Stadtmuseum Berlin | Ich. Menzel | Buch | 978-3-939254-29-4 | sack.de

Buch, Deutsch, 212 Seiten, GB, Format (B × H): 205 mm x 211 mm, Gewicht: 724 g

Stadtmuseum Berlin

Ich. Menzel

Zum 200. Geburtstag

Buch, Deutsch, 212 Seiten, GB, Format (B × H): 205 mm x 211 mm, Gewicht: 724 g

ISBN: 978-3-939254-29-4
Verlag: Verlag M im Stadtmuseum


„Wie ist Menzel damit umgegangen, dass er so klein ist - und Berlin so groß? Welche
Bewältigungsstrategien hatte er dafür - psychologisch und künstlerisch? fragt Florian Illies im Katalog zur Ausstellung „Ich. Menzel“.
Adolph Menzel war gerade 1,40 Meter klein und wurde einer der bedeutendsten deutschen Realisten des 19. Jahrhunderts. Wie kein anderer steht er für die deutsche Kunst um 1850. Als 14jähriger kam Menzel nach Berlin und wurde zunächst durch seine Historienbilder bekannt, avancierte gar zum „Ruhmeskünder“ der Epoche Friedrichs des Großen. Als er 1905 starb, erhielt er das Staatsbegräbnis eines Künstlerfürsten. Nahezu 75 Jahre lebte und arbeitete Adolph Menzel in Berlin – er widmete sich Berlin in allen Dimensionen, im privaten wie im öffentlichen Raum, in politischen wie im gesellschaftlichen Kreisen, in der Historie und seiner Gegenwart, in industrieller Produktion ebenso wie in Landschaften.
Ausstellung und Katalog nähern sich dem Künstler auf sehr persönlicher Ebene. Behutsam werden jene Spuren freigelegt, in denen der Jahrhundertkünstler mit Menschen und Dingen verbunden ist. Viele Exponate beleuchten Menzels Existenz und seine Lebensräume: ein hochlehniger Atelier-Stuhl, eine bekleckste Palette, abgegriffene Stifte, ein Spazierstock oder der Reisepass von 1852, Notizhefte, energisch geschriebene Briefe und Karten, zeitgenössische Reproduktionen seiner Bilder oder fein inszenierte Porträtfotos: hier wird Menzel in seiner Persönlichkeit erkennbar.
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Weitere Infos & Material


Vorwort
Paul Spies
Wie man über sich selbst hinauswächst - Über zwei Bewältigungsstrategien von Adolph Menzel
Florian Illies
Unruhe des Lebens und der Seele - Von Menzels ‚vor-vergangenem‘ Leben
Claudia Czok
Steinschmerzen, Holzklötze und – Perlen - Menzels frühe Druckgraphik
Andreas Teltow
Menzel malt am Kreuzberg
Dominik Bartmann
Ruhm und Nachruhm - Menzels Balanceakt zwischen den Stühlen
Beatrice Miersch
Menzel und das Märkische Museum
Jan Mende
Das Menzel-Dach an der Humboldt-Universität zu Berlin 1998 – 2015
Ruth Tesmar
Biographie
Exponatverzeichnis Literatur Personenregister


Menzel im Märkischen Museum? Ist dieser Jahrhundertkünstler nicht eher in der Berliner Nationalgalerie zu verorten, die bereits 1873 mit der Tafelrunde in Sanssouci und 1875 mit dem Flötenkonzert und dem Eisenwalzwerk programmatische
Hauptwerke erwarb? Menzel, der bedeutendste deutsche Maler der Zeitspanne
zwischen Romantik und Impressionismus, hat seinen angestammten Platz auf der Museumsinsel, wo sein Werk im Kontext seiner – zumal französischen – Zeitgenossen blendend zur Geltung kommt. Doch Menzel gehört ebenso in das Haus, das
dem Gedächtnis seiner Heimatstadt gewidmet ist. In Schlesien geboren, ist er ein Ur-Berliner Gewächs, dessen Kunst ohne Berlin nicht denkbar wäre. Hier hat er, nur von Studienreisen und Erholungsaufenthalten unterbrochen, ein Dreivierteljahrhundert
zugebracht, die Entwicklung der Stadt von einer überschaubaren Residenz zur
Millionenmetropole miterlebt; hier war er Zeuge der 48er-Revolution wie der Reichswerdung, ist vom Schilderer der friderizianischen Epoche zum Beobachter des modernen Lebens geworden. Menzels OEuvre scheint uferlos, es umfasst ca. 180 Gemälde, 1.200 Druckgraphiken, 12.000 Zeichnungen, dazu 1.600 Briefe. So divers die von ihm behandelten Sujets scheinen – von der Königskrönung zur Industriearbeit, von der Himmelslandschaft zum Hausabbruch, vom Kircheninterieur zum Marktplatztreiben –, so eint sie ein nüchtern-empirischer Entstehungsprozess, der in atmosphärisch dichten Kompositionen mündet. Über das Flötenkonzert äußerte Menzel einmal, er habe es nur des Kronleuchters wegen gemalt. Die von Ludwig Hoffmann als „gefühlte Geschichte“ inszenierten Räume des 1908 eröffneten Gebäudes am Köllnischen Park bilden da den idealen Rahmen zu einem Gruß zum 200. Geburtstag. Und noch etwas verbindet das Märkische Museum mit Menzel: Diese aus der Mitte der Gesellschaft gegründete Institution sammelte von Anfang an seine Werke und persönlichen Hinterlassenschaften. Anlässlich einer Menzel-Gedächtnisfeier am 22. Februar 1905 im Berliner Rathaus konnte der Gründungs-direktor des Museums, Ernst Friedel, „auf die vielen heut ausgestellten Menzelschen Zeichnungen des Märkischen Museums, die älteste von 1834, künstlerische Lehrbriefe der Innungen, Einladungs- und Speisekarten, Glückwunschadressen uund der geichen mehr, alles Arbeiten, die von Fleiß, liebevollem Versenken in den Gegenstand und von großer Originalität Zeugnis ablegen“, verweisen. Noch zu Lebzeiten Menzels war der Ankauf des Gemäldes Am Kreuzberg bei Berlin von 1847 geglückt, das der Berlin-Potsdamer Bahn aus demselben Jahr an die Seite gestellt werden kann. Weitere Menzeliana konnten in den darauf folgenden Jahrzehnten durch das Märkische Museum, das nach dem Mauerbau im Westteil gegründete Berlin Museum und das 1995 aus diesen beiden hervorgegangene Stadtmuseum Berlin erworben werden. Die jetzige Ausstellung bedenkt die Betrachtungsweise des Phänomens Menzel aus dem Blickwinkel „unserer märkischen Heimat“ (Friedel), sie setzt dabei aber neue Akzente. Im Titel „Ich. Menzel“, angelehnt an das Motto einer unvollendeten Autobiographie von 1874, klingt das weniger kunsthistorische als vielmehr archäologische, auf die Persönlichkeit Menzels bezogene Konzept an,
das seine Lebenswege freigelegt. Die Exponate beleuchten Menzels menschliche und künstlerische Existenz, die ihn vom Graphik-Handwerker zum gefeierten und geehrten Meister führte, und zwar jenseits des Anekdotischen: Lithosteine mit ihren Gebrauchsspuren, abgegriffene Stifte, eine bekleckste Palette, Korrespondenzen, der Reisepass von 1852, ein der Selbstinszenierung dienender Atelierstuhl oder der Spazierstock, den Menzel auf einer Photographie von 1855 hält – Metapher für den unermüdlichen Erkunder der ihn umgebenden Welt. Es geht um Geschichten, die sich zu Geschichte verdichten.
Paul Spies


Miersch, Beatrice
Universität Potsdam, Institut für Kunst und Medien, Fakultät Mitglied
Vorwort der Masterarbeit
Beatrice Miersch hat mit dem Thema „Die Marke Menzel. Interdisziplinarität als Schlüssel einer publikumswirksamen Ausstellung in der Alten Nationalgalerie Berlin“ einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung publikumsorientierter Ausstellungsplanung geleistet. Die Masterarbeit setzt Maßstäbe für publikumsorientierte Ausstellungskonzeptionen in einer Museumsart, die in der museologischen Literatur kaum mit Partizipation und Besucherorientierung in Verbindung ist: im klassischen Kunstmuseum. Dabei entwickelt Beatrice Miersch eine Vielzahl von neuartigen Ideen und beschreibt Darstellungsmöglichkeiten aus unterschiedlichen Fachperspektiven, die man sich als Besucher/Besucherin in vielen Kunstausstel-lungen wünschen würde. Die Arbeit enthält viele Ansätze aus verschiedenen Fachkulturen über die klassische Kunstgeschichte hinaus und behandelt die Ausstellbarkeit eines Künstlers wie Adolph Menzel in der gegen-wärtigen Kulturlandschaft. Damit werden neue Perspektiven eröffnet, die gute Chancen haben, auch ein junges Publikum an klassische Kunst heranzuführen und die Werke des Künstlers Menzel mit vielen Sinnen wahrzunehmen.
Das Institut für Museumsforschung freut sich, diese Masterarbeit als Beispiel für ein Neudenken klassischer kunsthistorischer Ausstellungskonzeption in seiner Reihe „Mitteilungen und Berichte“ veröffentlichen zu können. Wir wollen bewusst zu einem Dialog über diese Ideen anregen und veröffentlichen die Arbeit daher auch digital über unsere Homepage. Wir freuen uns auf Rückmeldungen und danken Beatrice Miersch für Ihre Ideen.
Bernhard Graf

Masterarbeit von Beatrice Miersch
vorgelegt an der Universität Potsdam
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam
Institut für Künste und Medien
Studiengang: Vergleichende Literatur- und Kunstwissenschaft
1. Gutachterin: Prof. Dr. Gertrud Lehnert
2. Gutachter: Prof. Dr. Andreas Köstler
Abgabe: 03/2013
Überarbeitung 12/2014

Spies, Paul
Paul Spies ist Kunsthistoriker und hat zwei Jahrzehnte freiberuflich als Kurator gearbeitet. Seit 2009 ist er Chef des Amsterdam Museums, das als eines der besten und innovativsten Stadtmuseen Europas gilt. Ab 1. Februar 2015 wird er sich voll und ganz als Direktor auf das Stadtmuseum Berlin und als Chefkurator auf das Humboldt-Forum konzentrieren können.

Illies, Florian
Florian Illies, geboren 1971
studierte Kunstgeschichte in Bonn und Oxford und wurde 1997 Feuilletonredakteur der
»Frankfurter Allgemeinen Zeitung«
1999 bis 2001 leitete er die »Berliner Seiten« der FAZ
anschließend war Florian Illies Feuilletonchef der neugegründeten »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«, Mitbegründer und Herausgeber der Kunstzeitschrift »Monopol«
2008 wechselte er als Ressortleiter Feuilleton und Literatur zur »Zeit«
Illies ist jetzt Partner des Berliner Auktionshauses »Villa Grisebach« und dort für die Kunst des 19. Jahrhunderts verantwortlich

Im Mai 2014 wurde er für sein Werk mit dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet

Literaturpreis
Ernst-Robert-Curtius-Förderpreises für Essayistik 1999

Mende, Jan
Studium der Museologie in Leipzig
2011 Promotion am Historischen Institut der Universität Potsdam mit einer Monographie zur Berliner Tonwarenfabrik Tobias Chr. Feilner

Seit 1989 Mitarbeiter des Märkischen Museums bzw. des Stadtmuseums Berlin

Seit 2010 Kurator des Museums Knoblauchhaus

Zahlreiche Publikationen zur Wirtschafts- und Kulturgeschichte Berlins



Erschienen im Verlag M:

Museum in der Tasche
Das Knoblauchhaus Berlin
Alltag im Biedermeier

Tesmar, Ruth
geboren in Potsdam
1981 Promotion
1983 Diplom für Malerei und Grafik an der Kunsthochschule Berlin
1993 Professorin für Künstlerisch-Ästhetische Praxis und Leiterin des MENZEL-DACHs an der Humboldt-Universität zu Berlin

künstlerische Tätigkeit (Auszug seit 2002)
2002 Lapislázuli und Pharaonengold - farbige Holzdrucke zu Else Lasker-Schüler;
Arbeit an den Bildfolgen zu Dante Aligheris Göttlicher Komödie: Die Hölle, Der Läuterungsberg
Das Paradies - 3-bändige Prachtausgabe, Berliner Wissenschafts-Verlag, 2006
2003 Zueignungen - Bilder zur Literatur Tieraden - Illustration der eigenen Gedichte (Kunstbuch)
2004 Illustrationen zu Schande von J. M. Coetzee, Kindlerverlag
Zwiegespräche - Bilder und Collagen zu Karoline von Günderrode und Christa Wolf 2005;
ante portas - Holzobjekte, große farbige Holzdrucke in der Abguss-Sammlung Berlin
Die Sprache der Dinge II - farbige Collagen
2006 Aus der Arche - Holzdrucke und Objekte; baugebundene Arbeiten auf Glas für die Helmholtz-Gemeinschaft Berlin und für die Humboldt-Universität zu Berlin
2007 Zauberlicht -farbige Blattfolge zu Gedichten von Sarah Kirsch, Ausstellung in der Dichterstätte Limlingerode und im Literatur¬forum im Brechthaus; Berlin, 2008
2008 Correspondences- Bildfolge und Ausstellung zum 100. Todestag von Paula Modersohn Becker, Kloster Irsee;
Vorletzte Fragen - Bildfolge und Buch¬gestaltung zum Text von Jochen Hörisch, Omega Verlag, Ausstellung im Schloss Neuhardenberg
2009 Itinera Htterarum - Auf Schreibwegen mit Wilhelm von Humboldt-Assemblagen, Kunstbuch zum 200-jährigen Jubiläum der Humboldt-Universität zu Berlin;
Mitarbeit am Galilei-Projekt des Kunsthistorikers Horst Bredekamp
2010 Die Besteigung des Chimborazo - Collagen zu Alexander von Humboldt, Ausstellungen in Lateinamerika: Mexiko, Ecuador und Kolumbien. El ascenso al Chimborazo - spanisches Kunstbuch zu Alexander von Humboldt

Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland. Arbeiten im Besitz von Museen, öffentlichen und privaten Sammlungen. Illustrationen und Buchgestaltungen. Kunst im öffentlichen Raum (Helmholtz-Gemeinschaft, Grimm-Zentrum u. a.)

Bühnenbilder und Kostüme
1996 1999 Undine - E. T. A. Hoffmann, Orphée et Euridice - Chr. W. Gluck, Opem-Freiluftaufführungen an der Humboldt-Universität zu Berlin

Auszeichnungen
1986 Schönstes Buch für Hugo von Hofmannsthal, "Die Frau ohne Schatten", Kiepenheuer Verlag Leipzig 1988; 1. Preis für Graphik im Rahmen der Ausstellung 100 ausgewählte Grafiken, farbige Holzdrucke zu Else Lasker-Schüler
1993 Schönstes Buch für Augenreise I, Volk und Wissen Verlag GmbH Berlin

Czok, Claudia
Claudia Czok studierte Kunstgeschichte in Halle.
Promotion zu Schadow als Zeichner. Seit 1989 Tätigkeit im Kupferstichkabinett Berlin. Forschungsgebiete: Deutsche Kunst 18.-20. Jahrhundert, insbesondere Zeichenkunst und Druckgrafik.


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