Smith | Survivor - überlebt | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 260 Seiten

Smith Survivor - überlebt


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-96089-380-6
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 260 Seiten

ISBN: 978-3-96089-380-6
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Taylor Langfords Welt gerät aus den Fugen, als er gerade einmal dreizehn Jahre alt ist. Als seine Eltern einem Mord zum Opfer fallen, ist er plötzlich allein. Doch es gibt Menschen, die sich um ihn kümmern, unter anderem der Polizist, der den traumatisierten Jungen in seinem Versteck findet. Trotz der Tragödie in seinem Leben weiß Taylor, wie viel Glück er hatte. Frank Moore ist neu bei der Polizei in Dallas, als er und sein Partner Taylor finden. Officer Moore, der seine Mutter an Krebs verloren hat, als er noch ein Junge war, weiß, wie es Taylor geht. Er stellt sicher, dass der Junge bei einer liebevollen Pflegefamilie untergebracht wird. Im Laufe der Jahre wird Frank zu einem wichtigen Bestandteil in Taylors Leben. Ein Jahrzehnt später ist der Fall noch immer ungelöst und der einst schlaksige, unsichere Teenager ist zu einem jungen Mann herangewachsen, der nicht nur sein Studium erfolgreich abgeschlossen hat, sondern auch genau weiß, was er will. Er kehrt nach Hause zu dem Mann zurück, der sein Leben geprägt hat, zu dem Mann, den er liebt, solange er sich zurückerinnern kann, zu Frank Moore. Aber Taylor ist nicht die einzige Person, die nach Dallas zurückkehrt. Während Frank von seinen eigenen, widersprüchlichen Gefühlen und der wachsenden Nähe zwischen Taylor und ihm abgelenkt wird, holt die Vergangenheit sie wieder ein.

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Kapitel eins


Frank

Sommer 2005

„Danke, Mack.“ Frank nahm den Beutel von dem Kassierer von seinem und Calebs Lieblings-Sandwichladen entgegen und stieß die Tür auf, die Hände voll beladen mit dem Beutel und zwei To-Go-Bechern mit süßem Eistee. Caleb ließ die Hupe ertönen, streckte den Kopf aus dem Fenster und brüllte Frank zu, er solle sich, verdammt nochmal, beeilen, bevor er vor lauter Hunger verendete. Er hätte angesichts des Verhaltens des quengelnden Mannes hinter dem Lenkrad ihres Dodge Charger Polizeiautos mit den Augen gerollt, aber es würde nichts bringen. Er trug seine Fliegerbrille, sodass sein Partner die Geste ohnehin nicht sehen könnte.

Er war dankbar, dass Caleb sich über den Vordersitz gelehnt und die Beifahrertür geöffnet hatte, damit Frank einsteigen konnte. Der Versuch, mit einem Beutel mit Sandwiches und zwei Bechern zu jonglieren, während er versuchte, die Tür zu öffnen, hätte wahrscheinlich dazu geführt, dass er etwas fallen ließ. Und mit großer Wahrscheinlichkeit wäre dieses etwas Calebs Essen und nicht seines gewesen. Sein Partner nahm beide Becher entgegen und wartete darauf, dass Frank einstieg und die Tür schloss, bevor er ihm einen reichte.

„Riecht wunderbar. Jetzt gib her, ich bin am Verhungern.“ Caleb schnippte mit den Fingern und Frank musste sich zusammenreißen, um nicht nach seiner Hand zu schlagen.

Stattdessen entschied er sich für eine verbale Retourkutsche.

„Komm mal runter, Mann. Ernsthaft, Caleb, ich weiß, dass Justine dich füttert.“ Er holte die Sandwiches heraus und schob das mit einem C beschriftete zu Caleb. „Außerdem setzt du einen kleinen Rettungsring an, Partner. Vielleicht solltest du beim nächsten Mal einen Salat essen und die Kohlenhydrate reduzieren“, neckte Frank ihn.

„Fresse“, antwortete Caleb undeutlich, der den Mund mit einem Bissen seines Philly Cheesesteak Sandwiches mit extra Käse und einer zweiten Lage Steak voll hatte. Frank packte die obere Hälfte seines Hackbällchen-Sandwiches aus und biss hinein, wobei er ein Stöhnen nicht unterdrücken konnte, als er die Mischung aus Soße und Gewürzen kostete. „Mack meinte, dass ich dich daran erinnern sollte, dass es so etwas wie eine zusätzliche Scheibe Fleisch und Käse nicht gibt; nächstes Mal berechnet er dir stattdessen zwei Sandwiches.“

Caleb schnaubte und trank einen Schluck Eistee, bevor er Frank einen urteilenden Seitenblick zuwarf. „Und du kannst Mack ausrichten, dass er, sollte er jemals auch nur daran denken, mir etwas doppelt zu berechnen, das Gesundheitsamt so schnell an der Backe hat, dass ihm schwindelig wird.“

Frank lachte, schüttelte den Kopf und konzentrierte sich wieder auf das Sandwich in seiner Hand. Dies war ihre gewöhnliche Routine, wenn sie Nachtschicht hatten. Sie aßen in Mack's Sandwich Shop zu Abend und bestellten jedes Mal dieselben Sandwiches. Normalerweise hatte Mack das Essen bereits fertig, wenn Frank kam, um ihre Bestellung aufzugeben.

„Bist du fertig?“, fragte Caleb und Frank nickte. Er stopfte die leeren Verpackungen samt Servietten in die Tüte, bevor er sein Fenster herunterließ und sie in den Mülleimer am Bordstein warf, als sie den Parkplatz des Restaurants verließen und auf die Preston Road fuhren.

Der Abend war ziemlich ereignislos: Sie erwischten eine Handvoll Verkehrssünder, stellten ein paar Vorladungen zu und halfen einer jungen Schwangeren beim Reifenwechsel. Nur zwei Stunden vor Schichtende kam eine Meldung per Funk, die anfragte, ob sich irgendwelche Einheiten in der Nähe von Devonshire befänden. Caleb und Frank tauschten einen Blick aus, bevor Frank ihren aktuellen Standort durchgab und sagte, dass sie den Einsatz entgegennehmen würden.

„Ich dachte, nachts würden die Bürgersteige in Devonshire hochgeklappt“, sagte Frank platt und fragte sich, was in der wohlhabenden, gehobenen Nachbarschaft als verdächtige Aktivität angesehen werden könnte.

Als sie bei der angegebenen Adresse ankamen, stiegen sie aus dem Polizeiauto und gingen zur Haustür. Frank nahm die Umgebung in Augenschein. Ihm fiel auf, dass, während in ein paar Häusern noch Licht brannte – es war zwei Uhr –, die meisten eine Art Außenbeleuchtung hatten, sei es die Verandabeleuchtung, Lichter über der Garage oder andere Bewegungsmelder. Das Haus, vor dem sie standen, war allerdings vollkommen dunkel. Etwas fühlte sich merkwürdig für Frank an und seine Instinkte lagen noch nie falsch.

„Sieh mal, Moore, ein neugieriger Nachbar auf drei Uhr“, sagte Caleb mit leiser, aber klarer Stimme.

Frank drehte sich um und sah eine Frau um die Fünfzig, die einen langen, rosafarbenen Bademantel und ein Paar Ugg-Slipper trug. Ihr grau-schwarzes Haar hatte sie zu einem Knoten hochgesteckt. Der einzige Grund, weshalb er die genaue Marke der Hausschuhe benennen konnte, war, dass Calebs Frau Justine genau das gleiche Paar besaß.

„Polizei, hierher!“ Die Frau winkte ihnen hektisch zu.

Caleb blieb nur ein paar Schritte von der Haustür entfernt auf dem Rasen stehen, während Frank zu der Frau hinüberging, die Hand an seiner Waffe. „Ich bin Officer Frank Moore von der Polizei in Dallas. Sind Sie die Person, die den Notruf gewählt hat?“

„Ja.“ Die Frau rang mit den Händen und sah an Frank vorbei zu dem Haus. Sie wirkte verunsichert und besorgt.

Frank blickte über seine Schulter und traf Calebs Blick. Er machte eine kreisförmige Bewegung mit einem Finger und warnte seinen Partner, dass sie womöglich nicht die einzigen drei Personen in der Umgebung waren. Caleb nickte einmal und legte seine Hand an die Waffe in seinem Schulterholster. Frank widmete sich wieder der Frau und war bereit, herauszufinden, wer sie war und wieso sie so extrem nervös war.

„Können Sie mir sagen, warum Sie die 110 gerufen haben, Mrs …“ Er verstummte.

„Waters, Thelma Waters. Ich habe angerufen, weil ich glaube, dass jemand in das Haus der Langfords eingebrochen ist.“ Sie deutete auf das Haus hinter ihm.

Frank drehte sich zu Caleb um, der den Kopf schüttelte und anscheinend nichts bemerkt hatte, was eine Bedrohung darstellen könnte oder ihnen Anlass gab, zu glauben, dass in dem Haus etwas nicht stimmte. Bevor er etwas zu Mrs. Waters sagen konnte, packte sie ihn am Arm, zog ihn an der Seite des Hauses der Langfords entlang und sprach in hastigen Worten: „Nicht dort; es war hier. Ich war im Wohnzimmer und habe I Love Lucy geschaut, und weil mein Mann die Show hasst und er sie nicht mit mir zusammen guckt, muss ich immer warten, bis er eingeschlafen ist. Ich war also in meinem Wohnzimmer.“ Mrs. Waters hielt kurz inne und deutete auf das Haus rechts von dem der Langfords, wo Frank das sanfte Licht eines Fernsehers durch die großen Erkerfenster ausmachen konnte, der das leere Zimmer beleuchtete. „Und ich dachte, ich hätte laute Stimmen gehört. Ein Mann und eine Frau haben sich gestritten, was seltsam war – Emily und Sean hatten nie Streit. Sie sind das süßeste, netteste Paar und ich glaube nicht, dass ich jemals ein harsches Wort von einem von beiden gehört habe.“

„Mrs. Waters.“ Frank versuchte, sie zu unterbrechen, als sie um das Haus gingen und die mit grauen Betonplatten gepflasterte Terrasse erreichten. Dann sah er es: Die Jalousie war von einem Fenster gerissen und das Glas war zerbrochen. Thelma hatte wieder zu plappern angefangen, aber Frank unterbrach sie und griff nach dem Funkgerät an seiner Schulter. „Caleb, wir haben möglicherweise ein gewaltsames Eindringen an der Rückseite des Hauses. Gib es weiter und ruf Verstärkung.“

Calebs Stimme kam aus dem Funkgerät: „Verstanden, Partner.“

„Mrs. Waters, ich möchte, dass Sie in ihr Haus zurückzugehen und alle Türen und Fenster verriegeln. Wir wissen nicht, wer oder was sich in der Wohnung oder in unmittelbarer Nähe befindet.“ Sie wirkte unsicher und öffnete den Mund, um etwas zu sagen, schien es sich aber anders zu überlegen. „Vielen Dank, Ma’am. Sie sagten, dass die Besitzer des Hauses Emily und Sean Langford heißen, ist das richtig?“

„Ja.“ Sie nickte abrupt. „Emily, Sean und Taylor.“

Frank erstarrte. „Taylor?“

Sie nickte immer noch als Antwort auf die letzte Frage. „Ihr Sohn, ein süßes, kleines Ding. Ich glaube, ich habe ihn gestern auf dem Hof spielen sehen, aber ich bin mir nicht hundertprozentig sicher.“

Frank versetzte der Frau einen sanften Stoß in Richtung ihres Hauses und wiederholte, wie wichtig es war, im Haus zu bleiben. Er zog seine Waffe und ging den gesamten Garten ab, überprüfte die andere Seite des Hauses, schaute hinter dem Schuppen nach und kontrollierte, ob draußen alles sicher war, bevor er den Schuppen aus Metall betrat und ihn langsam durchsuchte. Es wäre nicht das erste Mal, dass Frank einen Täter ausfindig machte, der versuchte, sich in einem Werkzeugschuppen oder einem Lagerraum zu verstecken, weshalb er besonders gründlich schaute. An der Decke hingen Werkzeuge, an den Wänden stapelten sich Kisten, Boxen mit Trödel und drei Fahrräder. Frank trat wieder auf den Rasen, schloss die Tür des Schuppens und schaute auf seine Armbanduhr: Knapp zwanzig Minuten waren vergangen, seit er Caleb angewiesen hatte, Verstärkung anzufordern, was bedeutete, dass sie jeden Moment eintreffen müsste.

Er hörte Schritte auf sich zukommen und drehte sich just in der Sekunde um, als Caleb um die Ecke bog. Der Nachthimmel über dem Dach des Hauses war von dem schwachen Schein blinkender Lichter erleuchtet. Caleb zog die Waffe aus dem Halfter und nickte zur Hintertür.

„Ich werde dir Rückendeckung geben.“

Frank näherte sich vorsichtig...



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