E-Book, Deutsch, Band 3, 200 Seiten
Reihe: All Cocks
Smith How to Deal
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-96089-208-3
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 3, 200 Seiten
Reihe: All Cocks
ISBN: 978-3-96089-208-3
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Jon Brennan stammt aus einer langen Reihe von Männern in Uniform, alle erzogen, um zu bluten und blau zu tragen. Seine Familie und die meisten seiner Kollegen unterstützen ihn auf seinem Weg, sodass er die Tatsache nicht verbergen muss, Männer Frauen vorzuziehen. Zwischen Beruf und seiner lauten und sehr lebendigen irisch-italienischen Familie bleibt nicht viel Zeit für Verabredungen und noch viel weniger, um jemanden zu finden, der mit dem Stress und der Verantwortung umgehen kann, die auf den Schultern eines NYPD Detectives lastet. Kory White ist großspurig und grob im Umgang mit den meisten Menschen, aber das ist alles eine Illusion, eine Maske, hinter der er sich versteckt, um sein Herz zu schützen. Diese beiden starken Charaktere zeigen, dass sich Gegensätze anziehen. Beide sind stur und dickköpfig in jeder Hinsicht und sogar angesichts der schlimmsten Widrigkeiten weigern sie sich, einander oder ihre Liebe aufzugeben. Band 3 der All Cocks-Reihe.
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Kapitel 1 | Kennenlernen
Kory fuhr sich mit seinen Fingern durchs Haar und überlegte, ob er es stylen oder einfach an der Luft trocknen lassen sollte. Er hatte endlich aufgegeben und Jon angerufen, um eine Verabredung mit ihm zu vereinbaren. Noch immer konnte er sich lebhaft an Jons fesselnde Augen in dieser Nacht im Club Berlin erinnern, diese glimmenden Augen in einem Grün, wie Kory es noch nie zuvor gesehen hatte. Und dann an den erneuten Blickwechsel im Krankenhaus. Kory hatte das Gefühl gehabt, jemand würde ihn beobachten, und als er sich umgedreht hatte, war er Jons festem Blick begegnet.
Diese beiden Umstände, die Visitenkarte, seine letzten Worte, als Jon Victors Haus verlassen hatte, „Rufen Sie mich an, jederzeit“, verbunden mit diesem festen Blick, waren Beweis genug, dass sich Jon um Korys Aufmerksamkeit bemüht hatte.
Es war nicht so, dass Kory nicht an Detective Jon Brennan interessiert wäre – er war definitiv interessiert. Es war sein Überlebensinstinkt, der ihn nach einem Leben voller Schmerz und Enttäuschungen jedes Mal zögern ließ, wenn er Jons Karte in den Händen hielt. Obwohl sich Kory ziemlich sicher war, dass Jon an ihm und nicht seiner Online-Persönlichkeit interessiert war und ihn nie absichtlich verletzen würde, wusste er auch, dass das Leben ein verbittertes, gemeines Miststück war. Deshalb versteckte er sich hinter der Fassade, die er um sich herum aufgebaut hatte. Da war etwas an diesem Detective, was ihm unter die Haut ging, obwohl sie nicht mehr als ein paar Worte gewechselt hatten. Jon war offensichtlich vernarrt in ihn und hatte definitiv Korys Interesse geweckt.
Kory hatte seit Jahren kein Date mehr gehabt und war deswegen aus der Übung. Abgesehen von seinen inneren Dämonen war auch seine Arbeit nicht wirklich förderlich für Verabredungen. Die meisten Männer, die Kory anzog, wollten nur Berühmtheit erlangen, indem sie sich mit einem schwulen Pornostar trafen, oder sie wollten ihn benutzen, um an andere Models heranzukommen, die sie heiß fanden. Außerdem gab es noch diejenigen, die er wirklich mochte, die aber so schnell davonliefen, wie sie ihre Füße trugen, wenn sie herausfanden, womit er sich seinen Lebensunterhalt verdiente. Die Stimme in seinem Kopf sagte ihm Jon ist nicht so. Aber die Wahrheit war, dass Kory Jon nicht kannte. Er schob seine Bedenken beiseite und entschied sich, seinen Abend zu genießen und herauszufinden, was Jon Brennan für ein Mann war.
Mit einem Blick zur Seite prüfte Kory sein Profil im Spiegel. Er wollte gut aussehen, aber nicht den Eindruck erwecken, dass er es zu sehr versuchte. Er hatte sich für seine Lieblingsjeans von ‚The Buckle‘ und ein langärmliges, blaues Henley-Hemd von ‚The Gap‘ entschieden. Jon und er hatten sich für ihr Date nicht auf etwas Ausgefallenes, sondern für eine Sportbar in der Nähe geeinigt, um sich auf ein Bier und Hot Wings zu treffen, aber Kory wollte trotzdem gut aussehen. Er erschrak, als es an der Tür klingelte, und lachte dann seinem Spiegelbild zu. Kory beeilte sich, fertig zu werden, putzte sich die Zähne, pinkelte, wusch sich die Hände und erschrak wieder, als er die Badezimmertür öffnete und fast in Dusty rannte.
„Jesus Christus, Dusty! Du hättest klopfen können. Warn mich vor, wenn du vor der Tür herumlungerst!“, schimpfte Kory mit seinem Zimmerkollegen und besten Freund.
„Dein Loverboy wartet im Wohnzimmer auf dich. Du hast zwar gesagt, er wäre heiß, aber du hast nicht erwähnt, dass er die lebende Version von Don Flack mit glimmend grünen Augen ist. Und dieser Akzent … der ist es wert, dafür in Ohnmacht zu fallen!“, sagte Dusty, während er sich dramatisch Luft zufächelte, als wären es mindestens hundert Grad in ihrem Apartment.
Kory lachte nur, schob Dusty zur Seite und ging ins Schlafzimmer, um seine Schuhe anzuziehen und seine Jacke zu holen. Er war an Dusty und dessen Hang zur Dramatik schon lange gewöhnt. Er hatte recht, Jon wies eine verblüffende Ähnlichkeit zu Don Flack, einem Detective von CSI New York, auf. Sie hatten letztens erst einen Serienmarathon gemacht, als die Serie auf Netflix erschienen war. Kory konnte sich daran erinnern, dass er dasselbe gedacht hatte, als er Jon das erste Mal im Club Berlin getroffen hatte. Er war groß, gut gebaut, hatte schwarzes Haar, diesen Akzent und einen Dreitagebart wie Eddie Cahill, der Schauspieler, der Flack in der Serie verkörperte. Die einzigen Unterschiede waren, dass Jon grüne, keine blauen Augen hatte und dass sein Haar sich in einem konstant wirren Zustand befand, während hingegen Flacks Haar immer perfekt gestylt war.
Dusty lehnte sich gegen Korys Schlafzimmertür, breit lächelnd wie die Grinsekatze aus Alice im Wunderland. Kory kannte dieses Grinsen, ein Grinsen, das Ärger versprach, der normalerweise nicht lange auf sich warten ließ.
„Was auch immer du zu sagen oder tun gedenkst, vergiss es.“ Kory versuchte, ernst zu klingen, schaffte jedoch nicht, die Heiterkeit in seiner Stimme zu verbergen. Dusty heuchelte Unschuld und zuckte mit den Schultern, was so viel ausdrücken sollte wie ... Wer? Ich?
Kory schob Dusty wieder zur Seite und betete, dass er Jon aus dem Apartment bringen konnte, bevor Dusty die Chance bekam, etwas Peinliches zu tun oder zu sagen. Jon hatte ihm den Rücken zugewandt, als Kory ins Wohnzimmer kam. Kory blieb stehen und bewunderte diese Aussicht für ein paar Sekunden, ehe Dusty sich hinter ihn stellte, ihm einen Klaps auf den Hintern gab und ihm zuflüsterte: „Benimm dich.“
„Schau, wen ich gefunden habe“, sagte Dusty. Jon drehte sich um und lächelte, als er Kory sah. Die drei unterhielten sich für ein paar Minuten, ehe Jon Kory fragte, ob er fertig wäre, um zu gehen.
„Jungs, habt Spaß und benehmt euch.“ Dusty zwinkerte Jon zu.
„Hast du dein Handy?“, fragte Dusty und Kory nickte.
„Deine Geldbörse?“ Kory rollte mit den Augen, nickte wieder, zog die Eingangstür auf und winkte Jon zu, hinauszugehen.
„Kondome?“ Korys Hand fror am Türknauf fest und er atmete hörbar aus, als er hörte, wie Jon ein Lachen ausstieß.
„Gute Nacht, Dusty“, knurrte Kory durch seine zusammengebissenen Zähne, was Jon nur noch lauter lachen ließ.
Jon drehte sich um, winkte Dusty zu und grinste von einem Ohr zum anderen, während er sagte: „Es war schön, dich kennenzulernen, Dusty, hoffentlich sehen wir uns bald wieder.“
Dusty warf dem sexy Detective einen Handkuss zu, als er die Tür schloss. Jon legte einen Arm um Korys Schultern und tat sein Bestes, nicht zu lachen, als er Korys rote Wangen registrierte. „Und? Hast du?“, fragte Jon.
Kory sah ihn an, die Verwirrung stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. „Habe ich was?“
„An die Kondome gedacht?“ Jon schaffte es, das auszusprechen, ohne zu lachen, und versuchte, ernst zu bleiben, aber seine Lippen bebten, während er das Lachen unterdrückte.
Wäre es möglich gewesen, Kory wäre noch röter geworden, bevor er Jon spielerisch schubste. „Halt den Mund.“
***
Jon war nicht sicher, was Dustys Beweggrund gewesen war, aber seine komödiantische Einlage hatte Korys Nerven etwas beruhigt; die abweisende Haltung, die Kory anfangs Jon gegenüber gezeigt hatte, war für den Rest des Abends verschwunden. Die Sportbar war ein beliebter Treffpunkt für gemischte Paare. Den Eigentümern war es vollkommen egal, ob die Gäste schwul, hetero, lesbisch oder Orang-Utans waren – solange sie Manieren hatten, die Rechnung bezahlten und der Bedienung Trinkgeld gaben. Jon liebte die Atmosphäre und das Essen und heute Abend liebte er auch die Gesellschaft.
„Das ist eine großartige Bar. Ich kann nicht glauben, dass ich noch nie hier gewesen bin.“ Kory sah sich um und bemerkte das schlichte Dekor, überwiegend Fanartikel und diese kitschigen Barspiegel, die leuchteten, wenn man sie an den Strom anschloss. Als Kory wieder zu Jon sah, ertappte er ihn dabei, wie der ihn anstarrte. „Was?“, fragte Kory, sah auf sein Hemd, doch da war nichts. Als er sich durchs Haar fuhr, erinnerte er sich, dass er nichts damit gemacht hatte, er hatte sich nicht einmal gekämmt, bevor sie gegangen waren. „Oh, sind meine Haare zerzaust?“
Jon lachte und das Lachen ließ seine Augen leuchten. „Würdest du aufhören? Beruhige dich, ich sehe dich nur an, das ist alles.“ Er griff über den Tisch nach Korys Hand. Kory wurde wieder rot, sah auf ihre Hände und lächelte. Jon berührte Korys Wange, er wollte die Wärme dieser Röte an seinen Fingerspitzen spüren. Natürlich kam der Kellner genau in diesem Augenblick an ihren Tisch.
Sie bestellten sich einen Teller Chicken Wings, einen Korb mit Pommes mit extra Ranch-Soße und einen Krug Bier. Kory verhielt sich ruhig, lugte alle paar Sekunden in Jons Richtung, grinste und sah wieder weg. Jon studierte sein Date, versuchte jede Bewegung, jedes Erröten und jedes Grinsen zu entschlüsseln. Der Mann, der ihm gegenübersaß, hatte nichts mit dem Mann zu tun, den Jon in den letzten paar Jahren hunderte Male in Filmen gesehen hatte. Hayden Cox war dominant, anspruchsvoll und sehr sexy. Kory White war zurückhaltend und sonderbar, fast schon schüchtern. Die eine Sache, die Kory und sein Alter Ego gemeinsam hatten, abgesehen davon, dass er unglaublich gut aussah, war seine Keckheit. Er war ein Rätsel, das Jon Stück für Stück lösen wollte.
„Diese peinliche Stille bringt mich um, warum bringen wir also nicht das unangenehme Thema hinter uns und machen uns dann einen schönen Abend, einverstanden?“, platzte Jon heraus und Kory nickte.
Kory nahm einen...




