Smith | Black Sun - Die Kongo-Operation | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 366 Seiten

Smith Black Sun - Die Kongo-Operation

Thriller | Eine gefährliche Mission. Ein tödlicher Countdown ...
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98952-498-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Thriller | Eine gefährliche Mission. Ein tödlicher Countdown ...

E-Book, Deutsch, 366 Seiten

ISBN: 978-3-98952-498-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ein nervenaufreibender Kampf ums Überleben?... Der Kongo in den politischen Wirren der Unabhängigkeitsbewegung: Ein zusammengewürfelter Söldnertrupp unter der Führung des ehemaligen Rechtsanwalts Bruce Curry erhält den Auftrag, die Bewohner einer Minenstadt in Sicherheit zu bringen, die von Aufständischen eingeschlossen wurde. Doch die Ereignisse überschlagen sich, als klar wird, dass die Diamantenvorräte der Stadt das eigentliche Ziel der Mission sind. Von jeglicher Verstärkung abgetrennt, müssen sich die Männer zwischen richtig und falsch entscheiden. Es dauert nicht lange, bis Curry in der Stadt etwas findet, das noch wertvoller ist als Diamanten - etwas, für dessen Schutz er alles tun würde. Und er entdeckt, dass seine tödlichsten Feinde diejenigen sein könnten, die ihm am nächsten stehen... »Bei Wilbur Smith wartet die Action auf jeder Seite!« The IndependentDer packende Action-Thriller »Black Sun - Die Kongo-Operation« von Bestseller-Autor Wilbur Smith wird alle Fans von Clive Cussler, Don Winslow und des Filmklassikers »Apocalypse Now« begeistern!

Wilbur Smith (1933-2021) wurde in Zentralafrika geboren und gehört zu den erfolgreichsten Schriftstellern der Gegenwart. Der Debütroman seiner Jahrhunderte umspannenden Südafrika-Saga um die Familie Courtney, begründete seinen Welterfolg als Schriftsteller. Seitdem hat er über 50 Romane geschrieben, die allesamt Bestseller wurden, und in denen er seine Erfahrungen aus verschiedenen Expeditionen in die ganze Welt verarbeitete. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrfach verfilmt. Wilbur Smith starb 2021 in Kapstadt im Kreise seiner Familie. Die Website des Autors: www.wilbursmithbooks.com/ Der Autor bei Facebook: www.facebook.com/WilburSmith/ Der Autor auf Instagram: www.instagram.com/thewilbursmith/ Die große Courtney-Saga des Autors um die gleichnamige südafrikanische Familie erscheint bei dotbooks im eBook. Der Reihenauftakt »Das Brüllen des Löwen« ist auch als Hörbuch bei SAGA Egmont erhältlich. Die große Ägypten-Saga über den Eunuchen Taita ist bei dotbooks als eBook erhältlich. Der Reihenauftakt »Die Tage des Pharao« ist auch als Hörbuch bei SAGA Egmont erhältlich. Außerdem bei dotbooks erschienen der Abenteuerroman »Der Sonnenvogel« sowie die Action-Thriller »Greed - Der Ruf des Goldes«, »Blood Diamond - Tödliche Jagd«, »Black Sun - Die Kongo-Operation«, »Das Elfenbein-Kartell« und »Atlas - Die Stunde der Entscheidung«. Weitere Bände in Vorbereitung.
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Kapitel 1


»Die Sache gefällt mir nicht«, sagte Wally Hendry und rülpste. Er strich mit seiner Zunge über den Gaumen, schmeckte und fuhr dann fort. »Ich finde, daß die ganze Sache stinkt wie ein zehn Tage alter Kadaver.« Er lag ausgestreckt auf einem der Betten und balancierte dabei ein Glas auf seiner nackten Brust, während ihm die Hitze des Kongo das Wasser aus den Poren trieb.

»Bedauerlicherweise ändert deine Meinung nichts an der Tatsache, daß wir die Sache durchführen werden.« Ohne aufzusehen, suchte Bruce Curry seine Rasiersachen weiter heraus.

»Du hättest ihnen sagen sollen, daß sie es selbst machen sollen und daß wir hier in Elisabethville bleiben – warum hast du ihnen das nicht erzählt, he?« Hendry hob sein Glas und trank es in einem großen Schluck aus.

»Weil sie mich nicht fürs Diskutieren bezahlen.« Bruce sprach ohne das geringste Interesse und betrachtete sich in dem von Fliegen verklebten Spiegel über dem Waschbecken. Das Gesicht, das ihn daraus ansah, war sonnenverbrannt mit einem Schopf kurzgeschnittener, schwarzer Haare. Weiches Haar, vielleicht lockig, wenn es länger gewesen wäre. Schwarze Augenbrauen, die außen nach oben zeigten, grüne Augen mit schweren Augenlidern und ein Mund, der ebenso leicht lächeln wie Verbitterung zeigen konnte. Ohne Vergnügen stellte Bruce fest, daß er gut aussah. Es war schon lange her, seit er irgendeine Gemütsbewegung gefühlt, schon lange her, seit sein Mund gelächelt hatte oder verbittert war. Er fühlte nicht mehr die alte abgeklärte Liebe zu seiner Nase, einer großen, leicht gekrümmten Nase, die sein Gesicht vor allzuviel Schönheit bewahrte und ihm das Aussehen eines Salon-Piraten gab.

»Zum Teufel«, brummte Wally Hendry vom Bett aus. »Ich habe jetzt wirklich die Schnauze voll von dieser Niggerarmee. Kämpfen macht mir nichts aus, aber ich sehe nicht ein, daß ich Hunderte von Meilen in den Busch gehen soll, um Kindermädchen für einen Haufen verdammter Flüchtlinge zu spielen.«

»Es ist schon ein Scheißleben«, stimmte Bruce abwesend zu, während er Rasierseife auf seinem Gesicht verteilte. Der Schaum hob sich sehr weiß gegen seine Bräune ab. Unter einer Haut, die so gesund aussah, als sei sie frisch geölt worden, wechselte das Spiel der Schulter- und Brustmuskeln, während er sich bewegte. Er war in guter Form. Auf jeden Fall in einer besseren als in den letzten Jahren. Aber auch diese Tatsache macht ihm kaum mehr Vergnügen, als es der Blick in den Spiegel getan hatte.

»Gib mir noch einen Drink, André.« Wally Hendry gab sein leeres Glas dem Mann, der am Fußende des Bettes saß.

Der Belgier stand auf und ging gehorsam hinüber zu dem Tisch.

»Mehr Whisky und weniger Bier diesmal«, wies ihn Wally an. Er drehte sich noch einmal zu Bruce um und rülpste: »Genau das halte ich von der Sache.«

Während André schottischen Whisky in das Glas goß und es dann mit Bier auffüllte, rückte Wally am Halfter seiner Pistole herum, bis diese genau zwischen seinen Beinen baumelte.

»Wann hauen wir ab?« fragte er.

»Morgen, ganz in der Frühe, bekommen wir eine Lokomotive und fünf Wagen am Güterbahnhof. Dann laden wir und fahren so schnell wie möglich los.« Bruce hatte angefangen, sich zu rasieren, und legte mit jedem Zug von der Schläfe bis zum Kinn einen glatten, braunen Hautstreifen frei.

Jetzt haben wir drei Monate lang einen Haufen schmieriger, kleiner Gurkhas bekämpft, und ich habe mich darauf gefreut, ein bißchen Spaß zu haben – keine einzige Hübsche während der ganzen Zeit – und schon am zweiten Tag nach dem Waffenstillstand hetzen sie uns wieder heraus.

»C’est la guerre«, murmelte Bruce, während er sein Gesicht beim Rasieren verrenkte.

»Was heißt denn das?« verlangte Wally argwöhnisch zu wissen.

»So ist der Krieg«, übersetzte Bruce.

»Sprich englisch, Junge.«

Es war typisch für Wally Hendry, daß er nach sechs Monaten im belgischen Kongo weder ein Wort französisch sprechen noch verstehen konnte.

Und wieder herrschte Ruhe, die nur durch das Schaben von Bruces Rasiermesser und den kleinen metallischen Geräuschen unterbrochen wurde, die der vierte Mann im Hotelzimmer verursachte, der seine Maschinenpistole auseinandergenommen hatte und reinigte. »Trink einen mit, Haig«, lud ihn Wally ein.

»Danke, nein.« Michael Haig sah auf und verbarg nicht im geringsten seine Abneigung, als er zu Wally hinüberblickte.

»Du bist auch so einer von diesen feinen Pinkeln, zu fein, um mit unsereinem zu saufen, was? Selbst der feine Captain Curry trinkt mit mir. Bist du vielleicht etwas Besonderes?«

»Du weißt genau, daß ich nicht trinke.« Haig konzentrierte sich wieder auf seine Waffe, die er beinahe liebevoll behandelte. Für sie alle waren diese häßlichen Maschinenpistolen ein Teil ihrer Körper geworden. Selbst während Bruce sich rasierte, brauchte er nur die Hand auszustrecken, um seine eigene, die an der Wand lehnte, zu greifen, und die der beiden Männer auf dem Bett lagen und auf dem Boden neben ihnen.

»Ach, du trinkst nicht«, höhnte Wally. »Wo hast du denn dann die Farbe herbekommen, mein Junge? Woher kommt es denn, daß deine Nase wie eine reife Pflaume aussieht?«

Haig kniff den Mund zusammen, und die Hände auf dem Gewehr wurden ruhig.

»Hör auf damit, Wally«, sagte Bruce ohne Erregung.

»Haig trinkt nicht«, krächzte Wally und stieß den kleinen Belgier mit dem Daumen in die Rippen. »Hast du gehört, André? Er ist ein verdammter Abstinenzler! Mein Alter war auch ein Abstinenzler, manchmal trank er zwei, drei Monate hintereinander keinen Tropfen. Dann kam er eines Nachts nach Hause und schlug seiner Alten eine in die Fresse, daß man noch auf der anderen Straßenseite ihre Zähne klappern hörte.«

Er schüttelte sich vor Lachen und mußte warten, bis er weitersprechen konnte.

»Ich wette, daß du auch so ein Abstinenzler bist, Haig. Ein Drink, und du wachst zehn Tage später auf. Stimmt’s? Ein Drink und – wum! – und die Alte kriegt die Fresse voll, und die Kinder vierzehn Tage nichts zu essen.«

Haig legte sein Gewehr vorsichtig auf das Bett und sah mit zusammengepreßten Lippen auf Wally. Aber Wally hatte es nicht bemerkt. Er fuhr fröhlich fort.

»André, nimm die Whiskyflasche und halte sie Alt-Abstinenzler Haig unter die Nase. Wir wollen mal sehen, wie ihm dann der Geifer aus dem Maul läuft und seine Augen vor Gier überquellen.«

Haig stand auf. Er war etwa doppelt so alt wie Wally, ein Mann Mitte fünfzig, mit angegrautem Haar, und die Feinheit seiner Gesichtszüge war trotz deutlicher Spuren, die das Leben darin hinterlassen hatte, noch nicht verwischt. Er hatte Arme wie ein Boxer und mächtige Schultern. »Es wird einmal Zeit, daß ich dir ein paar Manieren beibringe, Hendry. Komm, steh auf.«

»Willst du mich zum Tanz bitten oder so etwas? Ich tanze nicht – frag André. Er wird mit dir tanzen. Nicht wahr, André?«

Haig tänzelte locker, die Fäuste geballt und leicht erhoben. Bruce Curry legte seinen Rasierapparat auf die Ablage über dem Waschbecken und ging ruhig um den Tisch herum – immer noch Seife im Gesicht –, um eine Stellung einzunehmen, von der aus er eingreifen konnte. Dort wartete er und beobachtete die beiden Männer.

»Steh auf, du dreckiges Schandmaul.«

»He, André, hast du das gehört? Er spricht nett, was? Er spricht richtig nett.«

»Ich werde deinen häßlichen Schädel so platt schlagen, daß für dein Gehirn kein Platz mehr ist.«

»Witzig! Dieser Junge ist ein geborener Komiker.« Wally lachte. Aber das Lachen klang nicht echt. Bruce wußte genau, daß Wally nicht bereit war zu kämpfen. Starke Arme, ein breiter Brustkorb, von rötlichen Haaren bedeckt, ein flacher Bauch und widerstandsfähig, mit einem flachen Gesicht auf einem Stiernacken und mit kleinen mongolischen Augen; aber Wally war nicht bereit zu kämpfen. Bruce wunderte sich: Er erinnerte sich an die Nacht an der Brücke, er wußte, daß Hendry kein Feigling war. Und trotzdem war er jetzt nicht bereit, Haigs Aufforderung nachzukommen.

Mike Haig ging langsam auf das Bett zu.

»Laß ihn doch, Mike.« Zum erstenmal sprach André, und seine Stimme war so weich wie die eines Mädchens. »Er hat doch nur Spaß gemacht. Er hat es doch gar nicht so gemeint.«

»Bilde dir nur nicht ein, Hendry, daß ich nicht zuschlagen würde, weil du auf dem Rücken liegst. Den Fehler würde ich an deiner Stelle nicht machen.«

»Nun sieh mal an«, murmelte Wally. »Der Junge ist nicht nur ein Komiker, er ist auch noch ein unverbesserlicher Held.«

Haig stand jetzt über ihm und hob seine rechte Faust, wie zu einem Hammer geballt, und zielte auf Wallys Gesicht.

»Haig!« Bruce hatte seine Stimme nicht angehoben, aber der Ton ließ den älteren Mann zögern.

»Das genügt, sagte Bruce.

»Aber dieser stinkende, kleine ...«

»Ja, ich weiß«, sagte Bruce. »Laß ihn.« Nichts bewegte sich im Raum. Die Faust noch immer erhoben, zögerte Mike Haig. Über ihnen knarrte das Wellblechdach, das sich in der Hitze des Kongomittags dehnte. Das einzige andere Geräusch war Haigs Atem. Er keuchte, und sein Gesicht war rot angelaufen.

»Bitte, Mike«, flüsterte André, »er hat es doch nicht so gemeint.«

Langsam verwandelte sich Haigs Wut in Verachtung, und er ließ die Hand sinken, wandte sich ab und nahm seine Maschinenpistole vom anderen Bett.

»Ich kann den Gestank in diesem Zimmer keine Minute länger ertragen. Ich warte auf dich unten im Lastwagen, Bruce.«

»Ich bin gleich fertig«, stimmte Bruce zu, während Mike zur Tür ging.

»Ich würde mich vorsehen, Haig«, rief Wally ihm nach. Das nächste Mal kommst du mir...



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