Stern | Perry Rhodan 3136: Oszyrium | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 3136, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Stern Perry Rhodan 3136: Oszyrium

Chaotarchen-Zyklus
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-8453-6136-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Chaotarchen-Zyklus

E-Book, Deutsch, Band 3136, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-6136-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In der Milchstraße schreibt man das Jahr 2071 Neuer Galaktischer Zeitrechnung. Dies entspricht dem 6. Jahrtausend nach Christus, genauer dem Jahr 5658. Über dreitausend Jahre sind vergangen, seit Perry Rhodan seiner Menschheit den Weg zu den Sternen geöffnet hat. Noch vor Kurzem wirkte es, als würde sich der alte Traum von Partnerschaft und Frieden aller Völker der Milchstraße und der umliegenden Galaxien erfüllen. Die Angehörigen der Sternenvölker stehen gemeinsam für Freiheit und Selbstbestimmtheit ein, man arbeitet intensiv zusammen. Als die Liga Freier Galaktiker durch drei Deserteure erfährt, dass in der Nachbarschaft der Milchstraße ein sogenannter Chaoporter gestrandet sei, entsendet sie unverzüglich ihr größtes Fernraumschiff, die RAS TSCHUBAI, unter dem Kommando von Perry Rhodan. Denn von FENERIK geht wahrscheinlich eine ungeheure Gefahr für die Galaxis aus. Rhodan findet in der kleinen Galaxis Cassiopeia Spuren, die darauf hindeuten, dass dort der Chaoporter havariert ist - weil der Kosmokratenraumer LEUCHTKRAFT ihn gerammt hat. Inzwischen sind auch in der Milchstraße die Dinge in Bewegung gekommen - und Sichu Dorksteiger, seit Neuestem verantwortlich für die Liga, erreicht mit ihrer Expedition ein Sternenreich in der Eastside: das OSZYRIUM?...

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1.

Probleme

YIÜRT

Bisher verlief die Bergung erfolgreich. Drünnyür behielt dank seiner vier Augen sowohl die Zentrale als auch die Holos im Blick. Sein tellerförmiger Kopf neigte sich leicht, während ihr Schiff sich anschickte, den Orbitalschwenk zu machen.

Schon bald würden sie die oberen Schichten der Atmosphäre Oszyrs verlassen. Doch zuerst mussten sie ein Stück tiefer gehen, um einem Satelliten und drei Orbitalstationen nahe des geostationären Orbits auszuweichen.

Wenn nur seine Halsrückseite nicht so jucken würde! Er hob die Hand, um sich im dünner werdenden Flaum zu kratzen, ließ sie wieder sinken. Dabei traf sein Blick den des Kommandanten. Üllyym schien die fleischgewordene Goldfarbene Kreatur des Inneren Friedens zu sein.

»Nervös?«, fragte Üllyym.

»Ein wenig. Ich bin erst beruhigt, nachdem wir das System verlassen haben.«

»Dieses Schiff gehört der JÜLPRIT-Klasse an. Dem besten, was die Herrlichkeit von Gatas zu bieten hat. Wir sind absolut sicher.«

Es gab viele Hobbys, mit denen sich Drünnyür in seiner seltenen Freizeit beschäftigte. Sich beruhigende Geschichten zu erzählen, gehörte nicht dazu. »Niemand ist jemals absolut sicher. Es sei denn, er hat einen Kontrakt mit der Grauen Kreatur des Todes.«

Obwohl Drünnyür dem Kommandanten widersprach, beruhigten ihn dessen Worte. Die YIÜRT war ein Ultraschlacht- und Trägerschiff, das über ausgezeichnete defensive wie offensive Waffensysteme verfügte. Dieses Schiff war ein fliegender Berg, der Welten in ihren Grundfesten zu erschüttern vermochte.

Seine spezifische Besonderheit war der Stapelschirm. Bis zu fünf Raumer konnten im Stapel ihre gemeinsame Schirmkraft nutzen, indem sie koordiniert und synchronisiert übereinander flogen. Der Abstand von einer Schiffslänge durfte dabei nicht überschritten werden, doch dank der vernetzten Schiffspositroniken waren solche Einsätze ungefährlich.

Unter diesem Abstand fusionierten die Paratronschirme. Die reduzierte Oberfläche erlaubte es, eine Verdichtung sowie positive Interferenzen zu nutzen. Damit erhöhte sich die Schutzwirkung enorm. Es gab keinen bekannten Angreifer, der ihnen gefährlich werden könnte.

Mit ruhigerem Atem wandte sich Drünnyür dem Panorama-Hauptholo zu. Es zeigte Oszyr, das Herz des Oszyriums und eine Zierde für die Herrlichkeit von Gatas. Im Licht der blauen Riesensonne Pathpar erstrahlte die Tagseite der in Wolkenschleiern gehüllten Welt verheißungsvoll. Es war ein Weiß, das Drünnyür auch nach vielen Jahren andächtig zum Verstummen brachte. Normalerweise genoss er den An- oder Überflug, doch auf dieser Mission dauerte er ihm viel zu lange.

Große Teile des Planeten waren bewohnt. Hohe Türme, die wie gestapelte Scheiben und Ovale wirkten, beherbergten ganze Sippen. Die höchsten Ballungen waren vom All aus in der Vergrößerung der Holodarstellung zu erkennen. Sie bildeten eigentümliche Gebirge aus schmalen, unförmigen Nadeln, deren blitzende, aus den Wolken ragende Spitzen aus dieser Perspektive riesig wirkten.

Drünnyür fragte sich, ob auch er eines Tages einen solchen Sippenturm begründen würde. Bisher hatte die Grüne Kreatur der Fruchtbarkeit ihm nicht das Schulterblatt berührt.

Mitten im Holo leuchtete eine Warnmeldung auf.

Üllyym beugte sich vor. Der Kommandant lauschte auf Nachrichten, die per Richtfunk nur an ihn gingen. »Sieht so aus, als hätten wir da ein Problemchen.«

»Was ist los?«

»Unter anderem eine vorübergehende Blockade der Hauptenergieversorgung.«

»Soll das ein Witz sein?«

»Wenn ich einen Witz machen würde, würde ich sagen: Drei Schreckwürmer gehen in eine Bar. Keine Sorge. Wir haben genug Speicher?...« Das hohe Zirpen Üllyyms verstummte schlagartig. Weitere Warnsignale leuchteten auf. »Was, bei allen?...?«

»Wir verlieren an Geschwindigkeit!«, rief Sarrhid. Die Pilotin schwenkte auf der Mittelplattform herum.

Die Plätze in der Zentrale gruppierten sich automatisch neu. Der Waffenleitstand wechselte den Platz mit Technik und Sicherheit, dann fuhr er in die spitzere Ecke des eiförmigen Ovals. Aktuell wurde er nicht gebraucht.

Drünnyür hatte kaum Zeit, das alles zu erfassen. Er war als Sonderbeauftragter an Bord und zum ersten Mal in einer solchen Zentrale, in der tausend Dinge gleichzeitig um Aufmerksamkeit wetteiferten. Allein die Holos an den einzelnen Arbeitsstationen vermittelten mehr Daten, als er auf einmal aufnehmen konnte.

Durch die beiden Augen auf der Kopfrückseite sah er, wie Unruhe ausbrach. Von einem Moment zum anderen herrschte hektische Betriebsamkeit. Das »Problemchen« war offensichtlich gerade explosionsartig angewachsen. Die Liste der Fehlermeldungen nahm rapide zu, füllte das Hauptholo und verschleierte die rasch größer werdende Kugel unter ihnen, die nun das Bild ausmachte.

»Wir hätten es nicht an Bord nehmen sollen.« Drünnyür umklammerte mit allen sechs Daumen die Lehnen des Sessels.

»Nein«, zirpte Üllyym. »Aber die Eierschalfarbene Kreatur der Reue muss warten.«

Das Holo machte deutlich, dass ihre Geschwindigkeit nicht mehr ausreichte, um den Planeten zu passieren. Sie verringerte sich sekündlich. Gleichzeitig war es, als stieße sie etwas in Richtung Planet. Ein Ausschnitt zeigte, wie ein kopfgroßer Nachrichtensatellit einem Funken gleich am Rumpf verging.

Ehe Drünnyür ganz begriffen hatte, was das überraschende Bremsmanöver bedeutete, erscholl eine laute Stimme aus dem gut getarnten System aus Mikrolautsprechern und Akustikfeldverstärkern: »Hier ist die Raumsicherung Oszyr 1! Sofortige Kurskorrektur! Ihr seid?...«

Ein fernes, gedämpftes Grollen lenkte Drünnyür vom Funkruf ab. Es überlief ihn heiß und kalt. Das Jucken am Hals wurde zum unerträglichen Brennen, das bis auf den Rücken reichte. Seine beiden Herzen arbeiteten schneller.

»War das eine Explosion?«, fragte er.

»Kontrollverlust!«, rief die Pilotin. »Antriebe ausgefallen! Wir stürzen ab!«

Der Ausschnitt, der die YIÜRT von außen zeigte, präsentierte ein rotes Lodern, das an der Unterseite tanzte. Die Schutzschirme sprangen nicht an.

Einen Augenblick war es so still, als hätten sämtliche Kreaturen zu existieren aufgehört.

Dann donnerte Üllyyms Stimme akustisch verstärkt durch die Zentrale. »Beiboote ausschleusen! Evakuierung! Notbesatzung im Zentralediskus!«

Um sich hörte Drünnyür fassungslose Ausrufe. Was immer mit der YIÜRT geschah – es sprengte den Rahmen dessen, was die Besatzung erwartet hatte. Er versuchte einen Kontakt zur Wissenschaftssektion herzustellen und scheiterte.

Eigentlich sollte Tharyimm ihm antworten. Der Wissenschaftler war ihm direkt unterstellt. Er hatte ihm in dieser speziellen Geheimmission Auskunft zu erteilen. Gerade in einer solchen Situation! Wenn Tharyimm das nicht tat, konnte es dafür nur einen logischen Grund geben: Er konnte es nicht mehr.

Das Brennen tanzte auf Drünnyürs Rücken als loderten auch dort Flammen. Er forderte Bildmaterial an?... und erstarrte. Das war unmöglich!

Ein zweites Grollen, dieses Mal lauter. Das Hauptholo zeigte die Kurve, in der die YIÜRT um den Planeten fiel.

Die Raumsicherung meldete sich erneut. »Die Atmosphärenberechnungen stehen. Ihr stürzt auf Fürt-jar ab!«

*

Die Worte lösten einen Schock aus. Sie rissen Drünnyür aus seinem entsetzten Unglauben, nur um ihn in neue Tiefen und Abgründe zu stoßen.

Fürt-jar. Eine Stadt mit über einer Million Einwohnern! Drünnyür spürte einen Schwindel, als stürzten sie nicht nur, sondern drehten sich.

»Wir arbeiten daran!«, sagte Üllyym knapp. »Beiboote! Wie ist der Status?«

»Ausgeschleust in X minus vier!«

»Traktorerfassung selbsttätig aktivieren! Fesselfelder bündeln!« Der Kommandant stieß den Atem in einem kurzen Pfiff aus. »Seht zu, dass wir uns nicht die Kniegelenke brechen!«

Illustration: Dirk Schulz

»Wie viel Zeit bleibt bis zum Aufschlag?«

»Zwölf Minuten. Maximal.«

Das war zu kurz, um eine ganze Stadt in Sicherheit zu bringen. Wenigsten reagierten inzwischen die Automatiken anderer Raumflugkörper innerhalb des Orbits und wichen ihnen aus.

Die Raumsicherung meldete sich erneut. »Wir schicken die BELLÖRCY III hoch!«

Dieses Mal war die Stille noch länger als zuvor. Wenn ihnen keine Kurskorrektur gelang, konnte die BELLÖRCY III die YIÜRT abschießen. Sie würde den Brocken von über zwei Kilometern in kleinere Teile zerlegen und damit den Schaden minimieren. Dennoch würde die Katastrophe gewaltig sein.

Die Sache hatte jedoch einen Haken: Es gab kaum brach liegendes Gelände. Wo die Trümmer aufschlagen würden, ließ sich schwer berechnen. Bis die BELLÖRCY III sie erreicht hatte, waren sie bereits in einem Absturzkorridor über bewohntem Gebiet in Richtung Fürt-jar. Tausende Bruchstücke konnten die Stadt treffen.

Unsinn!

Drünnyür riss sich zusammen. Er kannte Simulationen, die belegten, dass es besser war, wenn ein großes Schiff abstürzte, als Tausende Trümmer zu riskieren. Aufgrund des Leerraums im Inneren des Raumers würde nicht einmal ein sonderlich tiefer Krater entstehen. Die BELLÖRCY würde kommen, um den Sturz weiter abzufangen und sie im Schlepptau von der Stadt wegzuziehen. Falls das gelang.

Kommandant Üllyym fasste sich als Erster. »Wie viel Zeit bis zum Rendezvouspunkt?«

»Sechs Minuten.«

»Alle ziehen schwere Schutzanzüge an!«

Das Holo zeigte weitere Daten. Drünnyür wünschte, er könnte sie verstehen, während er zu einem Scheibenroboter eilte, der...



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