Stackpole / Weiß | BattleTech - Nicht gerade vielversprechend | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 198 Seiten

Reihe: BattleTech

Stackpole / Weiß BattleTech - Nicht gerade vielversprechend

Aufstieg der Kell Hounds 1
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98732-095-8
Verlag: Yellow King Productions
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Aufstieg der Kell Hounds 1

E-Book, Deutsch, 198 Seiten

Reihe: BattleTech

ISBN: 978-3-98732-095-8
Verlag: Yellow King Productions
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



DIE SPIELREGELN HABEN SICH SOEBEN GEÄNDERT ... Die Brüder Morgan und Patrick Kell sind gerade erst auf Galatea gelandet, dem Söldnerstern, der für seine brutalen Arena-Mechkämpfe bekannt ist. Sie wollen dort ihre eigene Söldnereinheit ins Leben rufen und von Grund auf zusammenstellen. Doch bis dahin gilt es zuerst noch ein paar Hindernisse zu überwinden. Das Erste ist ein korrupter General, der als Strohmann des Zweiten dient, einer lokalen Verbrechergröße namens Haskell Blizzard, der jeden vernichtet, den er als Bedrohung wahrnimmt. Und die Gebrüder Kell, die den besten MechKriegern und Techs des Planeten lukrative Verträge anbieten, sind definitiv eine solche Bedrohung für sein illegales Imperium. Was Blizzard allerdings nicht weiß, ist, dass es die Kell-Brüder schon vorher mit widrigen Bedingungen zu tun gehabt haben und dabei jedes Mal als Sieger hervorgegangen sind. Und mit der Unterstützung von ein paar alten und neuen Freunden werden sie den Verbrecherkönig mit seinen eigenen Waffen schlagen. Wenn alle Karten auf dem Tisch liegen, sehen die Gebrüder Kell am Ende eben doch am vielversprechendsten aus.

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2

Galaport

Galaport City, Galatea

Lyranisches Commonwealth

3. Oktober 3010

Patrick Kell sah zu, wie sein Bruder aufbrach, wobei er hin- und hergerissen war zwischen Erleichterung und dem Bedürfnis, Morgan zur Seite zu stehen. Es war nicht so, dass er glaubte, sein Bruder könnte sich nicht gegen Viper Volmer oder sonst irgendjemanden behaupten. Das war es, was Patrick stets faszinierte. Egal, wie groß die Herausforderung auch sein mochte, Morgan war ihr gewachsen und kam immer ganz ordentlich zurecht.

Obwohl, das eine oder andere Mal … Patrick krümmte sich innerlich und machte sich auf den Weg zum Raumhafengebäude. Morgan hatte einen gewissen Hang dazu, direkt zum Angriff überzugehen, wo andere etwas mehr Vorsicht hätten walten lassen. Das lag aber nicht daran, dass Morgan etwa unbedacht gewesen wäre; vielmehr betrachtete er die Dinge einfach aus einer anderen Perspektive. Dennoch sorgte seine Bereitschaft, die Angelegenheiten frontal anzugehen, manchmal dafür, dass die Lage sich komplizierter als nötig gestaltete.

Patrick fand seine Taschen und wuchtete sie nach draußen, wo er ein Hover-Taxi heranwinkte. »Zum Nova Royale, bitte.«

Der Fahrer, ein kleiner Mann Mitte Dreißig, nickte und schaltete das Taxameter ein. »Roter Oberkörper, schwarze Ärmel, nettes Logo. So eine Uniform hab‘ ich ja noch gar nicht gesehen, Colonel.«

»Sie ist neu.« Patrick musste gegen seinen Willen lächeln. »Die Kell Hounds.« Es fühlte sich wirklich gut an, das auszusprechen.

»Dann sind Sie wohl der jüngere Bruder?« Der Fahrer lächelte und verengte seine Augen im Rückspiegel. »Mächtig viel Aufhebens wegen Ihrer Ankunft.«

»Ist das so?« Patrick schaute während der Fahrt aus dem Fenster. Das Taxi ordnete sich in den Verkehrsstrom ein, der in die Stadtmitte führte. Um sie herum ragten hohe Gebäude auf, mit beträchtlichem Hubschrauberbetrieb, der zwischen den Dächern hin und her flitzte, als ob es Leute gäbe, die nicht im Traum daran dachten, jemals einen Fuß auf den Erdboden zu setzen. Es sorgte immerhin für eine spektakuläre Aussicht. Der Teil von Arc Royal, in dem Patrick aufgewachsen war, war hügeliger gewesen, so dass die Gebäude dort auch nie die Höhe von diesen hier erreicht hatten.

»Gibt ‘ne Menge Mech-Jockeys, die hoffen, einen Platz bei Ihnen zu ergattern.«

Patrick hielt lässig seinen Noteputer hoch. »Ich musste sogar noch Speicher dazukaufen, um all die Bewerbungen unterbringen zu können, die man uns hochgeschickt hat.« Er warf einen Blick auf das Lizenz-Hologramm, das über der Kopfstütze des Fahrersitzes schwebte. »Habe ich Sie auch mit hier drin, Walter?«

»Ich doch nicht. ComStar hat einen Aufschlag für den schnellen Versand von Nachrichten an Sie verlangt. Jeder, der blöd genug ist, sein Geld an die zu verschwenden, als ob es kein Morgen gäbe, dürfte wohl kaum als Kandidat für Ihre Einheit in Frage kommen.«

»Da könnten Sie Recht haben.«

Walter schnaubte, während er in den Zubringerbereich des Nova Royale einbog. »Ich habe genug Unterhaltungen mitgehört, um zu wissen, dass ein paar Leute verstehen, was Sie da vorhaben. Sie beide sind junge Böcke, voller Ideen, und das ist gut so. Sie wollen erfahrene Krieger, aber doch wieder nicht so alte, dass sie ängstlich oder festgefahren sind. Das ist auch gut. Was die meisten Leutchen hier nicht begreifen, ist, dass Sie nicht nach den schnellsten Burschen Ausschau halten, sondern nach den besten Burschen.«

Patrick lächelte. »Und Sie wollen sich ganz sicher nicht für einen Platz bewerben?«

Der Fahrer lächelte. »Wenn ich mich bewerben wollte, hätten Sie ‘s ganz sicher schon mitgekriegt, Colonel.«

Das Hovercraft kam schwebend zum Stillstand und landete weich. Portiers in Livree öffneten rasch die Türen und luden Gepäck auf ein Gestell. Patrick überreichte dem Fahrer einen Zwanzig-C-Noten-Schein. »Behalten Sie das Wechselgeld.«

»Danke, aber nein.« Walter gab ihm einen Zehner zurück.

Patrick weigerte sich, ihn anzunehmen. »Betrachten Sie sich als Talent-Scout. Wenn Sie einen dieser ‚besten Burschen‘ sehen, schicken Sie ihn vorbei.«

Walter dachte für einen Moment nach, dann nickte er und gab Patrick eine Karte. »Wenn Sie mal einen Fahrer brauchen, lassen Sie ‘s mich wissen.«

»Mach‘ ich.« Sie schüttelten sich die Hände, dann drehte Patrick sich um und nahm das Hotel in Augenschein. »Oh, Morgan, in was hast du uns da nur hineingeritten?«

Das Nova Royale war irgendwie drüber, so ähnlich wie eine alte Jungfer, die sich aufgedonnert oder in Kölnisch Wasser gebadet hat. Das Äußere geht zwar in Ordnung, aber es ist von allem zu viel. Träger umschwärmten die Fahrzeuge. Ein Duo Türsteher hieß ihn willkommen, obwohl sich die Türen automatisch öffneten. Jenseits davon wartete ein weiteres lächelndes Pärchen als Begrüßungskomitee und hieß ihn in einer Lobby willkommen, die zwanzig Stockwerke hoch war. Dahinter waren noch mehr Träger damit beschäftigt, Kofferanhänger einzuscannen und ihre Last in Aufzüge zu verfrachten.

»Entschuldigen Sie bitte. Habe ich das Vergnügen, mit Colonel Kell zu sprechen?«

Patrick wandte sich um und überspielte durch die Bewegung ein Schaudern angesichts solcher Förmlichkeit. »Ich bin Patrick Kell.«

Die Augen des Mannes verrieten ein Aufblitzen der Enttäuschung, doch trotzdem bot er ihm die Hand an. »Mein Name ist Hector Damiceau. Ich vertrete hier auf Galatea diverse Interessen.«

»Diverse Interessen?«

Damiceau lächelte zurückhaltend. »Bitte, wenn Sie einen Moment Zeit für mich hätten …«

»Na ja, ich bin gerade erst angekommen und –«

»Colonel, ich versichere Ihnen, es wird sich lohnen.« Damiceau ergriff seinen linken Arm am Ellenbogen und führte ihn zur Lobby-Bar. »Ich habe mir sagen lassen, dass man hier eine exzellente Auswahl ihres irischen Whiskeys vorrätig hält.«

Irgendjemand hat ein Dossier über meinen Bruder gelesen. Patrick wollte wirklich nichts lieber als auf sein Zimmer und sich ausruhen. Es wäre ihm ein Leichtes gewesen, den Ellbogen zu lüpfen und den Kerl auszuschalten, und unter anderen Umständen hätte er diese Strategie auch tatsächlich angewandt. Allerdings ergab sich aus dem Umstand, dass der Mann hier auf ihn gewartet hatte und mit ihm sprechen wollte, ein exzellenter Anlass, um an Informationen zu gelangen.

Ein Gramm gute Aufklärung ist so viel wert wie eine Kilotonne Feuerkraft.

Patrick nahm in einem Sessel gegenüber von dem Mann Platz, durch dessen dünnes blondes Haar man den Widerschein des Lichts ausmachen konnte, das sich hell auf seiner Kopfhaut spiegelte. »Sie haben meine volle Aufmerksamkeit, Mr. Damiceau.«

Eine hübsche blonde Bedienung erschien an ihrem Tisch. »Was darf ich Ihnen bringen?«

»Zwei von Ihren besten irischen Whiskeys, bitte.« Damiceau gab seine Bestellung mit einer Knappheit auf, die Autorität ausstrahlen sollte.

Sie nickte.

Patrick hob einen Finger. »Haben Sie auch Wolf’s Paw?«

Das Mädchen zögerte. »Ja, haben wir, aber er sagte doch –«

»Ich habe ihn schon gehört. Wolf’s Paw soll mir genügen. Preis spricht nicht immer für Qualität.«

Die junge Frau sah Damiceau an.

Der kleine Mann öffnete seine Hände. »Dies ist eine gute Gelegenheit. Wir nehmen beide, und werden sie direkt miteinander vergleichen. Geld spielt keine Rolle.«

Patrick nickte. »Sie sind sehr zuvorkommend.«

»Und großzügig. Sie ahnen ja gar nicht, wie sehr.« Damiceau lehnte sich vor und senkte seine Stimme. »Ich will ganz offen zu Ihnen sein, Colonel – Sie und Ihr Bruder haben hier eine Menge Aufmerksamkeit erregt.«

»Davon hat man mir berichtet.«

»Ein Söldnerregiment, ein ganz frisches, mit Hinweisen auf neue Ausstattung und Führung – eine Führung mit Verbindungen zum Thron des Lyranischen Commonwealth – das ist schon etwas Besonderes. Es gibt welche, die blicken dem voller Vorfreude entgegen … und andere, die sich davor fürchten.«

»Und Ihre Interessen tendieren in genau welche dieser beiden Richtungen?«

Der Mann lächelte und sagte nichts, als das Mädchen den Whiskey brachte. Der Wolf’s Paw präsentierte sich auf der dunkleren Seite bernsteinfarben, während der teure Stoff fast farblos war. Die beiden hoben die Gläser mit Wolf’s Paw, stießen an, und tranken.

Damiceau kippte den Whiskey in einem Schluck herunter, während Patrick lediglich daran nippte. Wolf’s Paw, dessen Reifezeit gerademal den Weg von der Destillierspirale bis in die Flasche ausmachte, fühlte sich in der Kehle wie geschmolzenes Schmirgelpapier an. Es war nicht die Art von Whiskey, die Patrick zum Vergnügen trinken würde, doch er gemahnte ihn an die...



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