E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
Southwick Was muss ich tun, damit du bleibst?
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7515-0425-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7515-0425-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Auch wenn ihr Herz bricht, Olivia kündigt. Denn Brady O'Keefe ist viel mehr als ein Boss für sie. Schon viel zu lange ist sie in ihn verliebt! Der Tycoon von Blackwater Lake dagegen scheint in ihr nicht die Frau zu sehen. Doch auf ihre Kündigung reagiert er unerwartet ...
Teresa Southwick hat mehr als 40 Liebesromane geschrieben. Wie beliebt ihre Bücher sind, lässt sich an der Liste ihrer Auszeichnungen ablesen. So war sie z.B. zwei Mal für den Romantic Times Reviewer's Choice Award nominiert, bevor sie ihn 2006 mit ihrem Titel 'In Good Company' gewann. 2003 war die Autorin bereits für zwei prestigeträchtige Preise nominiert: für den 'Romantic Times Career Achievement Award', einem Preis der für das Gesamtwerk eines Autors vergeben wird, und für den RITA-Award, der höchstmöglichen Auszeichnung für Liebesromane. Teresa Southwick wurde in Südkalifornien geboren. Sie lebte viele Jahre in Texas, bevor sie mit ihrem Mann und den beiden Söhnen nach Las Vegas umzog.
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1. KAPITEL
Olivia Lawson wäre lieber nackt durch einen Hagelschauer gelaufen, als ihrem Chef zu erzählen, was sie zu sagen hatte.
Mal wieder.
Sie zögerte kurz vor seinem Büro, das sich in seinem Privathaus befand, denn es war ein wirklich großes Anwesen. Brady O’Keefe besaß und leitete einen Internetkonzern, und abgesehen von ihr arbeiteten die über hundert Angestellten alle in gemieteten Büroräumen in L. A., Chicago, New York und Austin. Er selbst lenkte alles mühelos von seiner sechzig Quadratmeter großen Kommandozentrale in einem sehr exklusiven, noblen Wohnviertel in Blackwater Lake, Montana, aus.
Olivias Eltern lebten noch immer in dem Haus, in dem sie aufgewachsen war, nur wenige Türen von den O’Keefes entfernt. Sie kannte Brady bereits seit ihrer Kindheit und arbeitete nun seit fünf Jahren als seine Assistentin. Ihm zu erklären, dass ihre berufliche Beziehung kurz vor dem Ende stand, war also nicht einfach. Das wusste sie, weil sie es schon zwei Mal versucht hatte.
Sosehr sie ihren Job auch liebte und so viel ihr Chef ihr auch bedeutete, sie musste endlich einen Schnitt machen. Sie sah in Brady nämlich mehr als ihren Arbeitgeber; sie sah in ihm einen Mann. Einen attraktiven, charmanten und intelligenten Mann. Das Problem war nur leider, dass er sie nicht als Frau wahrnahm. Für Brady gehörte sie einfach zu seiner Büroeinrichtung und war in etwa so nötig wie ein Computer, ein Schreibtisch oder Aktenordner. Und nun war ihr endlich klar geworden, dass sich daran auch nichts mehr ändern würde. Wenn sie nicht als alte Jungfer mit zu vielen Katzen enden wollte, musste sie von ihm weggehen.
Da seine Tür offen stand, klopfte sie nur kurz an und hörte das vertraute Brummen, das bedeutete, dass sie eintreten durfte. Er saß an seinem L-förmigen Schreibtisch und starrte auf den Bildschirm seines PCs. Er wandte ihr den Rücken zu und blickte wie immer gar nicht auf, als sie eintrat.
Normalerweise ließ sie sich davon einschüchtern. Aber heute nicht. „Brady, ich muss mit dir reden. In der Küche brennt es, und ich habe schon die Feuerwehr gerufen.“
„Aha.“
Heute war der erste Tag vom Rest ihres Lebens, und sie würde ihm sagen, dass sich von nun an alles ändern würde. Aber das konnte sie erst tun, wenn er ihr wirklich zuhörte.
Sie ging also zu seinem Schreibtisch und griff nach dem orangefarbenen Schaumstoffball, den er immer drückte, wenn er tief in Gedanken versunken war. Sie warf ihm den Ball an den Kopf.
Er schaute daraufhin über die Schulter. „In der Küche ist gar kein Feuer, oder?“
„Du hast mir also doch zugehört.“
„Das tue ich doch immer.“
Schön wäre es. „Ich muss dir unbedingt etwas sagen.“
„Offenbar ist es wichtig genug, um mir Bälle an den Kopf zu werfen.“ Er stieß sich vom Schreibtisch ab und drehte sich jetzt zu ihr um. Anschließend hob er den Ball auf und drückte ihn wieder. „Okay. Du hast nun meine ungeteilte Aufmerksamkeit.“
Seit sie fünfzehn war, fragte sie sich, wie es sich wohl anfühlen würde, wenn er sich voll und ganz auf sie konzentrieren würde. Mehr wollte sie im Moment doch gar nicht, und mehr würde sie leider auch niemals bekommen. Sie musste es endlich aussprechen, bevor sie wieder den Mut verlor.
„Ich kündige!“
„Was kündigst du?“
„Meinen Job.“
„Du verlässt mich?“
„Nicht dich“, log sie. Er durfte nicht wissen, wie recht er damit eigentlich hatte. „Ich verlasse nur deine Firma.“
„Du lässt mich im Stich?“
„Du bist immer so melodramatisch. Es geht nicht immer nur um dich.“
Er presste den Ball zusammen, bis seine Knöchel weiß hervortraten. „Hatten wir das nicht gerade erst?“
„Nein, nicht gerade erst.“
„Irgendwann um diese Zeit im letzten Jahr?“
„Das kommt hin“, gab sie zu.
Es war sogar exakt die gleiche Zeit. Denn der Jahresanfang brachte einen irgendwie dazu, sein Leben ändern zu wollen. Und sie hätte wissen müssen, dass er sich daran erinnerte, denn er hatte ein Gedächtnis, das wie eine gigantische Festplatte funktionierte.
Ganz zu schweigen von einem Körper, mit dem er auch gut und gerne Filmstar hätte werden können. Das dunkelbraune Haar, kurz und auf lässige Weise zerzaust, passte zu den Stoppeln an seinen Wangen und dem Kinn. Vermutlich hatte er sich heute Morgen nicht rasiert. Das musste er auch nicht, denn er hatte heute keine auswärtigen Besprechungen. Und auch kein heißes Date. Da sie seinen Terminkalender führte, wusste sie so etwas leider ganz genau.
Jedenfalls versuchte er ganz sicher nicht, sie zu beeindrucken. Olivia unterdrückte ein Seufzen. Durchdringend … anders war der Blick aus seinen grünen Augen nicht zu beschreiben. Das weiße Oberhemd betonte die breiten Schultern, die muskulöse Brust und den flachen Bauch, die er den regelmäßigen Work-outs in seinem privaten Fitnessraum verdankte.
Sie würde den Anblick wirklich vermissen.
„Okay.“ Er nickte. „Nach meiner bisherigen Erfahrung bedeutet deine Kündigung, dass du eine Gehaltserhöhung willst.“
„Nicht wirklich.“ Im letzten Jahr hatte er ihr mehr Geld geboten, aber sie war bestimmt nicht deshalb geblieben.
„Nennen wir es doch einen Ausgleich der gestiegenen Lebenshaltungskosten. Gib dir einfach, was du für angemessen hältst.“ Sein rechter Mundwinkel zuckte und brachte ein Grübchen zum Vorschein.
Olivia verfluchte dieses Grübchen. Denn es öffnete die Tür, hinter der sie ihre Unsicherheit und Schwäche gesperrt hatte. Werd jetzt nicht wieder schwach, flehte sie stumm.
„Was, wenn ich eine Aktienmehrheit für angemessen halte?“, fragte sie herausfordernd.
„Das tust du nicht.“
„Woher willst du das denn wissen?“
„Weil es in deinem Körper keine unfaire Faser gibt.“
Also hatte er ihren Körper bemerkt. Sollte sie sich jetzt geschmeichelt fühlen? „Du kannst doch gar nicht wissen, ob ich anspruchsvoll und gierig geworden bin.“
„Das riskiere ich.“
Sein Lächeln bewies, dass er sie für gutherzig hielt. Wow. Was für ein Kompliment.
„Ich bin nicht wegen einer Gehaltserhöhung hier“, beharrte sie. „Ich will wirklich kündigen.“
„Nein, das willst du nicht.“
„Doch, das will ich“, widersprach sie ihm. „Und dich darüber zu informieren gebietet die Höflichkeit.“
Seine grünen Augen wurden nun schmal. „Das kann doch nicht wirklich dein Ernst sein.“
„Natürlich kann es das.“
„Ich nehme deine Kündigung aber nicht an.“
„Du hast keine Wahl.“
„Und ob ich die habe!“, sagte er trotzig.
„Wie du meinst.“ Sie schob die zitternden Hände in die Hosentaschen. „Aber geh davon aus, dass ich in zwei Wochen nicht mehr zur Arbeit erscheine.“
Er stand auf und ging hastig um den Schreibtisch herum. Das war der Moment, vor dem ihr die ganze Zeit gegraut hatte … in dem er ihr so nahe kam, dass seine unverhohlene Männlichkeit ihr die Entschlossenheit raubte.
Sie wandte sich ab und konzentrierte sich jetzt auf den Kamin, in dem Holz brannte und knisterte. Das Feuer, die Möbel, der Mann – alles bescherte ihr ein warmes, behagliches Gefühl, während es draußen momentan in Strömen regnete.
„Zwei Wochen Kündigungsfrist, mehr gibst du mir nicht?“
„Das ist durchaus üblich.“ Sie drehte sich zu ihm um.
„So schnell finde ich aber keinen Ersatz. Gib mir wenigstens einen Monat. Zwei wären noch besser.“
Sie schüttelte den Kopf. „Ich kenne dich, Brady. Wenn ich dir keinen Termin nenne, suchst du gar nicht erst nach jemandem.“
„Ich habe aber keine Zeit dazu. Das weißt du genau.“
„Also mach dich lieber auf die Suche.“ Sie wandte sich wieder ab, denn seine Miene verriet ihr, dass er langsam begriff, wie ernst sie es dieses Mal meinte. Aber Mitgefühl war ein Luxus, den sie sich momentan nicht erlauben durfte.
„Tu das nicht, Liv.“
„Ich muss.“
„Aber warum jetzt? In deinem Leben hat sich doch nichts geändert.“
Sie wirbelte herum. „Woher willst du das denn wissen?“
„Ich weiß es einfach.“
Seine Selbstsicherheit machte sie ganz zornig. Er war überzeugt davon, dass die Welt sich nur um ihn drehte, und damit lag er gar nicht so falsch. Sie hatte schon zwei Mal gekündigt, war dann aber doch wieder eingeknickt. Aber dieses Mal nicht.
„Du irrst dich, Brady. In meinem Leben hat sich etwas geändert. Etwas Wichtiges.“ Sie schaute ihm fest in die Augen und erzählte ihm die größte Lüge von allen. „Ich habe einen Mann kennengelernt und mich in ihn verliebt. Ich ziehe von Blackwater Lake weg, um mit ihm zusammen sein zu können.“
Dass er schockiert war, tröstete sie ein wenig.
„Du verlässt die Stadt?“
Das interessierte ihn? Nicht, dass sie verliebt war? „Ja. Für einen Mann.“
„Wo bist du diesem Mann denn begegnet?“ Er klang weder misstrauisch noch neugierig, sondern vor allem verärgert.
„Das geht dich gar nichts an.“
Er verschränkte die Arme vor der Brust. „Das sehe ich aber anders. Du bist nicht nur eine wertvolle Mitarbeiterin, du bist auch …“
„Was?“
„Eine gute Freundin.“
Olivia ließ sich nichts anmerken. Denn eine Sekunde lang hatte sie gehofft, dass sie...




