Snow | No broken Beast | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 582 Seiten

Reihe: Heroes of Hearts Edge

Snow No broken Beast

Nine
2. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96797-056-2
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Nine

E-Book, Deutsch, Band 3, 582 Seiten

Reihe: Heroes of Hearts Edge

ISBN: 978-3-96797-056-2
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Muskeln, Tattoos, ein eisiger Blick - für alle anderen ist er ein Monster. Für mich ist er die Liebe meines Lebens. Ich wollte nie wieder nach Heart´s Edge zurückkehren. Zu viele Erinnerungen, zu viel Schmerz, zu viele ungesagte Worte. Aber in mein Geschäft Sweeter Things wurde eingebrochen und meine Schwester Deanna ist seitdem verschwunden. Niemand weiß wo sie ist und was mit ihr passiert ist, aber ich habe einen Verdacht und deshalb werde ich mich meiner größten Angst stellen: der Rückkehr in mein altes Leben. Alles hier erinnert mich an Leo, den jeder nur Nine nennt. Seit Jahren hat man ihn nicht mehr gesehen, doch ich weiß, dass er noch irgendwo hier ist. Leo, mein Beschützer, meine große Liebe, mein Ein und Alles. Die anderen haben immer nur das vernarbte, stark tätowierte, unheimliche Monster gesehen. Ich jedoch kannte ihn und wusste, wie wunderbar er ist. Wir wollten uns ein gemeinsames Leben aufbauen und glücklich sein, bis alles furchtbar schief ging und ich aus Heart´s Edge floh. Niemals wieder wollte ich zurückkehren. Aber jetzt bin ich hier und bringe mein größtes Geheimnis mit ... Der dritte Teil der großen 'Heroes of Heart´s Edge' Reihe!



Nicole Snow ist eine Wall Street Journal und USA Today Bestseller Autorin. Sie entdeckte ihre Liebe zum Schreiben, als sie sich in ihren Mittagspausen oder in langweiligen Büromeetings Liebesszenen ausdachte und sich in Liebesgeschichten wegträumte.

Im Mittelpunkt von Nicole Snows Büchern stehen sexy Alpha-Helden, viel Spannung und noch mehr Leidenschaft.

Snow No broken Beast jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


I: Das ist nicht der Anfang (Clarissa)


Ich dachte immer, ein Déjà-vu würde wie in den Büchern und Filmen ablaufen.

Schwindel, man sieht alles wie durch einen Schleier, Stimmen, die leise und kaum hörbar wie durch Watte ans Ohr dringen.

Alles schwankt hin und her.

Im Fernsehen ist ein Déjà-vu dieses Slow-Motion-Ding, wie wenn du auf einem Pferdchenkarussell herumgewirbelt wirst, das knirschend zum Halten kommt, und dein Magen macht irgendwie einen Satz nach hinten.

Doch in Wirklichkeit kommt ein Déjà-vu schnell.

Hart.

Es ist ein Schlag ins Gesicht, ein Hieb beim Boxen, ein in die Tiefe stürzender Fahrstuhl.

Und im Moment trifft es mich so hart, dass es mir den Atem aus den Lungen presst, wie ich da vor den Trümmern meines Confiserie-Geschäfts stehe, auf das ich so stolz gewesen bin.

Darf ich es eigentlich so nennen? Mein Geschäft?

Meine Geschäfte sind in Spokane, wo ich die Sweeter-Things-Kette gegründet habe. Mittlerweile gibt es diese von Washington bis Seattle.

Theoretisch gehört mir auch die Filiale in Heart’s Edge, aber ich sehe sie heute das erste Mal. Abgesehen von ein paar Fotos der Immobilie, bevor meine Schwester Deanna sie kaufte, um unsere Franchisekette nach Montana zu bringen.

Ich musste die Filiale auch vorher nie sehen. Ich habe meiner kleinen Schwester vertraut, dass sie den Laden hervorragend führt.

Zumal ein Besuch bedeutet, dass ich in diese verfluchte Stadt zurückkehren muss, und ich hatte mir geschworen, nie, nie wieder nach Heart’s Edge zu kommen.

Als ich das letzte Mal hier war, stand ich vor den Scherben eines Lebens und konnte zusehen, wie alles, was ich liebte, in Flammen aufging.

In diesem Sweeter Things hier hat es nicht gebrannt.

Allerdings sind Regale umgestürzt, Süßigkeiten liegen überall im Verkaufsraum verstreut, genauso wie zerbrochene Gläser und Geschirr und Kochutensilien.

Und ich bilde mir ein, Rauch zu riechen. Bei der Erinnerung an die schlimmste Nacht meines Lebens bekomme ich wieder dieses Engegefühl in der Brust und einen Würgereiz.

»-iss Bell? Ms. Bell. Hören Sie mir überhaupt zu?«

Ich zucke zusammen und blinzele.

Wah-wah-wah posaunt es an meinem Ohr, so ähnlich wie Miss Othmar bei den Peanuts, und ich registriere, dass Sheriff Langley die ganze Zeit durch seinen dicken Schnauzbart mit mir geredet hat. Er sieht mich fragend an, sein Notepad ungeschickt mit einer Hand festhaltend, während ich fassungslos auf das wilde Durcheinander im Laden starre.

Ich nicke, aber ich bringe es nicht fertig, meinen Blick von dem Chaos loszureißen.

Alles ist noch da, wenn auch zertrümmert. Alles bis auf meine Schwester.

Sie ist verschwunden.

Das ist auch Teil des Déjà-vus. Die Erinnerung an jene furchtbare Nacht, der Versuch, sie zu finden, sie zu retten, die große Schwester zu sein, die Deanna brauchte, und sie zu beschützen, nur dass ich damals viel jünger war.

Jetzt bin ich älter.

Alt genug, um zu erkennen (viel zu spät), dass ich hier in Heart’s Edge hätte sein sollen, um ihr zu helfen, statt wegzulaufen, während sie sich mit Dingen befasst hat, die man besser auf sich beruhen hätte lassen.

Ich presse die Finger auf meinen Mund, schließe die Augen und nehme einen zittrigen Atemzug, als mir einfällt, wie aufgeregt und fast verzweifelt sie bei unserem letzten Telefongespräch klang: »Rissa, ich glaube, ich bin da auf was gestoßen. Irgendwas Großes. Etwas, das uns hilft, endlich unser Leben zurückzubekommen und nach vorn zu schauen.«

»Lass es«, hatte ich ihr gesagt. »Unser Leben ist uns nie genommen worden, Sis. Wir leben noch, und dafür bin ich jeden Tag dankbar. Das genügt mir. Ich bin glücklich, so wie es ist.«

Sie wurde total sauer.

Bezeichnete mich als passiv, eingeschüchtert, eine Lügnerin, und meinte, sie würde –

Das war’s.

Es knackte unheilvoll in der Leitung, und ich tippte, dass sie aufgelegt hatte, weil sie mit ihrer tiefen schwesterlichen Liebe am Ende war.

Als das Telefon vierundzwanzig Stunden später das nächste Mal klingelte, war es dieser Sheriff mit den seltsam zusammengekniffenen Schweinsaugen, der mir in seinem breiten Dialekt von dem Einbruch berichtete und dass Deanna unauffindbar sei.

»Ms. Bell?« Langley senkt wieder die Stimme. »Sie sehen gar nicht gut aus. Wollen Sie nicht doch lieber –«

»Nein.« Ich atme tief aus, öffne die Augen und zwinge mich, ihn zu fokussieren. Mir schwirrt der Kopf und mein Herz ist so schwer, dass es mein gesamtes Inneres zu einem harten Knoten aus Schmerz zusammenpresst. »Ich höre zu. Entschuldigung, ich … Sind Sie sicher, dass sie nicht zu Hause ist?«

»Ich hab alles abgesucht, Ma’am. Weiß sogar, wo sie den Zweitschlüssel für ihre Wohnung versteckt. Hinter diesem künstlichen Felsen – auf so was fällt doch keiner rein.« Sein trauriger Versuch eines Lächelns soll mich scheinbar beruhigen, aber er merkt selber, dass das bei mir nicht funktioniert. »Ich hab ihr Apartment durchsucht, Ms. Bell. Alles ordentlich und aufgeräumt. Wenn da jemand drin gewesen ist, war er nicht auf Beute aus. Und es macht auch nicht den Eindruck, als wäre sie überstürzt aufgebrochen. Und …«

Er räuspert sich und blickt durch das Schaufenster.

Das eingeschlagene Schaufenster, durch das die langsam kühler werdende Luft des beginnenden Herbstes ins Innere strömt. Davor, auf dem Parkplatz, steht das Auto meiner Schwester, ein alter VW-Käfer, bonbonrosa wie ein Osterei.

Um ihn herum die Glasscherben der Fenster und der eingeschlagenen Eingangstür, auf der in geschwungenen goldenen Buchstaben Sweeter Things stand, verziert mit pinken und grünen Blumen, die aussahen, als wären sie aus Fondant.

Jesus, ist das Blut?

Ist der rot schimmernde Rand dort an einem der Glassplitter Blut?

Oder ist es nur sandig rote Erde?

Ich darf mir die Frage nicht stellen.

Weil ich sonst hyperventilieren und an Ort und Stelle in Ohnmacht fallen werde, und dann nutze ich niemandem mehr.

Langley räuspert sich erneut. Er bringt die Worte nicht heraus.

Deshalb hole ich tief Luft und beende seinen Satz. »… und Sie denken, wenn sie entführt wurde, muss das hier passiert sein?«

»Äh, ja.« Er blickt angestrengt auf sein Notepad. Die Seite ist leer, aber vermutlich realisiert er gar nicht, dass mir das auffällt. »Also, um ehrlich zu sein, Ma’am. Das hier ergibt kein bisschen Sinn.«

»Ergeben sinnlose Gewalthandlungen jemals Sinn, Sheriff?«

»Nein, aber … verdammt.«

Er kneift die Augen zusammen und sieht nachdenklich hinaus in den sonnigen Nachmittag, als käme von dort irgendwoher ein Geistesblitz. Sheriff Langley zeichnet sich nicht unbedingt durch kriminalistische Expertise aus.

Auf den ersten Blick würde man diese Art Verbrechen in Heart’s Edge auch nie vermuten.

Oberflächlich betrachtet ist es Pleasantville.

Ein Kleinstadtjuwel, Kleinstadtfreundlichkeit, Kleinstadtcharme.

Schöne Aussichten.

Kuriose lokale Legenden.

Herzlichkeit und Wärme und Gastfreundlichkeit an einem abgelegenen Ort, wo niemand ein Fremder ist und jeder ein Freund.

Doch unter der Oberfläche ist es wie in Stepford.

Grässliche Geheimnisse verbergen sich hinter einem Lächeln, und jedes davon könnte dich umbringen.

Ich hoffe nur, dass Deannas Verschwinden nichts mit diesen Geheimnissen zu tun hat.

»Ich verstehe das nicht. Wieso eine Entführung?«, bekennt er schließlich, als würde sein Mund weitergeben, was sein Verstand nicht begreifen kann. Vermutlich überlegt er gerade, wie man in einem Verbrechen ermittelt, das nichts mit Kuhschubsen zu tun hat oder irgendeinem Gast im Brody’s, der betrunken mit seinem Auto heimfahren will. »Ich meine, das sieht hier nach einem klassischen Einbruchsdelikt mit Raub aus. Einbrechen, Geld aus der Kasse nehmen, verschwinden. Aber wieso sollten die Ihre Schwester mitnehmen?«

Darauf habe ich tausend Antworten, aber keine, die ich ihm geben kann.

Manche Dinge werden besser totgeschwiegen. Je weniger Menschen davon wissen, umso besser.

Bei manchen Dingen würde ich mir wünschen, ich wüsste sie nicht. Trotzdem kann ich zumindest etwas tun.

Glassplitter knacken und knirschen unter den Absätzen meiner Stiefel, als ich vorsichtig durch die kaputte Schaufensterscheibe ins Innere trete. Ich ziehe mir den Ärmel meines dünnen Strickpullis über die Hand und umrunde die umgestürzte Ladentheke. Ich möchte vermeiden, dass ich fremde Fingerabdrücke verwische, falls Langley es jemals schafft, in die Gänge zu kommen und Spuren zu sichern.

Ich gebe den Code in die Kasse ein und sie springt auf.

Ich starre auf die Geldscheinbündel und Münzen in der Schublade.

»Sie ist voll«, sage ich mit tauben Lippen. »Sie haben das Geld nicht mitgenommen.«

Sie haben nur Deanna mitgenommen.

»Mist. Hmh.« Langley kratzt mit seinem Stift durch sein schütter werdendes Haar und runzelt die Stirn. »Wie ich schon sagte … es ergibt keinen Sinn.«

»Nein«, antworte ich langsam, mein Mund wird vor Angst staubtrocken. »Nein, wirklich nicht.«

Ein langes, unbehagliches Schweigen schließt sich...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.