Smith | Das Brüllen des Löwen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 547 Seiten

Reihe: Die Courtney-Saga

Smith Das Brüllen des Löwen

Die Courtney-Saga 1: Die Courtneys - Stürme der Zeit | Die große Südafrika-Saga des Bestsellerautors
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-150-6
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Die Courtney-Saga 1: Die Courtneys - Stürme der Zeit | Die große Südafrika-Saga des Bestsellerautors

E-Book, Deutsch, Band 1, 547 Seiten

Reihe: Die Courtney-Saga

ISBN: 978-3-98952-150-6
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Das internationale Phänomen, das den Weltruhm des Autors begründet hat: »Wilbur Smith ist der beste historische Romanautor«, urteilt Stephen King.Wer hoch steigt - und wer tief fällt ... Natal, Südafrika im Jahr 1860: Als Erben der väterlichen Farm ist den Courtney-Zwillingen Sean und Garrick ein ehrliches Leben unter der unnachgiebigen afrikanischen Sonne vorherbestimmt. Doch alles kommt anders, als zwischen den englischen Kolonialisten und ansässigen Zulu-Stämmen Krieg ausbricht: Die Brüder werden auseinandergerissen - und während Garrick auf der Familienfarm zurückbleibt, beginnt für Sean ein Leben voller Wagnisse. Auf seinen Abenteuern erlebt er den Aufstieg und Niedergang des Goldfiebers, die Tücken von Liebe und Leidenschaft und den tödlichen Nervenkitzel der Großwildjagd in den weitläufigen Steppen. Doch je weiter er sich von seinen Wurzeln entfernt, desto klarer wird für Sean, dass der Preis für ein solch bewegtes Leben sehr hoch ist ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der abenteuerliche Afrika-Roman »Das Brüllen des Löwen« von Bestseller-Autor Wilbur Smith ist der Auftakt seiner epochalen historischen Familiensaga um die Familie Courtney - Fans von Jeffrey Archer und Robert Harris werden begeistert sein! Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Wilbur Smith (1933-2021) wurde in Zentralafrika geboren und gehört zu den erfolgreichsten Schriftstellern der Gegenwart. Der Debütroman seiner Jahrhunderte umspannenden Südafrika-Saga um die Familie Courtney, begründete seinen Welterfolg als Schriftsteller. Seitdem hat er über 50 Romane geschrieben, die allesamt Bestseller wurden, und in denen er seine Erfahrungen aus verschiedenen Expeditionen in die ganze Welt verarbeitete. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrfach verfilmt. Wilbur Smith starb 2021 in Kapstadt im Kreise seiner Familie. Die Website des Autors: www.wilbursmithbooks.com/ Der Autor bei Facebook: www.facebook.com/WilburSmith/ Der Autor auf Instagram: www.instagram.com/thewilbursmith/ Die große Courtney-Saga des Autors um die gleichnamige südafrikanische Familie erscheint bei dotbooks im eBook. Der Reihenauftakt »Das Brüllen des Löwen« ist auch als Hörbuch bei SAGA Egmont erhältlich. Die große Ägypten-Saga über den Eunuchen Taita ist bei dotbooks als eBook erhältlich. Der Reihenauftakt »Die Tage des Pharao« ist auch als Hörbuch bei SAGA Egmont erhältlich. Außerdem bei dotbooks erschienen der Abenteuerroman »Der Sonnenvogel« sowie die Action-Thriller »Greed - Der Ruf des Goldes«, »Blood Diamond - Tödliche Jagd«, »Black Sun - Die Kongo-Operation«, »Das Elfenbein-Kartell« und »Atlas - Die Stunde der Entscheidung«. Weitere Bände in Vorbereitung.
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Kapitel 1


Ein Fasan strich den Hügel entlang. Fast streiften seine Flügel das Gras. Dann schlug er sie zusammen, stieg in die Höhe und verschwand hinter der Kuppe des Hügels im Dickicht. Zwei Jungen und ein Hund verfolgten ihn vom Tal her. Der Hund lief voran; weit hing ihm die Zunge heraus und flog ihm um die Schnauze. Schulter an Schulter rannten die Zwillinge hinter ihm her. Beide schwitzten, und dunkle Schweißflecken zeichneten sich auf ihren Khakihemden ab. Obwohl die Sonne bereits auf halbmast stand, strahlte sie hier in Afrika noch immer Hitze genug aus.

Der Hund hatte die Spur des Vogels gefunden und hielt inne. Eine Sekunde lang stand er gespannt und sog den Geruch der Fährte ein. Dann nahm er die Spur auf. Schnell, ab und zu vor- und zurücklaufend, die Schnauze am Boden, wand er sich durch das trockene braune Gras. Nur sein erregt wedelnder Schwanz war noch zu sehen. Die Zwillinge folgten ihm. Sie atmeten schwer, denn es ging jetzt ziemlich steil bergauf.

»Bleib auf deiner Seite, sonst kommst du mir in den Weg«, schrie Sean seinem Bruder zu, und Garrick gehorchte sofort. Sean war für ihn der Ältere, er war etwa zehn Zentimeter größer und zwanzig Pfund schwerer, und schon das gab ihm das Recht zu befehlen. Sean konzentrierte sich jetzt wieder ganz auf den Hund.

»Such, Tinker, such ihn! So ist’s brav!«

Tinkers Schwanz bestätigte, daß er Seans Instruktionen verstanden hatte, und seine Nase blieb weiter dicht am Boden. Die Zwillinge folgten ihm und warteten gespannt auf den Moment, da der Vogel auffliegen würde. Sie trugen beide Wurfstöcke, schlichen jetzt langsam vorwärts und gaben sich Mühe, ihren Atem unter Kontrolle zu halten. Tinker fand den Vogel, der sich flach ins Gras geduckt hatte. Der Hund sprang vor und gab zum erstenmal Laut. Der Fasan flog auf. Es machte einen ziemlichen Lärm, als er mit den Flügeln schlug und sich aus dem Gras hochschnellte.

Sean warf zuerst. Sein Stock zischte an dem Vogel vorbei. Der Fasan drehte ab und schlug verzweifelt mit den Flügeln, um Höhe zu gewinnen, als Garrick warf. Sein Stock wirbelte nach oben und traf genau den fetten braunen Leib des Fasans. Der Vogel taumelte, Federn flogen herunter – dann stürzte er ab. Sie gingen ihm nach. Der Fasan versuchte, mit gebrochenen Flügeln durch das Gras zu entkommen, und sie schrien vor Erregung, während sie ihn jagten. Bis Sean ihn erwischte. Er drehte ihm den Hals um, stand lachend da und hielt den warmen braunen Vogel in den Händen, bis Garrick bei ihm war.

»Prima, Garrick. Das war ein toller Wurf.«

Tinker sprang an Sean hoch, um das Tier zu beschnüffeln. Sean beugte sich hinunter und ließ ihn seine Nase am warmen Balg reiben. Tinker schnupperte und versuchte die Beute zu schnappen. Aber Sean schob seinen Kopf weg und warf den Vogel Garrick zu. Garrick hing ihn zu den anderen an seinen Gürtel.

»Wie weit, glaubst du, war der Wurf – fünfzehn Meter?« fragte Garrick.

»So weit nicht«, meinte Sean. »Ich würde eher sagen zehn.«

»Also ich glaube, es waren mindestens fünfzehn. Ich glaube, es war weiter, als du heute geworfen hast.« Der Erfolg machte Garrick frech. Das Lächeln verschwand aus Seans Gesicht.

»Meinst du?« fragte er.

»Bestimmt!« sagte Garrick. Sean strich sich mit dem Handrücken das Haar aus dem Gesicht. Sein Haar war schwarz und weich und fiel ihm ständig in die Stirn.

»Und das unten am Fluß? Das war mindestens zweimal so weit.«

»Wirklich?« fragte Garrick.

»Wirklich!« sagte Sean grob.

»Na, wenn du so gut bist, wie kam es, daß du diesen hier verfehlt hast? Du hast doch zuerst geworfen. Wie war es möglich, daß du ihn nicht getroffen hast?«

Seans bereits gerötetes Gesicht verfinsterte sich, und Garrick stellte plötzlich fest, daß er zu weit gegangen war. Er steckte zurück.

»Möchtest du wetten?« fragte Sean. Es war Garrick nicht ganz klar, worum Sean wetten wollte, aber frühere Erfahrungen hatten ihn gelehrt, daß die Sache, egal worum es ging, meist durch einen schlichten Zweikampf geregelt werden würde. Nur sehr selten hatte Garrick eine Wette gegen Sean gewonnen.

»Es ist schon zu spät. Wir gehen besser nach Haus. Wenn wir zu spät zum Essen kommen, gibt’s Dresche von Pa.« Sean zögerte einen Augenblick, Garrick holte unterdessen seinen Wurfstock, und dann ging es nach Hause. Sean lief zuerst hinter, dann neben seinem Bruder, schließlich führte er. Nachdem er seiner Meinung nach eindeutig bewiesen hatte, daß er der Bessere im Stockwerfen war, war Sean jetzt bereit zu vergeben. Über die Schulter fragte er: »Was für ein Fohlen, glaubst du, wird Gipsy werfen?«

Garrick akzeptierte den Friedensvorschlag mit Erleichterung, und bald gab es ein freundliches Gespräch über dieses und noch ein Dutzend anderer bedeutender Ereignisse. Sie rannten. Außer der Stunde, die sie an einem schattigen Plätzchen am Fluß gerastet und zwei ihrer Fasanen gebraten und gegessen hatten, waren sie den ganzen Tag gelaufen.

Hier oben auf dem Plateau wuchs hauptsächlich Gras, weiches, trockenes Gras in der Farbe reifen Weizens. Hinter ihnen und zu beiden Seiten breitete sich dieser Grasteppich aus, so weit das Auge reichte.

Sie stapften durch das hüfthohe Gras. Plötzlich standen sie vor einem Steilhang. Am Fuß des Hanges begannen die Tugela Fiats. Der Tugela-Fluß war von hier nur noch dreißig Kilometer entfernt, aber heute war ein solcher Dunst, daß die Zwillinge nicht so weit sehen konnten. Jenseits des Flusses erstreckte sich weit in den Norden und Hunderte von Kilometern in den Osten, zum Meer hin, Zululand. Der Fluß war die Grenze. Der Steilhang, über dem die Brüder jetzt haltmachten, war von Schluchten zerklüftet, in denen dichte, olivgrüne Büsche wuchsen.

Unter ihnen, etwa drei Kilometer entfernt, lag Theunis Kraal, die Heimat der Zwillinge. Es war ein großes Haus, im holländischen Stil erbaut und säuberlich mit ebenmäßig gekämmtem Gras gedeckt. Auf der Koppel tummelten sich Pferde, viele Pferde, denn der Vater der Brüder war ein wohlhabender Mann. Aus dem Küchenschornstein stieg Rauch empor, der hinüber zu den Dienstbotenquartieren zog. Von irgendwoher hörte man, wie Holz gehackt wurde.

Sean setzte sich an der Kante des Abhangs ins Gras. Er nahm einen seiner schmutzigen nackten Füße und zog ihn vors Gesicht. In der Ferse steckte ein Dorn. Er zog ihn heraus, und es blieb ein schmutziges Loch. Garrick setzte sich neben ihn.

»Junge, das wird weh tun, wenn Ma das mit Jod auswäscht«, sagte Garrick schadenfroh. »Sie wird den Dreck mit einer Nadel herausholen müssen. Ich wette, daß du schreien wirst. – Ich wette, du wirst schreien wie ein Wilder!«

Sean ignorierte ihn. Er hatte einen Grashalm genommen und begann damit die Wunde abzutasten. Garrick beobachtete ihn mit großem Interesse. Wohl selten gab es zwei sich weniger gleichende Zwillinge: Sean begann sich bereits zum Mann zu entwickeln, seine Schultern wurden breiter, und sein kindlicher Oberkörper zeigte die ersten Anzeichen von harten Muskeln. Schwarzes Haar, sonnengebräunte Haut, Lippen und Wangen, hinter denen man das frische junge Blut pulsieren sah, und blaue Augen – ein lebhaftes Farbenspiel.

Garrick war schmal, mit den Gelenken eines Mädchens. Sein Haar war von einem unterschiedlichem Braun, am Hinterkopf wuschlig, und ging bis zum Nacken hinunter. Seine Haut war sommersprossig, seine Nasenflügel und die Ränder der blassen Augen waren vom permanenten Heufieber gerötet.

Bald verlor Garrick das Interesse an Seans medizinischen Untersuchungen. Er beugte sich hinüber und begann mit Tinkers Schlappohren zu spielen. Tinker schnaufte und verschluckte sich, Geifer lief aus dem Maul. Garrick schaute den Abhang hinunter. Sein Blick verfing sich in einer der bewachsenen Schluchten. Garrick hielt den Atem an.

»Sean, schau her – da, neben dem Busch!« Seine Stimme klang erregt.

»Was ist los?« Sean blickte plötzlich auf. Dann sah er es.

»Halt Tinker fest.« Garrick packte das Halsband des Hundes und zog dessen Kopf zu sich.

»Das ist bestimmt der größte alte Bock auf der ganzen Welt«, flüsterte Garrick. Sean war viel zu interessiert, um antworten zu können. Der Buschbock setzte mühsam seinen Weg durch das Dickicht fort. Ein großer Bock in sehr hohem Alter. Seine Läufe hatten bereits die Farbe alter weißer Kreidestriche. Seine Ohren waren gespitzt, und sein mächtiges Gehörn hielt er hoch empor. Er war so groß wie ein Pony und trat vorsichtig auf, als er ins Freie kam. Er blieb stehen, drehte witternd den Kopf, ging dann weiter schräg nach unten und verschwand in einer anderen Schlucht. Eine Weile waren die Zwillinge ganz ruhig. Dann brach es aus ihnen hervor.

»Hast du das gesehen? Hast du das Gehörn gesehen?«

»So nah beim Haus, und wir wußten nichts von ihm.«

Sie sprangen auf und redeten wild durcheinander. Auch Tinker war von ihrer Erregung angesteckt. Laut bellend umkreiste er die beiden. Bald setzte sich Sean durch, indem er einfach die anderen überschrie. »Ich wette, daß er sich tagsüber in den Schluchten versteckt und dort auch den ganzen Tag bleibt. Ausgehen tut er sicherlich nur nachts. Los, versuchen wir ihn aufzuspüren.«

Sean führte sie den Abhang hinunter. Am Rand der Büsche, in einer kleinen, bewachsenen Höhle, die dunkel und kühl war und in der ein Teppich aus Blättern lag, fanden sie die Zufluchtsstätte des Bocks. Der Boden war von seinen Hufen zertrampelt, und man konnte im Laub noch den Abdruck seines schweren Körpers erkennen. Auf der Lagerstatt fanden sie graue Haare. Sean beugte sich nieder und hob eines auf.

»Wie können wir ihn bloß kriegen?«

»Wir könnten eine Fallgrube graben und spitze Pfähle hineintun«, schlug...



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