das sie nur mit Wehmut hingibt.
Im Westchor geistert fahler Lichtschimmer durch die schwere Dunkelheit. Der Mond ist noch nicht im Zenit. An den Wänden stehen die zwölf Stifter des Domes. Regungslos. Kein Schild bebt, kein Schwert klirrt; auch das Buch in Frau Gepas Hand knistert nicht; nicht einmal eine Falte an den Kleidern der Frauen.
Aber es ist eine große Spannung im Raum. So groß, dass sie wie ein leise schwingendes Klingen ist. Wie wenn der Wind durch eine Harfe streicht und sie zum Singen bringt.
Das ist immer so in den vollen Mondnächten.
Es ist eine geballte Kraft im Chor, wie in einer Halle, aus der eben der Kaiser schritt oder in der der letzte Ton des großen Minnesängers verklang.
Draußen schläft die Stadt. Wie eine Straße aus Silber liegt der Fluss im Land. Die Berge sind hingestreckt wie ruhende Tiere.
Aber im Dom ist ein unheimliches Leben. Ein Leben, das sich nicht durch die leiseste Bewegung verrät. Und das doch so machtvoll fühlbar ist.
Der Mond steigt und steigt.

Zum Zerreißen ist die Spannung im Chor.
Da löst sich ein leises Stöhnen von den Lippen eines Mannes. Es kommt aus der undurchdringlichen Finsternis zwischen den hohen Buntfenstern.
Die Hand einer Frau, die regungslos steht, erzittert über dem Herzen.
Ein Schwert klirrt.


Sterneder, Hans
HANS STERNEDER (1889 – 1981), Dichter, Mystiker und Kosmosoph. Professor und Träger des höchsten Ordens für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. Er galt als eine der liebenswürdigsten Dichterpersönlichkeiten Österreichs und sah seine Aufgabe darin, hohe Dichtkunst mit kosmisch-geistigem Lebenserkennen zu verschmelzen.

HANS STERNEDER (1889 -1981), Dichter, Mystiker und Kosmosoph. Professor und Träger des höchsten Ordens für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. Er galt als eine der liebenswürdigsten Dichterpersönlichkeiten Österreichs und sah seine Aufgabe darin, hohe Dichtkunst mit kosmisch-geistigem Lebenserkennen zu verschmelzen.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.