E-Book, Deutsch, 178 Seiten
Reihe: BattleTech
Stackpole / Weiß BattleTech - Ein winziger Ort der Rebellion
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98732-096-5
Verlag: Yellow King Productions
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Aufstieg der Kell Hounds 2
E-Book, Deutsch, 178 Seiten
Reihe: BattleTech
ISBN: 978-3-98732-096-5
Verlag: Yellow King Productions
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
GEFAHR AUS EINER UNERWARTETEN RICHTUNG ... Als MechKrieger haben die Brüder Morgan und Patrick Kell erfolgreich die erste Herausforderung beim Aufbau ihrer neuen Söldnertruppe, den Kell Hounds, gemeistert, indem sie einen Verbrecherkönig vom Thron seines illegalen Imperiums auf Galatea gestoßen haben. Doch noch während sie ihren gerade erst errungenen Erfolg genießen, droht den Gebrüdern Kell und der Hauptstadt Galaport gleich zusammen mit ihnen eine neue Gefahr: Bischof Arlington Poore, ein religiöser Eiferer, der es darauf anlegt, gleich den gesamten Planeten unter das Joch seiner unbarmherzigen Theokratie zu zwingen, ist bereit, Millionen von Menschen verhungern zu lassen, um sein Ziel zu erreichen. Es dauert dann auch gar nicht lange, bis die gerade erst gegründeten Kell Hounds ihren ersten Auftrag erhalten - die möglichst rasche Niederschlagung des Aufstandes. Doch wenn ein Wahnsinniger bereits tausende von Zivilisten von seiner Sache überzeugt hat, wie sollen Morgan und Patrick Kell dann seinen fehlgeleiteten Kreuzzug beenden, ohne dabei das Blut Unschuldiger zu vergießen?
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1
The Powder Keg
Galatea City, Galatea
Lyranisches Commonwealth
15. Oktober 3010
Patrick Kell verharrte vor dem Eingang des Powder Keg. »Hör mal, Morgan, ich denke wirklich, du solltest etwas subtiler an die Sache ‘rangehen.«
Sein Bruder, groß », mit schwarzen Haaren und funkelnden braunen Augen, legte beide Hände auf Patricks Schultern. »Ich hab‘ dich schon verstanden. Subtil. Geht klar. Vertrau‘ mir.«
»Aber Morgan, für dich heißt subtil normalerweise, anstelle einer 20-Millimeter-Granate bloß eine Kaliber 50-Patrone zu benutzen.«
Morgan streckte seine Hände weit von sich. »Und siehe da, ich bin nicht mal bewaffnet. Na, komm, es wird schon nicht so schlimm werden.«
Seufzend folgte Patrick seinem Bruder in die Schenke hinein. Nach zwei Schritten war er allerdings drauf und dran, wieder umzukehren. Der vorherrschende Eindruck war der von Rost, womit aber nicht eine dieser hippen Farbgestaltungen gemeint war, die von einem Innenarchitekten ausgewählt worden war. Überall lauerten gezackte Metallgrate, denen man förmlich ansah, dass sie mit Tetanus übersät sein mussten. Die Bar, womöglich eine ehemalige kleine Werkstatt, war irgendwann mal ausgebrannt – aufgrund eines Feuers oder Mechangriffs – und danach nie wieder so recht in Ordnung gebracht worden. Tatsächlich ging Patrick fest von einem Mechangriff aus, weil ein großer Teil der Innendekoration aus BattleMech-Teilen bestand, die man an die meisten freien Stellen genagelt hatte.
Die ganze Metallzacken-Anmutung erstreckte sich auch auf die Kundschaft. Das Powder Keg war ein Ort, der von MechKriegern besucht wurde, die gesehen werden wollten. Ganz klar. Wenn du hier drin eine Stunde überleben konntest, würde dich keine Bazille der Innere Sphäre mehr töten können. Die Besucher trugen die Uniformen dutzender Söldnereinheiten, von denen die Hälfte schon gar nicht mehr existierten, und die meisten stellten sogar einen Mix aus mehreren verschiedenen zur Schau. Sie machten allesamt einen hungrigen, abgemagerten und abgefeimten Eindruck – und das nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.
Im Gegensatz dazu sah Morgan in seiner Uniform sehr smart aus. Die Uniformjacke der Kell Hounds in schwarz mit roten Ärmeln war wirklich auffällig, was allerdings auch nicht gerade zu Patricks Beruhigung beitrug. Männer beäugten Morgan. Sie lachten über seine Rangabzeichen. Er war gerade mal vierundzwanzig Jahre alt und bereits ein Colonel.
Patrick selbst wurde rot, als sie seinen eigenen Rang als den eines Lieutenant Colonels ausmachten.
Falls Morgan die Musterung, der sie unterzogen wurden, überhaupt bemerkte, ließ er sich nichts anmerken. Er marschierte durch die Ansammlung von Tischen geradewegs nach hinten, wo ein stämmiger Mann in den Schatten rumhing. Der Kerl maß Morgan einmal von Kopf bis Fuß, dann lächelte er leichthin und fuhr sich mit einer Hand über das unrasierte Kinn.
Morgan nickte. »Mr. Garlett?«
»Ja, Jungchen?« Der Mann antwortete langsam, schwang dabei seine in Stiefeln steckenden Füße empor, um sie auf den Tisch zu legen.
Morgan zog ein Blatt Papier aus seiner Gesäßtasche. »Sie haben sich bei den Kell Hounds um eine Stelle beworben. Laut Ihrem Lebenslauf haben Sie bei der Fünfzehnten Lyranischen Garde auf Hesperus II gedient. Mit Katrina Steiner als befehlshabender Offizierin.«
Die Erwähnung des Namens der Archon veranlasste noch ein paar Leute mehr dazu, auf den Wortwechsel aufmerksam zu werden. Garlett schürzte die Lippen und nickte. »Das ist richtig, mein Sohn.«
Der ältere Kell zuckte die Schultern. »Sie sagt, dass sie ein Lügner sind.«
Garletts Augen weiteten sich vor Schreck. Er war entlarvt worden. Er hatte damit angegeben, dass er den Kell Hounds beitreten würde, seinen Mech repariert bekäme, für ein Weilchen die Heuer kassieren und sich dann aus dem Staub machen würde. Er hatte Teile seines Lebenslaufes gefälscht, nicht erwartet, dass die Kells ihn überprüfen würden und war blöderweise nie auf die Idee gekommen, dass seine Prahlerei irgendwie ihren Weg zu ihnen finden könnte.
Und jetzt hatte Morgan ihn direkt vor seinen Kumpeln als Lügner bezeichnet.
Garlett schwang die Beine vom Tisch und kam mit erhobenen Fäusten hoch. Tatsächlich spielte es dann aber keine Rolle, wie gut vorbereitet er zu sein meinte. Es war auf jeden Fall nicht gut genug.
Morgans Faust beschrieb einen Schwinger, der einfach zu schnell war, als dass man ihm hätte folgen können. Garletts Kinnlade brach hörbar. Der Mann flog zurück gegen die Wand, prallte ab und brach über dem Tisch zusammen.
Zwei gelbliche Zähne mit blutigen Wurzeln prallten an Morgans Stiefeln ab.
Er knüllte das Blatt zusammen und warf es auf Garletts zuckenden Körper. Sein Kopf hob sich. Stahl schlich sich in seine Stimme. »Jetzt hör mir mal gut zu, du Mechratte. Mein Bruder und ich heuern Krieger an, und keine dahergelaufenen Landstreicher, die sich einbilden, dass die Kell Hounds nichts weiter wären als ein bezahlter Urlaub und ein Boxenstopp. Du kannst beitreten und Teil von etwas Großem sein, oder du kannst hier herumsitzen und anderen Leuten erzählen, dass du ein Kell Hound hättest sein können.«
Die meisten Kunden schauten von Morgan zu Garlett, grunzten, und widmeten sich dann wieder ihren Getränken. Ein Mann mit einer Jacke von Hsiens Hitzköpfen, die derjenigen ähnelte, die auch Garlett trug, wand sich jedoch hinter seinem Tisch hervor. Garlett war schon recht groß gewesen, aber der Kerl hier war noch größer, mit gebrochener Nase, narbenübersäten Knöcheln und einem fehlenden halben Ohr.
»Und warum sollte ich wohl einer Einheit beitreten, deren Anführer dumm genug ist, allein hier aufzutauchen und einem Kumpel von mir eine reinzuhauen?«
»Morgan, subtil …«, flüsterte Patrick.
Der schnaubte. »Vielen Dank für das Einreichen Ihrer Bewerbung. Abgelehnt.«
Das war dann der Moment, in dem ein dritter Kerl mit einer Hitzköpfe-Jacke einen Arm um Patricks Kehle legte.
Ohne nachzudenken rammte Patrick seinen Kopf nach hinten und in das Gesicht des Mannes, dann trat er ihm mit voller Wucht auf den rechten Fuß. Sein Absatz zertrümmerte Knochen. Blut aus einer gebrochenen Nase spritzte ihm in den Nacken. Er langte empor, ergriff den Daumen des Mannes, riss ihn nach hinten und wirbelte herum, drehte den Arm mit der Bewegung. Am Ende landete Patrick hinter dem Mann, presste ihm den verdrehten Arm in den Rücken, dann griff er sich eine Handvoll fettiger Haare und ließ sich fallen, knallte den Mann mit dem Gesicht voran auf den Boden.
Während das Adrenalin in ihm pulsierte, erhob sich Patrick von seinem besinnungslosen Gegner und breitete die Arme aus. Sein Atem ging schwer und schnell. Langsam drehte er sich auf der Stelle, funkelte alle Anwesenden an. »Wer ist der nächste?«
Morgan hob eine Augenbraue. »Wie war das noch mit subtil?«
»Ich glaube nicht, dass die hier subtil verstehen, Morgan.«
Der Riese trat einen Schritt vor, doch da erschien ein roter Laserpunkt auf seiner Stirn. Er hielt inne.
Patrick drehte sich um. Ein hochaufgeschossener, schlanker, ungekämmter Mann mit müden Augen hielt mit ruhiger Hand eine Pistole. Kein Nadler, eine alte Kugelspritze. »Setz dich hin, Boris.«
»Aber du hast doch gesehen, was sie gemacht haben, Frost.«
»Garlett war schon lange fällig. Das weißt du.«
»Arsch–«
»Arsch. Deiner. Auf diesen Stuhl.«
Der Riese setzte sich hin.
Morgen drehte sich um, lächelte und trat auf den Mann zu.
Der Laserpunkt wanderte auf die Mitte seiner Brust.
Morgans Hände kamen hoch. »Ich wollte mich nur bei Ihnen bedanken.«
Der Strahl blieb reglos stehen. »Keine Ursache, Wollte nur meine Ruhe.«
Patrick lächelte mit erhobenen Händen. »Sind Sie MechKrieger? Auf der Suche nach einer Beschäftigung?«
Die Augen des Mannes schlossen sich halb. »Kein Kutscher. Schlammhüpfer.«
»Wir haben eine angeschlossene Infanteriekompanie und –»
Frost schüttelte den Kopf. »O’Cierans Kompanie.«
Morgan nickte. »Genau.«
»Hab‘ schon für ihn gearbeitet. Wir haben uns aufgrund von Differenzen in Glaubensfragen getrennt.«
Patrick runzelte die Stirn. In den letzten zwei Wochen hatte er einige Zeit mit Richard O‘Cieran verbracht und nicht den Eindruck gewonnen, dass der Mann überhaupt irgendwie religiös war. Er warf Morgan einen Blick zu.
Sein Bruder zuckte die Schultern. »Trotzdem – vielen Dank. Falls Sie Arbeit brauchen …«
»Nova Royale. Ich weiß.« Frost halfterte seine Pistole und griff nach einem Noteputer. Der Widerschein des...




