Stark | Pretty Boys: Tabu | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 137 Seiten

Reihe: Gay Romance

Stark Pretty Boys: Tabu

Gay Romance
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-910990-72-2
Verlag: Von Morgen Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Gay Romance

E-Book, Deutsch, Band 3, 137 Seiten

Reihe: Gay Romance

ISBN: 978-3-910990-72-2
Verlag: Von Morgen Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Verliebt in den Professor Vom ersten Moment an bin ich meinem Professor Jim Leeds verfallen. Obwohl auch er die Anziehung zwischen uns spürt, dürfen wir unsere Gefühle nicht zulassen. Keine langen Blicke austauschen. Keine mehrdeutigen Gespräche im Seminar führen. Und erst recht keine Küsse in seinem Büro austauschen. Ich muss ihn mir aus dem Kopf schlagen. Zum Glück ist New York voller attraktiver Männer. Und man begegnet besonders vielen von ihnen, wenn man in einer Schwulenbar als Pretty Boy angeheuert wird ... Lies jetzt die Geschichte von Jonas und Jim - und all den Männern, die dazwischen kamen.

Jamie zog mit 17 nach New York City, um Filme zu drehen und all die Abenteuer zu erleben, über die er heute schreibt. Für die Liebe zog er nach Berlin, wo er heute mit seinem Partner ein ziemlich unaufregendes Leben führt, das er gegen nichts tauschen würde.
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Kapitel 1


Wenn du siebzehn bist, träumst du davon, die Welt zu erobern. Du willst Abenteuer erleben, die Liebe finden – mindestens ein paar Mal – und allen zeigen, was in dir steckt. Was danach kommt? Daran habe ich in dieser Zeit nie gedacht, oder nur mit vagem Unwohlsein. Irgendwann mittleren Alters sein, mit irgendeiner mittelmäßigen Karriere, einer Beziehung, wie sie meine Eltern hatten, und kleinlichen Alltagsproblemen statt großen Träumen, war eine entsetzliche Vorstellung. Eigentlich müsste man jung sterben, dachte ich.

Aber als ich meinen Vater auf der Couch sitzen sah, frisch aus dem Krankenhaus entlassen und immer noch leichenblass, kam er mir mit seinen fünfundfünfzig Jahren viel zu jung vor, um zu sterben.

Das Novemberlicht fiel durch die Fensterfronten unseres Wohnzimmers und ließ die moderne Einrichtung noch kühler wirken. Meine Stiefmutter ging den Entlassungsbrief des Krankenhauses durch und recherchierte auf ihrem Laptop Begriffe, um uns die Erklärungen vorzulesen. Meine Stiefschwester Agnes und ich saßen ihnen gegenüber und knabberten an den selbstgebackenen Weihnachtskeksen von Elvira, unserer Haushälterin.

„Genug“, sagte mein Vater schließlich.

Meine Stiefmutter schob sofort den Laptop weg – sie hatte sich offenbar eingeprägt, dass Aufregung nicht gut war für Leute mit hohem Blutdruck – und legte ihre Hand auf seine. Obwohl sie gute fünfzehn Jahre jünger war als mein Vater, wirkte sie in diesem Moment genauso müde und erschöpft wie er.

„Kinder“, sagte mein Vater. „Wie ihr wisst, halte ich euch nicht oft Reden. Aber mir ist eines klar geworden. Das Leben ist kurz. Es kann jederzeit vorbei sein.“

„Also … sollten wir es mehr genießen?“, schlug Agnes vor.

Ihre Mutter funkelte sie ärgerlich an, als hätte Agnes sich über meinen Vater lustig machen wollen.

„Wenn der Sinn des Lebens Genuss ist, kann man sich gleich umbringen“, schnaubte mein Vater und war für einen Moment wieder ganz der Alte. Aber die Müdigkeit ließ das Funkeln in seinen Augen wieder erlöschen. „Nein, worum es im Leben geht, muss jeder für sich selbst rausfinden. Ich habe keine Antwort für dich, Agnes. Oder dich, Jonas. Aber eines kann ich euch sagen: Nehmt nichts für selbstverständlich hin. Jeder Tag ist ein Geschenk.“

Eine Weile saßen wir in Stille da. In der Küche klapperte Elvira mit Kochgeschirr, um das Abendessen vorzubereiten. Viel lieber wäre ich bei ihr gewesen als hier bei meiner Familie. Unsere kolumbianische Haushälterin brachte eine warme, beruhigende, liebevolle Atmosphäre in unser Haus. Meine Eltern, beide erfolgreiche Manager, kühlten alles in ihrer Umgebung ab. Selbst jetzt, da mein Vater dem Tod ins Auge geblickt hatte und sich vielleicht zum ersten Mal Gedanken darüber machte, wie sinnvoll sein ewiges Ziel war, mehr und mehr Geld zu verdienen, strahlte er keine Sanftheit aus, sondern eine unheilvolle Bitterkeit.

Agnes und ich tauschten einen Blick. Fast hätten wir angefangen zu lachen. Mein Vater, der für sein strategisches Denken Millionen bezahlt bekam, war durch seine Nahtoderfahrung bei den aller banalsten Kalenderspruchweisheiten angelangt. Aber für ihn war das tatsächlich ein großer Schritt, und mir war nicht nach Lachen zumute. Ein kaltes, elendes Mitleid drückte mir auf die Brust.

Nach dem Abendessen, das ebenfalls größtenteils in Stille verlief, zog mein Vater sich in sein Büro zurück, meine Stiefmutter ins Schafzimmer, und Agnes und ich machten es uns auf den Sesseln des kleinen Heimkinos im Keller gemütlich. Hier vor der Leinwand hatte ich die besten Stunden meiner Kindheit und Jugend verbracht.

„Und, glaubst du, dein Vater wird jetzt sein Leben ändern?“, fragte Agnes.

Ich dachte darüber nach und schüttelte den Kopf. „Ich glaube, er fühlt sich zum ersten Mal seit seiner Kindheit schwach und verletzlich. Aber ob er jetzt seine Karriere an den Haken hängt und anfängt, Aquarellbilder zu malen? Das kann ich mir nicht vorstellen.“

„Ich auch nicht“, sagte meine Stiefschwester. „Jedenfalls würde meine Mutter ihn dann verlassen.“

„Ich frage mich, ob sich Menschen überhaupt ändern können, selbst wenn sie wollen.“

„Klar“, sagte Agnes leichthin, mit diesem Optimismus, von dem ich nie wusste, woher sie ihn hatte. „Wenn man sich ändern will.“

„Ich hoffe, ich wache nicht eines Tages auf und begreife, dass ich den völlig falschen Zielen nachgelaufen bin“, sagte ich. „Dann kommt man auch nicht in die Situation, sich von Grund auf ändern zu wollen.“

Agnes zuckte mit den Schultern. „Ach, falsche Ziele und mal eine Generalsanierung der Psyche sind auch nicht das Ende der Welt. Was soll man denn sonst mit seiner Zeit anfangen? Hauptsache, man hat Spaß, finde ich!“ Sie kuschelte sich in ihre Kaschmirdecke. „Und jetzt erzähl“, forderte sie. „Was war zwischen dir und diesem Poeten aus Bulgarien, der bei dir gewohnt hat? Und was ist der Stand mit dem Professor?“

„Na ja, Jakob ist weitergezogen. Er meinte, er hätte ein Zimmer bei einem Kumpel bekommen, aber seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört. Ich weiß nicht, ob er wirklich noch in New York ist. Ich weiß nicht mal, warum er überhaupt in New York war. Und was sein Ziel ist …“

„Schon mal diesen Spruch gehört, dass der Weg das Ziel ist?“

„Jetzt, wo du mich erinnerst – ich glaube, das habe ich ab und zu als Tattoo über einem Hintern gelesen.“

Sie gab mir einen Knuff. „Nicht jeder ist so zielstrebig wie du. Davon kannst du dir mal ein Scheibchen abschneiden, Mr. Überflieger.“

Tatsächlich begriff ich erst jetzt, dass Jakob wahrscheinlich wirklich ziellos durchs Leben geschwebt war, weil er es genau so wollte. Weil das Leben ein großes Abenteuer war, das man nicht bezwingen musste, sondern reiten konnte wie eine Welle. Ich hatte mir Sorgen gemacht, dass Jakob in mich verliebt sein könnte oder dass er nicht in mich verliebt sein könnte – dass er ewig bleiben würde oder dass er verschwinden würde –, aber er hatte wahrscheinlich nie in diesen Entweder-Oder-Konflikten gedacht. Agnes hatte recht, vielleicht würde es nicht schaden, mir daran ab und zu ein Beispiel zu nehmen.

„Ich hoffe, dass er sich irgendwann wieder meldet“, sagte ich und meinte es auch. „Er ist einer der beeindruckendsten Menschen, die ich je getroffen habe. Nicht wegen irgendeiner Leistung, sondern … Ja, wegen der Art, wie er lebt und mit anderen und seiner Umgebung umgeht. Als wäre alles ein Traum.“

„Du bist verknallt!“

„Ja, klar. Ein bisschen. Aber das wusstest du.“

„Also ist der Professor Geschichte?“

Die bloße Vorstellung, Jim könnte eine Schwärmerei sein, die durch eine andere ersetzt wurde, ließ mein Herz schwer werden. Nein, niemals. Was ich für Jim empfand, war nicht vergleichbar mit irgendetwas, das jemand anderes in mir auslösen konnte.

„Er hat ein Treffen vorgeschlagen, um über meinen Film zu reden.“

„Ein Rendezvous im Büro?“ Sie runzelte die Stirn. Ich hatte ihr von dem Gespräch mit Jim erzählt, das unerwartet zu einem Blowjob geführt hatte. Agnes fand, dass Jim übergriffig gewesen war, auch wenn ich es gewollt hatte. Immerhin war er in einer Machtposition – und ich war tatsächlich noch minderjährig.

„Ich glaube nicht“, sagte ich, um ihn vor ihr in Schutz zu nehmen. „Ich glaube eher, er will mir sagen, dass es zwischen uns vorbei ist. Für immer.“

„Wie kommst du darauf?“, fragte sie argwöhnisch.

Ich biss mir auf die Lippe. Jim war bei meiner Filmpremiere gegangen, bevor der Film losgegangen war, als JD vor allen verkündet hatte, dass er und ich für Geld miteinander geschlafen hatten. Ohne das Geld hätte ich meinen Film nicht finanzieren können, darum bereute ich meine Entscheidung nicht. Aber Jim sah das bestimmt anders. Und Agnes würde es auch anders sehen. Darum konnte ich ihr nicht sagen, warum Jim sich von mir distanzierte.

„Ich glaube, er hat das Interesse an mir verloren“, log ich lasch.
„Er spielt mit dir“, sagte Agnes wütend. „Immer wieder zieht er dich zu sich heran, um dich dann wieder wegzustoßen.“

„Nein, das stimmt nicht. Er will mich schützen …“

„Dich schützen? Jonas, bist du verrückt? Er ist doppelt so alt wie du, er ist dein Professor und gibt dir Noten, verdammt, und er nimmt sich sexuelle Freiheiten raus, wann immer es ihm passt. Und wenn er dich wieder auf Abstand hält, dann nur, um sich selbst zu schützen. Denn wenn rauskommt, dass er eine Affäre mi seinem Studenten hat, wird er von der Uni geworfen, nicht du.“

„Agnes“, sagte ich sanft. „Ich bin dir dankbar, dass du auf meiner Seite bist. Aber Jim ist nicht gegen mich. Glaub mir, er denkt an mich. Wenn überhaupt, dann zu viel.“

Agnes sah mich mit gerunzelter Stirn an. Ich wusste, dass sie mich für völlig verblendet hielt, aber sie war respektvoll genug, mir das nicht zu sagen.

„Also, schauen wir eine romantische Komödie oder einen schwierigen Art House Film?“, fragte ich, um das Thema zu wechseln.

„Jonas“, begann Agnes von Neuem, doch hielt inne, als mein Vater die Tür aufstieß.

Ich konnte mich nicht daran erinnern, wann ich ihn das letzte Mal hier unten im Heimkino gesehen hatte. Die wenigen Male, die wir als Familie einen Film geschaut hatten, lagen lange zurück. Er hatte seinen Pyjama und einen Bademantel an, sein Haar stand wirr in alle Richtungen ab. Sein Gesicht war ausdruckslos.

„Lass uns allein, Agnes“, sagte er, ohne den Blick von mir abzuwenden.

„Was ist denn los?“, fragte...



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