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E-Book

E-Book, Deutsch, 228 Seiten

Smith Choices and Changes

Eine All Cocks Geschichte (Band 7)
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-96089-647-0
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Eine All Cocks Geschichte (Band 7)

E-Book, Deutsch, 228 Seiten

ISBN: 978-3-96089-647-0
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Im Leben eines jeden Mannes kommt der Zeitpunkt, an dem er sich zwischen dem richtigen und dem einfachen Weg entscheiden muss. Dean Anderson ist ein gebürtiger Texaner, der schon früh erkannte, dass er sich zu beiden Geschlechtern hingezogen fühlt, und der seine Partner nach Persönlichkeit und gemeinsamen Interessen auswählte. Auf dem College lernte er Maggie kennen, verliebte sich, heiratete und gründete eine Familie. Und sie waren glücklich ... bis sie es nicht mehr waren. Adam Chase ist gebürtig aus Südafrika. Er ist froh, sein Leben in Amerika als offen schwuler Mann führen zu können. Etwas, wofür er in seinem Heimatland getötet werden könnte. Während eines Aufenthalts in Berkley lernte er seinen Mann Patrick kennen, und auch sie waren glücklich ... bis Patrick starb. Zwei Leben treffen aufeinander, und es scheint, als gäbe das Schicksal jedem von ihnen eine zweite Chance auf Glück, und zwar gemeinsam. Dean bleibt in New York und zieht in die Wohnung, die sein Sohn Dusty mit seinem Freund David teilt. Er und Adam werden schnell in die stetig wachsende Familie von All Cocks aufgenommen. Und dann ändert ein Anruf alles.

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Kapitel 1


Nur ein Lächeln

Regen prasselte gegen die großen Erkerfenster und erfüllte den Raum mit dem Klang von tausend winzigen Nadeln, die gegen das Glas trommelten. Adam saß in seinem Lieblingssessel am Feuer und betrachtete die Fotos, die sich auf dem Kaminsims aufreihten. Er hatte bereits in der ersten Nacht, nachdem sie sich begegnet waren, Adam die Treppe nach unten gerannt und mit ihm zusammengestoßen war, gewusst, dass Patrick HIV-positiv war. Wenn er daran zurückdachte, wie Patrick ihn mit nur einem Lächeln verzaubert und gefesselt hatte, konnte Adam seine Entscheidung, ihrer Liebe eine Chance zu geben, einfach nicht bereuen.

Seine Mutter Glynis hatte im ersten Jahr, nachdem er mit Patrick zusammengekommen war, alles versucht, ihrem Sohn die Sache auszureden. Leere Drohungen, sein Bankkonto zu sperren und aufzuhören, seine Semestergebühren zu überweisen, waren auf taube Ohren gestoßen, doch sie hatten eine Zeit lang einen Keil zwischen sie getrieben. Nachdem Adam die Anrufe seiner Mutter mehrere Wochen in Folge ignoriert hatte, weil es ihn verletzt hatte, dass sie ihn nicht unterstützte, hatte sich die Frau in ein Flugzeug gesetzt und war in die Vereinigten Staaten geflogen, um ihr gutes Verhältnis zueinander zu retten. Er und Patrick hatten nach einem langen Uni-Tag im Halbschlaf auf der Couch gelegen, als es plötzlich laut und aggressiv an der Tür geklopft hatte.

Adam schreckte hoch und riss die Tür auf. „Was soll die Sch…“

Es verschlug ihm die Sprache, als er den kleinen, wütenden Kobold auf der Fußmatte stehen sah. Glynis Chase war nicht einmal einen Meter fünfzig groß und hatte dünnes blondes Haar und große rehbraune Augen, mit denen sie ihren Sohn zornig anfunkelte. Hinter Frau „Ich bin stinksauer auf dich“ stand sein Vater, der gefühlt dreimal so groß war wie seine winzige Frau, die Arme vor der Brust verschränkt.

„Mom? Dad?“

Seine Mutter drängte sich an ihm vorbei, stapfte in das Appartement und schimpfte und tobte halb auf Englisch, halb auf Südafrikanisch vor sich hin, wobei sie Schimpfwörter benutzte, die selbst einen Seemann hätten rot werden lassen. Adam sah von seiner Mutter, die noch immer fluchte und wild gestikulierte, zu seinem Vater, der nur mit den Schultern zuckte und seiner Frau ein liebevolles Lächeln schenkte, und warf die Hände in die Luft.

„Mutter, was zur Hölle machst du hier?“ Er musste die Stimme erheben, um sich über den nahezu unverständlichen Wortschwall seiner Mutter hinweg Gehör zu verschaffen.

Glynis drehte sich zu ihm um und zeigte wütend mit dem Finger auf ihren Sohn, hielt dann aber mitten in der Bewegung inne, als sie Patrick endlich bemerkte. Er stand vor der Couch und beobachtete Adams Mutter mit einer Mischung aus Neugier und Angst im Gesicht – das war auch angemessen, denn die Frau war wirklich furchteinflößend, wenn sie einmal in Fahrt war.

„Ähm … Hallo, ich bin Patrick“, sagte sein Freund und stand weiter stocksteif da. Das war vermutlich auch besser so, denn jede unerwartete Bewegung hätte sie alle umbringen können, wenn man bedachte, in welcher Stimmung seine Mutter war.

Glynis verengte die Augen und musterte Patrick von Kopf bis Fuß. In ihrem Blick lag so etwas wie Verachtung, was Adam nur noch wütender machte. Bevor er etwas sagen konnte, schob sich sein Vater an ihm vorbei, ging direkt auf Patrick zu und umarmte ihn. Adam hätte beinahe laut gelacht, als sein Freund die Worte „Was zur Hölle?“ mit den Lippen formte, eine Augenbraue hochgezogen, die Arme schlaff nach unten baumelnd, während Adams Vater ihn in seinen Armen beinahe zerquetschte.

Harold Chase trat zurück, doch er hielt Patrick noch an den Schultern fest. Er lächelte. „Patrick, ich freue mich so, dich endlich kennenzulernen. Ich bin Harold Chase und die liebenswürdige junge Dame hier ist meine Frau Glynis. Was hältst du davon, wenn wir beide uns ein nettes, ruhiges Plätzchen suchen, etwas trinken und den beiden hier ein bisschen Zeit für sich geben?“

Das war die Art, wie seine Eltern die Dinge regelten – so hatten sie es sein ganzes Leben lang getan. Glynis schimpfte und tobte und ging auf andere los, indem sie die härtesten Schimpfwörter, die sie in ihrem Arsenal hatte, in einer kruden Kombination aus Englisch und Südafrikanisch zum Besten gab, sodass niemand, der nicht mit beiden Kulturen vertraut war, auch nur die Chance hatte, sie zu verstehen.

Und sein Dad ging dazwischen, darauf bedacht, dabei die Landminen zu umgehen, die in seiner Frau schlummerten, sodass sie nicht während des Vorgangs in die Luft ging. Doch es funktionierte für sie, für ihre Familie – wahrscheinlich, weil sie beide immer darauf bedacht waren, Adam jeden einzelnen Tag in seinem Leben zu zeigen, dass sie ihn liebten.

„O nein, das werdet ihr nicht. Wir werden alle schön hierbleiben und das hier klären“, bellte Glynis. „Du.“ Sie wies mit dem Finger auf ihren Sohn. „Bring mich nicht dazu, dir einen Klap zu geben. Hol uns allen etwas Starkes zu trinken und dann werden wir uns hinsetzen und reden.“

Adam öffnete den Mund, um zu protestieren, doch das Feuer, das in den Augen seiner Mutter brannte, brachte ihn dazu, diese Option zu überdenken. Er stapfte in die Küche, während er vor sich hin murmelte, seine Mutter dicht auf seinen Fersen. Da er davon ausging, dass sich die Sache länger hinziehen würde, schnappte sich Adam einige Salzbrezeln und Mandeln aus der Vorratskammer, verteilte sie in mehreren Schüsseln und stellte sie auf das Tablett, das er häufig benutzte, wenn Freunde zu Besuch kamen. Er musste nicht hinsehen, um zu wissen, dass seine Mutter den Kühlschrank öffnete und die Flaschen Castle-Brewery-Bier sah, die er extra im Liquor Store bestellt hatte, genau wie die Flaschen Amarula, ein süßer und cremiger Likör, der in ihrer Heimat hergestellt wurde. Glynis brummte zufrieden und griff nach dem Amarula und vier Flaschen Bier.

Mit Gläsern, Snacks und Getränken in den Händen gingen er und seine Mutter ins Wohnzimmer zurück, wo sein Vater neben Patrick auf der Couch saß. Sie lachten gemeinsam, als Patrick ihm erzählte, wie er Adam kennengelernt hatte.

„Er hat die zerrissene Supermarkttüte in mein Appartement getragen und ich habe für ihn gekocht. Wir saßen zusammen und haben den ganzen Abend geredet und du kannst dir vorstellen, was danach passiert ist.“ Patrick nahm das Bier, das Adam ihm reichte, und zwinkerte ihm zu.

„Und hast du es ihm gleich gesagt?“ Adam funkelte seine Mutter wütend an. Er wusste, was zwischen den Zeilen stand. Sie implizierte, dass Patrick Adam seinen HIV-Status nicht sofort mitgeteilt hatte.

„Ich habe nicht seine Hand geschüttelt und mich vorgestellt als Patrick Chase, HIV-positiv, nein. Aber ich habe es ihm später an diesem Abend gesagt, als ich sicher war, dass Adam genauso an mir interessiert war wie ich an ihm“, gab Patrick, ohne zu zögern, zurück.

„Glyn, Schatz, sei nicht so grob.“ Sein Vater widersprach seiner Mutter nur selten, zumindest so direkt, aber wenn er es tat, dann hörte sie auf ihn.

Sie brummte ihren Mann an, bevor sie nach ihrem Bier griff und die Flasche in einem Zug leerte. Adam gab ihr sein Bier, nahm ein Glas und die Flasche Amarula und goss sich selbst einen Kurzen ein.

Glynis wandte sich an Patrick. „Es tut mir leid, dass ich so unhöflich war. Ich mache mir nur Sorgen um meinen Sohn. Adam ist um die halbe Welt gereist und hierhergekommen, weil er sich ein besseres Leben gewünscht hat als das, was er in unserer Heimat Südafrika hätte haben können. Trotzdem mache ich mir Sorgen. Ich weiß, hier sind die Dinge anders. Er muss seine Vorlieben nicht verstecken, aber ich habe Geschichten im Internet gelesen, ich weiß, dass schwule Männer angegriffen und getötet werden, und das macht mich krank. Wenn ich daran denke, mein kleiner Junge würde zusammengeschlagen und dann zum Sterben zurückgelassen …“ Seine Mutter sog scharf den Atem ein und ihre Augen füllten sich mit Tränen.

Adam nahm ihre Hand und umschloss sie mit seiner eigenen. „Mom, ich …“

Sie winkte ab. „Lass mich einfach meinen Teil dazu sagen, Adam.“ Sie schniefte und putzte sich die Nase mit dem Taschentuch, das Patrick ihr reichte. Noch einmal sog sie scharf die Luft ein, dann fuhr sie fort: „Was passiert mit Adam, wenn du nicht mehr da bist? Ich wusste schon, wie sehr er dich liebt, bevor ich hergekommen bin. Ich habe es an seiner Stimme gehört, wenn er über dich geredet hat. Jetzt, da ich euch beide sehe, ist es nicht zu übersehen, wie viel ihr einander bedeutet. Aber was passiert mit Adam, wenn du stirbst, Patrick?“

„Glynis!“, rief Harold aus.

„Verdammt, Mom!“ Adam sprang auf die Füße.

„Warte mal. Das ist okay.“ Patrick griff nach Adams Hand und zog ihn zu sich, damit er sich zwischen ihn und seinen Vater setzen konnte. Adam war natürlich außer sich vor Wut. Sein Freund wusste das und ihn zu beruhigen war seine oberste Priorität. „Baby, es ist wirklich okay. Sie ist deine Mutter. Ihre Ängste und Fragen sind nicht unbegründet und sie hat ein Recht, so zu empfinden.“

„Nein, hat sie nicht“, widersprach Adam.

Patrick wandte sich Adam zu, streckte die Arme nach ihm aus und strich mit den Händen über sein Schlüsselbein und seinen Nacken, bis sie schließlich auf...



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