Slade | Lassiter - Folge 2247 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2247, 64 Seiten

Reihe: Lassiter

Slade Lassiter - Folge 2247

Die Töchter der Hölle
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7325-1725-1
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Die Töchter der Hölle

E-Book, Deutsch, Band 2247, 64 Seiten

Reihe: Lassiter

ISBN: 978-3-7325-1725-1
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Tom Shepard war hingerissen von den Hell's Daughters. Die Mädchenkapelle bestand aus vier Mitgliedern: der beiden rotblonden Stanford-Schwestern Elsa und Sandy, der strohblonden Maureen Bradshaw und der glutäugigen Schönheit Camille Roberts, Shepards heimlicher Favoritin. Zu dem Hausmusikabend auf der Festwiese von Wells Breck traten die vier Musikantinnen in Unterwäsche auf.

Beim Anblick der vier leichtbekleideten Girls erwärmte sich Shepards Herz. Es war ein milder Abend Ende Mai. Das Konzert hatte noch nicht angefangen. Vor dem Wagen, der als Bühne diente, hatten sich gut hundert Menschen eingefunden. Der Platz war mit bunten Laternen und Girlanden geschmückt. Geschäftstüchtige Händler verkauften Bier aus dem Fass und Whiskey in Emaillebechern.

Alle freuten sich auf einen schönen Abend. Doch es kam anders.

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Shepard hatte einen Platz in der ersten Zuschauerreihe ergattert. Rechts neben ihm standen zwei Gentlemen in steingrauen Gehröcken.

Der Größere sagte: »Ich würde zwanzig Dollar bezahlen, um die Bassgeige ins Bett zu kriegen.« Bei der Bassgeige handelte es um die blonde Maureen. Sie setzte sich gerade auf ein umgestülptes Fass und stimmte ihr Instrument.

Der andere Mann antwortete: »Vergiss es, Norris, die Höllentöchter sind sauber. Eine wie die andere. Du würdest auf Granit beißen. Wenn du Spaß mit einer Frau willst, musst du ins Fun House gehen.«

»Apropos Spaß. Kennst du schon den neuen Doc Weston-Witz?«

»Den mit den Vögeln?«

»Nein, den mit Doc Westons unlustiger Freundin.«

»Kenne ich nicht.«

Norris räusperte sich. »Pass auf, Benbow! Doc Weston hat es geschafft, seine neue Freundin ins Bett zu locken. Aber die Gute ist störrisch wie ein Esel. Doc Weston ärgert sich: ›Ach, Baby, nichts darf ich. Kann ich wenigstens meinen Finger in deinen Bauchnabel stecken?‹ Sie antwortet: ›Meinetwegen.‹ Die Zeit vergeht, und plötzlich ruft sie: ›He, Doc, das ist nicht mein Bauchnabel!‹ – ›Ha!‹, sagt er. ›Das ist auch nicht mein Finger!‹«

Nicht sein Finger! Köstlich! Shepard lachte, bis ihm die Tränen kamen.

Norris und Benbow sahen ihn an, als hätten sie noch nie einen Cowboy gesehen.

»Der Witz ist gut«, sagte Shepard. »Könnte glattweg von mir sein.«

Die Männer in den grauen Gehröcken gingen nicht auf seine Bemerkung ein. Mit zur Schau getragenem Stolz blickten sie auf die provisorische Wagenbühne hinüber.

Auch Shepard versank in den Anblick der vier Höllentöchter. Es war das erste Mal, dass er ein Konzert der Mädchenband besuchte. Für Musik interessierte er sich nicht sonderlich. Aber wenn vier Girls in Strapsgürteln die Saiten zupften, war das etwas anderes. Shepard liebte die Frauen. Leider gab es westlich des Mississippi viel zu wenige Evastöchter. Auf der Ranch, wo Shepard arbeitete, gab es nur zwei. Die Ehefrau des Ranchers und eine Navajosquaw, die man Marcella nannte. Am Tag ging die Rote zu den Cowboys und behandelte deren Wehwehchen. Das Heilwissen hatte sie von ihrem Vater. In seinem Dorf war er ein geachteter Medizinmann gewesen. Hin und wieder nahm Marcella einen besonders bedürftigen Ranchhelfer mit in ihr Tipi. Es hieß, sie sei eine wundervolle Liebhaberin. Ausdauernd wie ein Mustang, zärtlich wie ein Liebesengel. Was für eine Mischung! Shepard hatte die Squaw einmal gefragt, ob sie auch ihn mit auf ihre Matte nehmen würde, aber sie hatte wortlos den Kopf geschüttelt. Möglicherweise war er mit seinen blonden, langen Haaren und dem struppigen Kinnbart nicht ihr Typ.

Die Absage hatte Shepard sehr traurig gemacht. Er fragte Marcella ein zweites Mal. Die junge Navajo wies ihn erneut ab. Shepard war verzweifelt. Ohne die gelegentlichen Liebkosungen einer gefühlvollen Frau war das entbehrungsreiche Leben auf der Ranch die reinste Zeitverschwendung.

Auf was sollte man warten? Auf Siechtum und Tod?

Schließlich hatte Shepard den Ranchhelfer-Job gekündigt und die Gegend verlassen. In Wells Breck wollte er ein neues Leben anfangen. Mittlerweile weilte er seit einer Woche in der aufblühenden Stadt in den Smoky Hills. Aber noch immer hatte er keine Arbeit gefunden.

Plötzlich entdeckte Shepard ein Stück weiter ein Mädchen, das es auf einen schmerbäuchigen Mann mit Derby-Hut und goldglänzender Uhrkette abgesehen hatte. Während alle anwesenden Männer wie gebannt jede Bewegung der bestrapsten Höllentöchter verfolgten, griff die kleine weiße Hand des Mädchens in die Jackentasche des Mannes.

Shepard schüttelte den Kopf. So ein ausgebufftes Luder!

Er entschied, den Mann mit dem Derbyhut zu warnen. Wahrscheinlich konnte der Konzertbesucher den Verlust von Taschenuhr oder Portemonnaie verschmerzen, aber trotzdem hatte niemand das Recht, ihn zu bestehlen.

Rasch drängte sich Shepard durch die Menge.

Die Diebin bemerkte ihn nicht.

Beim näheren Hinschauen wirkte das Mädchen viel älter als aus der Ferne. Sie war nicht sehr groß und recht zierlich, aber ihre Oberweite waren die einer erwachsenen Frau. Durch den dünnen Stoff der knapp sitzenden Bluse waren die Umrisse deutlich zu erkennen.

Für einen Moment streifte Shepard ein Hauch der Lust. Doch er verscheuchte die sinnliche Anwandlung. Das Mädchen hatte die Geldbörse schon halb aus der Tasche gelupft.

Unvermittelt brandete lauter Jubel auf.

Camille Roberts, die brünette Flötenspielerin, gab zur Einstimmung ein kurzes Solo. Die lasziven Bewegungen, die sie dabei vollführte, erinnerten ihn an den Auftritt einer Nackttänzerin im verruchten Amüsierviertel von Virginia City.

Das Publikum applaudierte wild. Aus der Mitte der Zuschauer flogen eine Reihe von Geldmünzen und Blumen auf die Wagenbühne.

Die Diebin nützte die Gunst des Augenblicks und machte sich mit ihrer Beute davon. Sie kam nur bis an den Rand der Zuschauermenge.

»He, du!« Shepard packte sie am Ärmel.

Das Mädchen funkelte ihn an. Mit einer blitzschnellen Körperdrehung duckte sie sich und wollte sich losreißen.

Doch Shepard hatte fest zugepackt. Die Diebin merkte schnell, dass er zu stark für sie war. Sie gab auf. »Lass mich laufen«, keuchte sie. »Wenn sie mich kriegen, werde ich gehängt.«

Shepard zögerte. In manchen Countys gab es beinharte Gesetze. Die Vorstellung, dass durch sein Einschreiten ein so junges, hübsches Ding am Galgen landen sollte, entsetzte ihn. »Wie ist dein Name, Mädchen?«, fragte er milde.

Die Diebin sah zu ihm auf. »Mary. Alle sagen Mary zu mir.«

Er musterte das Mädchen. Mary hatte ihr dunkles Haar straff nach hinten gekämmt und es zu einem Pferdeschwanz gebunden. Ihr schmales, blasses Gesicht mit den hellen Augen und der etwas zu großen Nase war hübsch anzusehen, aber es lag ein lauernder Zug darin. Sie blinzelte hektisch, aber plötzlich legte sie den Kopf schief und raunte: »Komm mit, ich habe etwas für dich, Stranger

Er stutzte. »He, was soll das?«

»Das wirst du schon sehen. Wie heißt du?«

Shepard runzelte die Stirn. »Was geht’s dich an?«

»Zier dich nicht so. Sag schon, wie du heißt.«

Er lockerte seinen Griff. »Tom. Tom Shepard.«

»Okay, Tom Shepard.« Sie lachte leise. »Man sieht dir an der Nasenspitze an, wie’s um dich bestellt ist.«

Er ärgerte sich. Sie kannten sich kaum drei Minuten, und der kleine Langfinger maßte sich an, seine geheimsten Gedanken zu kennen?! Hielt sich das Girl für eine Wahrsagerin? »Was zum Geier soll das Gerede?«, knurrte er. »Willst du mich auf den Arm nehmen?«

»Nein!« Sie kam ganz dicht, so dass er ihren warmen Atem im Gesicht spürte. »Ich will dich nicht auf den Arm nehmen, Tom.«

Ganz plötzlich spürte er noch etwas – eine Hand, die sich zwischen seine Beine schob.

Shepard stand wie erstarrt. Er konnte es nicht fassen. Das Mädchen mit dem Pferdeschwanz knetete seinen Pint. Es störte sie nicht, dass ein paar Dutzend Leute in der Nähe standen. Sie tat es so geschickt, dass es keiner mitbekam. Ehe er sich versah, reagierte sein Körper auf den erotischen Reiz.

Er bekam einen Ständer.

Mary merkte das und griff fester zu. Sie sah ihm herausfordernd in die Augen, während ihre flinken Finger ihn massierten.

»Tod und Teufel«, murmelte er.

»Gefällt’s dir?«

Shepard sagte nichts. Was für eine Frage! Natürlich gefiel es ihm. Und wie! Er ließ den Blick über ihre pralle Oberweite gleiten und merkte, wie ihm allmählich immer heißer wurde. Obwohl er sich dagegen wehrte, konnte er seine Augen nicht von ihren Brüsten abwenden.

Mary fing seinen Blick auf. Langsam bog sie ihr Rückgrat durch. Shepard keuchte vor Verlangen. Die Bluse spannte, als wolle sie zerbersten. Shepard schnaufte wie ein Walross.

»Komm mit«, flüsterte das Mädchen. »Ich mache es dir gratis, willst du?«

Shepard nickte hastig.

»Aber es gibt eine Bedingung«, sagte sie. »Du darfst mich nicht verpfeifen.«

»Versprochen.« In diesem Augenblick hätte Tom Shepard auch sein eigenes Todesurteil akzeptiert.

***

Mary zog den Mann mit den langen blonden Haaren an der Hand mit sich fort. Hinter einen blickdichten Haselnussstrauch, nur wenige Yards vom Bühnenwagen entfernt, fanden sie ein ruhiges Plätzchen.

Mary war heilfroh, dass Tom Shepard ihr Angebot angenommen hatte. Hätte er ihren Diebstahl an die große Glocke gehängt, säße sie jetzt wohl schon hinter Gitter.

Als Tom sie an sich zog, um sie zu küssen, fing das Konzert an. Die Mädchenkapelle spielte einen von Marys Lieblingstiteln: When the Swallows Homeward Fly. Spontan spendeten einige Zuschauer Beifall. Pfiffe und Jubelrufe wurden laut.

Mary spürte, wie sich Toms rechte Hand in ihre Bluse schob. Zaghaft betasteten die Finger ihre üppigen Rundungen.

»Greif ruhig zu«, sagte sie. »Ich hab’s gern, wenn mir die Glocken geläutet werden.«

Er bedachte sie mit einem verschreckten Blick.

Mary musste grinsen. Tom war derartige Sprüche aus Frauenmund offenbar nicht gewohnt. Dem Anschein nach besaß er nicht viel Erfahrung mit dem weiblichen Geschlecht. Ob er eine männliche Jungfrau war?

Der Gedanke entzückte sie. Bisher hatte sie noch nie ein Greenhorn zwischen den Schenkeln gehabt. Sie beschloss, Tom Shepard eine...



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