E-Book, Deutsch, Band 5, 168 Seiten
Reihe: Heroes of Hearts Edge
Snow No Fair Lady
2. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96797-186-6
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Oliver
E-Book, Deutsch, Band 5, 168 Seiten
Reihe: Heroes of Hearts Edge
ISBN: 978-3-96797-186-6
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Unzerbrechlich. Tödlich. Eiskalt. Und sie ist die Liebe meines Lebens.
Ich war der Einzige, den sie jemals in ihr Herz blicken ließ. Fuchsia Delaney - eine Frau so schön, so klug, so tödlich. Wir waren eine Einheit und Galentron konnte uns nichts anhaben. Doch an dem Punkt, an dem wir endlich unsere Zukunft angehen wollten, schlug das System zu.
Seitdem halte ich mich versteckt. Keiner weiß, dass es ihnen nicht gelungen ist, mich umzubringen. Auch Fuchsia glaubt ich sei tot. Doch jetzt die Zeit gekommen wieder in ihr Leben zu treten ...
Nicole Snow ist eine Wall Street Journal und USA Today Bestseller Autorin. Sie entdeckte ihre Liebe zum Schreiben, als sie sich in ihren Mittagspausen oder in langweiligen Büromeetings Liebesszenen ausdachte und sich in Liebesgeschichten wegträumte.
Im Mittelpunkt von Nicole Snows Büchern stehen sexy Alpha-Helden, viel Spannung und noch mehr Leidenschaft.
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IV: Blas mir Zucker in den Arsch (Fuchsia)
Ich hatte recht.
Tim Rook zu finden, ist, wie einem Kind seinen Lolli zu klauen.
Es gibt eine Art Paranoia, die einen unbesiegbar machen kann. Man ist auf jede Eventualität vorbereitet, hat immer einen Plan B, eine Möglichkeit, im Nu seine Spuren zu verwischen und seine Anwesenheit auszulöschen, bis es so aussieht, als hätte man nie existiert.
Und dann gibt es eine Art Paranoia, die einen total dämlich macht.
Die Art von dämlich, die einen Mann zum Beispiel dazu bringt, auf seiner Yacht in der Größe eines Kreuzfahrtschiffs die Blackbox aktiv zu lassen. Nur weil er Angst davor hat, aufs Meer hinauszutreiben, wo ihn niemand retten könnte, wenn er verloren ginge.
Ratet, welche Art von Paranoia auf mich zutrifft.
Jetzt ratet, welche auf Tim Rook zutrifft.
Und dann ratet mal, welcher IT-Typ nicht daran gedacht hat, wie leicht Datenschreiber zu hacken sind, besonders die veralteten, wie man sie auf Booten wie seinem findet?
Ups.
Aber offensichtlich wähnt er sich in Sicherheit. Denn als ich mich an der Backbordseite seiner riesigen, protzigen Yacht in einem leisen, aber schnellen Ein-Mann-Motorboot heranpirsche, mit dem ich von einem Strand in Seattle über den Puget Sound gerast bin … hat er die Lichter an und macht sich selbst zu einem Leuchtfeuer auf dem dunklen Wasser. Die Musik ist laut genug, um sie über Meilen hinweg hören zu können.
Anscheinend kann Dummheit zu krasser Selbstüberschätzung führen und einen merkwürdige Dinge tun lassen, wie zum Beispiel, sich deutlich sichtbar zu verstecken. Oder Timmys Kapitän hat sich nur unerlaubt von der Truppe entfernt und entschieden, dass er genug davon hat, sich für das Verbergen eines gesuchten Flüchtigen bezahlen zu lassen.
Klar, diese Boote sind so automatisiert, dass sie sich praktisch selbst steuern. Aber der Ozean ist ein großer, beängstigender Ort für einen Mann, der keine Ahnung von Schiffen hat. Tim Rook hat sich entschieden, auf Sicherheit zu spielen, indem er der Zivilisation nahe genug geblieben ist, um sie im Blick zu haben.
Als ob das sicher wäre.
Da am Horizont keine weiteren Boote zu sehen sind und die Küste gut zwanzig Meilen entfernt liegt, musste er sich um neugierige Nachbarn keine Sorgen machen.
Aber um mich.
Und so betrunken, wie er von dem teuren Champagner ist, den er sich anscheinend seit Sonnenuntergang eingeflößt hat, musste ich mich nicht mal anstrengen, um ihn zu Fall zu bringen.
Er ist ein großer Mann. Untersetzt, mit dickem Bierbauch und vorgewölbtem Brustkorb.
Ein fauler, betrunkener Bär.
Ich glaube zu fühlen, wie das Boot erzittert, als ich meine Handkante gegen seinen Hals sausen lasse und den unter Schichten von Muskeln und Fett liegenden Nerv treffe. Das schickt ihn mit weit aufgerissenen Augen und vor Schmerzen gekrümmt zu.
Mühsam fängt er an, sich aufzurappeln.
Ich lasse ihm keine Chance auf einen Kampf.
Er plumpst auf den Boden. Ein begriffsstutziges Winseln entringt sich seiner Kehle und seine Knöchel schlagen laut gegen die Sitze zu beiden Seiten des Gangs.
Es ist ein trauriger, armseliger Anblick, der mir sonst vielleicht einen Anflug von Belustigung entlockt hätte. Aber heute?
Heute habe ich keine Zeit und kann nur noch ein Gefühl der Kälte für seine Qualen aufbringen.
Knurrend nagele ich ihn mit einem Zehn-Zentimeter-Absatz meiner schwarzen Louboutins fest.
Direkt auf seiner Kehle.
Mit einem festen Tritt könnte ich seine Luftröhre punktieren und würde danach glatt bis zum Boden durchtreten.
Was soll ich sagen? Ich mag es, meine Drohungen effizient zu gestalten. Und diese hier erfordert nicht mal Worte.
Rook wird totenstill, sein Atem geht pfeifend. Seine Hängebacken werden kirschrot und er starrt aus hervorquellenden blauen Augen zu mir hoch.
»I-ist … ist das hier … fuck!« Er gibt ein ersticktes Geräusch von sich.
Ich kneife die Augen zusammen und hebe meinen Absatz ein winziges bisschen an. »Spuck’s aus, du kleiner Idiot«, fauche ich.
»Ist … ist d-das hier so eine Art Domina-Sache?« Eine ganz schlechte Wortwahl.
Ich bin versucht, ihm meinen Absatz hier und jetzt durch die Kehle zu jagen.
Aber was wäre das für eine Sauerei.
Also drücke ich ein bisschen fester zu, gerade genug für ein befriedigendes Gulp!-Geräusch, bevor ich wieder nachlasse.
»Du weißt verdammt gut, wer ich bin«, sage ich beißend und schüttele mir verstohlen die Hand hinter dem Rücken. Der Schlag hat eine leichte Prellung verursacht, aber das werde ich ihm nicht zeigen. »Und du weißt ganz genau, was ich dir antun kann, Rook.«
Er prustet und Schweiß bildet sich über seiner Oberlippe. »Jesus, fuck, ich weiß gar nichts! Ich schwöre, ich weiß gar nichts über … irgendwas!«
»Und ich wünschte, ich könnte dir glauben.« Ich halte einen Seufzer zurück.
Ich wünschte auch, dass ich hieran mehr Spaß hätte, als ich mich über ihn beuge und ihn mit meinem Blick durchbohre.
An jedem anderen Tag wäre ich begeistert gewesen, diesen Mann zu meinen Füßen zum Sabbern und Winseln zu bringen, aber es gibt Wichtigeres als einen feinen Sinn für Sadismus.
»Also, weswegen, glaubst du, bin ich hier?« Ich stelle die Frage sehr klar und präzise, denn ich hatte gerade eine Eingebung. Manchmal ist es besser, die Schwerstarbeit sein zu lassen.
Manchmal muss man jemandem nur genug Seil geben, um sich selbst aufzuhängen.
Oder einfach die richtigen Fragen stellen, damit er sich um Kopf und Kragen redet und weit mehr preisgibt, als er vorhatte.
»D-Durham!«, spuckt er auf Anhieb aus, als ich mein Gewicht verlagere und den beängstigenden Spieß von Absatz ein bisschen tiefer in das weiche Gewebe drücke. »Du willst wissen, wo Durham ist! Oder … etwa nicht?«
Seine Stimme bricht. Ich lasse eine Augenbraue hochwandern.
Bei der langen Liste an langweiligem, verzweifeltem und gebetteltem Blödsinn, die ich erwartet hatte, ist das hier schon interessanter.
Meine Lippen werden schmal. Ich starre ihn eine ganze Weile an und er wird blass. Sein Blick zuckt wild umher, als ihm etwas klar wird.
Er hat gerade Scheiße gebaut.
Aber so richtig.
»Hmmm. Interessante Wortwahl. Als ich das letzte Mal nachgesehen habe, saß Leland Durham lebenslänglich in einem Hochsicherheitsgefängnis. Mit so vielen Haftstrafen am Hals, dass er sich nicht vor Ende des nächsten Millenniums dort rauswinden kann«, sage ich langsam.
Das war es zumindest, was ich zuletzt in den Nachrichten gesehen habe. Man hätte in den letzten Monaten in einer Höhle leben müssen, um zu verpassen, wie Galentrons schmutzige Wäsche einem ständig um die Ohren flog. In jedem Nachrichtenblatt oder Sonntagsbericht im Fernsehen gibt es seit Monaten kaum ein anderes Thema.
Die Beweise, die die Bell-Schwestern mit der Unterstützung von Leos großer, vernarbter, helfender Hand geliefert haben plus ein bisschen Magie von meiner Wenigkeit, einen Felsbrocken ins Rollen gebracht.
Das Sahnehäubchen auf dem Skandalkuchen war, dass der grandiose CEO von Galentron höchstpersönlich durch Anschuldigungen in Verbindung mit Verschwörung und Terrorismus zu Fall gebracht wurde. Endlich hat die Gerechtigkeit in diesem beschissenen System, in dem wir leben, mal gesiegt.
Das dachte ich jedenfalls.
Wenn ich eins hasse, dann falsch zu liegen.
Rooks Augen fielen ihm fast aus dem Kopf, als er sieht, wie mein starrer Die-Hölle-friert-zu-Blick zu dem einer durchgeknallten Irren wird, die Blitze, heißer als der Schornstein der Hölle, aus ihren Augen schießen lässt.
»Ich …« Seine Stimme ist nur ein Flüstern, das ich nicht mal zum Schweigen bringen muss.
Rook schluckt. So, wie ich sein Kinn festgenagelt habe, zittert es wie der Kehllappen eines Vogels. »Ich, äh, ich wusste nicht … Mir war nicht klar, dass er verhaftet wurde. Das ist alles. Ich wusste nicht, dass er schon im Gefäng—ARG!«
Schwachkopf.
Dieses Mal sorge ich dafür, dass es wehtut.
Ich trete genau so fest zu, dass er würgen muss. Wenn ich nicht vorsichtig bin, verpasse ich ihm unversehens einen Luftröhrenschnitt. Doch ich drücke meinen Stiletto gerade so weit in ihn, dass es für einen schönen Bluterguss und ein ächzendes Hochreißen seines Brustkorbs reicht.
Ich muss mich verdammt noch mal beruhigen.
Zum Glück trage ich für solche heiklen Fälle immer etwas bei mir. Einen kleinen Talisman, durch den ich jederzeit konzentriert bleibe. Ich greife in meine Tasche und höre das vertraute Knistern des dünnen Einwickelpapiers.
»Wie schon gesagt«, schnurre ich samtweich, schenke ihm ein Lächeln, das jeden einzelnen meiner Zähne zeigt, und klemme das süße rosa Bonbon dazwischen. »Du weißt, wer ich bin. Und du weißt, was ich dir antun kann. Was auch bedeutet, dass du weißt, wie ich Lügner hasse.«
Außer mich selbst natürlich. Da gibt es einen großen Unterschied.
Ich weiß, wie ich mir ganz charmant das eigene Herz herauslügen kann. Außerdem habe ich immer einen guten Grund.
Den hat jede gute Femme fatale, besonders wenn sie hinter feindlichen Linien mit einem Tölpel feststeckt, der gerade zu viel verraten hat.
Allerdings glaube ich,...




