St. Claire | Darf ein Boss so zärtlich sein | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Baccara

St. Claire Darf ein Boss so zärtlich sein


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-6695-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7337-6695-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Cade ist hingerissen von Jessie. Die Praktikantin ist viel natürlicher als die anderen Frauen in der Redaktion seines Modemagazins. Leider wird er den Verdacht nicht los, dass sie für die Konkurrenz spioniert. Sagt sie deshalb Ja zu einem Liebeswochenende mit ihm?



Roxanne St. Claire ist eine New York Times Bestsellerautorin, die 27 Romane veröffentlicht hat. Sie ist fünfmal für den RITA® Award nominiert worden und hat ihn einmal gewonnen. Ihre Bücher sind Gewinner des 'National Readers' Choice Award', dem 'Daphne du Maurier Award', der 'Holt Medaille', dem 'Maggie Award', dem 'Booksellers'Best Award' und vielen anderen. Ihre Romane sind in dutzend Sprachen übersetzt und sind in zahlreichen Bestsellerlisten aufgeführt. Sie lebt mit ihrem Ehemann und zwei Kindern im Teenageralter in Florida. Sie können ihre Fan page auf Facebook besuchen.

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1. KAPITEL

Cade McMann witterte Ärger.

Der Ärger roch nach Heckenkirsche, zumindest stellte er sich den Duft von Heckenkirschen so vor – süß und frisch und … verlockend.

„Sie wollten mich sprechen, Cade?“

Er schwang sich mit seinem Schreibtischstuhl herum und blickte auf die junge Frau, deren erwartungsvoller Gesichtsausdruck zum großen Teil von einer riesigen Hornbrille mit lila getönten Gläsern verdeckt war. Diese Brille hatte sie beim Vorstellungsgespräch vor sechs Monaten nicht getragen, dessen war er sicher.

Seit dem ersten Tag ihres Praktikums in der Redaktion von Charisma versteckte Jessie Clayton sich hinter der Brille und trug die langen rotbraunen Haare straff zurück zu einem Zopf geflochten oder in einem strengen Knoten. Am Ende des Tages hatten sich aber meist einige seidige Strähnen aus dem Gefängnis befreit und liebkosten ihre zarten Wangen. Liebkosen?

Oh Mann! Er steckte in ernsthaften Schwierigkeiten.

Cade zwang sich, den Fokus auf die berufliche Situation zu richten und sich nicht in poetischen Fantasien zu ergehen. „Ja, Jessie.“ Er deutete auf einen der Besucherstühle. „Setzen Sie sich.“

Sie presste einen billigen Kunstlederkalender an ihre Brust, den Blick auf ihn gerichtet. „Alles cool, Cade?“

Nein. Nichts war cool, wenn diese temperamentvolle junge Frau im Raum war. Eine Situation, die er, der Mann, der vier Schwestern hatte und vorwiegend weibliche Mitarbeiter anleitete, nicht besonders reizvoll fand.

„Absolut cool, Jessie.“ Er verzog die Mundwinkel zu einem Lächeln und wurde mit diesem fröhlichen Lachen belohnt, das in der Redaktion mittlerweile dazugehörte wie das Klingeln der Telefone.

„Vorsichtig. Sonst klingen Sie weniger wie der Boss und mehr wie einer unserer treuen Leser.“

Sie schob eine der vorwitzigen Haarsträhnen zurück. Natürlich, es war nach vier Uhr nachmittags. Der Zopf löste sich allmählich.

„Ich bin erst dreißig. Ich kann noch cool sagen. Außerdem bin ich nicht der Boss, sondern nur deren rechte Hand.“ Sicher, er war leitender Redakteur und damit in den Augen dieser Praktikantin weit oben auf der Karriereleiter. „Und da wir gerade von unserer Chefin Finola sprechen, ich habe aufregende Neuigkeiten für Sie.“

Er hätte geschworen, dass die Farbe aus ihrem Gesicht wich, wodurch ihre Sommersprossen deutlicher hervortraten.

„Wirklich?“ Umständlich öffnete sie ihren Kalender und nahm einen Stift, um sich Notizen zu machen.

„Sie müssen nichts aufschreiben. Was ich Ihnen zu sagen habe, vergessen Sie ganz bestimmt nicht.“

Sie sah zu ihm auf, lächelte zögerlich. „Werde ich nicht?“

„Sie sind auserwählt, Finola Elliotts sogenannte Schattenpraktikantin zu werden.“

Das Lächeln gefror auf ihren Lippen und verblasste völlig, stattdessen zeigten sich kleine Falten auf ihrer Stirn. Sie schluckte.

„Schattenpraktikantin? Das klingt … geheimnisvoll.“

„Ist es aber nicht. Jedes Jahr suchen wir einen Praktikanten aus, der sich wie ein Schatten einen Monat lang an die Herausgeberin des Magazins hängt. Finola geht zu einem Meeting, Sie gehen zu dem Meeting, Fin prüft die Ausgabe des nächsten Monats vorab beim Drucker, Sie prüfen die Ausgabe beim Drucker. Fin wird von einem Anzeigenkunden zum Essen eingeladen, Sie werden …“

Sie hielt eine Hand hoch. „Ich habe verstanden.“

Wieder schluckte sie schwer. Ihre Reaktion bestärkte ihn in seinem Entschluss, gerade sie als Schattenpraktikantin auszuwählen. Sie hatte zwar alle beruflichen Qualifikationen, sie war klug und beliebt und fleißig, aber irgendetwas stimmte nicht mit Jessie Clayton.

Nur für den Fall, dass es etwas mit Charisma zu tun hatte, rief er sich in Erinnerung, dass er besser auf ihr merkwürdiges Verhalten, statt auf die kleine Kuhle an ihrem Hals achten sollte. Deshalb zwang er sich, den Blick auf ihre getönten Brillengläser zu richten. Sobald Jessie in der Nähe war, dachte er weniger ans Geschäft als an sie.

„Komisch“, sagte er langsam. „Ich hätte erwartet, dass Sie sich über diese Möglichkeit freuen.“

Kaum merklich schüttelte sie den Kopf und schob die Brille zurecht. „Ich … ich kann das Angebot nicht annehmen.“

„Wie bitte?“

„Ich bin sicher, andere Praktikanten haben es eher verdient. Außerdem hat mir Scarlet gerade dieses unglaubliche Layout-Projekt übertragen, das ich eigenverantwortlich bearbeiten soll, und da im Moment der ganze Verlag kopfsteht, um … Sie wissen schon, alle arbeiten so unermüdlich daran, dieses Familiending zu gewinnen … Ich denke einfach, das Timing ist nicht richtig.“

Cade holte tief Luft und lehnte sich zurück. „Mit Familiending meinen Sie vermutlich die Frage, wer die Geschäftsführung von Elliott Publication Holdings übernehmen wird.“

Sie rutschte unbehaglich auf ihrem Stuhl hin und her. „Nun, ich meine, jeder weiß, dass Patrick – Mr Elliott – einen Wettstreit unter den vier Magazinchefs ausgerufen hat, um denjenigen zu bestimmen, der letztendlich die Geschäftsleitung des gesamten Verlags übernehmen wird.“

Von der Vorstandsetage bis hinunter zum Hausmeister diskutierten alle darüber. Der erfolgreichste Spartenleiter würde das Ruder übergeben bekommen, und der Kampf der vier Herausgeber wurde langsam schmutzig.

Es überraschte ihn nicht, dass Jessie Clayton über die Situation Bescheid wusste. Vor allem, wenn seine Vermutung stimmte. Ihre Reaktion bestätigte nur seinen Argwohn. Warum sollte sie sich sträuben, etwas zu akzeptieren, was unter den Praktikanten bei einer der weltweit erfolgreichsten Zeitschriften als das große Los galt?

„Habe ich das richtig verstanden? Sie wollen das Angebot, Finola Elliotts Schattenpraktikantin zu sein, nicht annehmen?“ Er gab sich keine Mühe, seine Verwunderung zu verbergen.

Sie befeuchtete ihre Lippen mit der Zungenspitze. „Stimmt. Genau das habe ich gesagt.“

Cade lachte ungläubig auf. „Sie wissen aber doch, dass dieser Job für einen Praktikanten wie ein Sechser im Lotto ist?“

Ihre Augen wurden groß, die Farbe der Iris war hinter den getönten Brillengläsern jedoch nur schwer zu erkennen.

„Ich fühle mich geehrt und bin sehr dankbar, Cade. Ich weiß nicht, wieso ich ausgewählt wurde, aber …“

„Weil Sie eine ausgezeichnete Kandidatin sind“, unterbrach er sie. „Weil Sie innovative Ideen haben, immer dynamisch sind, nie zu spät kommen und nie krank waren. Außerdem haben Sie vielversprechende Ansätze in der Berichterstattung über die Haute Couture gezeigt.“

Und Sie haben Wert darauf gelegt, jeglichen Kontakt mit Finola Elliott zu vermeiden.

Diese kleine Information fügte er nicht hinzu. Sie konnte nicht wissen, dass ihr ungewöhnliches Verhalten ihn auf sie aufmerksam gemacht hatte. Natürlich waren ihm auch ihr seidiges Haar, der schlanke Körper, die Porzellanhaut und ihr melodisches Lachen nicht entgangen. Doch es war die Tatsache, dass sie Finola aktiv aus dem Weg ging, während die anderen Praktikanten alles taten, um ihre Chefin zu beeindrucken, die am Ende dazu geführt hatte, dass sie jetzt in seinem Büro saß.

„Sie sind eine vorbildliche Praktikantin, und Sie haben diese Belohnung verdient.“

Jessie öffnete den Mund, dann schloss sie ihn wieder. Erneut rückte sie ihre Brille zurecht. „Nein. Danke. Ich möchte sie lieber nicht annehmen.“

Sämtliche Alarmglocken schrillten bei ihm. Vor ihm saß eine junge Frau, die intelligent, attraktiv, qualifiziert und ehrgeizig genug war, um unentgeltlich zu arbeiten, damit sie Erfahrung in diesem Geschäft sammelte. Wieso sollte sie dieses fantastische Angebot ablehnen?

„Warum nicht?“, fragte er.

„In ein paar Tagen haben wir Redaktionsschluss für die Januarausgabe, und Scarlet hat mir das gesamte Layout für den Bericht über das Frühlingsfest in der Märzausgabe überlassen, das bedeutet, dass ich zum Fotoshooting muss und mich mit …“ Sie befeuchtete sich erneut die Lippen. „Ich würde im Moment einfach lieber auf einen solchen Posten verzichten“, schloss sie ruhig.

Es gab nur eine Erklärung, die ihm in den Sinn kam. Sie wollte nicht eng mit Finola zusammenarbeiten, und es könnte einen guten Grund dafür geben. Sein Instinkt sagte ihm, dass sie diesen Grund nicht verraten würde, egal, welche Fragen er stellte. Er würde nichts aus ihr herausbringen.

Weder sein Master in Betriebswirtschaft noch seine sprichwörtlichen Fähigkeiten als Manager führten ihn in diesem Fall ans Ziel. Er musste sich etwas Raffinierteres einfallen lassen.

„Wissen Sie, Jess, das kaufe ich Ihnen nicht ab.“

Dieses Mal bestand kein Zweifel daran, dass sie blass wurde.

„Nein?“

Er schüttelte den Kopf. „Sie verheimlichen mir etwas.“

Hinter den getönten Brillengläsern weiteten sich ihre Augen. Wenn er recht hatte, und sie arbeitete tatsächlich als Informant für Pulse oder Snap oder sogar für The Buzz, dann hatte einer aus Finolas Familie eine schlechte Lügnerin für den Job ausgewählt. Er würde die Wahrheit aus ihr herausbekommen. Er musste sie nur aus der Reserve locken.

„Wissen Sie was?“ Er stützte sich mit den Ellenbogen auf dem Schreibtisch ab und senkte die Stimme. „Was halten Sie davon, wenn wir uns nach Feierabend auf einen Drink treffen und uns in zwangloserer Umgebung...



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