Sotiriou, Dido
Dido Sotiriou wurde 1909 in Aydin geboren und wuchs in Izmir auf. Nach dem griechisch-türkischen Krieg und der Vertreibung der griechischen Bevölkerung aus Kleinasien im Jahre 1922 flüchtete sie nach Piräus, kurz danach ließ sie sich in Athen nieder. Sie studierte französische Literatur in Athen und Paris, trat in die griechische KP ein und engagierte sich in Frauenorganisationen. Während der Besatzungszeit arbeitete sie für die Widerstandspresse, nach dem Krieg schrieb sie für linksliberale Blätter sowie solche, die sich für die Rechte der Frauen einsetzten. Sie war Gründungsmitglied des Komitees für die Griechisch-Türkische Freundschaft. Lebewohl, Anatolien (Originaltitel: ?at?µ??a ??µata, Blutgetränkte Erde, 1962) war ihr zweiter Roman und eines der meistgelesenen Bücher der Nachkriegszeit. Weitere Romane sind u.a. Die Toten warten (1959), Das Gebot (1976, 1992 auf Deutsch im Romiosini Verlag erschienen) und Wir werden dem Erdboden gleichgemacht (1982); ihr Werk wurde in Griechenland und der Türkei mehrfach preisgekrönt. 2004 starb sie in Athen.
Dido Sotiriou wurde in Aydin geboren und wuchs in Izmir auf. Nach der „Kleinasiatischen Katastrophe“ bzw. der Vertreibung der Griechen aus Kleinasien 1922 ließ sie sich zunächst in Piräus nieder und kurz darauf in Athen. Sie besuchte Vorlesungen über französische Literatur am Institut Français in Athen und später an der Sorbonne. Als Mitglied der Kommunistischen Partei Griechenlands war sie in linken Frauenorganisationen aktiv, während der Besatzungszeit arbeitete sie für die Widerstandspresse, kurz nach der Befreiung als Chefredakteurin der kommunistischen Tageszeitung „ Rizospastis“. Während des Bürgerkriegs wurde sie aus der Partei ausgeschlossen, setzte jedoch ihre journalistische Arbeit in Blättern des breiteren linken Spektrums fort. Sie war Gründungsmitglied des Komitees für Griechisch-Türkische Freundschaft.
In Dido Sotirious erstem Buch, dem Roman Die Toten warten (?? ?e???? pe??µ?????, 1959), berichtet eine aus Kleinasien geflüchtete Frau von ihren Erlebnissen in der Zeit vom Ende des Ersten bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs, was den Erfahrungen vieler Griechen entspricht, wobei der Kleinasiatischen Katastrophe besonderes Gewicht zukommt. In stark emotionalem Ton und voller Zorn versucht sie auf die Verantwortung hinzuweisen, die der griechischen Regierung und ausländischen Mächten für das Unglück des griechischen Volkes in dieser Zeit zukommen. Ihr nächster Roman Lebewohl, Anatolien (Originaltitel: ?at?µ??a ??µata, Blutgetränkte Erde, 1962) befasst sich mit der gleichen Thematik, jedoch auf eine wesentlich reifere Art. Die Autorin beschränkt ihre Erzählung auf die Kleinasiatische Tragödie und deren Voraussetzungen und beschreibt die Ereignisse aus der Sicht der einfachen Leute, mit großem Verständnis für beide Seiten des Konflikts und mit einer bemerkenswerten Fähigkeit, sich in die jeweiligen Personen hineinzudenken. Der Roman verzeichnete nicht nur in Griechenland einen außerordentlichen Erfolg (er ist eines der meistgelesenen Werke der neugriechischen Literatur) sondern auch in der Türkei, wo er in Übersetzung erschien. Er wurde in zahlreiche europäische Sprachen übersetzt. Später fügte Dido Sotiriou ihrem Werk die ebenfalls beliebten Romane Das Gebot (? e?t???, 1976, 1992 auf Deutsch im Romiosini Verlag, Köln, erschienen) und Wir werden dem Erdboden gleichgemacht (?atedaf???µe?a, 1982) hinzu, die vom Schicksal der griechischen Linken in den finsteren Jahren nach dem Bürgerkrieg angeregt wurden. Dido Sotiriou, eine der bekanntesten und erfolgreichsten griechischen Schriftstellerinnen, nähert sich ihren Themen auf eine Art, die ihre politischen Ideen direkt widerspiegelt und von einer emotionalen Intensität ist, die manchmal zur Vereinfachung neigt. Aber ihr wichtigstes Buch, Lebewohl, Anatolien, ist zweifellos ein tief humanes Werk.