Sofri | Kafkas elektrische Straßenbahn | Buch | 978-3-8031-3689-3 | sack.de

Buch, Deutsch, 160 Seiten, ENGLBR, Format (B × H): 135 mm x 215 mm

Reihe: Allgemeines Programm - Sachbuch

Sofri

Kafkas elektrische Straßenbahn

Wie die "Verwandlung" verwandelt wurde - ein philologischer Krimi

Buch, Deutsch, 160 Seiten, ENGLBR, Format (B × H): 135 mm x 215 mm

Reihe: Allgemeines Programm - Sachbuch

ISBN: 978-3-8031-3689-3
Verlag: Verlag Klaus Wagenbach


Als Adriano Sofri Franz Kafkas Erzählung 'Die Verwandlung' in einer zweisprachigen Ausgabe liest, bemerkt er in der italienischen Version einen Fehler. Die erfahrene Übersetzerin hat die 'Straßenlampen' des Originals mit 'Straßenbahn' übertragen. Ein Lapsus? Keineswegs: Denn Sofri entdeckt, dass bei Übersetzungen in unterschiedlichste Sprachen –Türkisch, Englisch oder Spanisch – auch das Licht der 'elektrischen Straßenbahn' zu Gregor Samsa dringt.
Sofris detektivischer Spürsinn ist geweckt, er blickt weit zurück in die Übersetzungsgeschichte von Kafkas Erzählung. An deren Anfang steht das abenteuerliche Leben der Künstlerin und Frauenrechtlerin Margarita Nelken – und ein Plagiat von Jorge Luis Borges. Alle Indizien zur Verwandlung der Verwandlung werden gesammelt: die Ähnlichkeiten von Samsas und Kafkas Zimmer, Felice Bauers Briefe aus der Berliner Tram, die 'Elektrischen' in Kafkas Prag und seinen Schriften – und jene Fassung des Originals, die den Übersetzern Recht zu geben scheint …
Unterhaltsam und anekdotenreich erzählt Sofri von den nur flüchtig beleuchteten Nischen der Literaturgeschichte: Ein elegantes Plädoyer für die Neugier, die Freude am Nachdenken – und gegen die Eindeutigkeit.
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Weitere Infos & Material


Adriano Sofri, 1942 in Triest geboren, Intellektueller, Politiker und Autor. Als ehemaliger Vordenker der linken Bewegung Lotta Continua wurde er 1997 nach einem umstrittenen Prozess wegen Anstiftung zum Mord an einem Polizeikommissar zu 22 Jahren Haft verurteilt. Zahlreiche Autoren wie Umberto Eco, Carlo Ginzburg und Hans Magnus Enzensberger protestierten gegen das Urteil. Eine Begnadigung lehnte Sofri ab. Er arbeitet – wie schon vor dem vorzeitigen Ende seiner Haftstrafe 2012 – als Journalist und Essayist.


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